Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Schlossanlage Monrepos Ludwigsburg

ID: 166365034911  /  Datum: 08.07.2026
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
Als PDF herunterladen:
Alle Inhalte dieser Seite: /

Objektdaten

Straße: Monrepos
Hausnummer: 19
Postleitzahl: 71534
Stadt-Teilort: Ludwigsburg

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Ludwigsburg (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8118048002
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,9197° nördliche Breite, 9,1694° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Durch Ihre Cookie-Auswahl haben Sie die Kartenansicht deaktiviert, die eigentlich hier angezeigt werden würde. Wenn Sie die Kartenansicht nutzen möchten, passen Sie bitte Ihre Cookie-Einstellungen unter Impressum & Datenschutzerklärung an.

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Katharinenkirche (71634 Egolsheim, Hirschbergstraße 4)
Evangelische Pfarrkirche St. Katharina (71634 Ludwigsburg-Eglosheim, Hirschbergstraße 2)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Ursprünge des Schlosses reichen bis ins späte 16. Jahrhundert zurück: 1596 werden der bereits bestehende, durch einen Damm regulierte See und ein „Seehaus“ unterhalb des Dammes erstmals im „See- und Weyherbüechlin“ Herzog Friedrichs I. erwähnt; die Seekarte Jakob Rammingers zeigt zudem die damalige Ausdehnung des unregelmäßig geformten Sees und das Seehaus am Nordufer als Vorgängerbau des späteren Schlosses. Dieses vermutlich für fürstliche Jagdgesellschaften bestimmte Gebäude wurde wohl im frühen 18. Jahrhundert unter Herzog Eberhard Ludwig erneuert und um einen halb in den See gebauten Pavillon mit geschweiftem Kuppeldach ergänzt, der als unmittelbarer Vorgänger des späteren Kuppelsaals gelten kann. Da die Anlage den Ansprüchen Herzog Carl Eugens nicht mehr genügte, ließ er ab 1755 den See, die Gebäude und das Umfeld umgestalten. Dabei wurde der ältere Stauweiher verkleinert, indem Arbeiter, darunter viele zwangsverpflichtete Sträflinge der Festung Hohenasperg, die bis heute bestehenden rechteckigen Dämme aufschütteten und die außerhalb gelegenen Teile des Gewässers verfüllten. Das Umfeld blieb jedoch morastig, was möglicherweise dazu beitrug, dass der anschließende Schlossbau aufgegeben wurde.


1. Bauphase:
(1760 - 1765)
Errichtung des spätbarocken Jagdschlosses unter Carl Eugen und de la Guêpière:
1760 beauftragte Herzog Carl Eugen Pierre Louis Philippe de la Guêpière mit dem Entwurf eines Jagdhauses am See zu Eglosheim; ab dem 16. April 1760 begannen die Vorbereitungen, die hauptsächlichen Bauarbeiten erfolgten 1761 und im November wurde Richtfest gefeiert. 1762 schlossen sich Arbeiten am Innenausbau an, im Herbst war der Rohbau ausgerüstet. Bauliche Befunde zeigen, dass zunächst ein Binnenholzgerüst als Skelettbau errichtet und anschließend sukzessive ausgemauert wurde. Ob die vorgesehenen Wände der oberen Geschosse vollständig ausgeführt wurden, ist nicht geklärt. Ab 1763 traten finanzielle Schwierigkeiten auf; einzelne Ausstattungsarbeiten, darunter die Stuckierungen der Brüder Bossi, blieben unvollendet. 1764 wurden Baumaterialien und Handwerker für andere herzogliche Bauvorhaben abgezogen. 1765 wurde der Bau schließlich aufgegeben. Die bauliche Hülle war zu diesem Zeitpunkt offenbar noch nicht vollständig fertiggestellt; grundlegende Maßnahmen zum Bauunterhalt wurden jedoch vorgenommen. Das Schloss blieb halbvollendet und teilweise im Rohbau zurück.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss

