Schiefes Haus (Großbottwar)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Rathaus

ID: 153754452214  /  Datum: 15.10.2019
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Rathausstraße
Hausnummer: 8
Postleitzahl: 73227
Stadt-Teilort: Owen

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Esslingen (Landkreis)
Gemeinde: Owen
Wohnplatz: Owen
Wohnplatzschlüssel: 8116054001
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Vor Bauphase 1 ist die Stadtmauer zu datieren, die in der Süd- und Westwand des Erdgeschosses noch erhalten ist. In der Oberamtsbeschreibung Kirchheim wird beschrieben, dass die Herzöge von Teck hier schon im 13.. Jahrhundert ansässig waren. Ob die Stadtmauer aus dieser Zeit stammt, kann aber nicht belegt werden.

Der Bau von 1837 ist in seiner baulichen Form und Größe unverändert erhalten. Das Dach samt Dachstuhl, Sparren und Dachreiter wurden nicht verändert. Lediglich die Dacheindeckung wurde erneuert und drei Lagerräume in das 1. Dachgeschoss eingebaut, ohne dabei die bauzeitliche Bausubstanz zu zerstören.

Zwischen der Erbauung 1837 und 1951 klafft eine relativ lange zeitliche Lücke, in der Baumaßnahmen aktenkundlich nicht auffindbar sind. Das betrifft aber nur wenige Umbauten, die nicht wesentlich in den Bau eingegriffen haben. Dazu zählen der Wegfall der Öfen und die Veränderung der Abortanlage. Die bauzeitliche Abortanlage mit Holzlager wurde entfernt und eine neue Toilettenanlage in der Nordostecke des Erdgeschoss eingebaut. Im Obergeschoss hat man den Abort mit Holzlager entfernt und dafür einen Nebenraum, der heute Teeküche ist, eingebaut.


