Wohnhaus
ID:
127059370814
/
Datum:
12.09.2013
Datenbestand: Bauforschung
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Hansengasse |
| Hausnummer: | 11 |
| Postleitzahl: | 73312 |
| Stadt-Teilort: | Geislingen |
|
|
|
| Regierungsbezirk: | Stuttgart |
| Kreis: | Göppingen (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8117024006 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
|
Kartenansicht (OpenStreetMaps)
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Wohn- und Geschäftshaus (73312 Geislingen an der Steige, Hauptstraße 23)
Gerberhaus, Ledergasse 5 (73312 Geislingen an der Steige)
Wohn- und Geschäftshaus (73312 Geislingen, Hauptstraße 36/1)
ehemaliges Kornschreiberhaus (73312 Geislingen, Moltkestraße 7)
Gerberhaus, Ledergasse 5 (73312 Geislingen an der Steige)
Wohn- und Geschäftshaus (73312 Geislingen, Hauptstraße 36/1)
ehemaliges Kornschreiberhaus (73312 Geislingen, Moltkestraße 7)
Bauphasen
Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:
Die dendrochronologische Datierung des Daches belegt die Abzimmerung im Jahr 1558 (d). Wie lange das Gebäude als Lager genutzt wurde ist unklar. Erkennbar wird die Umnutzung zum Wohnhaus durch den Einbau einer Wohneinheit im 2. Obergeschoss. Hierbei handelt es sich um die Anlage einer Stube mit benachbarter Küche und Kammer. Letztere war farblich gefasst und datiert den Umbau in die zweite Hälfte des 17.Jahrhunderts.
1. Bauphase:
(1557 - 1558)
(1557 - 1558)
Zur dendrochronologischen Datierung wurden aus dem Dachwerk drei Bohrproben entnommen. Sie datieren die Abzimmerung des Daches in die Jahre 1557/58 (d).
Betroffene Gebäudeteile:
- Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
- Siedlung
- Stadt
Bauwerkstyp:
- Wohnbauten
- Wohnhaus
2. Bauphase:
(1650 - 1700)
(1650 - 1700)
Umbau in der zweiten Hälfte des 17 .Jh. (gk)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauhistorische Kurzdokumentation
Beschreibung
Umgebung, Lage:
Das untersuchte Gebäude steht südlich der Hansengasse, in Ecklage zur Einmündung einer kleinen Seitengasse.
Lagedetail:
- Siedlung
- Stadt
Bauwerkstyp:
- Wohnbauten
- Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Zwei- bis dreigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach. Zur Hansengasse traufständig und zur Seitengasse giebelständig ausgerichtet kragt das 2. Obergeschoss zweiseitig, in Abstimmung mit dem Gasseneck aus.
Nahezu vollständig verputzt zeigt sich das hohe Alter über die die Auskragungen sichernden Knaggen an der Giebelseite.
Zum Zeitpunkt der Untersuchung war das dreigeschossige Gebäude in zwei Wohneinheiten unterteilt. Aus diesem Grund besitzt es zwei separate Eingänge.
Nahezu vollständig verputzt zeigt sich das hohe Alter über die die Auskragungen sichernden Knaggen an der Giebelseite.
Zum Zeitpunkt der Untersuchung war das dreigeschossige Gebäude in zwei Wohneinheiten unterteilt. Aus diesem Grund besitzt es zwei separate Eingänge.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Zonierung:
Die im 1. Dachgeschoss angetroffene Gliederung in vier Querzonen ist im 2. Obergeschoss aufgegeben. Stattdessen wurden drei Querzonen ausgeführt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Was nun die Frage nach der ursprünglichen Erschließung angeht, so können zum jetzigen Zeitpunkt keine gesicherten Angaben gemacht werden.
