Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Zehntscheuer

ID: 156135600112  /  Datum: 29.06.2022
Datenbestand: Bauforschung
Als PDF herunterladen:
Alle Inhalte dieser Seite: /

Objektdaten

Straße: Herzenbühlstraße
Hausnummer: 27
Postleitzahl: 75417
Stadt-Teilort: Mühlacker-Lienzingen

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Enzkreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8236040007
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Durch Ihre Cookie-Auswahl haben Sie die Kartenansicht deaktiviert, die eigentlich hier angezeigt werden würde. Wenn Sie die Kartenansicht nutzen möchten, passen Sie bitte Ihre Cookie-Einstellungen unter Impressum & Datenschutzerklärung an.

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Zehntscheuer wurde 1569/ 70 (d) erbaut. 1687-88 wurde das Dachwerk vollständig erneuert.


1. Bauphase:
(1569 - 1570)
Das Scheunengebäude wurde 1569/70(d) erbaut. Hinweise auf eine Vorgängerbebauung konnten nicht beobachtet werden.
Von diesem Scheunengebäude ist das Fachwerkgefüge des EG weitgehend erhalten. Die Rähme der Fachwerkwände datieren jedoch zusammen mit dem Dachwerk jünger. Erkennbar ist dies insbesondere an der fehlenden Holznagelsicherung zwischen den Bundständern des EG und den Rähmen.
Die Ausfachung bestand in dieser Bauphase aus Lehmflechtwerk, das aber nur noch in Resten erhalten ist.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Zehntscheune

2. Bauphase:
(1666)
An der Westfassade des Gebäudes befindet sich über dem Eingang zum Gewölbekeller eine Putzinschrift „1666“. Die Ausfachung ist hier bereits aus Bruchsteinen, also nicht mehr bauzeitlich. Im Fachwerkgefüge lässt sich aber keine zugehörige Bauphase erkennen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass der Gewölbekeller (und der Balkenkeller?) erst nachträglich unter das bestehende Gebäude gebaut wurden. Zudem fällt auf, dass an der Ostwand und der Westwand die Wandschwelle einen wesentlich geringeren Abstand zum Brustriegel aufweist, während zwischen den Riegeln und zwischen Kopfriegel und Rähm der Abstand deutlich größer ist. Möglicherweise wurde hier also für die neuen Keller die Wandschwelle nachträglich höher gesetzt. Allerdings ist diese Vermutung bisher nicht durch eindeutige Baubefunde abgesichert.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Untergeschoss(e)
Konstruktionsdetail:
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe

3. Bauphase:
(1687 - 1688)
In dieser Bauphase wurde das komplette Dachwerk abgetragen und neu gebaut. Auch die Rähme der EG-Wände wurden dabei erneuert. Zudem wurde das Fachwerk der EG-Südwand und des nördlichsten Teils der EG-Westwand vermutlich in dieser Bauphase teilweise verändert. Die Giebelwände und der Stuhl des neuen Daches wurden aus frisch geschlagenem Holz gebaut. Dabei weisen einzelne Bauformen klar auf das ausgehende 17. Jahrhundert hin: Während Andreaskreuze ein Merkmal für Fachwerk des 17. Jahrhunderts sind ist die Verwendung von Rautenfeldern typisch für Fachwerk in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Sparren sind zumindest überwiegend zweitverwendet. So sind teilweise Zapflöcher für Kehlbalken an unpassender Stelle zu beobachten. Zudem haben einige Sparren Abbundzeichen, die für ihre heutige Position inkohärent sind. Durch die zwischenzeitlichen Anlaschungen lässt sich dies aber nicht mehr systematisch befunden.
Es ist zudem durchaus möglich, dass diese zweitverwendeten Sparren vom ursprünglichen Gebäude selbst stammen, dessen Dach dann wohl etwas höher und steiler war. Auch hier fehlt der Nachweis durch eindeutige dazugehörige Baubefunde.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Dachgeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Zehntscheune
Konstruktionsdetail:
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Westfassade während des Umbaus. / Zehntscheuer in 75417 Mühlacker-Lienzingen (Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Putzinschrift "1666". / Zehntscheuer in 75417 Mühlacker-Lienzingen (Michael Hermann, Heimerdingen)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Datierung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Scheunengebäude befindet sich im nördlichen Bereich des historischen Ortskerns von Lienzingen.
Es steht auf der Westseite traufständig zurückgesetzt zur Herzenbühlstraße. Auf der Ostseite grenzt es unmittelbar ans Feuergäßle.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Zehntscheune
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Der eingeschossige Riegelbau mit dreigeschossigem Satteldach ist in der südlichen Querzone mit einem Gewölbekeller und in der nördlichen Querzone mit einem Balkenkeller unterkellert. An die nördliche Querzone schließt nach Westen hin ein kleiner Anbau an, der nicht Teil der Untersuchung war.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Grundriss ist in zwei Längszonen und drei Querzonen gegliedert. In der mittleren Querzone befindet sich die von Westen her erschlossene Tenne, die mit zwei bauzeitlichen Heuaufzuglöchern versehen ist. Die nördliche und südliche Querzone waren jeweils ursprünglich als Barn ausgebildet. Damit ist die Grundform einer Zehntscheuer als Doppelscheuer erkennbar, die ja immer zugleich den herrschaftlichen Zehnten und die eigenen Erträge des Zehnthofpächters aufnehmen musste. In der nördlichen Querzone zeigen sich Veränderungen, die auf einen nachträglichen Einbau eines Stalles oder einer Remise hindeuten und jedenfalls nach der Zehntablösung ab 1848 datieren dürfte.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Die Scheuer wird aktuell saniert und zu einem Wohnhaus umgebaut. Daher waren bei der Probenentnahme vor Ort nicht alle Bereiche einsehbar, da sie mit Baumaterial verstellt waren. Zudem waren Details wie z.B. Abbundzeichen oft durch jüngst angebrachte Beilaschungen verdeckt.
Bestand/Ausstattung:
An historischer Ausstattung sind insbesondere die Wendebohlenscheunentore zu erwähnen, die vermutlich zur Zeitstellung 1688(d) gehören. Ebenfalls bemerkenswert ist ein Schiebefensterladen des Gewölbekellers in der Tenne.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bruchstein/Wacken
    • Lehmwickel
Konstruktion/Material:
keine Angaben

Quick-Response-Code

qrCode