Haalstraße 5/7 (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Sog. Melanchtonscheune

ID: 194606971520  /  Datum: 03.11.2022
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Markgrafenstraße
Hausnummer: 16a
Postleitzahl: 79115
Stadt-Teilort: Freiburg im Breisgau-Haslach

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Freiburg im Breisgau (Stadtkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8311000011
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 47,9922° nördliche Breite, 7,8171° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Gebäudekomplex (79098 Freiburg, Markgrafenstraße 18,18a,20)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Scheune gehörte zum benachbarten Hofgebäude (Markgrafenstraße 14 und 14a), welches spätestens im 19. Jahrhundert geteilt wurde. Sie wurde an eine bestehende Steinwand, die heutige südliche Giebelwand, angebaut, welche zu einem südlich stehenden Gebäude gehörte. Da diese Wand aufgrund der Baubefunde nie frei stand, hatte die heute bestehende Scheune einen Vorgänger. Die Ostwand wirft einige Fragen auf. Womöglich wurde beim Bau der Scheune oder ihres Vorgängerbaus der Verlauf der Friedhofsmauer an den Scheunenbau angepasst, aber auch eine Anpassung des Scheunenbaus an eine bestehende Friedhofsmauer wäre denkbar. Die Friedhofsmauer dürfte zumindest im 17. oder 18. Jahrhundert erneuert worden sein, da Haslach in dieser Zeit mehrfach zerstört wurde und der Nachbarhof (Markgrafenstraße 18/20) z. B. ins Jahr 1663 (d) mit mittelalterlichen Resten datiert ist. Die Westwand der vorliegenden Scheune wurde wohl größtenteils erneuert. An die nördliche Giebelwand war zwischenzeitlich ein Hühnerstall angebaut, für den in die Wand ein Zugang eingebaut wurde. Von der ursprünglichen baulichen Innengliederung ist wohl nichts erhalten. Im Dachwerk wurden neben der Rofenschwelle an der Westtraufe (hier wohl umfangreiche Veränderungen) die meisten Rofen ausgetauscht. Die erhaltenen Nadelhölzer weisen ein Fälldatum im Winter 1770/71 (d) auf, die Eichenproben waren weniger klar auszuwerten und ergeben einen Zeitraum für die Fällung zwischen frühestens 1767 und spätestens 1785, was jedoch einer Datierung der Holzkonstruktion ins Jahr 1771 nicht entgegensteht. Die Fachwerkkonstruktion der Westwand ersetzte wohl im 19. Jahrhundert (Abbundzeichen) eine bestehende Steinwand. Im Jahr 1906 kaufte die Evangelische Kirchengemeinde die Scheune zusammen mit dem hinteren Teil des Hofgebäudes (Markgrafenstraße 14a). Aus den Adressbüchern der Stadt Freiburg ergibt sich, dass das Anwesen weiterhin zumindest teilweise noch landwirtschaftlich genutzt wurde, spätestens ab den 1940er Jahren sind andere Nutzungen möglich. Damit verbunden waren wahrscheinlich die Veränderungen im Inneren und der Westwand. Ab den 1950er Jahren (wohl bis in die 1970er Jahre) wohnte im Hofgebäude der Kirchendiener der benachbarten Melanchthonkirche. Wahrscheinlich erfolgten in diesem Zeitraum weitere Veränderungen im Inneren und die Öffnung des Gebäudes zum Kirchhof hin.


1. Bauphase:
(0)
I. Massive südliche Giebelwand eines Vorgängerbaus, an den der bestehende Bau angebaut wurde.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein

2. Bauphase:
(1770 - 1771)
II. Neubau der Scheune vor der Giebelwand mit dreizonigem Grundriss. Östliche Traufwand als Steinwand mit Mauerschwelle bis unter die Rofenschwelle auf der Ostseite einbezogen, erhöht oder ebenfalls neu gebaut. Datierung Dachwerk: Nadelhölzer 1770/71 (d), Eichenhölzer 1767/1785 (d).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Bauernhof
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach

3. Bauphase:
(1850 - 1899)
III. Fachwerkzone in der Ostwand ersetzt den oberen Teil der Steinwand. (19. Jh.)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Bauernhof
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • allgemein

4. Bauphase:
(1900 - 2020)
IVa. Westwand im EG durch Backsteinwand ersetzt, Fenster eingebaut, Tennentor geschlossen (?). Einbau von Backsteinwänden im Inneren anstelle der Ständer mit wahrscheinlich hölzernen Zwischenwänden. (undat., 19./20. Jh.)
IVb. Erneuerung des Daches, Erneuerung der westlichen Rofenschwelle. (undat., 19./20. Jh.)
IVc. Nach und nach Innenausbau im EG, Einbau der Heizung. Spätestens jetzt die Fenster und die Tür in der Ostwand. (20. Jh.)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Bauernhof
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

