Gasthaus Sonne
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Kirchberg |
| Hausnummer: | 9 |
| Postleitzahl: | 77955 |
| Stadt-Teilort: | Münchweier |
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| Regierungsbezirk: | Freiburg |
| Kreis: | Ortenaukreis (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8317026012 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
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Kartenansicht (OpenStreetMaps)
Wohnhaus, Hauptstraße 59 (77955 Ettenheim)
Kath. Kirche Heilig-Kreuz, Kirchberg 11 (77955 Münchweier)
Bauphasen
Im Aufgehenden in das Jahr 1742 (d) datiert, geht die Erbauung des Gebäudes möglicherweise auf den Übergang der Ortschaft Münchweier an den Herrschaftsbereich des Fürstbischofs von Straßburg im Jahre 1740 zurück. Dass es sich dabei um keinen Neubau, sondern um den Umbau eines bestehenden, wohl als Gerichtsstube und Gasthaus genutzten Gebäudes handelte, kann der historischen Ansicht von Münchweier aus dem Jahre 1730 entnommen werden. Sie zeigt das Gebäude schon ein Jahrzehnt vor dem Umbau in seinen heutigen Ausmaßen.
Hinweise auf diesen älteren Bau konnten im Kellerbereich aufgenommen werden. Dazu gehört in erster Linie die Sockeleinfassung, die zusammen mit dem massiven Aufbau im Erdgeschoss die heutigen Ausmaße des Gebäudes wiedergibt und vorsichtig in das 16. Jahrhundert zu datieren ist. Dieser Zeitebene sind dann auch der Gewölbekeller und die Umfassungswände von Balken- und Öltankkeller zuzuordnen.
(1742)
- Dachgeschoss(e)
- Siedlung
- Dorf
- Anlagen für Handel und Wirtschaft
- Gasthof, -haus, Herberge
(1848)
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauhistorische Dokumentation
Beschreibung
- Siedlung
- Dorf
- Anlagen für Handel und Wirtschaft
- Gasthof, -haus, Herberge
Zonierung:
Über Jahrhunderte hinweg umgebaut und immer wieder modernisiert, ist innerhalb des Erdgeschosses kaum noch mit bauzeitlichem Bestand zu rechnen.
Spätestens mit dem Umbau des Jahres 1742 lässt sich in der Südwestecke des Erdgeschosses ein den Grundriss des Balkenkellers aufnehmender Großraum bzw. die nach der Quellenlage in Betracht zuziehende Gaststube lokalisieren. Östlich davon ist eine kleine Nebenstube zu vermuten, während nördlich der bis zum Nordgiebel reichende Herd- und Küchenraum lag.
Etwas sicherer ist die Situation im Fachwerkobergeschoss. Gleichfalls auf die Südwestecke konzentriert, lässt sich hier ein etwas kleinerer Saal mit angrenzendem Nebenraum rekonstruieren. Mit hoher Sicherheit als Stube und Schlafkammer der Besitzer bzw. des Gastwirtes einzuordnen, deutet sich im Westen ein großer Freiraum mit zwei vorgelagerten Nebenkammern an.
Über den, die Vertikalerschließung aufnehmenden Freiraum war auch der Dachraum zugänglich. Er nahm im 1. Dachgeschoss offenbar drei große Dachkammern auf, während der Dachraum darüber ungeteilt blieb.
Konstruktionen
- Mischbau
- Obergeschoss(e) aus Holz
- Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
- Dachform
- Mansarddach/-helm
Bezogen auf die konstruktive Ausführung, besteht die zweistöckige Dachkonstruktion aus Nadelholz, in diesem Fall wohl ausschließlich aus Tannenhölzern mit unzähligen Spuren zimmerungstechnisch funktionsloser Ausnehmungen.
In Anlehnung an diesen Befund und dem dendrochronologischen Ergebnis, dass alle Hölzer einer einheitlichen Schlagphase zuzuordnen sind, muss davon ausgegangen werden, dass der ursprüngliche Abbund einer anderen Dachkonstruktion folgte, die während des Abbundes verworfen wurde.
Das tragende Gerüst des 1. Dachgeschoss bilden jeweils zwei abgesprengte Querbünde, seitlich einem mittig stehenden und ehemals geschlossenen Querbund. Die Querbünde durchzogen ursprünglich die gesamte Dachbreite, unterteilten das Dachwerk in insgesamt 6 Querzonen, die mittig durch eine firstparallele Fachwerkwand halbiert sind und seitlich davon mit jeweils einem weiteren, in diesem Fall offenen und parallel dazu verlaufenden Längsbund kombiniert sind.


