Hohes Haus (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Glashüttensiedlung (Ensemble)

ID: 191214409241  /  Datum: 22.08.2007
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Eisenwerkstraße
Hausnummer: keine
Postleitzahl: 76571
Stadt-Teilort: Gaggenau

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Rastatt (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8216015004
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
keine Angabe

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
1. Beinhaltet Bauteil: Gasthaus Glashütte, Eisenwerkstraße 1
2. Beinhaltet Bauteil: Scheune mit Remise, Eisenwerkstraße
3. Beinhaltet Bauteil: ehemalige Schmiede, Eisenwerkstraße 4

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die besondere, überörtliche Bedeutung der Gaggenauer Glashütte folgt aus ihrer Gründungsgeschichte in der Zeit des Übergangs zu frühen kapitalistischen Wirtschaftsformen in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts dieser Umbruch dokumentiert sich eindrucksvoll auch in der baulichen Konzeption der Gesamtanlage, die damit für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte exemplarischen Charakter besitzt.
1772 musste der bisherige Standort am Mittelberg auf obrigkeitliche Anordnung aufgegeben werden. In dieser Situation trat mit Anton Rindeschwender eine typische Unternehmerpersönlichkeit des ausgehenden 18. Jahrhunderts auf den Plan. Er erwirkte vom Markgrafen die Erlaubnis die Glashütte zu übernehmen und von Mittelberg nach Gaggenau zu verlegen. Damit verschaffte er sich entscheidende Standortvorteile. Insbesondere machte ihn die Lage am Ufer der Murg unabhängig vom umliegenden Waldbestand. Das Wohlwollen des Landesherrn für den tüchtigen Unternehmer garantierte ihm auch die ausreichende Zufuhr aller weiteren benötigten Rohstoffe, z. Bsp. mit dem Bergerecht für ein reiches Quarzsandvorkommen. Nicht zuletzt wurde auch der Transport der fertigen Ware durch die verkehrsgünstige Lage im Murgtal erheblich begünstigt.
Die herkömmlichen Glashütten waren genossenschaftlich organisiert. In Mittelberg besaßen die Meister gemeinsam alle Werkgebäude und technischen Einrichtungen sowie die Wohnhäuser für die Gesellen. Die allgemeine Verwaltung oblag wie einem Bürgermeister oder Vogt dem Obermeister.


1. Bauphase:
(1772 - 1773)
Errichtung der Glashüttensiedlung nach einem Plan von Anton Rindeschwender. Die Anordnung der Gebäude folgte einem Gesamtplan, der noch vollständig barocken Bauideen verhaftet ist (a).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Ansicht des Ensembles von 1878 / Glashüttensiedlung (Ensemble)  in 76571 Gaggenau
Herrenhaus (abgerissen 1977) / Glashüttensiedlung (Ensemble)  in 76571 Gaggenau

Zugeordnete Dokumentationen

keine

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Südwestlich im Ort direkt an der Murg gelegen.
Lagedetail:
keine Angaben
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Glashütte
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Die Meisterhäuser als persönliches Eigentum der Meister waren gestelzte Wohnstallspeicherbauten (Schilli) mit Stallungen im massiven Sockelgeschoss, denn die Meister wie Gesellen betrieben zur Verbreiterung ihrer Existenzgrundlage auch Landwirtschaft. Der Gebäudetypus weist auf die ursprüngliche Herkunft der Glasmacher aus dem Südschwarzwald hin. Beim größten der Meisterhäuser bestand das Erdgeschoss aus einer einzigen großen Stube, die der kleinen Gemeinschaft in der abgelegenen Siedlung zum Wirten und für Zusammenkünfte diente.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Nachdem Anton Rindeschwender 1772 das markgräfliche Privileg für die Glashütte in Gaggenau erhalten hatte ging er mit der ihm eigenen Energie zu Werke. Noch im gleichen Jahr entstanden die Betriebsgebäude - offenbar nach rein ökonomischen Gesichtspunkten und noch ohne Bezug auf ein gestaltendes Prinzip für die spätere grö0ere Gesamtanlage. Im Jahr 1773 folgten das Herrenhaus und die Arbeiterhäuser, wenig später auch das Gasthaus. Die Anordnung der Gebäude folgte nun einem Gesamtplan, der noch vollständig barocken Bauideen verhaftet ist.
Eine hölzerne Brücke, der Glasersteg, führte vom Nordufer über die Murg auf einen geräumigen Hof, der dem stattlichen Herrenhaus (1977 abgerissen) vorgelagert war und murgabwärts (westlich) von den Betriebsgebäuden, murgaufwärts (östlich) von der Arbeitersiedlung begrenzt war. Brücke, Hof und Herrenhaus waren axial aufeinander bezogen, die breite angerartige Straße zwischen den Arbeiterhäusern bildete rechtwinklig dazu eine Querachse, deren Straßenraum in gleichmäßigen Abständen von axial aufeinander bezogenen Gebäuden begrenzt war.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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