2. Bauphase:
(1801 - 1805)
Bauphase ab 1801 – Hochklassizistischer Umbau unter Friedrich und Nikolaus Friedrich von Thouret: Nach der Rückkehr Friedrichs II. nach Ludwigsburg begannen 1801 unter Hofbaumeister Nikolaus Friedrich von Thouret umfangreiche Um- und Ausbaumaßnahmen am inzwischen Monrepos genannten Schloss; die eigentlichen Umbauarbeiten werden im Text für den Zeitraum von Juli 1801 bis November 1803 angegeben, zugleich sind noch für 1805 Arbeiten am Innenausbau belegt. Ein Schwerpunkt lag auf der Trockenlegung des durch den hohen Wasserspiegel geschädigten Sockelbereichs. Dafür wurde der See deutlich abgesenkt, das umgebende Gelände entwässert und das ältere Ringkanalsystem beseitigt. Das zuvor weitgehend unterirdische Kellergeschoss wurde freigestellt und zu einem Sockelgeschoss mit Arkadengang umgestaltet; zugleich entstanden eine neue Eingangssituation mit Vorplatz, Rampen und seitlichen Auffahrten sowie Veränderungen am Hauptportal. Im Inneren griff Thouret in die vorhandene Raumstruktur ein, schloss und veränderte Öffnungen im Vestibül, gestaltete den Kuppelsaal mit korinthischen Doppelpilastern neu und beseitigte im Obergeschoss mehrere Binnenwände, um besser nutzbare Räume zu schaffen. Auch der weitere Innenausbau mit Stuckaturen, Böden, Fenstern und Ausstattung gehörte zu dieser Umbauphase.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht der Seeseite des Schloss Monrepos - Ludwigsburg / Schlossanlage Monrepos Ludwigsburg in 71534 Ludwigsburg, Eglosheim (08.12.2020 - KB-BM)
Abbildungsnachweis
Frontansicht des Schlosses Monrepos mit Blick auf den See / Schlossanlage Monrepos Ludwigsburg in 71534 Ludwigsburg, Eglosheim (06.12.2020 - KB-BM)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorisches Gutachten

