Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Altes Rentamt

ID: 261310139093  /  Datum: 15.12.2009
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Eichwaldstraße
Hausnummer: 36
Postleitzahl: 74889
Stadt-Teilort: Sinsheim-Ehrstädt

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Rhein-Neckar-Kreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8226085007
Flurstücknummer: 133
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Ehemalige Synagoge (74889 Sinsheim-Ehrstädt, Eichwaldstraße 15)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Im Jahr 1587 wurde das Rentamt erstmals aktenkundig erwähnt. Das Gebäude jedoch entstammt vermutlich dem Spätbarock und wird auf die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts datiert.1850 wird wegen Baufälligkeit des Schulhauses der Unterricht in das Alte Rentamtgebäude verlegt. Seit 1889 befand es sich im Besitz der Familie Lautermilch, die das Anwesen landwirtschaftlich nutzte.
In der Zeit von 1914 bis 1918 wurden im ehemaligen Rentamt französische Kriegsgefangene festgehalten, worauf die Fenstergitter im Erdgeschoss aus dieser Zeit bis heute verweisen.
Im Jahr 1960 wurden neue Fenster im Erd- und Obergeschoss eingebaut und die Scheune zum Teil abgerissen und wiederaufgebaut. Seit 1990 ist das Alte Rentamt unbewohnt.
1995 zerstörte starker Hagel einen Großteil der Ziegel und Fensterscheiben. Ferner nahm die Ausstattung durch eindringendes Regenwasser große Schaden.
Am 24. 06.1996 wurde dem Abbruch des ehemaligen Rentamtes zugestimmt.


1. Bauphase:
(1750 - 1790)
Das Alte Rentamt wird auf die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts datiert.(a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude

2. Bauphase:
(1850 - 1889)
1850 wird der Unterricht wegen Baufälligkeit des Schulhauses in das Alte Rentamtgebäude verlegt. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Schule, Kindergarten

3. Bauphase:
(1889 - 1996)
Seit 1889 befand sich das Alte Rentamt im Besitz der Familie Lautermilch, die das Anwesen landwirtschaftlich nutzte.(a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

4. Bauphase:
(1914 - 1918)
In der Zeit von 1914 bis 1918 wurden im ehemaligen Rentamt französische Kriegsgefangene einquartiert. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Gefängnis

5. Bauphase:
(1960)
Im Jahr 1960 wurden neue Fenster im Erd- und Obergeschoss eingebaut. Ferner wurde die Scheune teilweise abgerissen und wiederaufgebaut. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

6. Bauphase:
(1990 - 1996)
Seit 1990 ist das Alte Rentamt unbewohnt.
Am 24. 06.1996 wurde dem Abbruch des ehemaligen Rentamtes zugestimmt. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Altes Rentamt, Westamt
Quelle: Säubert, Bernd und Lorenz, Stefan (Karlsruhe) / Altes Rentamt in 74889 Sinsheim-Ehrstädt
Altes Rentamt, Befundplan, Grundriss, EG
Quelle: Säubert, Bernd und Lorenz, Stefan (Karlsruhe) / Altes Rentamt in 74889 Sinsheim-Ehrstädt

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Voruntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Alte Rentamt liegt am Ortsrand an der Straßenecke Eichwaldstraße und Alter Grombacher Weg.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Zweigeschossiges, giebelständiges Gebäude mit einer Grundfläche von ca. 10,30 x 13,10 m.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die Kellerräume sind über zwei Rundbogenportale von außen zugänglich. Bei dem Wohnhaus handelt es sich um ein Mittelflurhaus mit zwei durchgehenden Querwänden und ursprünglich vier Eckzimmern in den Wohngeschossen. Das Erdgeschoss ist über eine mächtige zweiläufige Sandsteintreppe mit Zwischenpodesten erreichbar. Die Innenerschließung erfolgt in den Mittelfluren über vier geradläufige Holztreppen. Im Dachgeschoss finden sich auf beiden Seiten des Mittelflures jeweils ein Wohnraum und zwei Abseiten.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Am Gebäude finden sich Verformungen in vertikaler und horizontaler Richtung bis zu 15 cm sowie starke Setzrisse. Besonders augenfällig wird dies an der nördlichen Giebelwand in Form von Ausbauchungen und Knicken. Durch die massive Innenwände (d=50 cm) im Erdgeschoss erleiden die umgebenden Bauteile gefährliche Setzungen und Durchbiegungen. Der Abbruch zweier Zwischenwände brachte eine Überlastung der Decke über EG mit sich, während an der Decke über OG ca. 25% der Balkenauflage und des Kranzgesimses verfielen Durch den äußeren schadhaften Außenputz haben sich die Kalksteinausfachungen im Ober- und Dachgeschoss gelockert. Infolge eines Hagelschlags ist die Dachdeckung zu 30% zerstört. An der Innenausstattung entstehen durch eindringendes Regenwasser erhebliche Schäden. So sind die Lehmdecken im Begriff abzufallen, während sämtliche Holzböden eine nicht reversible Wellung aufweisen. Des Weiteren leidet das Gebäude unter extremer Durchfeuchtung.
Das ruinöse Kranzgesims weist ein Karniesprofil auf.
Bestand/Ausstattung:
Die einflügeligen Fenster gehen auf eine Sanierungsmaßnahme von 1960 zurück, bei der drei Sprossfenster belassen wurden. Türblätter und Türbekleidungen sind dem späten 19. Jahrhundert zuzuordnen, wobei noch neun Türblätter aus der Barockzeit erhalten sind. An den Holztreppen sind die alten Brettergeländer erhalten und die Blockstufen teilweise aus Sandstein, .
Die Raumoberflächen bestehen aus Holzdielen, verputzten Wänden mit Kalkanstrichen und Rollmustern sowie aus Lehmdecken mit Stuckprofilen resp. Stuckvoluten. In einigen Räumen finden sich Brüstungspaneele mit Füllung resp. Sockelbretter.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Obergeschoss(e) aus Holz
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Balkendach mit Rofen und stehendem Stuhl
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bruchstein/Wacken
    • Lambris/Täfer
  • Decken
    • Lehmwickeldecke
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Fenster
    • bemerkenswerte Türen
    • bemerkenswerte Wand-/Deckengestaltung
  • Dachform
    • Satteldach mit Schopfwalm (Krüppelwalm)
Konstruktion/Material:
Keller- und Erdgeschoss sind in Massivbauweise aus Kalkstein errichtet, wobei für die Nordostecke gelber Sandstein verwendet wurde. Das Obergeschoss springt ca. 7 cm zurück und ist, wie das Dachgeschoss, in Eichenfachwerk ausgeführt. Die Ausfachung der Riegelwände wurde in Kalkstein ausgeführt. Im Erdgeschoss sind die Innenwände massiv erbaut. Der Dachstuhl, ein Sparrendach mit Kehlbalkenlage, findet seine Aussteifung durch ausgefachte Längs- und Querwände. Sämtliche Decken bestehen aus einer Balkenlage in Eiche mit Lehmwickel als Zwischenböden. Das Dachgeschoss überzieht ein Satteldach mit Krüppelwalm.

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