Orientiert man sich jedoch an den später eingebauten Raumeinheiten, können deren Flächen wohl als Treppenhaus ausgeschlossen werden. Wird in diesem Zusammenhang noch die Erschließung des Gewölbekellers berücksichtigt, ergibt sich zumindest ein Anhalt. So können dem Keller zwei zwischenzeitlich vermauerte Zugänge zugeordnet werden. Ein äußerer Zugang an der Südtraufe und ein interner Zugang in der nördlichen Haushälfte. Zumindest die Lage des internen Kellerzuganges wird durch die benachbarte Nische bestätigt. Setzt man voraus, dass der Abgang in unmittelbarer Nähe zur Erschließungsfläche angelegt war, kann sowohl die Lage des Treppenhauses wie auch die daran orientierte Hauserschließung im nördlichen Hausabschnitt vermutet werden.
Orientiert man sich jedoch an den später eingebauten Raumeinheiten, können deren Flächen wohl als Treppenhaus ausgeschlossen werden. Wird in diesem Zusammenhang noch die Erschließung des Gewölbekellers berücksichtigt, ergibt sich zumindest ein Anhalt. So können dem Keller zwei zwischenzeitlich vermauerte Zugänge zugeordnet werden. Ein äußerer Zugang an der Südtraufe und ein interner Zugang in der nördlichen Haushälfte. Zumindest die Lage des internen Kellerzuganges wird durch die benachbarte Nische bestätigt. Setzt man voraus, dass der Abgang in unmittelbarer Nähe zur Erschließungsfläche angelegt war, kann sowohl die Lage des Treppenhauses wie auch die daran orientierte Hauserschließung im nördlichen Hausabschnitt vermutet werden.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben
Konstruktionen
Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Der Kernbau
Dachwerk
Das hohe Alter des Gebäudes erschließt sich über das Dachwerk. Zwischen den beiden Giebeln sind 12 in die Dachbalken zapfende, durch zwei angeblattete Kehlbalken verstärkte Sparrenpaare abgezimmert. Letztere unterteilen den bis zum First reichenden Dachstock in zwei Dachgeschosse, wobei die obere Ebene als Spitzboden mit Kehlbalkenunterteilung angesprochen werden kann. Im 2. Dachgeschoss war ehemals am auskragenden Giebel ein Krüppelwalm ausgeführt.
Unter den Kehlbalkenenden des 1. Dachgeschosses verlaufen drei Längshölzer, die in fünf Querbundachsen unterstützt werden. Eine besondere Beanspruchung erfahren die beiden äußeren Längshölzer. Getragen von Bundstreben bilden letztere abgesprengte Querbünde aus, die in der Kombination mit den unter den Dachflächen abgezimmerten Bundstrebenlängsbünden als zweifach liegende Stuhlgerüste anzusprechen sind. Die abgesprengten Querbünde gliedern den Dachraum in vier, nahezu gleichbreite Querzonen.
Sowohl die Queraussteifung als auch die Längsaussteifung des Traggerüstes erfolgt durch angeblattete Kopfbänder. Bis auf die eichenen Bundstreben und das Eichenfachwerk des auskragenden Giebels besteht das restliche Dachwerk aus Birken und Pappeln.
Ausgehend vom nicht auskragenden Rückgiebel sind die einzelnen Sparrendreiecke durch römische Zahlen von I bis XIIII (?) gekennzeichnet.
Auffällig ist die einheitliche Bundseitenausrichtung der Gespärre. Mit Ausnahme des rückwärtigen Giebels zeigt sie (auch in den inneren Querbünden) zum auskragenden Giebel. Ein Befund, der in aller Regel eine Wohnnutzung im Unterbau ausschließt. Unterstrichen wird dieser Ausschluss durch das Fehlen eines bauzeitlichen Kaminloches. In diesem Zusammenhang ist dann wohl auch die am auskragenden Giebel vorhandene Aufzugsluke zu sehen.
Zur dendrochronologischen Datierung wurden aus dem Dachwerk drei Bohrproben entnommen. Sie datieren die Abzimmerung des Daches in die Jahre 1557/58.
