Schiefes Haus (Großbottwar)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 201312129073  /  Datum: 21.10.2009
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Brauneck
Hausnummer: 1
Postleitzahl: 97993
Stadt-Teilort: Creglingen

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Main-Tauber-Kreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8128020006
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: Burg Brauneck

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
keine Angabe

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Burg Brauneck (97993 Creglingen, Brauneck 1)
sog. Kapellenbau (97993 Creglingen, Brauneck 1)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Wohnhaus auf Burg Brauneck wurde mit seiner hölzernen Fachwerkkonstruktion 1806/07 errichtet. Allerdings befindet sich unter dem heutigen Gebäude ein älterer Keller, welcher erst nachträglich eingewölbt und mit dem noch vorhandenen Kellerhals sowie einem ehemaligen hausinternen Kellerzugang versehen wurde. Auch die westliche, massiv aus Bruchsteinen gemauerte Giebelwand stammt noch von einer Vorgängerbebauung und dürfte ursprünglich als Brandwand zu einem nach Westen anschließenden Gebäude gedient haben.
Im Jahr 1964 erfolgten tiefgehende bauliche Eingriffe im Erd- und Obergeschoss des Gebäudes. Hierbei wurden vor allem die Grundrisse neu strukturiert, die Vertikalerschließung neu angeordnet und die südliche und östliche Erdgeschossaußenwand weitestgehend
erneuert.


1. Bauphase:
(1400 - 1550)
Unter dem Wohnhaus befindet sich ein großer, gewölbter Kellerraum, welcher etwa die Hälfte der Gebäudefläche einnimmt. Auf der östlichen Giebelseite befindet sich ein Kellerhals mit breiter Treppe als Zugang zum Keller. In der südwestlichen Kellerecke befindet sich ein kleiner Zugang zum Keller, welcher ursprünglich wohl der hausinternen Erschließung diente und heute nach wenigen Metern zugesetzt ist. Die Kelleraußenwände dürften noch von einem spätmittelalterlichen Vorgängergebäude stammen.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1450 - 1600)
Das aus Bruchsteinen gemauerte Gewölbe mit den radial gemauerten Stürzen der historischen Öffnungen sowie der ins Freie führende Kellerhals dürften im Ursprung auf das 15./16. Jahrhundert zurück gehen. Auch der ehemalige, hausinterne Kellerzugang dürfte nachträglich in den Keller eingebrochen worden sein, da er deutlich von der Wandflucht des leicht schräg unter dem heutigen Wohnhaus sitzenden Kellers abweicht und Bezug zu den Wandfluchten des heutigen Wohnhauses nimmt.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1600 - 1750)
Die westliche, massiv aus Bruchsteinen gemauerte Außenwand geht auf eine ältere Bebauung zurück. Diese Mauer dürfte ursprünglich die Funktion einer Brandwand zwischen zwei etwa gleichhohen Gebäuden übernommen haben. Das ursprünglich westlich angrenzende Gebäude, für welches heute nur noch die zugesetzten Balkenlöcher im Giebelmauerwerk sprechen, ist bereits auf dem Primärkatasterplan von 1833 nicht mehr verzeichnet. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1806 - 1807)
Am südöstlichen Eckständer des Fachwerk-Obergeschosses des Wohnhauses befinden sich innerhalb einer Kartusche die Initialen „I A St” und die Jahreszahl „1807” (i). Die Initialen deuten auf den damaligen Hofbauern Johann Andreas Ströbel hin, welcher das Wohnhaus neu erbauen ließ. Wie die nun durchgeführte dendrochronologische Altersbestimmung des Dachtragwerkes zeigt, wurden die Hölzer der Dachkonstruktion im Winter 1805/06 gefällt (d). Entsprechend kann von einer einheitlichen Errichtung des Wohngebäudes in den Jahren 1806-1807 ausgegangen werden.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1895 - 1905)
Laut mündlicher Überlieferung sollen die Erdgeschossaußenwände ursprünglich auch in Fachwerk errichtet und erst um 1900 durch massives Mauerwerk ersetzt worden sein. An der nordöstlichen Ecke des Gebäudes findet sich eine durchgängige vertikale Baufuge und ein in seiner Wandstärke deutlich abweichendes Außenmauerwerk, welches tatsächlich auf diese Bauphase zurückgehen könnte. Allerdings wurden große Teile der Erdgeschossaußenwände 1964 gänzlich erneuert.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

