Haalstraße 5/7 (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 105682971217  /  Datum: 15.10.2010
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Maulbronner Steige
Hausnummer: 11
Postleitzahl: 75438
Stadt-Teilort: Knittlingen

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Enzkreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8236033003
Flurstücknummer: 2129
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Evangelische Filialkirche (75438 Knittlingen, Stockachstraße 2)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Es ist davon auszugehen, dass das Gebäude im Jahre 1476ff (d) errichtet wurde, unter Inanspruchnahme älterer, eventuell gelagerter Bauhölzer.


1. Bauphase:
(1476 - 1477)
Errichtung (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1888)
Erweiterung auf der Ostseite des Hauses (i), gleichzeitig erfolgte wohl auch die Erneuerung der Erdgeschosswände in Massivbauweise.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Knittlingen-Hohenklingen, Maulbronner Steige 11 / Wohnhaus in 75438 Knittlingen, Hohenklingen (01.10.1993 - Bauhistorische Kurzuntersuchung von Crowell & Crowell (Freie Architekten, Karlsruhe))

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung
  • Schadenskartierung mit Fotodokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Wohngebäude gehört zu einem ehemals landwirtschaftlichen Anwesen im Ortskern von Hohenklingen.Hinter dem Haus befindet sich noch eine jüngere Scheune (einsturzgefährdet).
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Verputztes Wohnhaus mit zwei Vollgeschossen und ein in zwei Ebenen unterteiltes Satteldach. Die Grundmaße des Baudenkmals betragen ca. 13,5 x 11,5 m, die Firsthöhe beläuft sich auf ca. 10 m. Die lichten Geschosshöhen betragen im Erdgeschoss ca. 2 m, im Obergeschoss ca. 2,50 m und im Dach ca. 1,90 m.
Eine nachträgliche Erweiterung auf der Ostseite des Hauses stammt wahrscheinlich aus dem späten 19. Jahrhundert.
Oberhalb des Erdgeschosses befindet sich auf der westlichen Traufseite ein Schleppdach, das den Eingangsbereich vor Witterungseinflüssen schützt. Dieses Dach ruht auf einer stabilen Fachwerkkonstruktion, deren Brüstungsfelder mit einfachen Andreaskreuzen strukturiert sind.
Das Gebäude ist teilweise durch einen tonnenüberwölbten Raum aus Bruchsteinmauerwerk unterkellert. Da dieser Keller weder mit seinen Maßen (ca. 6 x 4 m) noch mit seiner Ausrichtung Bezug auf das Gebäude nimmt, ist davon auszugehen, dass es sich um die Reste eines Vorgängerbaus handelt.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Hauptzugang erfolgt über einen Laubengang auf der westlichen Traufseite. Das verputzte Wohnhaus wurde nach Osten erweitert; im Norden gibt es Anbauten, die zu landwirtschaftlichen Zwecken dienten. Der Kernbau hat ohne diesen Erweiterungen bzw. Anbauten die Grundmaße von ca. 6 x 12 m.
Teile des Erdgeschosses und der Erweiterung sind massiv, während das Obergeschoss zumindest auf der Nord-, West- und Südseite aus Fachwerk besteht.
Der Kernbau weist im Erdgeschoss und Obergeschoss noch die klassische Dreizonigkeit auf. Die Vertikal- und Horizontalerschließung erfolgt über die schmale mittlere Zone, wo auch traditionell die Küche untergebracht war. Auf der Straßenseite im Süden schließt ein großer Raum mit fast der Hälfte der Grundfläche des gesamten Gebäudes an. Auf der Nordseite teilt sich der schmale Streifen in zwei kleine Räume (im Erdgeschoss nicht mehr klar zu erkennen). Die Bundebenen im Dach sind den drei Zonen entsprechend verteilt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Der bauliche Zustand des Wohnhauses entspricht nicht der kulturgeschichtlichen Bedeutung dieses Denkmals, das zu den ältesten erhaltenen ländlichen Gebäuden im Kraichgau zählt.
In früheren Zeiten wird das Erdgeschoss wohl Wirtschaftsräume beherbergt haben, während das Obergeschoss als Wohnraum diente. Für diese Nutzung spricht, dass Teile der ursprünglich in Fachwerk errichteten Aussenwände des Erdgeschosses durch massives Bruchsteinmauerwerk erneuert wurden. Eine so umfangreiche Sanierungsmaßnahme wurde normalerweise nur bei größeren Schäden, beispielsweise durch Viehhaltung verursacht, durchgeführt.
Allerdings ist bei einem über 500 Jahre alten Gebäude davon auszugehen, dass sich die Nutzungen im Laufe der Zeit mehrfach geändert hat. Folglich sind unterschiedliche Nutzung wahrscheinlich.
Der Ziegelboden des Kellers wurde nachträglich eingebaut; vorher bestand der Boden laut Aussage des Besitzers aus Lehm/Erde. Außer der für solche Keller üblichen Feuchte ist das Gewölbe intakt und weist keine Risse auf.
Originalböden wohl nicht mehr vorhanden.
Weitgehend ursprünglich ist der Raum im Nordwesten des Erdgeschosses, abgesehen von der Tür nach außen und dem großen Fenster. Die Tür mit dem Falz im Ständer unter der Treppe scheint hingegen original zu sein.
Aufgrund der in den letzten Jahren stark angestiegenen Zahl der Fehlstellen im Dach konnte Wasser über einen langen Zeitraum hinweg in das Gebäude eindringen. Die zahlreichen Wasserflecken an den Decken lassen vermuten, dass große Teile der Deckenkonstruktionen dauerfeucht sind, weswegen mit Pilzbefall zu rechnen ist.
Bestand/Ausstattung:
Zusammenfassung der denkmalrelevanten Substanz des Kernbaus:
Erdgeschoss:
Boden: Originalboden vermutlich nicht mehr vorhanden.
Wände: Max. 25% des Ursprungsbaus noch vorhanden (ohne der Erneuerung der Aussenwände), max. 50% der Wände im Erdgeschoss sind gewachsene Bestandteile des Denkmals und somit historisch relevant (inkl. massive Aussenwände)
Decke: Nur ca. 12% der Deckenbalken einsehbar und original, vermutlich ca. 60% der originalen Deckenbalken vorhanden (Balkenköpfe und Bretterboden teilweise von aussen einsehbar)