2. Obergeschoss
Die im 1. Dachgeschoss angetroffene Gliederung in vier Querzonen ist im 2. Obergeschoss aufgegeben. Stattdessen wurden drei Querzonen ausgeführt. Nachweisbar ist diese Gliederung durch die, in die späteren Wandzüge integrierten Gerüstständer. In den Querachsen paarweise angeordnet, tragen sie in Firstrichtung verlaufende Unterzüge, auf denen sich das quer gespannte Dachgebälk entlastet.
Bei den tragenden Gerüstständern handelt es ich im Kern um ehemals freistehende Säulen mit kopfzoniger, vierseitiger Aussteifung. Auf Sicht gearbeitet, schließen diese Säulen eine Wandbildung aus. Damit belegen sie für das 2. Obergeschoss eine ehemals offene ungeteilte Halle.
Die Anbindung der beiden inneren Quer- und Längsbünde an das Traggerüst der Umfassungswände erfolgte ehemals durch Kopfbänder. Im angetroffenen Zustand weitgehend entfernt, führte deren Verlust zur Instabilität der wohl von Anfang an überbeanspruchten Konstruktion.
1.Obergeschoss
Wie schon im 2. Obergeschoss ist die kleinteilige Untergliederung dieser Ebene das Ergebnis späterer Umbauten. Ältester Bestand ist offenbar die in der Gebäudemitte verlaufende Längsachse. Hier lassen sich in Abstimmung mit den oberen Querbünden zwei Gerüstständer rekonstruieren, von denen zumindest ein Ständer noch erhalten ist. In den Ständer eingezapfte Kopfbüge verringern die Spannweite der durch die Säulen beanspruchten Querbalken.
Ursprünglich zweifach verriegelt, trennte die Längswand das Gebäude in zwei eigenständige Nutzungseinheiten. Dabei ist davon auszugehen, dass deren Vertikalausdehnung sowohl das Erdgeschoss als auch das heutige 1. Obergeschoss umfasste. Erdgeschoss und 1. Obergeschoss bildeten somit zur Erbauungszeit eine Nutzungsebene mit zwei Raumeinheiten aus, wobei in Anlehnung an die Nutzung als Lagerbau für eine der Raumeinheiten die Anlage einer Einfahrt denkbar ist
Eine Unterteilung in der Art einer lokalen Zwischenebene ist allenfalls im Bereich der nördlichen Längszone, in Anlehnung an den Rückgiebel denkbar.
Erdgeschoss
Die Nutzung des heutigen Erdgeschosses geht auf eine Abtiefung des Bodens zurück. Erkennbar ist diese spätere Niveauveränderung durch die hoch liegende Schwelle der Mittellängswand und deren Fundamentunterfütterung. Orientiert an dem gleichfalls hoch liegenden Restbestand der Traufschwelle ist davon auszugehen, dass der Erdgeschossboden zur Erbauungszeit ein deutliches nach Süden ausgerichtetes Gefälle aufwies.
Dachwerk
Das hohe Alter des Gebäudes erschließt sich über das Dachwerk. Zwischen den beiden Giebeln sind 12 in die Dachbalken zapfende, durch zwei angeblattete Kehlbalken verstärkte Sparrenpaare abgezimmert. Letztere unterteilen den bis zum First reichenden Dachstock in zwei Dachgeschosse, wobei die obere Ebene als Spitzboden mit Kehlbalkenunterteilung angesprochen werden kann. Im 2. Dachgeschoss war ehemals am auskragenden Giebel ein Krüppelwalm ausgeführt.
Unter den Kehlbalkenenden des 1. Dachgeschosses verlaufen drei Längshölzer, die in fünf Querbundachsen unterstützt werden. Eine besondere Beanspruchung erfahren die beiden äußeren Längshölzer. Getragen von Bundstreben bilden letztere abgesprengte Querbünde aus, die in der Kombination mit den unter den Dachflächen abgezimmerten Bundstrebenlängsbünden als zweifach liegende Stuhlgerüste anzusprechen sind. Die abgesprengten Querbünde gliedern den Dachraum in vier, nahezu gleichbreite Querzonen.