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das kleine, reich gestaltete Schloss erhebt sich am Nordufer des Eglosheimer Sees. Das sanft gewellte Hügelland senkt sich sanft zum See hin ab, dessen Nordufer bis heute die lineare, geometrische Kante der barockzeitlichen Gestaltung überliefert. Parallel zum Seeufer zieht sich etwa 60 m nördlich der Haupterschließungsweg der Gesamtanlage. Er bildet die Verlängerung der vom Schloss Favorite im Osten herführenden Seeschlossallee und teilt das Parkgelände in den seeseitigen Uferstreifen mit dem Schloss Monrepos und die nördlich anschließenden Parkpartien. Im Westen schließt der Weg mit dem weitläufigen Gebäudekomplex der Meierei („Domäne“). Im Osten und Westen des Uferstreifens bestehen die beiden klassizistischen Offiziantenhäuser, ihre Firste parallel zum Seeufer orientiert. Unmittelbar im Norden des Schlosses, auf der seeabgewandten Seite, erstreckt sich ein weites, baumumstandenes Rasenparterre, an dessen äußerem Abschluss eine Geländewelle den Standort des früheren Festinbaus mit dem Schlosstheater bezeichnet.
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Seeschloss selbst erhebt sich auf einem Sockel, der zugleich das Kellergeschoss aufnimmt. Im Grundriss gliedert sich der Bau in die beiden Seitenflügel und den Mittelbau mit dem seeseitigen, an Fassade und Dachwerk deutlich ausgezeichneten Kuppelsaal. An den beiden Querfassaden sowie an der Nordseite der Seitenflügel sind Risalite ausgebildet. Zwischen den beiden an der Eingangsseite im Norden leicht vorspringenden Seitenflügeln entsteht andeutungsweise ein Ehrenhof vor dem Hauptportikus. Die Erschließung erfolgt über zwei Fahrrampen zu einer dem eigentlichen Sockelgeschoss vorgelagerten unteren Terrasse. Von ihr führt eine kurze Freitreppe empor zur oberen Terrasse vor dem Mittelrisalit. Zwei monumentale Löwenstatuen flankieren die Treppe.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Hauptgeschoss des Schlosses nimmt die fürstlichen Wohnräume sowie die Repräsentationsräume auf.
Das erste Obergeschoss nimmt die Dienerwohnungen auf. Nutzbare Raumeinheiten gibt es hier lediglich im Westflügel sowie im Nordteil des Ostflügels −Vestibül, Kuppelsaal, Konversationszimmer und Gesellschaftssaal ragen in der Höhenerstreckung in das Obergeschoss hinein. Die Raumgliederung ist im Obergeschoss i. A. verhältnismäßig kleinteilig.
Im zweiten Obergeschoss befindet man sich bereits im Bereich der unteren Dachmansarde. Die gesamte Grundfläche ist mit Ausnahme der ausgesparten Saalkuppel mit Räumen belegt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Im Bereich des Schlosskellers finden sich im Wesentlichen Schäden am Mauerwerk, die mit Feuchteeintrag in Verbindung stehen.
Im konstruktiven Gefüge ist das Hauptgeschoss weitgehend intakt. Die Deckenspiegel zeigen im Westflügel vereinzelt Haarrisse. Lokal sind die Putzdecken auch durch Feuchte geschädigt; es handelt sich dabei wohl um eingrenzbare, bereits behobene Schadensfälle an der Dachentwässerung.
In der ehemaligen Dienerschaftswohnung des Obergeschosses und dem Mansardgeschoss treten vermehrt Rissbildungen an den Putzdecken sowie an den leichten Binnentrennwänden auf. Ebenso finden sich hier vermehrt feuchte Schäden infolge von Undichtigkeiten in der Dachkonstruktion.
Generell bestehen erhebliche Schäden an den Holzkonstruktionen des Dachwerks über der Mansarde.
Bestand/Ausstattung:
Erhalten bzw. dokumentiert sind unterschiedliche Bodenbeläge wie Tafelparkett, Riemen- und Natursteinböden sowie Wandfassungen mit Lambris, Papiertapeten, textilen beziehungsweise bestickten Bespannungen, vergoldeten Zierrahmen und in einzelnen Räumen Holztafelwerk. Die Decken sind überwiegend als verputzte und teilweise reich stuckierte Decken mit profilierten Gesimsen, Zierstäben und Rosetten ausgebildet; im Kuppelsaal befindet sich in der Laterne das Deckengemälde „Adonis und Venus“ von Nicolas Guibal von 1766. Zu den raumprägenden Ausstattungselementen gehören zahlreiche Trumeaus beziehungsweise Wandspiegel mit teils vergoldeten, geschnitzten Rahmen, Pilaster- und Stuckgliederungen sowie Wand- und Kronleuchter. In mehreren Räumen sind Marmorkamine, Ringwulstöfen und Kanonenöfen vorhanden; in der Salle de Compagnie ist ein Kanonenofen mit der Gipsstatue der Sappho von Johann Heinrich Dannecker verbunden. Im Vestibül gehören zwei Vestalinnen von Philipp Jakob Scheffauer zur Ausstattung. Das Mahagony-Kabinett weist eine weitgehend aus vermutlich Mahagoniholz bestehende Wandvertäfelung auf, in die mehrere Marmorreliefs Scheffauers eingelassen sind; dort sind außerdem ein vermutlich aus Mahagoni gefertigter Schreibtisch und sechs Bücherschränke dokumentiert. Zum Bestand gehören darüber hinaus zahlreiche historische Türen und Fenster mit profilierten Holzrahmen, Füllungen, Verglasungen sowie erhaltenen Beschlägen und Verschlüssen.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Dachform
    • Mansarddach/-helm
Konstruktion/Material:
Die Arkadenpfeiler, bestehend aus Quadermauerwerk, binden 20-60 cm in das Erdreich ein und sind auf Mauerzügen aus Hau- und Bruchsteinen errichtet. Die massiven Fundamente des Kernbaus sind ebenfalls aus Hau- und Bruchsteinen gemauert. Im Bodenprofil sind unterschiedliche Bodenhorizonte erkennbar. Neben historischem Bauschutt und sandigen Schichten sind auch lehmige Erdschichten zu verzeichnen.
Die Dachlandschaft ist kleinteilig und reich bewegt. Letztlich gibt es mehrere eigenständige
Dachabschnitte: Über den beiden Seitenflügeln sind zweifach gebrochene Mansarddächer aufgeschlagen, die zum Mittelbau hin abgewalmt sind. Über dem Bereich des Vestibüls besteht ein einfaches, an beiden Schmalseiten abgewalmtes Satteldach. Über dem Kuppelsaal ist ein aufwendiges, kuppeliges Dach aufgesetzt. Auch hier setzt der Dachfuß am unteren „Knick“ der Mansarde an.

Quick-Response-Code

qrCode