Besitzer

1. Besitzer:
(1906)
Evangelische Kirchengemeinde
Bemerkung Familie:
Bemerkung Besitz:
erwirbt die Scheune
Beschreibung:
Beruf / Amt / Titel:
keiner
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Nordosten, vom Kirchhof aus gesehen / Sog. Melanchtonscheune in 79115 Freiburg im Breisgau-Haslach (19.03.2020 - K. Herrmann, Bad Krozingen)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Scheune steht im historischen Ortskern von Haslach zwischen einem kleinen Bauernhaus (Markgrafenstraße 14), dessen Scheune sie ursprüngluch war, und dem ehemaligen Kirchhof der teilweise mittelalterlichen Melanchthonkirche. Südlich führt heute die Kolpingstraße am Giebel der Scheune vorbei. Der First der Scheune verläuft annähernd in Nord-Süd-Richtung.
Lagedetail:
keine Angaben
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Eingeschossiges Gebäude unter Satteldach.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die Scheune bestand ursprünglich aus drei Querzonen, die von der Westseite her erschlossen waren. Die nördliche Zone war vermutlich ein Stall, in der Mitte lag eine Tenne, die zugleich als Futtergang diente, die südliche wurde wohl als Bergeraum genutzt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Standrofen mit Querzapfung
  • Mischbau
    • Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Ständer
    • Unter-, Überzüge, Pfetten
Konstruktion/Material:
Die eingeschossige Scheune mit Satteldach ist auf der Ostseite auf die Umfassungsmauer des angrenzenden Friedhofs aufgesetzt. Über der hier ungewöhnlich starken Mauer ist die Wand in Fachwerk aus kurzen Ständern und Streben mit Steinfüllung weitergeführt. Der Südgiebel ist massiv aus Wacken aufgebaut, der Nordgiebel besteht aus Fachwerk mit einer Füllung aus Wacken. Hinzu kommen Ausbesserungen aus Ziegelstein. Das Fachwerk ist dem Gebäudetypus entsprechend schlicht aus Ständern, Feldstreben und im Basisstock aus zwei Feldriegeln aufgebaut. Der nordöstliche Eckständer ist leicht eingezogen, da die Kirchhofmauer über die Gebäudeecke hinaus weitergeführt ist und damit die Ecke schneidet. Ein kurzer, auf diese Mauer aufgesetzter Eckständer trägt den vorkragenden Dachbalken. Die Westwand ist nicht vollständig einzusehen, da hier zwei nachträglich angebaute Schuppen die Sicht einschränken und ein Teil der Wand holzverkleidet ist. Sie besteht im nördlichen Teil aus einer Ziegelwand mit Fachwerkresten, südlich daran anschließend aus besagter Holzverkleidung, darauf folgt eine einfache Ziegelwand.
Der Haupteingang befindet sich heute auf der Ostseite, hier sind auch drei querrechteckige Fenster in die Wand eingelassen.

Das Innere der Scheune ist in drei Querzonen unterteilt. Die nördliche der drei Zonen ist zweigeteilt, so dass zwei unverbundene Räume entstanden sind. In den östlichen der beiden Räume führt der genannte Haupteingang vom Kirchhof her. Hier sind noch drei Deckenbalken sichtbar.
Das Dachwerk besteht aus einem zweifach stehenden Stuhl mit stehender Firstachse. Die Standrofen mit Querzapfung gründen auf einer Rofenschwelle. Die übrige Längsaussteifung erfolgt durch Kopfstreben, die Queraussteifung durch Fußstreben. Eine der Kopfstreben weist aufgrund dessen geringer Holzstärke einen Blattzapfen auf. Die Dachkonstruktion bindet auf der Nordseite in den Fachwerkgiebel ein, während sie auf der Südseite mit einer offenen Querbundachse frei vor dem massiven Giebel steht. Auf der Westseite trägt eine der eigentlichen Dachschwelle vorgelagerte Aufschieblingschwelle die Aufschieblinge für den Dachüberstand. Ständer und Streben sind aus Eichenholz, das übrige Dachwerk ist aus Nadelholz. Das Dach ist heute mit modernen Falzziegel der Tonwerke Kandern eingedeckt. Die Eindeckung reicht bis auf die nachträglich angebauten Schuppen hinunter.

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