Objekt(9628): Schloss Freudental Schloss Freudental

ID: 182012767014
Datum: 21.04.2014
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(9628): Schloss Freudental Objektdaten

Straße: Schloßstraße
Hausnummer: 4
Postleitzahl: 74392
Stadt: Freudental
Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Ludwigsburg (Landkreis)
Gemeinde: Freudental
Wohnplatz: Freudental
Wohnplatzschlüssel: 8118016001
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(9628): Schloss Freudental Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(9628): Schloss Freudental Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(9628): Schloss Freudental Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keinekeine
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Bauphasen(9628): Schloss Freudental Bauphasen

1. Bauphase:
(1500 - 1599)
Bauphase 16. Jh (g/a):
Als ältestes Bauteil des Schlosses hat sich die Westwand des Kellers im Kavalierbauflügel herausgestellt. Die recht präzise gearbeitete Werksteinwand zeigt jedoch keine Belege, dass es sich wirklich um eine Wand ei­nes Gebäudes handelt. Die zeitliche Einordnung – spätmittelalterlich oder frühneuzeitlich – ist deshalb recht vage.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Untergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Wehrmauer
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Werkstein

2. Bauphase:
(1570 - 1634)
Bauphase späteres 16./ frühes 17. Jh. (g/a):
Die zweitälteste Bauphase findet sich ebenfalls im Westflügel. Sie umfasst den ganzen dorti­gen Keller einschließlich des Gewölbes, der Kellerfensterhälse und dem kleinen und großen Kellerab­gang. Die genaue Zeitstellung lässt sich an den erhaltenen Mauerwerksstrukturen nicht präzise eingren­zen. Archivalische Hinweise könnten noch ins 16. Jh. deuten, sind aber am Gebäude ungesichert.
Historische Pläne dieses Unteren Schlosses gibt es erstmals 1685. Dort fällt die unter­schiedliche Befensterung auf: Im unterkellerten nördlichen Gebäudeteil sind überwiegend kleinere Fens­teröffnungen dargestellt, während im südlichen Gebäudeteil vor allem große, gedoppelte Fensteröffnungen vorliegen. Zudem ist in den Räumen im südlichen Gebäudeteil das Fußbodenniveau deutlich tiefer. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die nicht unterkellerte südliche Gebäudehälfte eine nachträgliche Erweiterung des Gebäudes darstellt, und damit die nördliche Gebäudehälfte älter wäre.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Untergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Konstruktionsdetail:
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe

3. Bauphase:
(1592)
Bauphase 1592 (i):
Die Bauphase 1592 (i) betrifft das nordöstliche Ökonomiegebäude. Hier haben sich der Gewölbekeller so­wie in wenigen Bereichen die massiven Umfassungsmauern erhalten – im Süden einschließlich eines Fensters, im Nordwesten einschließlich des datierten Wappensteins. Er datiert inschriftlich auf [1]592 und trägt das Wappen des Poppo von Witzleben.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Untergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Stallscheune
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein

4. Bauphase:
(1634 - 1664)
Bauphase vor 1664 a)
Alle sieben Schlösschen in Freudental wurden im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Bis 1664 seien aber die meisten wieder aufgebaut worden. 1685 sind nur noch drei Schlösschen erwähnt: Das untere Schloss, das Dachenhäuseri­sche Haus neben dem unteren Schloss sowie das Oberen Schloss .
Im Grundrissplan Andreas Kiesers von 1685 ist im EG-Grundriss gut der ehemalige Kellerhals auf der Nordseite zu erkennen. Ebenso ist das gegenüber liegende Ökonomiegebäu­de von 1592 mit dem nördlich gelegenen Keller klar zu identifizieren.
Zu dem Wiederaufbau des Unteren Schlosses nach dem Krieg könnte der südliche Bereich des Westflügels gehört haben. Zumindest der in Resten erhaltene Schweifgiebel der ehemaligen Südfassa­de des Westflügels passt stilistisch sehr gut für die Mitte des 17. Jh. Im heutigen Schlossgebäu­de hat sich lediglich die Südwand des Westflügels mit dem Ansatz des Schweifgiebels aus dieser Baupha­se bis heute erhalten.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

5. Bauphase:
(1728)
Bauphase 1728 (a):
1727 wurde Freudental an Wilhelmine von Würben, geb. von Grävenitz verkauft. Am 27.März 1728 wurde Paolo Retti – der Bruder des württembergischen Hofbaumeisters Leopoldo Retti - mit der Renovierung des Freudentaler Unteren Schlosses beauftragt. Von diesem Umbau hat sich (außer einem Grundrissplan) nahezu nichts erhalten. Lediglich auf der Südfassade des Westflügels blieb ein kleiner Bereich der Fassadenfassung erhalten. Die Fassung des Westflügels mit einem hellbraunen flächigen Anstrich und aufgemalten mittelbraunen Quaderfugen wurde laut Baube­schreibung Rettis auch für den Neubau 1729 übernommen.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss

