Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Gasthaus Sonne

ID: 211316545120  /  Datum: 22.01.2026
Datenbestand: Bauforschung
Als PDF herunterladen:
Alle Inhalte dieser Seite: /

Objektdaten

Straße: Kirchberg
Hausnummer: 9
Postleitzahl: 77955
Stadt-Teilort: Münchweier

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Ortenaukreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8317026012
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Durch Ihre Cookie-Auswahl haben Sie die Kartenansicht deaktiviert, die eigentlich hier angezeigt werden würde. Wenn Sie die Kartenansicht nutzen möchten, passen Sie bitte Ihre Cookie-Einstellungen unter Impressum & Datenschutzerklärung an.

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Sog. Weingärtnerhaus, Obere Straße 15 (77955 Ettenheim-Münchweier)
Wohnhaus, Hauptstraße 59 (77955 Ettenheim)
Kath. Kirche Heilig-Kreuz, Kirchberg 11 (77955 Münchweier)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Im Aufgehenden in das Jahr 1742 (d) datiert, geht die Erbauung des Gebäudes möglicherweise auf den Übergang der Ortschaft Münchweier an den Herrschaftsbereich des Fürstbischofs von Straßburg im Jahre 1740 zurück. Dass es sich dabei um keinen Neubau, sondern um den Umbau eines bestehenden, wohl als Gerichtsstube und Gasthaus genutzten Gebäudes handelte, kann der historischen Ansicht von Münchweier aus dem Jahre 1730 entnommen werden. Sie zeigt das Gebäude schon ein Jahrzehnt vor dem Umbau in seinen heutigen Ausmaßen.
Hinweise auf diesen älteren Bau konnten im Kellerbereich aufgenommen werden. Dazu gehört in erster Linie die Sockeleinfassung, die zusammen mit dem massiven Aufbau im Erdgeschoss die heutigen Ausmaße des Gebäudes wiedergibt und vorsichtig in das 16. Jahrhundert zu datieren ist. Dieser Zeitebene sind dann auch der Gewölbekeller und die Umfassungswände von Balken- und Öltankkeller zuzuordnen.


1. Bauphase:
(1742)
Nach der Auswertung der Holzproben wurde das Bauholz im Winter 1741 auf 42 geschlagen. Saftfrisch abgebunden, ist die Erbauung des Gebäudes in das Jahr 1742 (d) zu datieren.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Gasthof, -haus, Herberge

2. Bauphase:
(1848)
Um das Jahr 1848 erfolgte wohl ein größerer Umbau, auf den möglicherweise die anzutreffende Durchfensterung des Erdgeschosses zurückzuführen ist. Weniger aus dem 19. Jahrhundert, größtenteils aus dem 20. Jahrhundert stammen die inneren Unterteilungen aller Nutzungsebenen, wozu dann auch die vorgefundenen Ausstattungen und Nutzungserweiterungen zu zählen sind.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Nordansicht / Gasthaus Sonne in 77955 Münchweier (2023 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
Südansicht / Gasthaus Sonne in 77955 Münchweier (2023 - Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Dokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Im Winkel der sich verzweigenden Gasse Kirchberg stehend, besitzt das Gebäude einen gedrungenen Rechteckgrundriss, dessen Lang- bzw. Firstachse sich annähernd in Nord- Südrichtung erstreckt. Somit sowohl mit seinem Südgiebel, als auch mit seiner Westtraufe gassenseitig ausgerichtet, erhebt es sich über einem leicht in das ansteigende Gelände eingetieften und von der Gassenseite zugänglichen Massivsockel, der verschiedene Kellerräume aufnimmt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Gasthof, -haus, Herberge
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Massiv aufgemauert ist auf dem, über die beiden Giebelseiten erschlossenen Erdgeschoss, ein ehemals wohl verputzter und farblich gefasster Fachwerkstock abgezimmert, wobei das Fachwerk in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts freigelegt wurde. Den Abschluss bildet ein zweigeschossiges Mansarddach mit Biberschwanzdeckung. Östlich des Südgiebels verläuft die Treppe zur Kirche auf dem Kirchberg.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Nicht den gesamten Hausgrundriss einnehmend, setzt sich die Kelleranlage aus drei verschiedenen Kellerabschnitten zusammen.
Über Jahrhunderte hinweg umgebaut und immer wieder modernisiert, ist innerhalb des Erdgeschosses kaum noch mit bauzeitlichem Bestand zu rechnen.
Spätestens mit dem Umbau des Jahres 1742 lässt sich in der Südwestecke des Erdgeschosses ein den Grundriss des Balkenkellers aufnehmender Großraum bzw. die nach der Quellenlage in Betracht zuziehende Gaststube lokalisieren. Östlich davon ist eine kleine Nebenstube zu vermuten, während nördlich der bis zum Nordgiebel reichende Herd- und Küchenraum lag.
Etwas sicherer ist die Situation im Fachwerkobergeschoss. Gleichfalls auf die Südwestecke konzentriert, lässt sich hier ein etwas kleinerer Saal mit angrenzendem Nebenraum rekonstruieren. Mit hoher Sicherheit als Stube und Schlafkammer der Besitzer bzw. des Gastwirtes einzuordnen, deutet sich im Westen ein großer Freiraum mit zwei vorgelagerten Nebenkammern an.
Über den, die Vertikalerschließung aufnehmenden Freiraum war auch der Dachraum zugänglich. Er nahm im 1. Dachgeschoss offenbar drei große Dachkammern auf, während der Dachraum darüber ungeteilt blieb.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Obergeschoss(e) aus Holz
    • Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
  • Dachform
    • Mansarddach/-helm
Konstruktion/Material:
Die historische Aufnahme des Gebäudes aus dem Jahre 1915 zeigt neben der anspruchsvollen Dachform des Mansarddaches auf der südlichen Firstspitze eine für herrschaftliche Gebäude übliche Firstzier.
Bezogen auf die konstruktive Ausführung, besteht die zweistöckige Dachkonstruktion aus Nadelholz, in diesem Fall wohl ausschließlich aus Tannenhölzern mit unzähligen Spuren zimmerungstechnisch funktionsloser Ausnehmungen.
In Anlehnung an diesen Befund und dem dendrochronologischen Ergebnis, dass alle Hölzer einer einheitlichen Schlagphase zuzuordnen sind, muss davon ausgegangen werden, dass der ursprüngliche Abbund einer anderen Dachkonstruktion folgte, die während des Abbundes verworfen wurde.
Das tragende Gerüst des 1. Dachgeschoss bilden jeweils zwei abgesprengte Querbünde, seitlich einem mittig stehenden und ehemals geschlossenen Querbund. Die Querbünde durchzogen ursprünglich die gesamte Dachbreite, unterteilten das Dachwerk in insgesamt 6 Querzonen, die mittig durch eine firstparallele Fachwerkwand halbiert sind und seitlich davon mit jeweils einem weiteren, in diesem Fall offenen und parallel dazu verlaufenden Längsbund kombiniert sind.

Quick-Response-Code

qrCode