Wohnhaus mit Scheune (Streckgehöft)
ID:
135876071511
/
Datum:
08.04.2021
Datenbestand: Bauforschung
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Kirchstraße |
| Hausnummer: | 27 |
| Postleitzahl: | 70794 |
| Stadt-Teilort: | Filderstadt |
|
|
|
| Regierungsbezirk: | Stuttgart |
| Kreis: | Esslingen (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8116077011 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
|
| Geo-Koordinaten: | 48,6540° nördliche Breite, 9,1953° östliche Länge |
Kartenansicht (OpenStreetMaps)
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Pfarrkirche St. Antholianus (70794 Filderstadt-Plattenhardt, Kirchstraße 2)
Wohnhaus (70794 Filderstadt-Plattenhardt, Uhlbergstraße 72)
Wohnhaus (70794 Filderstadt, Hohenheimer Straße 1)
Wohnhaus (70794 Filderstadt, Kirchstraße 11)
Wohnhaus (70794 Filderstadt, Kirchstraße 7)
Wohnhaus mit Scheune (abgegangen) (70794 Filderstadt, Kirchstraße 8/1, 8a)
Wohnhaus, ehem. Scheune (abgegangen) (70794 Filderstadt, Pfarrstraße 8)
Wohnhaus mit Scheune (70794 Filderstadt, Stuttgarter Straße 10)
Wohnhaus mit Scheune (70794 Filderstadt, Uhlbergstraße 2)
Wohnhaus ("z. Schnecken") (70794 Filderstadt, Uhlbergstraße 11)
Wohnhaus (70794 Filderstadt, Uhlbergstraße 55)
Wohnhaus (70794 Filderstadt, Uhlbergstraße 58)
Wohnhaus (70794 Filderstadt, Uhlbergstraße 67)
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Wohnhaus, ehem. Scheune (abgegangen) (70794 Filderstadt, Pfarrstraße 8)
Wohnhaus mit Scheune (70794 Filderstadt, Stuttgarter Straße 10)
Wohnhaus mit Scheune (70794 Filderstadt, Uhlbergstraße 2)
Wohnhaus ("z. Schnecken") (70794 Filderstadt, Uhlbergstraße 11)
Wohnhaus (70794 Filderstadt, Uhlbergstraße 55)
Wohnhaus (70794 Filderstadt, Uhlbergstraße 58)
Wohnhaus (70794 Filderstadt, Uhlbergstraße 67)
Bauphasen
Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:
Das Streckgehöft umfasst das im Jahr 1773 (d) erbaute Wohnhaus und die 1798 (d) in westlicher Verlängerung hinzugefügte Scheune.
1. Bauphase:
(1773)
(1773)
Errichtung des Wohnhauses (d)
Betroffene Gebäudeteile:
- Erdgeschoss
- Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Wohnbauten
- Wohnhaus
Konstruktionsdetail:
- Holzgerüstbau
- Unterbaugerüst, einstöckig
- Dachgerüst Grundsystem
- Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
- Detail (Ausstattung)
- Floßspuren
2. Bauphase:
(1798)
(1798)
Errichtung der Scheune (d)
Betroffene Gebäudeteile:
- Erdgeschoss
- Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Scheune
Konstruktionsdetail:
- Dachgerüst Grundsystem
- Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
- Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
- Detail (Ausstattung)
- Floßspuren
- Holzgerüstbau
- Unterbaugerüst, einstöckig
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauhistorische Kurzuntersuchung
Beschreibung
Umgebung, Lage:
Westlich oberhalb des Kirchhofs am westlichen Rand des historischen Dorfkerns errichteter Streckhof. Wohnhaus und Scheune giebelständig zur Kirchstraße orientiert mit traufseitiger Einfahrt.
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Wohnbauten
- Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Streckgehöft, das sich aus Wohnhaus und in westlicher Verlängerung Scheune zusammensetzt. Bei dem Wohnhaus handelt es sich um einen eingeschossigen Fachwerkbau über einem nicht näher begutachteten, weil unzugänglichen Keller und zweigeschossigem Satteldach. Die separat mit eigenständigen Außenwänden jedoch mit gleich gerichtetem First westlich an das Wohnhaus angebaute Scheune ist wie das Wohnhaus mit eingeschossig-einstöckig gezimmerten Traufgerüst und zweigeschossigem Satteldach konzipiert.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Zonierung:
Wohnhaus: Das eingeschossig-einstöckige Traufgerüst des Wohnhauses ist in zwei Längs- und ebenso zwei Querzonen unterteilt und beinhaltet die klassische Form der neuzeitlichen Wohnungskonzeption mit großer Stube im Nordosten, einer ursprünglich sicher nur von der Stube aus zugänglichen Stubenkammer im Südosten und einer später in nördlichen Flur, südliche Küche und südöstlichen Abortflur unterteilte ehemalige Flurküche.
