Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Stubenhaus

ID: 168003557821  /  Datum: 10.04.2013
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Hauptstraße
Hausnummer: 54 A
Postleitzahl: 79219
Stadt-Teilort: Staufen

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8315108015
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das ursprünglich über dem 2. Obergeschoss aufgeschlagene Dachwerk war zum Zeitpunkt der Untersuchung durch eine Konstruktion der Jahre 1789/90 (d) ersetzt; es brannte im Jahre 1992 ab und musste erneuert werden.


1. Bauphase:
(1421 - 1430)
Das innere Traggerüst über dem EG datiert in das 2. Viertel des 15. Jhs.; der Saal im OG datiert um 1429. (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

2. Bauphase:
(1669 - 1672)
Die Einfahrt im südlichen Bereich der hofseitigen Traufwand wurde 1671 (d) errichtet.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss

3. Bauphase:
(1789 - 1790)
Dachwerk erneuert 1789/90. (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

4. Bauphase:
(1989)
Umfunktionierung zum öffentlichen Veranstaltungsgebäude (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Versammlungsstätte

5. Bauphase:
(1992)
Brand und anschließender Neubau des Dachwerks. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

Besitzer

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Kurze bauhistorische Analyse

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude liegt unweit des Staufener Marktplatz; es steht im Hofraum von Haus Nr. 56 und ist über dessen Durchfahrt erreichbar.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Lagergebäude
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Versammlungsstätte
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Dreigeschossiger, in Nord-Süd-Richtung orientierter Massivbau, der im Bereich des 2. Obergeschosses die Stadtmauer überbaut. Auf Seiten der Stadtmauer bzw. des Hofs ist das Satteldach traufständig ausgerichtet. Das Gebäude diente ursprünglich als Versammlungsort der sog. Stubengesellschaft und nahm neben Verwaltungs- und Festräumen auch die Trinkstube des Adels und privilegierter Bürger auf.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Fenster
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Unter-, Überzüge, Pfetten
Konstruktion/Material:
In das Erdgeschoss führt eine im südlichen Bereich der hofseitigen Traufwand angelegte Einfahrt. Sie gehört nicht zum ältesten Baubestand und wurde nach der Datierung des darüber verbauten Eichensturzes in den Jahren 1671-1673 ausgebrochen.
Eine ehemals gegenüberliegende, durch die Stadtmauer und über den wohl verfüllten Graben führende Ausfahrt ist heute verschlossen. Dass das Erdgeschoss, welches wohl von Anfang an Wirtschafts- beziehungsweise Lagerräume aufnahm, weitaus älter ist, konnte an der nördlichen Brandwand festgestellt werden. Dort hat sich die Auflagersituation eines parallel zum Stadtmauerverlauf verlegten Deckengebälks erhalten. Die eichenen Deckenbalken liegen auf einem von Konsolsteinen getragenen Streichbalken und datieren in die Jahre um 1425 +/- 10. Tiefer liegende Balkenlöcher deuten jedoch an, dass der vorhandenen Decke eine ältere Ausführung voranging - ein Hinweis darauf, dass das Areal schon vor dem heutigen Bau des Stubenhauses überbaut war. In die 1. Hälfte des 15. Jhs. datiert auch das innere Traggerüst über dem Erdgeschoss. Diese Ebene war ursprünglich vom Erdgeschoss nicht erreichbar.
Bei dem eigentlichen Zugang handelt es sich um einen Hocheingang, von dem sich Reste des zugehörigen Steingewändes im südlichen Bereich der Hoftraufe, an der Nahtstelle zum benachbarten Salzhaus erhalten haben. Der Zugang führte in einen großen, nahezu den gesamten Grundriss einnehmenden Saal. Ihn durchzieht ein parallel zur Traufe gespannter Unterzug, der das quer zum Firstverlauf verlegte Gebälk unterstützt. Im Westen liegt es auf der Mauerkrone des Wehrgangs, während es an der Gegenseite auf einem von Werksteinkonsolen unterstützten Sattelholz lagert. Entlang der Stadtmauer verläuft der alte Wehrgang, der zum Saal durch eine Innenwand abgetrennt wurde. Die nur an der Hofseite mögliche Belichtung erfolgte über Zwillingsfenster mit den für das frühe 15.Jh. typischen Gewändeausführungen. Im Zentrum des Saales wird der Unterzug von einer rundum profilierten Eichensäule mit Sattelholz getragen.
Die dendrochronologische Datierung eines Streichbalkens, der Fensterbretter, der Säule und des Gebälks lassen als Erbauungszeit die Jahre 1429/30 (d) festlegen. Dieser Zeitstellung ist auch der Kernbestand des 2. Obergeschosses zuzuordnen. Hier wiederholt sich die von unten bekannte Saalausführung mit einer im Zentrum aufgestellten Eichensäule. Auf der Höhe des 2. Obergeschosses reicht das Stubenhaus über die Stadtmauer hinaus, sodass der Saal über beide Traufseiten belichtet werden kann.

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