Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Gebäudekomplex

ID: 118737080611  /  Datum: 15.05.2014
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Mittelgasse
Hausnummer: 5
Postleitzahl: 78199
Stadt: Bräunlingen
Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Schwarzwald-Baar-Kreis (Landkreis)
Gemeinde: Bräunlingen
Wohnplatz: Bräunlingen
Wohnplatzschlüssel: 8326006002
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

1. Bauphase:
(1538)
Aus der Zeit vor 1538 stammt der Steinbau (davon wohl Teile im Bereich der Gassentraufe und des ehemals freien Giebels erhalten).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1538 - 1539)
Um 1538 begann man mit dem Bau des zweigeschossigen Fachwerkbaus (d).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1568 - 1569)
Erneuerung des Steinbaus (d).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
  • Ausstattung

4. Bauphase:
(1669 - 1670)
Ziemlich genau 100 Jahre später, um 1670 (d) wurde die Scheune errichtet.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

Besitzer

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Bestandsanalyse

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Der untersuchte Gebäudekomplex teilt sich in drei zu unterschiedlichen Zeiten errichtete Baukörper:
Von links nach rechts handelt es sich um einen schmalen, durch die starke Traufwand fixirbaren Steinbau mit Treppengiebel zu Haus Nr. 3; daran schließt sich ein zweizoniges nahezu gleich breites Fachwerkhaus (zweigeschossiger Ständerbau) an; den Abschluss bildet ein dreizoniger Wirtschaftsbau (Scheune) mit Tenneneinfahrt. Am deutlichsten lassen sich die drei Bauteile im Dachbereich ablesen. In Hinblick auf die Datierung zeigt der Massivbau die ältesten Strukturen.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Obwohl nähere Befunde zur Baustruktur der gassenseitigen Massivwand fehlen, ist für den breiten Mauerabschnitt ein hohes Alter anzunehmen. So ist es neben der auffällig starken Mauerdimension von ca. 1,10 m das im Vergleich zum nachbarlichen Fachwerkbau deutlich tiefer liegende Deckenniveau.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Kehlbalken, Kreuzbänder, Sparrenstreben etc.
    • Unter-, Überzüge, Pfetten
Konstruktion/Material:
Die überkommenen Holzbauteile zeigen einen traufseitig ausgerichteten Fachwerkbau, zweizonig und dreischiffig gegliedert. Während die Schiffe annähernd gleich breit sind, zeigen die Zonen markante Unterschiede. Die Trennung der beiden Geschossebenen erfolgt durch ein firstparalleles Gebälk, wobei das mittlere Schiff offensichtlich keine Gebälklage besaß. Die Situation über dem straßenseitigen Schiff ist ungeklärt. Umfangreicher ist der überkommene Bestand im Obergeschoss. Durch das vorhandene Ständergerüst, verbunden mit den erkannten Ständernuten und Blattsassen an Ständer, Rähm und Binderbalken kann die skizzierte Grundrissgliederung und Nutzung aufgezeigt werden.
Das tragende Gerüst des Dachwerkes bilden eine liegende verblattete Stuhlkonstruktion in zwei inneren Querachsen sowie ein dreifach stehender Stuhl im Zuge des linken Giebels. Das gesamte Giebeldreieck war leer, ein Wandabschluss war nicht nachweisbar. Das Dachwerk ist stark geschwärzt; die mit den Dachbalken verblatteten Sparren besaßen keine Lehrkehlbalken.
Ein Gegengiebel war nicht ausgeführt. Die Pfetten enden mit profilierten Enden vor einem ehemals hier anzunehmenden Nachbarbau.
Aus dem Jahre um 1570 (d) stammt das Holzwerk des Steinbaus. Ähnlich wie am Fachwerkbau erlaubt die Ausführung relevante Aussagen zur Bau- und Nutzungsstruktur. In Anlehnung an die anfänglichen Aussagen handelt es sich wohl um einen Umbau mit teilweisem Ersatz des Mauerwerkes, der totalen Erneuerung des Gebälks und des Dachwerkes.
Bemerkenswert ist das Gebälk über dem Erdgeschoss. Es handelt sich um eine auffällig enge Gebälkanordnung. In seitlichen Nuten sind balkenparallele Bretter eingeschoben. Sicher ist, dass das Erdgeschoss um 1570 als repräsentative Ebene genutzt wurde; ein "Saal" erstreckte sich über die gesamte Hausbreite, eventuell auch über die gesamte Haustiefe. Ein interner Aufgang in das Obergeschoss ließ sich nicht nachweisen. Die Funktion des Erdgeschosses ist unklar. Unklar ist auch die Gliederung im Obergeschoss. Offensichtlich war diese Ebene über den Fachwerkbau zugänglich. So konnte im Giebel des Fachwerkbaus eine später wieder geschlossene Türöffnung aufgenommen werden (Bauzeit unbekannt).
Später wurde der "Saal" zum Keller. Die Küchenanlage im OG, wie auch die diversen Rauch- und Rußspuren datieren weit nach 1570. Auch die gassenseitigen Fenster. Diese gilt nicht für das Dachwerk. Bis auf die später abgetrennten Dachkammern ist es nicht rauchgeschwärzt. Die durch die liegende verblattete Stuhlkonstruktion unterstützten Sparren zapfen in die Dachbalken und sind durch angeblattete Kehl- und Hahnbalken ausgesteift.

Etwa 100 Jahre später, um 1670 (d), wurde der rechte Bauteil, die Scheune, errichtet. Sie ersetzt mit hoher Sicherheit einen Vorgängerbau, dessen ursprüngliche Größe nicht bekannt ist. Beim Bau wurden wohl teilweise einzelne Bauhölzer des hölzernen Vorgängers wiederverwendet.
Die dreizonige Scheune schließt mit offenen Giebel an den Fachwerkbau von 1538 (d) an und ist zumindest ab dem Jahre 1670 besitzrechtlich dem Nachbargebäude zuzuordnen. Ursprünglich als Holzbau errichtet, besitzt die Scheune nur noch im Dachbereich nennenswerte Altsubstanz. Abgezimmert mit einem zweifach stehenden Stuhlgerüst trägt es am First verblattete Rofenpaare. Ein Dachgebälk (Ausnahme über der Einfahrt) und ein Kehlgebälk waren nicht ausgeführt.
Wie beim Fachwerkbau liegt die eigentliche Gassentraufe etwas zurück. Im Rahmen der massiven Erneuerung des Erdgeschosses bilden heute alle drei Baukörper eine gemeinsame Gassentraufe aus.

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