Scheune: Auch hier ist der Grundriss im EG in zwei Längs- und zwei Querzonen unterteilt. Die schmalere, östliche Querzone beinhaltet dabei die Tenne, während in der breiten, westlichen Querzone der Heubarn sowie im Bereich der nördlichen Längszone ein zumindest an drei Seiten massiv mit großen Sandsteinblöcken umfangener Viehstall angelegt wurde. Die südliche, im Gebäudeinnern liegende Stallwand, die ursprünglich wahrscheinlich in Fachwerk ausgeführt war, wurde um 1900 durch Backsteinmauerwerk ersetzt.
Scheune: Auch hier ist der Grundriss im EG in zwei Längs- und zwei Querzonen unterteilt. Die schmalere, östliche Querzone beinhaltet dabei die Tenne, während in der breiten, westlichen Querzone der Heubarn sowie im Bereich der nördlichen Längszone ein zumindest an drei Seiten massiv mit großen Sandsteinblöcken umfangener Viehstall angelegt wurde. Die südliche, im Gebäudeinnern liegende Stallwand, die ursprünglich wahrscheinlich in Fachwerk ausgeführt war, wurde um 1900 durch Backsteinmauerwerk ersetzt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Kurz vor Abbruch.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben
Konstruktionen
Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Wohnhaus von 1773 (d)
Bei dem Wohnhaus handelt es sich um einen eingeschossigen Fachwerkbau über einem nicht näher begutachteten weil unzugänglichen Keller und zweigeschossigem Satteldach.
Das Dachwerk folgt in der Querteilung dem EG und besitzt zur Längsaussteifung und Unterstützung der einen Kehlbalkenlage im 1. DG einen dreifachstehenden Stuhl sowie im 2. DG eine Unterfirstkonstruktion (einfach in der Firstachse stehender Stuhl). Sämtliche Holzverbindungen der aussteifenden Schräghölzer sind verzapft abgezimmert. Die Riegel sind teils von den Streben überschränkt, teils sind die Streben zwischen die Riegel gezapft, was zur Datierung passt. Demnach besitzt das Gebäude noch einen hohen Bestand an Originalsubstanz, die im Traufgerüst allerdings verputzt ist und im Dachwerk nur durch die Anlage eines in der Breite der östlichen Querzone um 1900 angelegten Zwerchhauses im Südosten verändert wurde.
Scheune von 1798 (d)
Die separat mit eigenständigen Außenwänden jedoch mit gleich gerichtetem First westlich an das Wohnhaus angebaute Scheune ist wie das Wohnhaus mit eingeschossig-einstöckig gezimmerten Traufgerüst und zweigeschossigem Satteldach konzipiert. Auch hier ist der Grundriss im EG in zwei Längs- und zwei Querzonen unterteilt. Die schmalere östliche Querzone beinhaltet dabei die Tenne, während in der breiten, westlichen Querzone der Heubarn sowie im Bereich der nördlichen Längszone ein zumindest an drei Seiten massiv mit großen Sandsteinblöcken umfangener Viehstall angelegt wurde. Die südliche, im Gebäudeinnern liegende Stallwand, die ursprünglich wahrscheinlich in Fachwerk ausgeführt war wurde um 1900 durch Backsteinmauerwerk ersetzt.
Das Dachwerk wurde als Sparrendach konzipiert, dessen Sparren im Bereich der Tenne und den Querbünden auf durchlaufenden Dachbalken, über dem Barn jedoch Stichbalken aufgezapft sind, die ihrerseits in zwischen die Bunddachbalken eingefügten Wechselbalken einzapfen.
Die Gespärre werden im 1. DG durch eine Kombination aus liegendem und stehenden Stuhl, im 2. DG durch eine Unterfirstkonstruktion unterstützt. Bemerkenswert ist der Befund, dass Kehlbalken nur im Bereich der westlichen Barnzone angelegt sind, während man im Bereich über der Tenne auf Kehlbalken verzichtete. So konnte auch hier den Verhältnissen beim Barn mit dem ungehinderten vom EG bis ins 1. DG reichenden Raum entsprechend vom 1. bis ins 2. DG ungehindert Heu oder Stroh aufgeschichtet werden.
Auch bei der Scheune sind sämtliche Holzverbindungen der aussteifenden Schräghölzer verzapft abgezimmert. Dagegen finden sich nur noch an den Dachgiebeln einzelne, mit den Riegeln verschränkte Streben. Hier sind sie bis auf wenige Ausnahmen zwischen die Riegel gezapft, worin trotz des geringen Altersunterschieds von Scheune und Wohnhaus bereits die Entwicklung der regionalen Abzimmerungsweise zum Ausdruck kommt.