6. Bauphase:
(1964 - 1965)
Wie diverse Baugesuchsunterlagen aus dem Jahr 1964 belegen, wurden in diesem Jahr größere Umbaumaßnahmen im Inneren des Wohnhauses durchgeführt. Aus dieser Zeit sind auch Bestandspläne des Gebäudes überliefert, die vom Architekten Vassilliere aus Bad Wimpfen gefertigt wurden (a).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Ansicht von Südosten (2009) / Wohnhaus in 97993 Creglingen, Brauneck
Ansicht der Burganlage von Westen (2009). Das Wohnhaus mit bruchsteinsichtigem Westgiebel. / Wohnhaus in 97993 Creglingen, Brauneck

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung mit Bauaufnahme, dendrochronologischer Datierung des Dachtragwerkes und Erstellung von Bauphasenplänen

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Burg Brauneck liegt auf einem Bergsporn oberhalb der Steinach, einem östlichen Nebenbach der Tauber, in unmittelbarer Nähe zur bayerischen Landesgrenze. Die Burganlage erstreckt sich innerhalb der noch in weiten Teilen erhaltenen Ringmauer über einem trapezförmigen Grundriss. Etwa auf halber Länge der nördlichen Burgmauer steht das Wohnhaus.
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Bauernhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Bei dem Wohnhaus handelt es sich um ein zweigeschossiges Gebäude mit massiv gemauerter Erdgeschosszone und fachwerksichtigem Obergeschoss. Das östliche Giebeldreieck ist ebenfalls fachwerksichtig ausgebildet. Der westliche Giebel ist hingegen komplett als Bruchsteinmauerwerk errichtet. Nördlich des Hauses besteht ein geringer Bauwich zur Burgmauer. Im Bereich der Küche wurde dieser Bauwich überbaut und das Gebäude an die Burgmauer angeschlossen. Hier entstanden mehrere Fensteröffnungen in der Burgmauer. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach ab.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Wohnhaus besitzt einen großen Gewölbekeller, welcher etwa die Hälfte der Erdgeschoss-Grundfläche einnimmt und an der östlichen Giebelseite durch einen Kellerhals von außerhalb des Gebäudes erschlossen wird. Das Erdgeschoss zeigt heute eine Längsflurerschließung, an deren nördlicher Seite sich Küche, Sanitär- und Technikräume angliedern. Auf der Südseite befinden sich die Wohnräume. Das Obergeschoss zeigt eine vergleichbare Grundrissgliederung zum Erdgeschoss, ebenfalls mit Längsflur, welcher sich mittig zum Gebäude orientiert. Das 1. und 2. Dachgeschoss
ist jeweils unausgebaut und dient zu Lagerzwecken.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Aus der Erbauungszeit 1806/07 konnten sich neben dem gesamten Dachtragwerk die Außenwände des Obergeschosses, vereinzelte Wandpartien in der westlichen Hälfte des Obergeschosses sowie die nördliche Außenwand im Erdgeschoss erhalten.
Bestand/Ausstattung:
An historischer Ausstattung sind, abgesehen von einer Tür in Raum 1.09, keine nennenswerte Elemente erhalten.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Decken
    • Balkendecke
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
Konstruktion/Material:
Das Dachtragwerk wurde im 1. Dachgeschoss mit einer zweifach liegenden Stuhlkonstruktion mit Mittellängsunterzug errichtet. Das gesamt Dachtragwerk zeigt verzapfte Holzverbindungen sowie durchgängige Abbundzeichen in Form von Dreieckskerben. Entsprechend ist von einer einheitlichen, zeitgleichen Errichtung des gesamten Dachstuhles auszugehen.

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