Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Altes Rathaus (urspr. Brot- und Steuerhaus)

ID: 131219399244  /  Datum: 28.03.2007
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Rathausplatz
Hausnummer: 01
Postleitzahl: 73728
Stadt: Esslingen am Neckar
Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Esslingen (Landkreis)
Gemeinde: Esslingen am Neckar
Wohnplatz: Esslingen am Neckar
Wohnplatzschlüssel: 8116019003
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das sog. Alte Rathaus wurde um 1425 als Brot- und Steuerhaus der ehemals freien Reichsstadt Esslingen erbaut. 1430 wird es erstmals in den Steuerbüchern der Stadt als neues Haus bezeichnet und 1456 erneut als by dem nuen huß.


1. Bauphase:
(1424 - 1425)
Erbauung des Gebäudes 1423-25 (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1430 - 1456)
Erste archivalische Erwähnungen 1430 (a) und 1456 (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1586 - 1589)
Umbau und Erweiterung durch den späteren württembergischen Hofbaumeister Heinrich Schickhardt 1586-1589 (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1663 - 1664)
Umbaumaßnahmen und Einbau des Ratsstube im Oberstock 1662-64 (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1743 - 1744)
Reparatur des Türmchens, an welchem die 3 Knöpf (an der Wetterfahne) samt dem Adler darauf schadhaft waren 1743/44 (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

6. Bauphase:
(1748 - 1749)
1748/49 (a) wurde in der südwestlichen Ecke des Erdgeschosses ein neues Rechenstüble eingebaut
Betroffene Gebäudeteile:
keine

7. Bauphase:
(1780 - 1781)
Umbaumaßnahmen und Abbruch des Zwerchgiebels 1779-81 (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

8. Bauphase:
(1815)
Umbaumaßnahmen 1814/15 (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

9. Bauphase:
(1884)
Umbaumaßnahmen mit wiederverwendeten Sparren im 3. Dachstock 1883/84 (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

10. Bauphase:
(1923 - 1926)
Gründliche Erneuerung des Gebäudes 1923-26 (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

11. Bauphase:
(1952)
Umbaumaßnahmen 1951/52 (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

12. Bauphase:
(1994 - 2002)
Umfangreiche Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen 1994-2002
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Nordansicht mit Renaissance-Giebel von Heinrich Schickhardt (2007) / Altes Rathaus (urspr. Brot- und Steuerhaus) in 73728 Esslingen am Neckar
Südgiebel des Alten Rathauses (2007) / Altes Rathaus (urspr. Brot- und Steuerhaus) in 73728 Esslingen am Neckar

Zugeordnete Dokumentationen

  • Gefügekundliche und dendrochronologische Untersuchung (hauptsächlich zu Bauabschnitt I, dieser entspricht den fünf südlichen Bundachsen)
  • Bauhistorische Detailanalyse (baugeschichtlicher Kontext zu aufgedeckten Farbfassungen)

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Östlich des Marktplatzes befindet sich der kleinere Rathausplatz, welcher an seiner Südseite durch das solitär stehende Alte Rathaus mit seinem prächtigen Renaissance-Giebel dominiert wird. Der Rathausplatz wird durch seine Platzrandbebauung mit reichen, drei- bis viergeschossigen Fachwerkhäusern in Giebel- und Traufstellung geprägt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude
    • Rathaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Der heutige Baukörper des Alten Rathauses gliedert sich im wesentlichen in den südlichen, gotischen Fachwerkbau und den nördlich durch Heinrich Schickhardt angebauten, prächtigen Renaissancebau. Beim südlichen, älteren Bauteil handelt es sich um einen dreigeschossigen Sichtfachwerkbau mit drei Dachgeschossebenen und abschließendem Krüppelwalmdach. Der jüngere nördliche Bauteil verfügt über eine massiv gemauerte Erdgeschosszone, zwei verputzte Fachwerkobergeschosse sowie ebenfalls drei Dachgeschossebenen. Nach Norden zum Rathausplatz hin wird die Renaissance-Fassade durch den geschweiften Stufengiebel mit bekrönendem Glockentürmchen sowie durch die bauzeitliche astronomische Uhr dominiert.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Grundriss ist gekennzeichnet durch die Zweischiffigkeit und ein Netz von annähernd quadratischen Konstruktionsfeldern von etwa 6m Seitenlänge. Das Gebäude ist ohne die Überkragungen 13,22m breit und 36,40m lang.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
Besonders bemerkenswert sind die Ausstattung der Ratsstube im ersten Obergeschoss sowie des Lesesaals im zweiten Obergeschoss, welche jeweils mit reich verzierter Kassettendecke und Wandvertäfelungen ausgestattet sind. Im zweiten Obergeschoss befindet sich des weiteren die einzigartige Stuckhalle mit reichen, rosettengezierten Rippenkreuzgewölben. Außerdem ist die astronomische Uhr aus dem 16. Jh. am Nordgiebel des Gebäudes als wichtiges Ausstattungsstück zu erwähnen.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
  • Decken
    • Balkendecke
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Wand-/Deckengestaltung
    • Wand-, Deckenfassung, Gefachmalerei
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Holzbau
    • Zierglieder im Steinbau
Konstruktion/Material:
Schon der ursprüngliche Bau hatte in der Grundfläche die Abmessung des heutigen, und die Erdgeschosshalle zeigt heute noch die übersichtliche Klarheit des ganzen Bausystems.
Auf einem niedrigen Steinsockel erhebt sich der mächtige Fachwerkbau in oberdeutscher Holzbauweise. Die ganze Last des inneren Baukörpers ruht auf fünf mächtigen, eichenen, auf Steinquadern gegründeten Doppelsäulen von etwa 2 mal 50x50cm Querschnitt. Auch in den Außenwänden sind die Bundpfosten die Grundlage des Fachwerksystems. Sie nehmen die Last und die Seitenversteifung der Binder auf und sind - jeder Pfosten für sich - durch starke, vielfach doppelte Kopf- und Fußbänder nach den Unterzügen und Schwellen des Stockwerks verankert. Dadurch entsteht die für die oberdeutsche (alemannische) Bauweise charakteristische Zeichnung des schwäbischen Mannes mit seinen gespreizten Armen und Beinen.
Die einzelnen Stockwerke sind jeweils selbständig konstruiert (stockwerksweiser Abbund).

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