Wohnhaus
ID:
213085274413
/
Datum:
17.05.2026
Datenbestand: Bauforschung
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Pfarrgasse |
| Hausnummer: | 4 |
| Postleitzahl: | 72818 |
| Stadt-Teilort: | Trochtelfingen |
|
|
|
| Regierungsbezirk: | Tübingen |
| Kreis: | Reutlingen (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8415073006 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
|
Kartenansicht (OpenStreetMaps)
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Stadtmauer, Pfarrgasse 16 (72818 Trochtelfingen)
Bauphasen
Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:
Die Erbauung des Wohnhauses ist dendrochchronologisch auf das Jahr um 1401 (d) datiert.
1. Bauphase:
(1400 - 1401)
(1400 - 1401)
Erbauung des Gebäudes (d)
Betroffene Gebäudeteile:
- Erdgeschoss
- Obergeschoss(e)
- Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Wohnbauten
- Wohnhaus
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauhistorische Kurzuntersuchung
Beschreibung
Umgebung, Lage:
In der Trochtelfinger Ortsmitte, östlich der St. Martinskirche.
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Wohnbauten
- Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Dreigeschossiges Gebäude mit abschließendem Satteldach.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Zonierung:
Der Grundriss gliederte sich zur Erbauungszeit zweischiffig und dreizonig. Dabei weisen alle drei Zonen unterschiedliche Breiten auf.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben
Konstruktionen
Konstruktionsdetail:
- Dachform
- Satteldach
Konstruktion/Material:
Im 1. Dachstock gliedert sich der Grundriss einschiffig und dreizonig. Dabei liegen die Querachsen 2 und 3 genau über den Querachsen des Unterbaus. Für den 1. Dachstock kann eine Wohnnutzung im 18. Jahrhundert nachgewiesen werden. In der Zone 1 befindet sich eine spätbarocke Stube mit einer nahezu vollständigen Ausstattung. Die Kassettendecke ist noch vollständig erhalten, von den stehenden wandhohen Täferbrettern gibt es Fehlstellen an der westlichen Wand und am südlichen Giebel. Ein dendrochronologisch untersuchtes Wandtäfer-Brett datiert ca. in das 2. Viertel der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Mit dem Einbau einer jüngeren Backsteinwand am südlichen Giebel wurde hier das Wandtäfer entfernt. In der mittleren Zone 2 befindet sich wieder die Flurzone und in der Zone 3 ist ein abgeschlossener Raum angelegt. Ihm wird eine ehemalige Lagernutzung zugeordnet. Der gesamte Spitzboden diente ebenfalls als Lagerfläche.
Das Dachwerk wurde einstöckig mit Spitzboden abgezimmert. Im 1. Dachstock steht ein zweifach Stehender Stuhl dessen Stuhlständer mit verzapften Fußstreben in Querrichtung ausgesteift werden. Seine Längsaussteifung erfolgt über die Fachwerkwände in Zone 1. Die Stuhlständer, Sparren und Pfetten deuten auf Grund ihrer zimmermannstechnischen
Bearbeitungsspuren eindeutig auf eine mittelalterliche Abzimmerungsweise hin. Diese Hölzer wurden deshalb intensiv beprobt und dendrochronologisch ausgewertet. Sie belegen die gleiche Schlagphase (Winter 1400/01) wie der in Situ erhaltene Geschoßständerbau im Erdgeschoss bzw. 1. Obergeschoss. Allerdings sind die Sparren, Stuhlständer und Pfetten des Dachwerks auf Grund der gefügekundlichen Merkmale eindeutig in Zweitverwendung abgezimmert worden. So befinden sich mittelalterliche und neuzeitliche Abbundzeichen zusammen an den Bundseiten der mittelalterlichen Bauhölzer. Außerdem passen die Ausblattungen der ehemaligen Gefügehölzer nicht mehr zusammen. Ein weitere Befund
ist der Umstand, dass das heutige Dachwerk auf einer zweiten aufgefütterten Dachbalkenlage aus Pappelholz aufgeschlagen wurde. Die Neuabzimmerung des Dachwerks mit den Hölzern des Vorgängerdachs wird damit eindeutig nachgewiesen. Dabei wurden jedoch die mittelalterlichen Hölzer fast annähernd wieder an ihren ursprünglichen Positionen eingebaut. Aufgrund der Bearbeitungsspuren an den beiden Pfetten kann man davon ausgehen, dass jenes Vorgängerdachwerk von 1401 ebenfalls einen zweifach stehenden Stuhl mit verblatteten Längs- und Queraussteifungshölzern besaß.
