Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 173279156020  /  Datum: 02.03.2015
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Hirschgasse
Hausnummer: 3
Postleitzahl: 72160
Stadt-Teilort: Horb am Neckar

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Freudenstadt (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8237040033
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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12

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Seit 1666 befand sich das Haus im Besitz der Familie Junghans (später verkauft). Heute befindet sich im Erdgeschoss ein gewerblicher Betrieb, die beiden Obergeschosse dienen zu Wohnzwecken.


1. Bauphase:
(1466 - 1467)
Errichtung des Gebäudes. (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht gegen Nordosten / Wohnhaus in 72160 Horb am Neckar (Martin Fassnacht)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Datierung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Der südliche Giebel ist zur Hirschgasse, der nördliche, schräg geführte Giebel zum Grabenbach und der am linken Ufer befindlichen Gutermannstraße gerichtet, die in einem weiten Bogen die Altheimer Straße im Norden mit der weiter südlich verlaufenden Neckarstraße verbindet.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Geschäftshaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Dreigeschossiger, giebelständiger Satteldachbau mit massivem Erdgeschoss und Fachwerkobergeschossen. Der Bau erhebt sich über einem langgestreckten Grundriss und grenzt mit den Traufseiten an die Nachbarhäuser so an, dass sich nördlich nur ein schmaler Durchgang öffnet; dieser ist breit genug, um Vieh und Fahrzeuge in den rückwärtigen Stall zu bringen.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Grundriss ist vierzonig und dreischiffig gegliedert. Das Erdgeschoss ist durch eine Längswand in zwei Abschnitte geteilt, links der vier Balkenfache breite Ern mit der Treppe, die längs der Traufseite in den oberen Stock führt, rechts ein sechs Balkenfache breiter Streifen, dem hintereinander eine Wohn- oder Handwerkerstube mit drei Fenstern, ein lichtloser Lagerraum und, getrennt durch die quer gerichtete Kellertreppe, ein Stall folgen (heute Malerwerkstatt, rückwärtig zugänglich). Im Stall ist der durchlaufende Unterzug durch einen Steinpfeiler unterstützt, der wohl an die Stelle einer Holzsäule trat. Im ersten Obergeschoss erscheinen an der Außenwand zwei Mittel-Längspfetten, die aber der Wandteilung im Innern nicht ganz entsprechen. Hier ist der Ern auf der linken Seite vier Balkenfelder und die Wohnstube auf der rechten sechs Balkenfelder breit; eine der Pfetten ist durch die Mitte der Stube geführt. Im zweiten Obergeschoss sind die mittleren Unterzüge nach links verschoben, wobei der rechte von beiden einen Teil der Dachlast trägt. Wie die quer geführten Scheidewände ursprünglich angeordnet waren, muss offen bleiben.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bruchstein/Wacken
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Kehlbalken, Kreuzbänder, Sparrenstreben etc.
    • Unter-, Überzüge, Pfetten
  • Mischbau
    • Holzbau mit Gebäudeteil aus Stein
    • Unterbau aus Stein (gestelzt)
  • Dachform
    • Satteldach
  • Verwendete Materialien
    • Holz
    • Stein
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Holzbau
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst, mehrstöckig
Konstruktion/Material:
Das Dachwerk ist als dreifach stehender Kehlbalkenstuhl gebildet und weist drei Böden übereinander auf. Das untere Kehlgebälk ist mit den Sparren verblattet und zeigt zwei Außenpfetten und eine Mittelpfette mit den dazu gehörigen Bundpfosten, das obere Kehlgebälk besitzt ein auf Pfosten ruhendes Pfettenpaar. Der Stuhl ist durch lange Streben versteift, die von der Dachbalkenlage bis zum oberen Kehlgebälk führen und mit den sie kreuzenden Balken und Pfosten in der altertümlichen Ausbildung verblattet sind. Die Abtrennungen im Dachboden, unten mit breiten Brettern verschalt und oben mit einer Gitterlattung abgeschlossen, wirken ursprünglich wie die zu den Dachböden führenden, noch erhaltenen Blocktreppen.

Außenansicht
Die rückwärtige Giebelfront und die Nebenseiten sind verputzt; nur auf der Straßenseite ist das Fachwerk sichtbar. Bei flüchtiger Betrachtung erscheint das Holzgerüst seinem Gefüge nach als typisch mittelalterliches Fachwerk. Das gilt für die Eck- und Tragpfosten in den mittleren Gefachen, die bis zur Balkenlage hinuntergeführt sind, für ihre Verstrebung mit Schwellen und Pfetten durch angeblattete Fuß-und Kopfbänder und auch für die außen sichtbaren Fußbodenbretter, die über der Balkenlage verlegt sind. Dazu gehören die verdoppelten Pfetten im linken Eckfeld des ersten Stocks, in die das Kopfbandpaar mit gedoppelten Schwalbenschwanz aufgeblattet ist, und die in den Giebelfeldern auf den Stockwerkbalken, der dem Ortbalken vorgesetzt ist, aufgesetzten Schwelle, zu denen die mit ihnen verblatteten Fußbänder der Tragpfosten hinuntergeführt sind. Zuletzt sei auf die langestreckten Knaggen aufmerksam gemacht, die als Konsolen die gering ausgekragten Köpfe der Längspfetten abstützen. Dennoch vermisst man an diesem Fachwerk die breiten Rigelfelder, die bei dieser Bauweise sonst üblich sind. An ihre Stelle sind schmale Rigelfelder getreten. Zwischen den tragenden Pfosten erscheinen weitere Zwischenpfosten, durch die enge Gefache entstehen, und unter den Brustriegeln der beiden Stockwerke kurze Schrägstreben, mit denen die Gefache ausgefüllt sind. Auch die Giebelfelder sind auf die gleiche Weise geändert und es kann angenommen werden, dass mit dem geänderten Gefüge die alten Flechtwände einer massiven Ausmauerung wichen. Mit diesen Änderungen sind wohl auch die alten Fenster durch neue, größere Fenster ersetzt worden.
An dem in Bruchstein gemauerten Sockelgeschoss erscheinen eine einfache Rundbogentür in Renaissanceform auf der Ernseite und rechts von ihr drei Fenster mit Werksteingewänden; links wird der Ern durch ein vergittertes Fenster mit hölzernem Stockrahmen erhellt. Die im Verband gemauerten Hausecken bestehen aus Buckelquadern in der im 13. Jh. üblichen Bearbeitung.

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