Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Fachwerkbau

ID: 110419265517  /  Datum: 17.06.2015
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Milchstraße
Hausnummer: 11
Postleitzahl: 73728
Stadt-Teilort: Esslingen

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Esslingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8116019003
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Errichtung des Gebäudes um 1358 (d).


1. Bauphase:
(1357 - 1358)
Errichtung des Gebäudes (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Datierung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude steht innerhalb des Stadkerns in der Milchstraße. Zu dieser ist es von Nord nach Süd giebelständig ausgerichtet.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Über einem halberdigen Keller ist ein Fachwerkbau mit zwei Geschossebenen und einem zweistöckigen Dachaufbau aufgeschlagen.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das untersuchte Gebäude ist durch die Ständerstellung in seinem Grundriss zweischiffig und dreizonig gegliedert.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Das tragende Gerüst bestand aus 12 Ständern, die in ihrer Stellung einen zweischiffigen und dreizonigen Grundriss untergliedern. Während sich die Schiffsbreiten im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss nicht unterscheiden, sind die Zonenbreiten der beiden Geschosse nicht einheitlich. Dies bezieht sich jedoch nur auf die straßenseitige Zone. Das 1. Obergeschoss kragt ca. 75 cm zur Straße über, so dass die in dieser Giebelquerachse eingebauten Ständer gegenüber den Ständern im EG eine breitere Zone begrenzen.
Auch hinsichtlich der Ständerausbildung besteht zwischen den straßenseitigen und rückwärtigen Ständern ein Unterschied.
Bedingt durch die Auskragung des 1. OGs sind die Ständerlängen des EGs und 1. OGs nur auf die jeweiligen Geschosshöhen beschränkt. Die Ständer der rückwärtigen Querachse dagegen durchstoßen beide Geschosse in einer Länge bis unter den Längsunterzug bzw. Längsrähmhölzer.
Sämtliche Ständer sind entweder auf einem Steinfundament oder einer niedrigen Steinmauer gegründet.
Innerhalb der einzelnen Geschossebenen sind sie unterschiedlich ausgesteift.
Im Erdgeschoss wurde nur eine kopfzonige Anordnung der Bänder zwischen Ständer und dem in die Ständer eingezapften Deckenbalken im Zuge der Mittellängsachse angetroffen. Im 1. Obergeschoss sind sowohl Kopf- als auch Fußbänder eingebaut. Bis auf das Fußband am straßenseitigen Ständer konnte nachgewiesen werden, dass alle Fußbänder vom Ständer bis zum Deckenbalken reichten. Die Kopfbänder des EGs und die Fußbänder des 1. OGs lagen daher mit ihren Blattsassen am Deckenbalken eng nebeneinander. In die mittlere Zone reichten keine Fußbänder. Am Ständer der zweiten Querachse war kein Fußband eingebaut.
Die Anordnung der Kopfbänder entspricht im Wesentlichen der Aussteifung des Erdgeschosses. Lediglich für den ursprünglichen Ständer der dritten Querachse kann durch die Lage der Blattsassen am Mittellängsunterzug und durch die Blattsassen am Deckenbalken der mittleren Längsachse eine Kombination aus Steigband und Kopfband als gesichert angesehen werden. Der Ständer selbst war im Zuge späterer Umbauten herausgeschnitten worden. Seine ehemalige Stellung ist durch das Zapfenloch am mittleren Längsunterzug nachgewiesen.
Für die äußeren Längsachsen konnten nur an einigen Stellen Anzeichen für die ursprüngliche Gefügekonstruktion erkannt werden, da die Traufwände in großen Umfang durch jüngeres Fachwerk oder Ziegelmauerwerk ersetzt waren. Im EG zeigt der ostwärtige Ständer des Straßengiebels stark vermoderte Blattsassen für ein Fuß- und Kopfband. Die Lage der Blattsassen für das Fußband zeigt an, dass der Ständer an seinem Fußpunkt nachträglich gekürzt wurde. Heute steht er auf einem erhöhten Steinsockel.
Innerhalb der Querachsen zeigen die inneren Achsen des Erdgeschosses eine einheitliche Gefügeausbildung. Da die äußeren Traufständer nicht mehr vorhanden sind, konnten innerhalb der beiden inneren Achsen im EG nur Kopfbänder nachgewiesen werden. Grundsätzlich muss aber auch mit einer fußzonigen Aussteifung gerechnet werden. Zumindest für die auf den straßenseitigen Giebeln folgenden Querachsen kann dies jedoch ausgeschlossen werden. Innerhalb des ostwärtigen Schiffes ist der untere Querwandbereich infolge des hier angeordneten Kellerhalses massiv ausgebildet, so dass der Einbau eines Fußbandes an dieser Stelle nicht möglich ist. Auch für das westwärtige Schiff, über das die innere Erschließung des Hauses erfolgte, ist keine fußzonige Aussteifung anzunehmen, da mit einer geschlossenen Wand aus Gründen der Belichtung und der Bewegungsfreiheit nicht gerechnet wird. Die Annahme, dass auch die benachbarte Querachse nur kopfzonig ausgebildet war, stützt sich im Wesentlichen auf die Befunde an dem mittig aufgestellten Ständer.
