Hohes Haus (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohn-Stall-Scheunengebäude

ID: 182334250613  /  Datum: 02.12.2019
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Kaltenbach
Hausnummer: 32
Postleitzahl: 79429
Stadt-Teilort: Malsburg-Marzell

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Lörrach (Landkreis)
Gemeinde: Malsburg-Marzell
Wohnplatz: Marzell
Wohnplatzschlüssel: 8336104008
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 47,7549° nördliche Breite, 7,7248° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Gebäude wurde 1792 (d) erbaut.


1. Bauphase:
(1792)
Erbauung des Gebäudes (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Zugeordnetes Objekt

keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht / Wohn-Stall-Scheunengebäude in 79429 Malsburg-Marzell (2019 - Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzdokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das untersuchte, senkrecht zum abfallenden Gelände stehende Gebäude, wurde laut der dendrochronologischen Untersuchung im Jahre 1792 (d) erbaut. Es handelt sich im Kern um einen zweigeschossigen Wohn-Stall-Scheunenbau, wobei alle Funktionen unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst sind. Im Wohnteil massiv aufgemauert, handelte es sich im angrenzenden Wirtschaftsteil um einen bauzeitlich mit dem Massivbau errichteten Holzgerüstbau.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Das Dachwerk
Das vorhandene und weitgehend ursprüngliche Dachwerk ist ein Satteldach mit Krüppelwalm am Wohngiebel und ehemals tief abgeschleppten Vollwalm über dem Ökonomieteil. Einige der bauzeitlichen Dachhölzer sind nicht mehr in ihrer ursprünglichen Lage erhalten. So sind die zwischen den Bundbalken verlegten Dachbalken über dem Wohnteil angehoben und einige der talseitigen Rofen ersetzt. Das Dachwerk ist im oberen Bereich rauchgeschwärzt.
Innerhalb der bergseitigen Dachfläche ist angrenzend an den Massivteil eine spätere Hocheinfahrt in das 1. Obergeschoss angelegt. Dazu wurde in die Dachtraufe eingeschnitten, die Längsaussteifung entfernt und die Fußpunkte der die Einfahrt begrenzenden Bundstreben gekappt.
Unterstützt wurden die dachhauttragenden Hölzer von mehreren firstparallel verlaufenden Hölzern. Beginnend im First sind dies das diagonal verlegte Firsträhm, dem im 1. Dachgeschoß zwei Stuhlrähme und auf der Höhe der Dachbalken zwei auskragende, von den Querbundbalken getragene Rofen- bzw. Sparrenschwellen zuzuordnen sind. Innerhalb des Dachraumes werden die Längshölzer durch vier Querbünde getragen. Im 1. Dachgeschoss handelt es sich um abgesprengte Querbünde, die am Wohngiebel mit einem dreifach stehenden Querbund kombiniert sind. Im 2. Dachgeschoss wird das Firsträhm von abgestrebten Gerüsten unterstützt.
Die Aussteifung der Traggerüste in Quer- und Längsrichtung erfolgt durch Winkelhölzer. Im 1. Dachgeschoss sind dies beidseitig verzapfte Kopfstreben, wobei die Anbindung des ehemals hölzernen Wohngiebels in Firstrichtung durch Bandstreben erfolgt. Im 2. Dachgeschoss beschränkt sich die Aussteifung auf die bergseitige Dachhälfte. Verbunden durch eine Riegelfolge, werden die Winkel zwischen dem Firsträhm und den Bundstreben durch Bandstreben gesichert.

Das Obergeschoss
Im massiven Wohnteil lassen sich im Kern zwei unterschiedlich breite Querzonen abgrenzen. In der breiten, am Hauptgiebel liegenden Zone, ist an der talseitigen Traufe die Stubenkammer zu vermuten, während der vorgelagerte Raum zur Bauzeit wohl die Vertikalerschließung aufnahm. Seitlich dieser beiden Räume sind in der schmalen Zone die Grundzüge von zwei weiteren, hinsichtlich ihrer bauzeitlichen Funktion nicht näher zu bezeichnenden Kammern erkennbar.
Innerhalb des Ökonomieteiles grenzen an den massiven Wohnteil die Hocheinfahrt und über den verbleibenden Grundriss ein Heubergeraum an.

Das Erdgeschoss
Die im Obergeschoss aufgezeigte Grundrissgliederung ist auch im Erdgeschoss ausgeführt. Danach führte der traufseitige Eingang in einen kurzen, giebelparallel verlaufenden Flur, an den sich seitlich die im angetroffenen Zustand aufgeweitete Küche anschließt. Über den Flur sind dann auch die mit einem gefasten Deckengebälk ausgestattete Stube und der Schlafraum erreichbar. Stube und Schlafraum sind unterkellert, wobei der Zugang in den Keller ebenfalls über den Flur erfolgt.
An den Wohnteil schließt sich der zwischenzeitlich massiv erneuerte Ökonomieteil an. Erreichbar über die Küchenkammer, ist ihm an der talseitigen Traufe eine Galerie des 20. Jahrhunderts, zugänglich über einen nachträglichen Türausbruch in der Stubenkammer vorgelagert.

Aussagen zur ursprünglichen Gliederung
Unterteilt in einen massiven Wohnteil und in einen ehemals hölzernen Wirtschaftsteil handelt es sich bei dem untersuchten Gebäude um einen Wohn-Stall-Speicherbau, bei dem alle Funktionen unter einem gemeinsamen Dachwerk zusammengefasst sind. Giebelparallel über einen kurzen Stichflur erschlossen, befindet sich innerhalb des Wohnteiles an der talseitigen Traufe die erdgeschossige Stube mit benachbarter Schlafkammer, wobei beiden Räumen die Küche mit ehemals angrenzender Küchenkammer vorgelagert war. Der Ökonomieteil nahm neben der ursprünglichen Einfahrt und dem in dieser Zone integrierten Futtergang den Stall mit dem darüber liegenden Heubergeraum auf. Den Abschluss bildete wohl ein erdgeschossiger Schopf.

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