1. Bauphase:
(1837)
Errichtung des Gebäudes (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus

2. Bauphase:
(1951)
Entstehung des Kellers
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Zugeordnetes Objekt

keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht Nord / Rathaus in 73227 Owen (Armin Seidel)
Abbildungsnachweis
Ansicht Nord-Ost / Rathaus in 73227 Owen (Armin Seidel)
Abbildungsnachweis
Ansicht West / Rathaus in 73227 Owen (Armin Seidel)
Abbildungsnachweis
Ansicht Glockenturm  / Rathaus in 73227 Owen (Armin Seidel)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Dokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude steht im ältesten Teil Owens, in dem seit dem 13. Jahrhundert die Herzöge von Teck siedelten. Es ist auf Teilen der Stadtmauer errichtet, die sich nur noch rund um das Rathaus erhalten hat.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Gebäude ist als längsrechteckiger Baukörper mit zwei Vollgeschossen und einem Satteldach errichtet. Ein größerer Dachreiter mit Uhr und Glockenturm thront auf dem Dach.
Die Firstausrichtung verläuft ca. von Nordost nach Südwest.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die Binnengliederung hat sich im Lauf der 182 Jahre nur wenig geändert. In den Bundachsenplänen sind die bauzeitlichen Bundachsen grün eingezeichnet. In den Bauphasenplänen sind die Veränderungen dargestellt. Der Zugang zum Gebäude erfolgt von der Nordseite in einen größeren Empfangsraum, früher „Vestibül“ genannt. In der südlichen Hälfte befindet sich das Treppenhaus mit der aus der Bauzeit stammenden Holztreppe. Vom Empfangsraum betritt man nach Osten den heutigen „Sitzungssaal“, ein zur Bauzeit als „Magazin für Feuer-Requisiten“ genutzter Raum. Von diesem war zur Bauzeit nach Süden ein Raum abgetrennt, der die Bezeichnung “Materialien-Magazin“ hatte. Nach Westen gelangt man in kleinere Räume, die unterschiedliche Funktionen haben: darunter die Toilettenanlagen und zwei „Gefängnisse“.
Im Obergeschoss ist die Erschließung dieselbe: vom Treppenhaus gelangt man nach Osten in zwei Räume, die als „Stadtpflege“ und Besprechungs- und Trauzimmer benannt werden. Zur Bauzeit war hier der „Ratssaal“, der die ganze Gebäudebreite einnahm. Vom Treppenhaus geht nach Westen ein Flur ab, an dem heute und zur Bauzeit verschiedene Büroräume liegen. Der heute als Teeküche genutzte Raum war zur Bauzeit ein „Abtritt“ und ein „Holzplatz“.
Das Dach war bauzeitlich wohl ungeteilt, eine Nutzung ist nicht überliefert. Heute sind drei Räume abgetrennt und dienen als Archiv oder Lager.
Der Keller ist erst 1951 entstanden und besteht aus der Treppe und zwei kleineren Räumen als Tanklager und Heizungskeller.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • Hochständergerüst
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Backstein/Lehmziegel
    • Bohlen
    • Bruchstein/Wacken
  • Mischbau
    • Unterbau aus Stein (gestelzt)
  • Dachform
    • Dachreiter
Konstruktion/Material:
Das Gebäude ist ein Fachwerkbau auf steinernem Sockel und Resten der Stadtmauer. Die Stadtmauer ist im Erdgeschoss in der südlichen und westlichen Außenwand erhalten.
Das Fachwerk ist nur im Dach einsichtig. Es besteht zeittypisch aus Hölzern mit relativ geringem Querschnitt und einer Ausfachung aus Bruch- und Lesesteinen sowie Backsteinen. Die Umbauten im 20. Jahrhundert wurden in der Regel mit Bimsbetonsteinen ausgeführt. Das Holz ist ausschließlich Weichholz, Tanne oder Fichte. Das Fachwerk ist eine Ständerkonstruktion mit wandhohen Streben und zweifacher Ausriegelung.
Das Dach ist als Sparrendach aufgeschlagen. Vier Binder mit liegenden Stuhlständern und Kopfbändern bilden den Dachstuhl. In Längsrichtung steifen Kopfbänder zwischen den Stuhlständern und den Pfetten, sowie in den beiden östlichen Bundzonen Streben zwischen den Schwellen und den Bundständern aus.
Das 2. Dachgeschoss wird nur von den Sparren gebildet. Ein weiterer Dachstuhl ist hier nicht vorhanden. Der Dachreiter ist als eigenständige Konstruktion in das Dach gestellt. Die
Schwellen liegen auf den Balken der Decke über dem Obergeschoss auf und verteilen die Last über einen großen Bereich. Vier Ständer, die bis zum Dach des Dachreiters reichen, bilden das Grundgerüst des Dachreiters. Weitere vier Ständer, die bis zum Umgang reichen, bilden den unteren Teil des Dacheiters. Sie sind im 1. Dachgeschoss mit Streben gegen die Schwellen ausgesteift. Andreaskreuze steifen den unteren Teil des Dachreiters zusätzlich aus.
Der Keller ist 1951 aus Ortbeton und vermutlich Bimsbetonsteinen errichtet (genauere Materialangaben sind nicht möglich), verputzt und weiß getüncht. Die Oberflächen der Außen- und Innenwände sowie der Decken sind in der Regel verputzt und hell gestrichen. Lediglich in Teilen der Giebel und in den Arrestzellen ist das Fachwerk der Außenwände bzw. die Deckenbalken sichtbar. Dort ist es mit einer weißen Tünche überzogen. In den Räumen R 0.1 (EG) und R 1.1, R 1.5 und R 1.8 (OG) gibt es ein Deckenrandstück in unterschiedlicher Profilierung.
Die Fußböden sind hauptsächlich mit Materialien wie Holzparkett oder Teppichboden und Fliesen der Bauzeiten 1951 und 1981 versehen. Im Keller ist es ein Betonfußboden von 1951 und im Dach sind es Holzdielen aus der Bauzeit 1837.
Die beiden hölzernen Treppen vom EG in das OG und vom OG in das Dach stammen aus der Bauzeit 1837. Es sind zweiläufige Treppen mit eingestemmten Tritt- und Setzstufen. Teilweise sind die Tritte mit Textilboden belegt. Die Treppe in den Keller ist aus Beton und hell gestrichen. Der Dachreiter ist mit einläufigen, recht steilen Holztreppen erschlossen. Das Dach ist wohl bei der letzten Sanierung 1981 mit Tonfalzziegeln neu eingedeckt worden. Aus dieser Zeit stammen alle Fensterflügel und die Holzvertäfelungen der Räume 0.3 und 1.8. Aus der Bauzeit 1837 sind als besondere Baudetails die schmiedeeisernen Balkongeländer des Dachreiters und des Balkons an der Nordseite zu nennen. Außerdem die beiden Arrestzellen (R 0.6 und R 0.7) mit den eisenbeschlagenen Türen und den Holzbohlenwänden mit zahlreichen Einritzungen ehemaliger Gefangener.

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