Bei der Untersuchung der äußeren Giebelachsen wurde am mittleren Bundständer des rückwärtigen Giebels die Blattsasse einer ehemals diagonal am Ständer anliegenden Aussteifungsholzes freigelegt. In Verbindung mit den innerhalb der Längstraufe nachgewiesenen Fußbändern an den straßenseitigen Giebelständern ist damit der Einbau von Schwellhölzern angezeigt.
Dadurch, dass die Ständer der Mittellängsachse nur in der Kopfzone ausgesteift waren, beschränkt sich die Verlegung der Schwellen anscheinend nur auf die äußeren Umfassungswände. Hier sind sie auch für die Ausstakung der Außenwände notwendig. Ob die Schwellhölzer innerhalb der Giebelachse in die Ständer eingezapft, oder stumpf eingebaut waren, konnte nicht erkannt werden.
Im 1. OG sind die Querachsen ausgeprägter versteift. Die umfangreichsten Rückschlüsse ergab die erste auf den straßenseitigen Giebel folgende Querachse. Für den ostwärtigen Traufständer wurde zumindest ein Fußband nachgewiesen. Der mittige Ständer war durch die Kombination von Kopf- Steig- und Fußband ausgesteift. Die Fußbänder reichten an beiden Ständern bis zum Geschossriegel und lagern damit mit ihren Blattsassen unmittelbar neben den Kopfbandsassen des Erdgeschosses. Ein weiteres Steigband in Verbindung mit einem Kopfband war am mittleren Bundständer des rückwärtigen Giebels eingefügt. Für den westlichen Eckständer derselben Achse sind der Einbau eines Kopfbandes und ein nach unten verlaufendes Aussteifungsholz nachgewiesen.
Hinsichtlich der im 1.OG angenommenen und nachgewiesenen Kopfbänder der Traufständer ist nicht eindeutig geklärt, ob diese Gefügehölzer an den Dachbalken enden, oder ob diese als Scherbänder bis in das Dachgerüst reichen. Eine solche Ausbildung ist prinzipiell nicht auszuschließen. Die Festlegung auf Kopfbänder ist daher zu vermeiden.
Steigbänder und Fußbänder zeigen an, dass auch im 1. OG Schwellhölzer eingebaut waren. Im Gegensatz zum EG konnte innerhalb der zweiten Querachse noch ein solches Holz nachgewiesen werden. Es ist zwischen den Bundständern lose eingebaut. Gehalten wurde es durch die fußzonigen Gefügehölzer. Diese sind mit dem Schwellriegel überblattet und mit einem Holznagel verbunden. Die Anwendung dieser Hölzer wird in allen Quer- und Längsachsen angenommen.
Das Deckengebälk über EG verläuft parallel zum First. Am straßenseitigen Giebel kragt das Gebälk 75 cm über das Rähmholz über und ermöglicht dadurch ein Überstand des 1. Obergeschosses. Zur Unterstützung der Bunddeckenbalken waren an den Ständern angeblattete Büge eingebaut. Diese waren schon zum Zeitpunkt der Untersuchung durch hölzerne Attrappen ersetzt. Blattsassen an den Ständern weisen jedoch den ursprünglichen Einbau nach.
Die Bundständer des 1. OGs stehen auf dem Dielenboden unmittelbar über den Deckenbalken im Zuge der drei Längsachsen.
Innerhalb der rückwärtigen Querachsen lagert das Gebälk lose auf den Geschossriegeln. Diese sind in die Ständer eingezapft. An welcher Stelle das Gebälk gestoßen wurde, oder ob es in einer Länge durchlief, konnte nicht erkannt werden.
Die in Längsrichtung aufgereihten Ständer greifen mit Zapfen in die aufgelegten Traufrähme bzw. in den mittigen Längsunterzug. Auf den Längshölzern sind die quer zum First verlegten Dachbalken aufgekämmt. Sie bilden die Basis für den Dachaufbau.
An den Dachbalkenenden sind die Sparren eingezapft. Am Firstpunkt greifen die westlichen Sparren des Leergespärres mit Zapfen in die gegenläufigen Sparren. Innerhalb der Querachsen verhält es sich umgekehrt. Das Dachwerk wird durch Hahn- und Kehlbalken ausgesteift.
Zum Zeitpunkt der Untersuchung wurde ein dreifach stehender Stuhl angetroffen, der im Zusammenhang mit einer umfassenden Giebelveränderung an beiden Seiten neu eingebaut wurde. Eine Untersuchung der Dachbalken auf Rückschlüsse hinsichtlich eines ursprünglichen Stuhles konnte nicht vorgenommen werden. Lediglich an dem Kehlbalken der vorletzten Querachse konnten zwei Blattsassen für eine Queraussteifung angetroffen werden. Sie wurden als Endpunkte von Kopfbändern oder Steigbändern interpretiert, die vom Kehlbalken zum Stuhlständer oder bis zum Dachbalken reichten. In diesem Zusammenhang ist nochmals darauf hinzuweisen, dass prinzipiell eine Fortsetzung bis zum Bundständer nicht auszuschließen ist. Der ehemalige Einbau der Aussteifungshölzer in der Querachse zeigt an, dass das Dachwerk schon vor dem Errichten des angetroffenen Stuhles mit einem zweifach stehenden Stuhl unterstützt wurde.
Bei der Untersuchung der einzelnen Gespärre konnte innerhalb des zweiten Leergespärres vom straßenseitigen Giebel aus die ursprüngliche Aufhängung für insgesamt fünf Walmsparren erkannt werden. Das zur Straße benachbarte Leergespärre reichte ehemals nur bis zum Kehlbalken. Dieser ist nicht mehr vorhanden. Am Giebel selbst konnten keine Untersuchung vorgenommen werden.
Die ursprüngliche Ausbildung eines Halbwalmes mit "Rauchloch" unter dem First kann jedoch als gesichert angesehen werden.

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