Objekt(12021): Sog. Bärtsepphof Sog. Bärtsepphof

ID: 142425524415
Datum: 11.04.2018
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(12021): Sog. Bärtsepphof Objektdaten

Straße: Obertalstraße
Hausnummer: 2
Postleitzahl: 78136
Stadt: Schonach
Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Schwarzwald-Baar-Kreis (Landkreis)
Gemeinde: Schonach im Schwarzwald
Wohnplatz: Schonach im Schwarzwald
Wohnplatzschlüssel: 8326055057
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(12021): Sog. Bärtsepphof Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(12021): Sog. Bärtsepphof Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(12021): Sog. Bärtsepphof Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keinekeine
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Bauphasen(12021): Sog. Bärtsepphof Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Im Jahre 1776 (d/ i) erbaut, gehört das untersuchte Gebäude zu den entwicklungsgeschichtlich wichtigsten Vertretern des mittleren und südlichen Schwarzwaldhauses.
Erste Veränderungen fanden am nördlichen Giebel des Anbaus des Gewölbekellers statt, der um das Jahr 1825 aufgemauert und mit einem eigenen Dachwerk überbaut wurde.
Der nächst folgende Umbau umfasste die Modernisierung des südlichen Wohnbereiches um 1837. Im Erdgeschoss werden die ehemalige Außentreppe und im Obergeschoss die Galerien abgebaut. In beiden Ebenen wird der ehemalige Flur vergrößerten Wohnflächen zugeschrieben.

Wohl im 20. Jahrhundert wurde es in seiner Länge gekürzt und ein erstes Mal verschindelt. Im Rahmen der groß angelegten Umnutzung zum städtischen Wohnhaus wurde der Sockel zu Wohnräumen umgebaut und der bis dahin genutzte Stall aufgegeben und an seiner Stelle ein großzügiges Treppenhaus angelegt. Parallel dazu erfolgten neben den Deckenanhebungen im Wohnbereich auch die Begradigungen der Raumecken.


1. Bauphase:
(1776)
Errichtung des Gebäudes (d/i).
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

2. Bauphase:
(1825)
Erste Veränderungen: Aufmauerung des nördlichen Giebels des Anbaus des Gewölbekellers und Überbauung mit einem eigenen Dachwerk.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
  • Anbau

3. Bauphase:
(1837)
Modernisierung des südlichen Wohnbereichs.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

4. Bauphase:
(1900 - 1999)
Umbauten im 20. Jahrhundert.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
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Besitzer(12021): Sog. Bärtsepphof Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Sog. Bärtsepphof in 78136 Schonach, Schonach im Schwarzwald (Burghard Lohrum)

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung
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Beschreibung(12021): Sog. Bärtsepphof Beschreibung

Umgebung, Lage: Das Schwarzwaldhaus befindet sich im Westen der Gemeinde Schonach im Schwarzwald und steht mit seinm Südgiebel senkrecht zum Hang.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Randlage
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Das Kerngebäude des untersuchten Baukomplexes besitzt etwa über ein Drittel seiner Länge einen massiven Sockel. Historischer Bestand dieses Sockels ist der Restbestand eines unter der Osthälfte liegenden, von Nord nach Süd verlaufenden Gewölbekellers. Wohl im 20. Jahrhundert in seiner Länge gekürzt, besteht der verbleibende, zu Wohnzwecken umgebaute und über den Südgiebel erschlossene Rest des Massivsockels aus Hochlochziegel.
Auf dem Sockel ist ein zweigeschossiger, verschindelter Holzgerüstbau mit 3 bzw. 4 Querzonen und 3 Längszonen abgezimmert. Das darauf errichtete, bauzeitlich mit Holzschindeln eingedeckte Dachwerk war zur Erbauungszeit bzw. ist teilweise noch heute an der Westseite bis zur Decke über dem Erdgeschoss abgeschleppt. Sowohl an der Westtraufe als auch am Nordgiebel erschlossen, liegt der Hauptzugang an der Osttraufe, innerhalb der mittigen Querzone. Am rückwärtigen Giebel führte eine Hocheinfahrt in die Dreschtenne des 1. Dachgeschosses.
An den Kernbau grenzt im Norden ein massiver Gewölbekeller an. Eingelassen in das ansteigende Gelände, übergreift er mit seinem in Süd- Nordrichtung gespannten Gewölbe die Ostflucht des Kernbaus und ist hier von Süden erschlossen. Überbaut durch ein bauzeitliches Dachwerk, setzt dieses mit niedrigerer Firstlinie am Walm des Kerndaches an und nimmt mit seinem nördlichen Walmabschluss die neue, nun verlängerte Hocheinfahrt auf.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die ursprüngliche Grundrissgliederung im Erd- und Obergeschoss ist durch das erhaltene Ständergerüst weitgehend nachvollziehbar. Danach gliederte sich die östliche Längszone des Erdgeschosses in drei Abschnitte, wobei den äußeren Stuben eine mittig gelegene und über die Traufe zugängliche Küche zugeordnet wurde. Letztere besaß ursprünglich zwei Rauchgewölbe und in Anlehnung an den Vertiefungen im Dachgebälk einen auf dem größeren Gewölbe sitzenden Kamin.
Angrenzend an die östliche Längszone, erstreckte sich der Flur über die gesamte Hauslänge. In diesen mündete ein kurzer, in der westlichen Längszone angelegter Querflur. Zugänglich war der Längsflur über zwei giebelseitige Eingänge, während der nördliche Eingang als Zugang in den späteren Kellereingang weiter genutzt wurde. Der südliche, wohl mit einem äußeren Treppenaufgang zu rekonstruierende Haupteingang ist verschwunden. Über den Längsflur wurden bzw. sind nicht nur die östlichen Räume, sondern auch die westlich des Flures liegenden Raumeinheiten erschlossen. Bei den Letzteren handelte es sich um zwei, durch den Querflur getrennte Stalleinheiten und eine am Südgiebel liegende Kammer.
Im Unterschied zu den mit einem Längsgebälk und aufgelegter Dielung eingedeckten Stallräumen, besaß die Kammer eine mit Nut und Feder verlegte Bohlendecke. Deren Auflager ist an der Westtraufe noch erhalten und bestand aus einer horizontalen, auf die Kammerbreite begrenzte Nut im Wandrähm. Eigenartigerweise zeigt weder das Rähm noch der Giebeleckständer Hinweise auf einen ehemaligen Wandverschluss.

