Domturm (Rottenburg)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Fachwerkhaus

ID: 185453352813  /  Datum: 16.09.2014
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Hindenburgstraße
Hausnummer: 24 I / II
Postleitzahl: 74395
Stadt: Mundelsheim
Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Ludwigsburg (Landkreis)
Gemeinde: Mundelsheim
Wohnplatz: Mundelsheim
Wohnplatzschlüssel: 8118053001
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Sudhaus, Kühlhaus und Comptoir (74395 Mundelsheim)
Scheune (74395 Mundelsheim, Freihof 3)
Wohnhaus, Hindenburgstraße 12 (74395 Mundelsheim)

Bauphasen

1. Bauphase:
(1496 - 1497)
Errichtung des Gebäudes um das Jahr 1497 (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

2. Bauphase:
(1516)
Errichtung des Anbaus im Jahr 1516 (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau

Besitzer

keine Angaben

Zugeordnetes Objekt

keines

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Kurzanalyse und Dendrochronologische Datierung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
keine Angaben
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
keine Angaben
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Dachwerk:
Das tragende Gerüst des zweistöckigen Dachwerkes mit zusätzlichem Spitzboden besteht im 1. DG aus einem dreifach stehenden Stuhl und im 2. DG aus einem mittigen Stuhl.
Das Gerüst gliedert das Dachwerk im Zuge der Firstachse in 3 Zonen. Die beiden inneren Stuhlquerachsen sind als Wandscheiben ausgebildet, wobei die alten Flechtwerkfüllungen in hohem Umfang erhalten sind. Die dadurch an den Giebeln liegenden Dachräume sind durch Türen von der mittigen Zone erschlossen. Hier liegt auch der Treppenaufgang in das 2. DG. Die Aussteifung der tragenden Gerüstständer erfolgt innerhalb den Querachsen durch angeblattete Fußbänder und im Zuge der Längsachsen durch tief ansetzende Kopfbänder.
Der ursprünglich zur Straße auskragende Giebel ist nicht mehr erhalten. Er wurde zum Teil mit Altholz erneuert und zurückgesetzt. Am rückwärtigen Giebel sind zwei alte Fensteröffnungen erhalten bzw. nachweisbar. Hier wurden nachträglich Türöffnungen als Verbindung zum angrenzenden Dachraum eingebaut.
Die Sparren sind in die Dachbalken eingezapft. Die Kehlbalken sind mit den Sparren überblattet.
Vereinzelt wurden an den Flechtwerkwänden Farbbefunde aufgenommen. Die einzelnen Querachsen sind ausgehend vom Straßengiebel durch die steigende Zahl kleiner Kerben markiert. Die Unterscheidung innerhalb den Querachsen erfolgt durch zusätzliche Ritzzeichen.
Das Dachwerk ist mit einer großen Zahl wiederverwendeter Hölzer abgezimmert.
Das Dach wurde insgesamt mit Eichenholz abgezimmert.

Oberstock:
Ausgehend von der Ständerstellung im 1.DG ist festzustellen, dass im OG eine analoge Gliederung in drei Zonen eingehalten ist. Die vorhandenen Querachsen sind in vertikaler Abstimmung mit den Dachachsen angeordnet. Dies trifft im Prinzip auch auf die in Firstrichtung verlaufende Längswand zu. Während in diesem Stockwerk alle Innenwände verkleidet sind, ist der ursprüngliche Wandaufbau des Rückgiebels stellenweise erkennbar. Das hier sichtbare Holzwerk bestätigt, dass es sich bei der Längswand um eine originale Wand handelt.
Wie im Dach wurden auch hier, durch nachträgliche Einbrüche, mehrere Verbindungen zum rückwärtigen Anbau geschaffen. Auffällig ist, dass die alte Giebelwand keine Fensteröffnung besaß.
Hinsichtlich der ursprünglichen Gliederung dieser Stockwerkebene sind nur vorsichtige Angaben möglich. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Schiffsbreiten, sowie der Ausrichtung der Markierungssysteme im Dach ist die ehemalige Stube in der Süd-Ost-Ecke fixiert. Daran angrenzend befand sich wohl im Norden die Schlafkammer. Innerhalb der teilweise in jüngerer Zeit unterteilten Mittelzone ist im Süden die Küche zu vermuten. Für den Restgrundriss sind zurzeit keine ausreichend belegten Aussagen möglich.
Am rückwärtigen Giebel des bislang beschriebenen Fachwerkbaus ist ein schmaler Anbau vorhanden. Er ist durch eine Verlängerung der Längswand des Vorderhauses in zwei Kammern gegliedert und durch die nachträglichen Türeinbrüche mit dem Vorderhaus verbunden. Eine interne Erschließung wurde nicht erkannt.
Teilweise ist der Fachwerkaufbau mit verzapften, zum Teil sich überkreuzenden, Streben erkennbar.
Den westlichen Abschluss dieses Anbaus bildet eine Massivwand. Sie besitzt einen weitgehend erhaltenen Staffelgiebel. In diese Wand sind auf allen Etagen Hölzer eingemauert.
Im Dach ist der Rest einer nach Westen verlaufenden Pfette eingemauert. Darunter ist ein durch das Mauerwerk reichendes Aussteifungsband vorhanden. Im Oberstock sind an beiden Mauersteinen Ständer vermauert, während im Unterstock nur an der Westkante eingemauerte Ständer erkennbar sind.
All diese Befunde sprechen dafür, dass es sich hierbei um eine nachträgliche Massivabtrennung eines älteren Bauteiles handelt, dessen ursprüngliches Ausmaß zurzeit nicht näher zu bestimmen ist.

Unterstock und Keller:
Verfolgt man die Achsen der vertikalen Lastabtragung aus dem Überbau, so ist festzustellen, dass im Unterstock wohl nur noch die innere Längswand an ihrer ursprünglichen Stelle steht.
Leider war zum Zeitpunkt der Untersuchung nur ein Teil dieser Ebene zugänglich. Aus diesem Grunde sind hier keine näheren Aussagen möglich. An der Vermutung, dass hier im Unterstock die umfangreichsten Veränderungen erfolgten, ist jedoch nicht zu zweifeln.
An der Südtraufe führte ein weit vor die Hausflucht reichender Kellerhals in den gewölbten Keller. Dieser reicht in einer Länge bis unter die Scheune. Zur Straße ist außerhalb des nach Westen ansteigenden Geländes ein hoher Sockel mit Flachdecke angebaut.
Bemerkenswert ist, dass die Längsausdehnung des großen Gewölbekellers keinen Bezug auf den Fachwerkbau des 15. Jh. nimmt.

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