Die Abzimmerung des heutigen Dachwerks sowie des nördlichen Giebeldreiecks datiert wie auch die Stuben-Ausstattung gefügekundlich etwa in die späte Hälfte des 18. Jahrhunderts. Auffällig ist dabei ein großer Anteil von Pappelhölzern in den Fachwerkwänden und der aufgefütterten Dachbalkenlage.
Mit der großen Holzproben-Serie, die zur dendrochronologischen Altersbestimmung herangezogen wurde, läßt sich eine einzige Schlagphase für die verbauten Hölzer nachweisen. Auf Grund der sehr ähnlich verlaufenden Jahrringkurven untereinander dürften die Bäume
der verbauten Hölzer aus einem geschlossenen Bestand der näheren Umgebung geschlagen worden sein.
Das Dachwerk wurde einstöckig mit Spitzboden abgezimmert. Im 1. Dachstock steht ein zweifach Stehender Stuhl dessen Stuhlständer mit verzapften Fußstreben in Querrichtung ausgesteift werden. Seine Längsaussteifung erfolgt über die Fachwerkwände in Zone 1. Die Stuhlständer, Sparren und Pfetten deuten auf Grund ihrer zimmermannstechnischen
Bearbeitungsspuren eindeutig auf eine mittelalterliche Abzimmerungsweise hin. Diese Hölzer wurden deshalb intensiv beprobt und dendrochronologisch ausgewertet. Sie belegen die gleiche Schlagphase (Winter 1400/01) wie der in Situ erhaltene Geschoßständerbau im Erdgeschoss bzw. 1. Obergeschoss. Allerdings sind die Sparren, Stuhlständer und Pfetten des Dachwerks auf Grund der gefügekundlichen Merkmale eindeutig in Zweitverwendung abgezimmert worden. So befinden sich mittelalterliche und neuzeitliche Abbundzeichen zusammen an den Bundseiten der mittelalterlichen Bauhölzer. Außerdem passen die Ausblattungen der ehemaligen Gefügehölzer nicht mehr zusammen. Ein weitere Befund
ist der Umstand, dass das heutige Dachwerk auf einer zweiten aufgefütterten Dachbalkenlage aus Pappelholz aufgeschlagen wurde. Die Neuabzimmerung des Dachwerks mit den Hölzern des Vorgängerdachs wird damit eindeutig nachgewiesen. Dabei wurden jedoch die mittelalterlichen Hölzer fast annähernd wieder an ihren ursprünglichen Positionen eingebaut. Aufgrund der Bearbeitungsspuren an den beiden Pfetten kann man davon ausgehen, dass jenes Vorgängerdachwerk von 1401 ebenfalls einen zweifach stehenden Stuhl mit verblatteten Längs- und Queraussteifungshölzern besaß.
Die Abzimmerung des heutigen Dachwerks sowie des nördlichen Giebeldreiecks datiert wie auch die Stuben-Ausstattung gefügekundlich etwa in die späte Hälfte des 18. Jahrhunderts. Auffällig ist dabei ein großer Anteil von Pappelhölzern in den Fachwerkwänden und der aufgefütterten Dachbalkenlage.
Mit der großen Holzproben-Serie, die zur dendrochronologischen Altersbestimmung herangezogen wurde, läßt sich eine einzige Schlagphase für die verbauten Hölzer nachweisen. Auf Grund der sehr ähnlich verlaufenden Jahrringkurven untereinander dürften die Bäume
der verbauten Hölzer aus einem geschlossenen Bestand der näheren Umgebung geschlagen worden sein.
