Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 204987246218  /  Datum: 01.08.2012
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Oberamtsstraße
Hausnummer: 14
Postleitzahl: 73479
Stadt-Teilort: Ellwangen

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Ostalbkreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8136019012
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Gebäude Oberamtsstraße 14 in Ellwangen wurde 1446 (d) erbaut. Aus dieser Zeit haben sich im wesentlichen der Gewölbekeller, die massiven Außenwände der Vollgeschosse, die Holzbalkendecken
sowie das Dachtragwerk erhalten. Vereinzelt konnten bauzeitliche Innenwände mit Lehm-Flechtwerkausfachung nachgewiesen werden. An den Innenseiten der Außenwände konnten - möglicherweise bauzeitliche - Farbfassungsreste mit sehr kräftigem Rotton aufgedeckt werden. Im 18. Jahrhundert fanden größere Umbau- und Umgestaltungsmaßnahmen am Gebäude statt. Sowohl am äußeren Erscheinungsbild als auch im Inneren wurde eine durchgreifende Barockisierung verwirklicht, die sich sehr schön an zahlreichen Ausstattungselementen, wie Türen, Stuckierungen und dem Treppenlauf ablesen lässt. Besonders bemerkenswert ist die gut überlieferte barocke Sommerstube im 1. Dachgeschoss. Seit 1844 befindet sich das ehemals Hochfürstlich-Capitulische Amtshaus im Privatbesitz. Nun wurden diverse Umbauten vollzogen. Ein wesentlicher Eingriff war die Einrichtung bzw. Abtrennung einer zweiten Wohnung im Obergeschoss. Im Laufe des 20. Jahrhunderts und vor allem in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts fanden weitere, zumeist kleinere An- und Umbauten statt.


1. Bauphase:
(1446)
Wie die vor mehreren Jahren durchgeführte dendrochronologische Altersbestimmung belegt, wurde das Dachtragwerk und somit wohl auch das Gebäude um 1446 errichtet. Aus dieser Zeit hat sich neben dem gewölbten Keller und den massiven Außenwänden vor allem die hölzerne Primärkonstruktion der Balkendecken und des Dachtragwerkes erhalten.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

2. Bauphase:
(1693)
In der bislang ersten urkundlichen Erwähnung wird das Gebäude als „Eine Capitulische Behausung in welcher der Sekretär wohnt“ bezeichnet. [Maschinenschriftliches Manuskript von Albert Rathgeb, 1969]
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1700 - 1799)
Im Laufe des 18. Jahrhunderts erfuhr das Gebäude eine deutliche Umgestaltung. Dabei wurden im Inneren einige Fachwerkwände mit Backsteinen ausgefacht bzw. gänzlich erneuert. Zahlreiche barocke Türen zeugen noch von dieser Umbauphase. Darüber hinaus wurde der heute noch vorhandene, schön gestaltete Treppenlauf eingebaut. Im 1. Dachgeschoss entstand eine zeittypische Sommerstube, in welche sich der Hausherr im Sommer zurückziehen konnte. Am äußeren Erscheinungsbild des Gebäudes lässt sich diese barocke Umbauphase noch deutlich an der symmetrischen Fassadengliederung sowie an den Dach-Abwalmungen der Ost- und Westseite erkennen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

4. Bauphase:
(1804 - 1827)
Bis ins späte 18. Jahrhundert diente das Gebäude als Hochfürstlich-Capitulisches Amtshaus und Wohnung für den Sekretär. Wohl um 1804, mit der Mediatisierung der geistlichen Güter, wird ab 1805 der Obersteuereinnehmer Bauer als Besitzer erwähnt. 1827 wird das Wohnhaus schließlich als Staatsgebäude bezeichnet, welches als Wohnung für den Oberjustitzrat Hiller dient.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1844 - 1910)
Im Jahr 1844 kauft der Oberamtsarzt Dr. Werfer das Gebäude vom Staat ab. Seit dieser Zeit ist das Haus somit in Privatbesitz. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis ins frühe 20. Jahrhundert lassen sich diverse Umbaumaßnahmen nachweisen. So belegt eine Zeitungsmakulatur aus dem Jahr 1849, welche sich im Erdgeschossraum E.02 befindet, dass in dieser Zeit zumindest die Oberflächen erneuert wurden.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

