Alte Aula (Tübingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohn-Stall-Speicher-Bau

ID: 105819331417  /  Datum: 01.08.2017
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Ungendwieden
Hausnummer: 1
Postleitzahl: 79695
Stadt-Teilort: Wieden

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Lörrach (Landkreis)
Gemeinde: Wieden
Wohnplatz: Ungendwieden
Wohnplatzschlüssel: 8336096015
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der Wohn-Stall-Speicher-Bau vereint die Funktionen Wohnen, Stall und Speicher unter einem gemeinsamen Dach. Bezogen auf seine bauliche Entwicklung, setzt sich der Bau jedoch aus zwei, zu unterschiedlichen Zeiten erbauten Gebäudeteilen zusammen.
Der älteste Bauteil nimmt den südlichen Bereich des Gesamtkomplexes ein. Nach der dendrochronologischen Datierung stammt das zugehörige Holzgerüst aus den Jahren 1586/87 (d). Es ist der Rest eines sich ursprünglich in Richtung Süden entwickelnden Gebäudes, von dem neben dem Futtergang und der Hocheinfahrt nur noch die benachbarte Stallzone mit Heubergeraum sowie das zugehörige, ehemals nach Norden abgewalmte Dachwerk erhalten bzw. ablesbar sind.
An diesen Altbestand wird im späten 18. Jahrhundert der nördliche Gebäudeteil angebaut. Im Gegensatz zum Altbestand ist dieser unterkellert und nimmt im angetroffenen Zustand den Wohnteil des Gesamtkomplexes ein.
Mit diesem Anbau übernimmt die Hofanlage wohl eine bestimmte Zeit die Funktion eines Doppelhofes. Wann der Abbruch des alten Wohnteiles erfolgte, ist am bestehenden Bestand zurzeit nicht ablesbar.


1. Bauphase:
(1587)
Errichtung des Holzgerüsts des Altbaus im Jahr 1587 (d) im südlichen Bereich des Gesamtkomplexes.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Einzellage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Wohnstallhaus
Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • allgemein

2. Bauphase:
(1785 - 1799)
Nördlicher Anbau mit Keller an bestehendes Gebäude, zeigt sich heute als Wohnteil des Gesamtkomplexes.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
  • Anbau
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Wohn-Stall-Speicher-Bau in 79695 Wieden, Ungendwieden (Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Wohnstall-Speicher-Haus befindet sich in dem kleinen, aus wenigen Häusern bestehenden Ortsbereich Ungendwieden, nordöstlich des Hauptortes Wieden. Das freistehende Gebäude ist quer zum Hang gestellt. Mit seiner südwestlichen Längsseite und seiner nördlichen Schmalseite grenzt es an eine schmale Straße.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Bauernhof
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Wohnstallhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Bei dem untersuchten Gebäude handelt es sich um einen zum Teil auf hohem Massivsockel gegründeten, zweigeschossig abgezimmerten Wohn-Stall-Speicher-Bau, wobei alle Funktionen unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst sind. Der Baukörper besitzt eine gedrungene, rechteckige Form und wird von einem auskragenden Zweidrittelwalmdach bedeckt. Die Fassade ist durch Holzschindeln verkleidet.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Im Unterbau an die beiden belassenen Zonen des Altbaus anschließend, nimmt der Neubau den Wohnteil auf. Dessen Stube ist nun im Vergleich zum Altbau an der Osttraufe angelegt, wodurch die vom Altbau übernommene Dachauskragung nun eigenartigerweise an der Rücktraufe zum liegen kam. Die Erschließung erfolgte weiterhin von Westen. Sie führte in einen parallel zum Nordgiebel angelegten und zur Bauzeit etwas schmaleren Eingangsbereich, der heutigen Kammer. In diesem Bereich ist noch heute neben den Zugängen in die Küche und in die Stube auch die Treppe nach oben angelegt. Von der Stube war die benachbarte Schlafkammer und von der Küche wohl die Speise- bzw. Milchkammer, das heutige Bad, zugänglich. Beide genannten Nebenräume grenzen an die übernommene Stallzone des Altbaus an.
Bis auf den Hohlraum über der Küche wiederholte sich der im Erdgeschoss skizzierte Grundriss auch im Obergeschoss. Hier wurde entlang der Osttraufe zu einem späteren Zeitpunkt eine zwischenzeitlich abgebrochene Galerie angelegt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Das Dach endete im Norden ursprünglich in einem abgeschleppten Vollwalm, der wohl einen ehemaligen Schopf überdachte und dann mit dem Anbau des Neubaus abgebrochen wurde.

Im angetroffenen Zustand weitgehend ausgebaut, ist davon auszugehen, dass sich unter den vorhandenen Wandverkleidungen große Teile der bauzeitlichen Holzkonstruktion erhalten haben. So zum Beispiel über der heutigen Küchendecke, wo die die ursprüngliche Holzkonstruktion der Rauchküche nahezu ungestört einsichtig ist.
Dies trifft auch auf die Dachkonstruktion zu. Mit ihrer liegenden Stuhlkonstruktion zeigt sie einen nahezu ungestörten Erhaltungsgrad.

Aussagen zum Schadensbild:

Auch wenn weite Bereiche des Traggerüstes nicht einsichtig sind, ist von einem weitgehend intakten Holzwerk auszugehen. Partiell kann dies entlang den beiden Traufen bestätigt werden. Eine Ausnahme macht der verschindelte Rückgiebel. Dessen Gerüstständer sind stark angegriffen und bedürfen hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit einer Überprüfung. Gleiches gilt für die Längsaussteifung zwischen Alt- und Neubau, die im angetroffenen Zustand einen mehr oder weniger provisorischen Zustand aufweist.
Einer besonderen Beachtung bedarf der obere Küchenraum, der mit seinen historischen Nutzungsspuren eine kritische Hinterfragung des geplanten Ausbauvolumens aufwirft.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach mit Halbwalm-/Zweidrittelwalm
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Holzschindeln
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
Konstruktion/Material:
Der Altbau von 1587 (d):

Beginnend im Süden, umfasst der erhaltene Altbestand drei stehende Querbundachsen. Während die beiden südlichen Querbünde mit einem mittigen Firstständer und zwei seitlichen Hochständern abgezimmert sind und den Futtergang mit der darüber liegenden Hocheinfahrt begrenzen, endet das den Stallbereich im Norden begrenzende Traggerüst auf der Höhe der Dachbasis und trug ursprünglich den weit in Richtung Norden abgeschleppten Vollwalm. Mit seiner Fortsetzung überdachte der Walm wohl einen ehemaligen Schopf, der dann mit dem Anbau des Neubaus abgebrochen wurde.
Orientiert an den Längsachsenbundseiten der Firstständerachse und der westlichen Hochständerachse, befand sich die im Altbau zu vermutende Stube an der Westtraufe. Unterstrichen wird diese Aussage durch den entlang der Westtraufe ausgeführten Dachüberstand. Anders verhält es sich nämlich an der Gegentraufe, wo die tief herabgezogenen Rofen durch eine an das Traggerüst angehängte, heute verschwundene Konstruktion unterstützt wurden. Weitere Aussagen zum Altbau sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

Der Neuanbau aus dem späten 18. Jahrhundert:

Ebenfalls mit haushohen Firstständern abgezimmert, besitzt das Traggerüst des Anbaus keine seitlichen Hochstuhlständer. An ihrer Stelle sind liegende, verzapfte Stühle abgezimmert. Sie tragen die seitlichen Stuhlrähme ohne innere Lastabtragung.

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