Sowohl die Queraussteifung als auch die Längsaussteifung des Traggerüstes erfolgt durch angeblattete Kopfbänder. Bis auf die eichenen Bundstreben und das Eichenfachwerk des auskragenden Giebels besteht das restliche Dachwerk aus Birken und Pappeln.
Ausgehend vom nicht auskragenden Rückgiebel sind die einzelnen Sparrendreiecke durch römische Zahlen von I bis XIIII (?) gekennzeichnet.
Auffällig ist die einheitliche Bundseitenausrichtung der Gespärre. Mit Ausnahme des rückwärtigen Giebels zeigt sie (auch in den inneren Querbünden) zum auskragenden Giebel. Ein Befund, der in aller Regel eine Wohnnutzung im Unterbau ausschließt. Unterstrichen wird dieser Ausschluss durch das Fehlen eines bauzeitlichen Kaminloches. In diesem Zusammenhang ist dann wohl auch die am auskragenden Giebel vorhandene Aufzugsluke zu sehen.
Zur dendrochronologischen Datierung wurden aus dem Dachwerk drei Bohrproben entnommen. Sie datieren die Abzimmerung des Daches in die Jahre 1557/58.
2. Obergeschoss
Die im 1. Dachgeschoss angetroffene Gliederung in vier Querzonen ist im 2. Obergeschoss aufgegeben. Stattdessen wurden drei Querzonen ausgeführt. Nachweisbar ist diese Gliederung durch die, in die späteren Wandzüge integrierten Gerüstständer. In den Querachsen paarweise angeordnet, tragen sie in Firstrichtung verlaufende Unterzüge, auf denen sich das quer gespannte Dachgebälk entlastet.
Bei den tragenden Gerüstständern handelt es ich im Kern um ehemals freistehende Säulen mit kopfzoniger, vierseitiger Aussteifung. Auf Sicht gearbeitet, schließen diese Säulen eine Wandbildung aus. Damit belegen sie für das 2. Obergeschoss eine ehemals offene ungeteilte Halle.
Die Anbindung der beiden inneren Quer- und Längsbünde an das Traggerüst der Umfassungswände erfolgte ehemals durch Kopfbänder. Im angetroffenen Zustand weitgehend entfernt, führte deren Verlust zur Instabilität der wohl von Anfang an überbeanspruchten Konstruktion.
1.Obergeschoss
Wie schon im 2. Obergeschoss ist die kleinteilige Untergliederung dieser Ebene das Ergebnis späterer Umbauten. Ältester Bestand ist offenbar die in der Gebäudemitte verlaufende Längsachse. Hier lassen sich in Abstimmung mit den oberen Querbünden zwei Gerüstständer rekonstruieren, von denen zumindest ein Ständer noch erhalten ist. In den Ständer eingezapfte Kopfbüge verringern die Spannweite der durch die Säulen beanspruchten Querbalken.
Ursprünglich zweifach verriegelt, trennte die Längswand das Gebäude in zwei eigenständige Nutzungseinheiten. Dabei ist davon auszugehen, dass deren Vertikalausdehnung sowohl das Erdgeschoss als auch das heutige 1. Obergeschoss umfasste. Erdgeschoss und 1. Obergeschoss bildeten somit zur Erbauungszeit eine Nutzungsebene mit zwei Raumeinheiten aus, wobei in Anlehnung an die Nutzung als Lagerbau für eine der Raumeinheiten die Anlage einer Einfahrt denkbar ist
Eine Unterteilung in der Art einer lokalen Zwischenebene ist allenfalls im Bereich der nördlichen Längszone, in Anlehnung an den Rückgiebel denkbar.
Erdgeschoss
Die Nutzung des heutigen Erdgeschosses geht auf eine Abtiefung des Bodens zurück. Erkennbar ist diese spätere Niveauveränderung durch die hoch liegende Schwelle der Mittellängswand und deren Fundamentunterfütterung. Orientiert an dem gleichfalls hoch liegenden Restbestand der Traufschwelle ist davon auszugehen, dass der Erdgeschossboden zur Erbauungszeit ein deutliches nach Süden ausgerichtetes Gefälle aufwies.


