Hofanlage, ehem. Gasthaus Pflug
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Heimsheimer Straße |
| Hausnummer: | 9 |
| Postleitzahl: | 71263 |
| Stadt-Teilort: | Hausen |
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| Regierungsbezirk: | Stuttgart |
| Kreis: | Böblingen (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8115050007 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
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| Geo-Koordinaten: | 48,7892° nördliche Breite, 8,8348° östliche Länge |
Kartenansicht (OpenStreetMaps)
Objektbeziehungen
| Ist Gebäudeteil von: | |
| keine Angabe | |
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| Besteht aus folgenden Gebäudeteilen: | |
| 1. Beinhaltet Bauteil: | Hofanlage, Stallscheune |
| 2. Beinhaltet Bauteil: | Hofanlage, ehem. Stallscheune, heute Wohnhaus |
Hofanlage, ehem. Stallscheune, heute Wohnhaus (71263 Hausen, Heimsheimer Straße 9/2)
Bauphasen
Giebelständig zur Straße ausgerichtet, setzt sich das Hauptgebäude aus dem straßenseitigen Kernbau und dem sich in Firstrichtung erstreckenden Anbau zusammen. Der Kernbau datiert nach dendrochronologischer Untersuchung in das Jahr 1608 (d), während der Anbau hundert Jahre später, im Jahre 1707(d) errichtet wurde.
Im Jahre 1608 erbaut, fällt es schwer, dem Kernbau von Anfang an die Nutzung eines Gasthauses zuzuschreiben. In diesem Sinne ist zumindest die bauzeitliche Grundrissstruktur des Obergeschosses zu interpretieren, die sich trotz umfassender Umbauten im Obergeschoss im Ansatz zu erkennen gibt. Danach spiegelt die bauzeitliche Gliederung die gängige Wohnstruktur des 16./ 17. Jahrhunderts wieder, in der der Gastraum als Stube und das Nebenzimmer als Schlafraum dienten, während der verbliebene Grundriss, neben dem Treppenhaus, die bauzeitliche Kammerzone aufnahm.
Erste bauliche Hinweise auf eine Gasthausnutzung ergeben sich durch den Anbau im Jahre 1707 und der damit erfolgten Vergrößerung des Raumangebotes. Doch ist auch hier Vorsicht geboten. So überformt der giebelseitige Saal nicht nur eine ältere, durch die vermutete Fortsetzung des Mittelflur geprägte Raumstruktur. Auch hinsichtlich seiner Ausstattung ist der heutige Saal das umfassende Ergebnis eines späteren, wohl auch die Umfassungswände ersetzenden Umbaus.
Drei Jahrzehnte nach der Errichtung des Anbaus wird im Jahr 1731 im Kernbau in den östlichen Abschnitt des Erdgeschossflures der Gewölbekeller eingebaut. Weitere Umbauten beziehen sich auf den Ersatz des südlichen Giebeldreiecks, bevor in mehreren Etappen, ab dem späten 19. Jahrhundert, die angetroffenen Ausbauzustände des Kernbaus, verbunden mit diversen Verstärkungs- bzw. Reparaturmaßnahmen im Anbau realisiert werden.
(1608)
- Erdgeschoss
- Obergeschoss(e)
- Dachgeschoss(e)
- Untergeschoss(e)
- Siedlung
- Dorf
- Wohnbauten
- Wohn- und Wirtschaftsgebäude
(1707)
- Anbau
(1731)
- Untergeschoss(e)
(1890)
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauhistorische Dokumentation
Beschreibung
- Siedlung
- Dorf
- Wohnbauten
- Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Gestelztes Einhaus, zweigeschossiger verputzter Bau, zweigeschossiges Satteldach mit Schleppgaupe, massives Erdgeschoss, darüber umseitig schwach auskragendes und verputztes Fachwerkobergeschoss und -giebel, am Kellerbogen im Haus 1731 (i).
Anbau
Auf einem massiven Erdgeschoss ist ein dreiseitig auskragender und verputzter Fachwerkstock mit abschließendem zweigeschossigem Satteldach abgezimmert.
Zonierung:
Bezogen auf die Grundrissstruktur gliedert sich das Erdgeschoss in drei Querzonen und zwei Längszonen. Die Erschließung des Gebäudes erfolgt über die mittige Zone, von der sowohl der im rückwärtigen Zonenbereich aufgemauerte Gewölbekeller, als auch der in der südlichen Querzone eingebaute Verkaufsraum zugänglich ist. Ein weiterer, später geschlossener Zugang führte in die nördliche Querzone. Letztere ist auch über ein Rundbogenportal an der Hoftraufe zugänglich, wobei eine vertikale Baufuge eine damit vergleichbare Situation auch für die südliche Querzone andeutet.
Für die beiden Außenzonen ist eine wirtschaftliche Nutzung in der Form von Ställen und /oder Lagerräumen anzunehmen, während die mittige Zone, neben dem Gewölbekeller, auch die Vertikalerschließung aufnahm.
Über die Treppe wird der Oberstock erreicht. Dessen Grundriss nimmt zwar die Längszonengliederung des Erdgeschosses, aber nicht dessen Querzonengliederung auf.
Südlich des Treppenhauses liegt der Gastraum, der sich entlang des Südgiebels L-förmig nach Osten ausdehnt. In der Verlängerung des Treppenaustritts befindet sich die Küche. Sie überschneidet den Gastraum und ermöglichte so die Anlage eines, von der Küche beschickbaren Ofens.
Über das Treppenhaus ist aber auch ein mittiger, firstparallel nach Norden verlaufender Flur erreichbar. Er erschließt in erster Linie den rückwärtigen Anbau.
Innerhalb des Treppenhauses liegt auch der Aufgang in das 1. Dachgeschoss. Im 19./20. Jahrhundert umfassend ausgebaut, befinden sich hier ausschließlich Wohnräume. Während die beiden nördlichen Kammern wohl als Gästezimmer genutzt waren, sind im Süden wohl die Wohnräume der Wirtsfamilie zu vermuten.
Anbau
Bezogen auf seine Nutzung ist der Anbau in erster Linie als Wirtschaftsbau einzuordnen.
Im Gegensatz zum Kernbau ist der Anbau nicht nur von der Hofseite, sondern auch von der Rückseite erschlossen. Hierbei handelt es sich um Einfahrten, von denen zumindest die südliche Einfahrt den bauzeitlichen Zustand überlagert.
Im Oberstock, der über den mittigen Flur des Kerngebäudes erschlossen ist, dominiert die Anlage von zwei, zu einem späteren Zeitpunkt miteinander verbundenen Saaleinheiten, ergänzt durch eine Toilettenanlage.
Konstruktionen
- Mischbau
- Obergeschoss(e) aus Holz
- Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
- Dachform
- Satteldach
- Schleppgaube(n)