Obergeschoss:
Boden: Vermutlich 75% des Bretterbodens vorhanden (Veränderungen in der Erschließungszone zu erwarten)
Wände: Ca. 30% einsehbar und original aus der Erbauungszeit, vermutlich ca. 60% der ursprünglichen Innen- und Aussenwände vorhanden
Decke: Ca. 15% der Deckenbalken einsehbar und original, vermutlich ca. 75% der ursprünglichen Deckenbalken vorhanden (Veränderungen im Erschließungsbereich zu erwarten)
Dachgeschoss:
Boden: Bretter und Ziegelsteine wahrscheinlich nicht erbauungszeitlich, aber als gewachsene Bestandteile des Denkmals historisch relevant
Wände: Ca. 80% der Giebelwände und Trennwände sind ursprünglich

Dachkonstruktion: 1 von 8 Stuhlsäulen ist abgängig, Aussteifung größtensteils vorhanden, 12 von 14 Kehlbalken in situ vorhanden, 21 von 32 Einzelsparren in situ vorhanden, Bretterlage auf den Kehlbalken erneuert

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
Konstruktion/Material:
Die aus der Bauzeit überlieferten konstruktiven Elemente belegen, dass das Haus ursprünglich ganz aus Fachwerk bestand und als Stockwerksbau errichtet wurde. Nach der dendrochronologischen Datierung wurde das vollständig aus Eichenholz abgezimmerte Gebäudegerüst im Lauf des Jahres 1477 (d) errichtet.
Der noch weitgehend original erhaltene zweireihige Dachstuhl zeigt starke Verrußungsspuren, die darauf hinweisen, dass das Wohnhaus anfänglich noch keinen über das Dach hinausreichenden Schornstein besaß und der Rauch unkontrolliert durch den gesamten Dachraum nach außen abzog.
Das Fachwerk des Kernbaus ist in typisch spätmittelalterlicher Weise abgezimmert. Die Streben sind mit einem Weichschwanz (einseitiges Schwalbenschwanzblatt) an den Riegeln bzw. Ständern angeblattet. Auf der Westseite ist noch eine Schwell-Riegel-Konstruktion zu erkennen, d.h. die Schwelle ist in die Hauptbundständer eingezapft. Typisch ist auch der weite Ständerabstand. Während die Aussenwände zweifach verriegelt sind, sind die Innenwände nur einfach verriegelt. Der stehende Stuhl hat keine Stuhlschwelle und die Queraussteifung erfolgt über Steigbänder, die den Bunddeckenbalken, die Stuhlsäule und den Kehlbalken miteinander verbinden. Ein weiteres Merkmal für eine spätmittelalterliche Konstruktion sind die an den Kehlbalken und Deckenbalken angeblatteten Sparren.

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