6. Bauphase:
(1729)
Bauphase 1729 (a):
Im Frühjahr 1729 wurde Paolo Retti von Wilhelmine von Würben mit dem Bau eines neuen Schlosses in Freudental beauftragt. Der Neubau sollte an das alte Untere Schloss angrenzen. Es existiert eine Baubeschreibung Rettis, die das Raumprogramm des Schlosses auflistet. Der Bau war bereits mit zwei Eckrisaliten auf der Südseite geplant. Auf der Nordwestseite war ein weiterer Risalit vorgesehen.
Im Erdgeschoss war nahezu der ganze Mittelteil des Gebäudes als offene Durchfahrtshalle und Treppenhaus angelegt. Östlich an die Treppe schloss die Küche und Speisekammer an. Im östlichen Gebäudeteil befand sich ein Pomeranzenhaus. Im westlichen Gebäudeteil befanden sich zwei Stuben, ein Gewölbe und ein Kabinett. Im OG befand sich ganz östlich ein größerer Saal. Daran schloss ein Mittellängsflur an, an den sich südseitig Zimmer anschlossen, während nordseitig Garderobenräume lagen.
Die Bausubstanz der Bauphase 1729 hat sich im Hauptbau in den Außenwänden und im Dachstuhl umfangreich erhalten. Die Innenwände im EG, OG und 1. DG sind dagegen nur in geringem Umfang bauzeitlich erhalten geblieben.
Einen Teil seines Lohns erhielt Retti laut Vertrag in Wein, den er in seiner eigenen Schänke in Ludwigsburg wieder ausschenkte.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

7. Bauphase:
(1810 - 1816)
Bauphase 1810-1816 (a):
Von 1810-1816 wurde Schloss Freudental durch König Friedrich I. von Württemberg zum Sommer- und Jagdschloss ausgebaut. Insbesondere wurden im EG das Pomeranzenhaus und die offene Halle in kleinere Salons unterteilt. Die Durchfahrtshalle blieb zwar erhalten, wurde aber wesentlich verkleinert. Dafür erhielt sie eine klassizistische Ausstattung mit marmorierten dorischen Säulen und Pilastern. Auch im OG und 1. DG wurden einzelne Räume neu unterteilt.
Im Westflügel wurde der massive Schlossbau bis zur Oberkante des Untergeschosses abgetragen. Lediglich die Südwand, an die der Schlossneubau von 1729 anschließt, blieb erhalten. An die Stelle des Schlosswestflügels wurde ein eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach errichtet. Dieser sog. Kavaliersbau wurde zudem etwa 4,5 m länger als der Schlosswestflügel ausgeführt.
Am nordöstlichen Ökonomiegebäude wurde ein südlicher Anbau erstellt, der an das Hauptgebäude anschloss.
Von der Bauphase 1810ff. blieben die Umbauten im EG des Hauptbaus weitgehend erhalten. Am Kavaliersbau sind die Außenwände des EG erhalten, ebenso der größere Teil der Innenwände. Vom Zwischenbau des Ostflügels hat sich dagegen nichts erhalten.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

8. Bauphase:
(1911 - 1912)
Bauphase 1911/12 (a) [betraf das gesamte Gebäude]:
1911 wurde Schloss Freudental an den Verband der Ortskrankenkassen Stuttgart verkauft.
Diese ließen das Schloss bis Herbst 1912 zu einem Erholungsheim umbauen. Dabei wurden zahlreiche Innenwände versetzt oder neu eingebaut. Die ganze Anlage wurde außen und innen neu verputzt und mit neuen Stuck­decken versehen. Auch die Böden und die Ausstattung wurde vollständig erneuert. Der Ostflügel wurde weitestgehend neu gebaut. Am Westflügel wurde der Dachstuhl abgetragen und ein neues OG und DG aufgesetzt.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Erholung, Freizeit, Sport
    • Ferien-/ Erholungs-/ Waldheim

9. Bauphase:
(1961 - 1999)
Bauphase spätes 20. Jh.:
1961 kaufte der Landkreis Ludwigsburg das Schloss und wandelte es in ein Alten- und Pflegeheim um. Neben dem Einbau von zwei Aufzügen beschränkten sich die Umbauten dafür aber weitgehend auf Ober­flächen, Türen oder Fenster.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Ausstattung
Bauwerkstyp:
  • Bauten für Wohlfahrt und Gesundheit
    • Altenwohnheim, Pflegeheim
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Besitzer(9628): Schloss Freudental Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Gartenseitige Südfassade .  / Schloss Freudental in 74392 Freudental (20.02.2014 - Michael Hermann)
Ostfassade Kavaliersbau / Schloss Freudental in 74392 Freudental (20.02.2014 - Michael Hermann)