Baumaterial
Die Zusammensetzung des Baumaterials der beiden Bauten ist soweit erkennbar identisch. Nur bei tragende Bauelemente, vor allem bei den Bundständern des Traufgerüstes finden sich frisch geschlagene Eichen. Die eichenen Sparren im Wohnhaus sind dagegen recycelt und stammen von einem mittelalterlichen Gebäude (=> Vorgängerbau ???). Der weitaus größte Teil der Bauhölzer besteht aus Nadelholz, wobei nur Tanne und Fichte nachgewiesen sind. Wiedlöcher an einigen (auch an dendrochronologisch datierten) Bauteilen belegen, dass die Nadelhölzer aus dem Floßholzhandel am Neckar stammen.
Bei dem Wohnhaus handelt es sich um einen eingeschossigen Fachwerkbau über einem nicht näher begutachteten weil unzugänglichen Keller und zweigeschossigem Satteldach.
Das Dachwerk folgt in der Querteilung dem EG und besitzt zur Längsaussteifung und Unterstützung der einen Kehlbalkenlage im 1. DG einen dreifachstehenden Stuhl sowie im 2. DG eine Unterfirstkonstruktion (einfach in der Firstachse stehender Stuhl). Sämtliche Holzverbindungen der aussteifenden Schräghölzer sind verzapft abgezimmert. Die Riegel sind teils von den Streben überschränkt, teils sind die Streben zwischen die Riegel gezapft, was zur Datierung passt. Demnach besitzt das Gebäude noch einen hohen Bestand an Originalsubstanz, die im Traufgerüst allerdings verputzt ist und im Dachwerk nur durch die Anlage eines in der Breite der östlichen Querzone um 1900 angelegten Zwerchhauses im Südosten verändert wurde.
Scheune von 1798 (d)
Die separat mit eigenständigen Außenwänden jedoch mit gleich gerichtetem First westlich an das Wohnhaus angebaute Scheune ist wie das Wohnhaus mit eingeschossig-einstöckig gezimmerten Traufgerüst und zweigeschossigem Satteldach konzipiert. Auch hier ist der Grundriss im EG in zwei Längs- und zwei Querzonen unterteilt. Die schmalere östliche Querzone beinhaltet dabei die Tenne, während in der breiten, westlichen Querzone der Heubarn sowie im Bereich der nördlichen Längszone ein zumindest an drei Seiten massiv mit großen Sandsteinblöcken umfangener Viehstall angelegt wurde. Die südliche, im Gebäudeinnern liegende Stallwand, die ursprünglich wahrscheinlich in Fachwerk ausgeführt war wurde um 1900 durch Backsteinmauerwerk ersetzt.
Das Dachwerk wurde als Sparrendach konzipiert, dessen Sparren im Bereich der Tenne und den Querbünden auf durchlaufenden Dachbalken, über dem Barn jedoch Stichbalken aufgezapft sind, die ihrerseits in zwischen die Bunddachbalken eingefügten Wechselbalken einzapfen.
Die Gespärre werden im 1. DG durch eine Kombination aus liegendem und stehenden Stuhl, im 2. DG durch eine Unterfirstkonstruktion unterstützt. Bemerkenswert ist der Befund, dass Kehlbalken nur im Bereich der westlichen Barnzone angelegt sind, während man im Bereich über der Tenne auf Kehlbalken verzichtete. So konnte auch hier den Verhältnissen beim Barn mit dem ungehinderten vom EG bis ins 1. DG reichenden Raum entsprechend vom 1. bis ins 2. DG ungehindert Heu oder Stroh aufgeschichtet werden.
Auch bei der Scheune sind sämtliche Holzverbindungen der aussteifenden Schräghölzer verzapft abgezimmert. Dagegen finden sich nur noch an den Dachgiebeln einzelne, mit den Riegeln verschränkte Streben. Hier sind sie bis auf wenige Ausnahmen zwischen die Riegel gezapft, worin trotz des geringen Altersunterschieds von Scheune und Wohnhaus bereits die Entwicklung der regionalen Abzimmerungsweise zum Ausdruck kommt.
Baumaterial
Die Zusammensetzung des Baumaterials der beiden Bauten ist soweit erkennbar identisch. Nur bei tragende Bauelemente, vor allem bei den Bundständern des Traufgerüstes finden sich frisch geschlagene Eichen. Die eichenen Sparren im Wohnhaus sind dagegen recycelt und stammen von einem mittelalterlichen Gebäude (=> Vorgängerbau ???). Der weitaus größte Teil der Bauhölzer besteht aus Nadelholz, wobei nur Tanne und Fichte nachgewiesen sind. Wiedlöcher an einigen (auch an dendrochronologisch datierten) Bauteilen belegen, dass die Nadelhölzer aus dem Floßholzhandel am Neckar stammen.