Die im Längsflur nachgewiesene Treppe führte in das Obergeschoss, dessen erhaltenes Gerüst die gleiche Grundrissgliederung wie die des Erdgeschosses wiederspiegelt. So befinden sich über den Stuben die entsprechenden Stubenkammern und über den Stallräumen die eventuell von den Knechten und Mägden genutzten Dachkammern. Dachkammern deshalb, da sie im Gegensatz zu den Stubenkammern keine Traufwand besitzen, sondern unter der tief nach unten abgeschleppten und mit einer Schindeldeckung eingedeckten Dachfläche lagen.
Orientiert an der nachgewiesenen Türöffnung ist, auf dieser Ebene eine am Südgiebel auskragende Galerie zu vermuten. Gleiches gilt möglicherweise auch für den Nordgiebel, wobei hier die zugehörige Türöffnung noch erhalten ist.
In vertikaler Abstimmung mit dem unteren Querflur war auch im Obergeschoss ein Querflur angelegt. Über ihn war unter anderem der Dachraum zugänglich. Der zugehörige Abdruck einer Treppe oder Leiter ist am Längsrähm noch erkennbar. Parallel dazu ermöglichte der Querflur auch den Abwurf des Heus in den wohl auch als Futtergang genutzten Querflur im Erdgeschoss.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): Spätere Veränderungen

Erste Veränderungen beziehen sich auf den Anbau des Gewölbekellers am nördlichen Giebel. Um das Jahr 1825 aufgemauert und mit einem eigenen Dachwerk überbaut, führte der Kelleranbau zur Verlängerung der Hocheinfahrt und zur Aufgabe des Fenstererkers in der angrenzenden Stube des Erdgeschosses.

Der nächst folgende Umbau umfasste die Modernisierung des südlichen Wohnbereiches. Mit einem zeittypischen der Jahre um 1837 ausgestattet, erhält das Schwarzwaldhaus ein in gestalterischer Hinsicht neues Gesicht. Im Erdgeschoss werden die ehemalige Außentreppe und im Obergeschoss die Galerien abgebaut. In beiden Ebenen wird der ehemalige Flur vergrößerten Wohnflächen zugeschrieben.

Zur gleichen Zeit ein erstes Mal verschindelt, erfolgten die gravierendsten Veränderungen im 20. Jahrhundert. So wird im Rahmen der groß angelegten Umnutzung zum städtischen Wohnhaus der Sockel zu Wohnräumen umgebaut. In diesem Zusammenhang wird dann auch der bis dahin genutzte Stall aufgegeben und an seiner Stelle ein großzügiges Treppenhaus angelegt. Parallel dazu erfolgten neben den Deckenanhebungen im Wohnbereich auch die Begradigungen der Raumecken. Beides sind Maßnahmen, die zu einem beträchtlichen Substanzverlust führten, aber die historischen Wurzeln des Gebäudes nicht kappen konnten.
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(12021): Sog. Bärtsepphof Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach mit Drittelwalm
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
  • Verwendete Materialien
    • Ziegel
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Holzschindeln
Konstruktion/Material: Errichtet wurde ein zweigeschossiger Holzgerüstbau, dessen ursprüngliche Grundrissgliederung im Erd- und Obergeschoss durch das erhaltene Ständergerüst weitgehend nachvollziehbar ist.

Konstruktiv in einen eigenständig abgezimmerten Unterbau und in eine darauf errichtete Dachkonstruktion getrennt, zeigt der untersuchte Bau eine für diese Zeit fortschrittliche Lösung. So handelt es sich bei dem ausgeführten Dachwerk um ein Sparrendach, dessen Sparrenpaare durch einen Firsträhm und zwei Stuhlrähme stabilisiert werden. Unterstützt werden die Rähme durch zwei abgesprengte Querbinder über der südlichen Haushälfte und drei abgestrebte Querbünde im Bereich der Dreschtenne. Dabei kamen bei den abgestrebten Querbünden zwei unterschiedliche Lösungen zur Ausführung. So setzen die Firststuhlstreben der beiden südlichen Querbünde auf der Dachbasis an, während die Firststuhlstreben des nördlichen Querbundes in den Kehlbalken zapfen.
Im Vergleich zum Unterbau ist das Dachwerk einschließlich seiner Dachhaut nahezu ohne Fehlstelle erhalten. Bauzeitlich ist auch noch die farblich abgesetzte Verbretterung des Nordgiebels.