Westfassade Ökonomieflügel. / Schloss Freudental in 74392 Freudental (21.02.2014 - Michael Hermann)
Schweifgiebel am Westflügel. Relikt des ehemaligen unteren Schlosses.  / Schloss Freudental in 74392 Freudental (20.02.2014 - Michael Hermann)
Wappenstein. Werkstein des Ortganggesimses mit der Jahreszahl [1]592 und dem Wappen der von Witzleben. / Schloss Freudental in 74392 Freudental (20.02.2014 - Michael Hermann)

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung
  • Bauhistorische Kurzuntersuchung
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Beschreibung(9628): Schloss Freudental Beschreibung

Umgebung, Lage: Schloss Freudental liegt am südlichen Dorfrand von Freudental. Es öffnet sich nach Norden mit dem dreiflügeligen Ehrenhof zum Dorf hin. Nach Süden schließt der Schlossgarten in Form eines englischen Landschaftsparks an.
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Stallscheune
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Dreiflüglige Schlossanlage mit Mansardwalmdach.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
(s. Konstruktion)
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(9628): Schloss Freudental Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Mansardwalmdach
  • Gestaltungselemente
    • Schweifgiebel
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
Konstruktion/Material: Baubeschreibung:
Schloss Freudental liegt am südlichen Dorfrand von Freudental. Es öffnet sich nach Norden mit dem dreiflügeligen Ehrenhof zum Dorf hin. Nach Süden schließt der Schlossgarten in Form eines englischen Landschaftsparks an.
Das eigentliche, dreiflüglige Schlossgebäude besteht aus dem 1729 erbau­ten Südflügel. Daran schließt sich nordwestlich der als Kavaliers­bau an. Nordöstlich folgt der Ökonomiebau.
Erbauer des Südflügels ist Paolo Retti. Seine Urheberschaft ist archivalisch belegt. Damit ist die bisherige Zuschreibung des Baus an seinen Bruder Leopoldo Retti (Dehio) widerlegt.

Der Hauptbau:
Das Schlossgebäude von 1729 ist als zweigeschossiger massiver Riegelbau mit leicht vorspringenden Eckrisaliten und Mansardwalmdach erbaut. Es ist nicht unterkellert. Die innere Gliederung in ursprüng­lich drei Längszonen ist verändert. Einheitliche Querzonen sind nicht mehr zu erkennen.
Der untersuchte Hauptbau ist im Erdgeschoss durch eine säulengegliederte Durchfahrthal­le gekennzeichnet, aus der ein offenes Treppenhaus ins OG führt. West­lich der Halle befinden sich mehrere Wohnräume und Nebenräume. Der östliche Teil des EG ist durch einen Mittellängsflur erschlossen, an den mehrere Salons anschließen.
Das Obergeschoss und das Mansardgeschoss sind durch einen Mittellängsflur jeweils in drei Längszonen gegliedert. An den Mittel­längsflur grenzt nördlich das Treppenhaus, während sonst beiderseits des Flurs einzelne Zimmer an­schließen.

Der Kavaliersbau:
Nordwestlich schließt an den Hauptbau ein zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau mit abgewalmtem Satteldach an. Der Bau ist teilweise unterkellert. Die Südwand im Anschluss an den Hauptbau ist massiv ausgeführt und zeigt noch Reste eines barocken Schweifgiebels. Die Grundrissgliederung besteht aus acht Querzonen und drei Längszonen, wobei die mittlere Längszone als Mittellängsflur ausgebildet ist, an den sich im EG, OG und 1.DG zu beiden Seiten kleinere Zimmer anschließen.

Der Ökonomieflügel:
Nordöstlich des Hauptbaus befindet sich ein ehemals freistehendes Gebäude, bei dem es sich wohl schon immer um ein Scheunengebäude mit Ställen handelte. Es ist inschriftlich auf 1592 datiert. Im Inneren ist das Gebäude heute weitgehend entkernt und die bauzeitliche Innengliederung ist nicht mehr ablesbar. Die nördlichste Querzone ist unterkellert.
Südlich an diesen Bau anschließend befindet sich ein jüngerer Bau mit schlichten Personalwohnräumen auf zwei Vollgeschossen und im 1. DG. Zwischen diesem Bau und dem Hauptgebäude befindet sich ein zweifach unterkellerter eingeschossiger Küchenbau, der die beiden Baukörper ver­bindet.