6. Bauphase:
(1953 - 1966)
Wie diverse Bauakten belegen, fanden in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts bauliche Veränderungen am und im Gebäude statt. So wurden 1953 die beiden südöstlichen Dachgauben im 1. Dachgeschoss
errichtet. 1958 erfolgte der Badeinbau im Obergeschoss und 1966 wurde schließlich die südlich angebaute Garage errichtet. Darüber hinaus fanden noch kleine Ausbesserungsmaßnahmen und Oberflächenerneuerungen statt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht des Gebäudes von Osten / Wohnhaus in 73479 Ellwangen, Ellwangen (Jagst) (18.11.2010 - Markus Numberger, Esslingen)
Abbildungsnachweis
Bauphasenplan zum Erdgeschoss / Wohnhaus in 73479 Ellwangen, Ellwangen (Jagst) (20.11.2010 - Markus Numberger, Esslingen)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude Oberamtsstraße 14 befindet sich im östlichen Bereich der historischen Altstadt von Ellwangen. Es steht in repräsentativer Ecklage von Oberer Straße und Oberamtsstraße, schräg
gegenüber des sog. Palais Adelmann, in zentraler Blickachse der Oberen Straße.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein zweigeschossiges, verputztes Wohnhaus mit massiven Umfassungswänden. Nach oben schließt das Gebäude mit drei Dachgeschossebenen unter einem
Walmdach ab. Das Gebäude zeigt äußerlich eine barocke, symmetrisch geordnete Fassadengliederung, die mit vertieften Putzbändern und Lisenen zusätzlich akzentuiert wird.
Die Gebäudeerschließung erfolgt an der östlichen Seite über eine mittig zur Fassade angeordnete Außentreppe.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Gebäude besitzt unter der östlichen Gebäudehälfte einen Gewölbekeller, welcher ursprünglich nach Osten, im Bereich der heutigen Hauseingangstüre, einen Kellerzugang von außen gehabt
haben muss. Die Grundrisszonierung des Wohnhauses besteht aus drei Querzonen, die im Erdgeschoss und vor allem am Dachtragwerk noch gut abzulesen sind. Die bauzeitliche Anzahl der Längszonen lässt sich heute nur noch schwer erkennen. Die heutige Teilung in drei
Längszonen, wobei die mittlere Zone die Mittellängsflurerschließung aufnimmt, dürfte der barocken Umbauphase entstammen. Das Erdgeschoss nimmt heute eine große Wohneinheit auf. Im Obergeschoss des Wohnhauses befinden sich zwei Wohneinheiten. Die drei Dachgeschossebenen sind weitestgehend unausgebaut und dienen zu Lagerzwecken. Lediglich im 1. Dachgeschoss sind mehrere Kammern durch Bretterwände abgetrennt. Diese Kammern
dienten einst als Knecht- bzw. Mägdekammern. Besonders bemerkenswert ist jedoch eine barocke Sommerstube mit Bretterleistendecke und barocker Zimmertüre.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Decken
    • Balkendecke
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Dachform
    • Satteldach mit beidseitigem Vollwalm
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Treppen
    • bemerkenswerte Türen
    • bemerkenswerte Wand-/Deckengestaltung
Konstruktion/Material:
Das Gebäude besitzt massiv gemauerte Außenwände und Fachwerk-Innenwände. Diese Innenwände waren ursprünglich mit Lehm-Flechtwerk ausgefacht, welches an einer Wand im Erdgeschoss (Sondage 4) noch nachgewiesen werden konnte. Die gesamte hölzerne Primärkonstruktion (Unterzüge, Deckenbalken, Dachtragwerk) stammt noch aus der Erbauungszeit des Gebäudes. Das verblattete Dachtragwerk wurde im 1. Dachgeschoss mit einer dreifach stehenden Stuhlkonstruktion mit Mittellängsunterzug errichtet. Die Stuhlständer sind sowohl in Längs- als auch in Querrichtung mit Steigbändern ausgesteift. Im 2. Dachgeschoss befindet sich eine zweifach stehende Stuhlkonstruktion mit Steigbändern in Querrichtung und Kopfbändern in
Längsrichtung. Abbundzeichen in Form von Strichkerben auf der Südseite und Quadratkerben auf der Nordseite, die eine Sparrenzählung belegen, konnten nachgewiesen werden. Eine einheitliche, zeitgleiche Errichtung des Dachtragwerkes ist aufgrund der Gefügemerkmale als gesichert anzusehen. Deutlich zu erkennen ist die nachträgliche Abwalmung der Ost- und Westseite. Hier wurden die Pfetten abgesägt und nachträglich durch Stützen gesichert. Die Konstruktion der Walmdächer ist verzapft und nimmt keinen Bezug zum mittelalterlichen Dachtragwerk. Der Rest einer Haspelhalterung im 2. Dachgeschoss spricht dafür, dass zumindest an der Ostseite ein Giebelwanddreieck mit Aufzugsladen vorhanden war. Die dendrochronologische Altersbestimmung des Dachtragwerkes ergab ein Fälldatum der Hölzer im Winter 1445/46, so dass von einer Erbauung des Gebäudes im Jahr 1446 ausgegangen werden kann.

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