Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 188619833611  /  Datum: 14.04.2026
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Präsenzgasse
Hausnummer: 5
Postleitzahl: 78628
Stadt-Teilort: Rottweil

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Rottweil (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8325049025
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Dem bereits ab 1353 als Lagerbau errichteten Gebäude kam erst zu späterer Zeit eine Wohnnutzung mit Stube und Küche ins 1. Obergeschoss hinzu. Der Südwestraum des 2. Obergeschosses erhielt eine polychrome Wandmalerei. Die Grundfläche des Gebäudes reichte anfangs weiter nach hinten, wurde um 1640 aber um ein Drittel reduziert und in Verbindung damit hatte man auch ein neues Dach in geringerer Größe aufgesetzt. Von der Stube wurden wohl im 18. Jahrhundert Wände und Decke vollständig erneuert. Das Dachwerk hat man beim letzten Umbau 1985 vollständig neu abgezimmert.


1. Bauphase:
(1353)
1353 (d), Errichtung von Erdgeschoss und Obergeschoss vermutlich als Lagergebäude
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Lagergebäude
Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz

2. Bauphase:
(1363)
1363 (d) Aufstockung um das 2. Obergeschoss, wohl immer noch als Lagergebäude
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Lagergebäude
Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz

3. Bauphase:
(1640)
Rückwärtige Reduzierung des Gebäudes um etwa ein Drittel, Aufsetzen eines Daches in geringerer Größe
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

4. Bauphase:
(1700 - 1799)
Erneuerung der Stube
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

5. Bauphase:
(1985)
Erneuerung des Daches
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Südosten / Wohnhaus in 78628 Rottweil (2024 - Stefan King)
Abbildungsnachweis
Ansicht von Südwesten / Wohnhaus in 78628 Rottweil (2024 - Stefan King)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Analyse
  • Dendrochronologisches Gutachten

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Wohnhaus steht traufständig in der nördlichen Häuserzeile der Präsenzgasse in der Rottweiler Kernstadt, im sogenannten Lorenzort.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Gebäude ist straßenseiting dreigeschossig, wird rückwärtig schmaler und staffelt im 2. Obergeschoss zugunsten einer Terrasse zurück. In der Straßenfassade öffnet sich mittig ein großes Tor und rechtsseitig eine Haustür, über der im Obergeschoss ein Erker vorkragt. Die Fensteröffnungen des 2. Obergeschosses in gotischen Formen sind unter den Rottweiler Bürgerhäusern ohne Vergleich. Ein Kellerraum ist nicht mehr vorhanden.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Vom hölzernen Innengerüst haben sich die Deckenlagen aller drei Geschosse und das Traggerüst der beiden Obergeschosse in bemerkenswertem Umfang erhalten. In den Obergeschossen verläuft innerhalb der heutigen Grundfläche mittig ein Unterzug, der mit den Enden im Mauerwerk der Scheidwände lagert. Der Unterzug wird von jeweils zwei stark bemessenen Ständern getragen, die die Drittelspunkte besetzen. Bei den Balkenlagen über Erd- und 1. Obergeschoss hat man die Abstände ungleich bemessen, damit jeweils ein Balken axial über beiden Ständern zu liegen kam, was mit der Raumteilung zu tun hat. Im 2. Obergeschoss trifft dies nur für den westlichen Ständer zu. Zum Einbau von Innenwänden wurden in allen drei Geschossen in die Unterseite von Unterzügen und einzelnen Deckenbalken Nuten eingelassen, die über den Ständern durchlaufen. Im 1. Obergeschoss weist auch der westliche Ständer Nuten auf, nicht aber im 2. Obergeschoss. Zum unteren Wandanschluss dienen oberseitig genutete Schwellbalken, die auf der Dielung verlegt sind und stumpf gegen die Ständer laufen. Im 2. Obergeschoss hat man eine Wand an einer Stelle eingezogen, wo keine Nut vorbereitet war, sodass ein zierliches Rähmholz von 8 auf 10 cm an der Unterseite des Deckenbalkens diese Aufgabe übernehmen musste.
Überdies haben sich im 2. Obergeschoss die Türstiele mehrerer Türöffnungen bewahrt. Unterhalb des Unterzugs gab es zwei Türen direkt nebeneinander, die zwei Türstiele hinterlassen haben. In einer der Querwände befindet sich unmittelbar vor der Rückwand eine weitere Türöffnung.
Das Innengerüst ist in beiden Obergeschossen fast genau gleich aufgebaut und erscheint einheitlich. Die dendrochronologischen Ergebnisse haben jedoch deutlich gemacht, dass es aus zwei Bauphasen mit einem Jahrzehnt Abstand herrührt.
Im 2. Obergeschoss ist die Raumeinteilung am besten nachvollziehbar. Die Nuten an Unterzug und Deckenbalken lassen auf eine kreuzförmige Anlage von Innenwänden schließen. Im 1. Obergeschoss gab es wohl zwei straßenseitige und drei rückwärtige Räume. Im Erdgschoss ist der mittige Unterzug ohne Nut geblieben, demzufolge eine dreizonige Gliederung angelegt war. Die Dreizonigkeit würde zur bestehenden mittigen Toröffnung passen, doch fanden dort keine Freilegungen statt und es war nicht zu ermitteln, ob möglicherweise bereits zur Bauzeit ein Tor an dieser Stelle gelegen hatte.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Die Decken fallen merklich nach Osten hin ab, d.h. sie sind nicht in Schieflage geraten, sondern das Gebäude hat sich nach Osten gesenkt. Da die Senkung gleichmäßig erfolgt ist, könnte eine Bewegung des Untergrunds in Richtung des Neckartals als Ursache vermutet werden.
Bestand/Ausstattung:
Im 2. Obergeschoss befinden sich zwei Fensteröfffnungen, deren werksteinerne Fenstergewände einen spitzbogigen Aufsatz mit Blendmaßwerkfüllung tragen. Die Werksteingewände sind bei der letzten Sanierung um 1985 neu hergestellt worden und leiten sich in ihrer Form aus Überresten mittelalterlicher Fenster her, wie sie damals aufgedeckt worden waren. Allerdings waren diese Reste nicht aus Werkstein, sondern aus Stuckmörtel beschaffen.
Die Spitzbogenfenster lassen eine hochwertige Nutzung im Inneren erwarten, so wie W. Hecht einen „pallasartigen Raum“ innerhalb eines „stadtburgartigen“ Gebäudes vermutet hat (Literatur: Hecht 1997). Doch tatsächlich öffneten sie sich in einfache Kammerräume und ihr Erscheinungsbild ist weniger wehrhaft als vielmehr prachtvoll. Sollte es sich anfangs um einen Lagerbau gehandelt haben, setzt dies nicht selbstredend eine schlichte Bau- und Gestaltungsweise voraus. Auch das Gebäude Lorenzgasse 8 (1369 ebenfalls als Lagergebäude erbaut) war in adeligem Besitz und hatte daher ein repräsentatives Äußeres (Bauhistorische Untersuchung vom September 2002). Ähnliches könnte auch beim untersuchten Gebäude der Fall gewesen sein, sodass die ausgefallene Fenstergestaltung nicht die dahinterliegende Funktion nach außen spiegeln, sondern als Würdezeichen für die Besitzer auftreten sollten.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
Konstruktion/Material:
Die Umfassungswände sind nur im Erdgeschoss an allen vier Seiten gemauert, in beiden Obergeschossen besteht die rückwärtige Außenwand hingegen aus Fachwerk, das aus nachmittelalterlicher Zeit herrührt.

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