Haalstraße 5/7 (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Ehem. Modellmagazin und Werkstattgebäude

ID: 156953442317  /  Datum: 21.03.2016
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Gerstetter Berg
Hausnummer: 15
Postleitzahl: 89555
Stadt-Teilort: Söhnstetten

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Heidenheim (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8135032010
Flurstücknummer: 643/1
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,6647° nördliche Breite, 9,9879° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das 1863 geplante und vermutlich umgehend im Frühjahr 1864 errichtete „Modellmagazin und Werkstattgebäude“ wurde auf bis zu 9 Fuß hohen (= ca. 2,6 m), tief in die Erde reichenden Punkt- und Streifenfundamenten errichtet. Die Umfassungswände ruhen sichtbar auf ca. 70 cm hohen Werksteinmauern aus fein bearbeitetem, örtlichem Kalkstein.
Wegen der aus betrieblichen Gründen für die SHW unumgehbare Vergrößerung der Fertigungshalle musste das hier behandelte Objekt seinen angestammten Platz räumen.
Das gesamte Gebäudes wurde fachgerecht abtragen und für die Nutzung als Lager- und Betriebsgebäude 1:1 versetzt.


1. Bauphase:
(1864)
Errichtung des Objektes. Die Holzbauteile zeigen Schwundrissbildung eindeutig n a c h erfolgter Abzimmerung, d. h.: Die verbauten Langhölzer wurden schlagfrisch verzimmert und trockneten erst im verbauten Zustand ab. Es wurden „wintergefällte“ Fi/ Ta Hölzer verwendet, woraus hinsichtlich der anzusetzenden Bauabläufe eine Errichtungszeit zwischen März und Mai des darauffolgenden Jahres (wohl 1864) angenommen werden kann.
Das Gebäude dürfte im Spätsommer 1864 in Betrieb genommen worden sein.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Werkstattgebäude
  • Militärische Anlagen
    • Magazin

2. Bauphase:
(1921 - 1950)
Neben einzelnen, kleineren Flickungen an Holzbauteilen der Primärkonstruktion sind am
Objekt aus der Nutzungsgeschichte der vergangenen 140 Jahre keine nennenswerten Veränderungen
der Primärkonstruktion zu erkennen.
Die Fenster der EG- und OG- Ebenen wurden weitestgehend stilgerecht erst vor wenigen Jahren
mit Vollholzsprossenfenstern ersetzt. Die Fenster im 2. OG und in den Giebeln dürften noch, wie auch die Treppenanlage, zur Originalausstattung gehören.
Mit der Teilumnutzung des EG um 1921/ 22 wurden die Schiebtoröffnungen in den heutigen Zustand verändert.
Einzelne Bauteile dieser Veränderungen wurden zwischenzeitlich bereits wieder ersetzt (Türflügel).
Wohl erst in der Nachkriegszeit entstand eine Toilette für die Mitarbeiter unter der Treppe. Allerdings, ohne dabei in der Grundstruktur des Hauses größere Eingriffe zu tätigen.
Gravierend und für das Gebäude schwächend, wirkt sich die Entfernung der nördlichsten EG-Ostwandpartie aus, wo nach 1950 ein flach gedeckter, hölzerner Verschlag und eine Kranbahn für Schwerlasten eingerichtet wurde.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(2009 - 2011)
Der Abbau in Königsbronn begann im Dezember 2009 und dauerte bis in das Frühjahr 2010. Im Herbst 2010 konnte der Wiederaufbau weitgehend abgeschlossen werden. Bis Mitte 2011 wird die
Wiederherstellung des Innenausbaus für die Zwecke der HBO abgeschlossen sein.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Standort in Königsbronn. / Ehem. Modellmagazin und Werkstattgebäude in 89555 Söhnstetten (24.06.2009)
Standort in Königsbronn. Ansicht Nord. / Ehem. Modellmagazin und Werkstattgebäude in 89555 Söhnstetten (24.06.2009)
Geschossübergreifende Ständerwerke, auch als Zangenverband und Diagonalkreuze im Mittelschiff. / Ehem. Modellmagazin und Werkstattgebäude in 89555 Söhnstetten (24.06.2009)
Neuer Standort Söhnstetten. / Ehem. Modellmagazin und Werkstattgebäude in 89555 Söhnstetten (17.11.2010)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Originalbaupläne und Ausführungsrisse

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude befindet sich nach der Translozierung im Gewerbegebiet südlich von Söhnstetten.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Randlage
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Werkstattgebäude
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Dreigeschossiger Fachwerkbau mit bekrönendem Satteldach.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
In der ursprünglichen Einteilung des Grundrisses befand sich über die gesamte Gebäudebreite an der Südseite einst die Schreinerwerkstatt, welche über ein kleines Schürhaus in der Gebäudemitte vom angrenzenden Treppenflur her durch einen gusseisernen Ofen beheizbar war. Die Trennwände des Treppenflures in den Etagen zu den übrigen Bereichen der einzelnen Nutzebenen hin gehören zur Ursprungsausstattung des Hauses; ebenso die vorhandene Treppenanlage.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Weil mit den Toröffnungen die gesamte EG-Fassade an der Ostseite nur spärlich in der Länge ausgesteift war, hat sich der Baukörper an dieser Hausseite auf einer Höhe zwischen OK Fundament bis UK Traufe um rund 7,5 cm nach Süden geneigt, wie die Handmessungen am 2./ 3. Novemebr 2009 ergeben hat. In der Folge zeigen sich auch leichte Torsionsbewegungen an den Ständerfüßen der Zwillingsständer, insbesondere an der Südseite/ Südwestecke.

Durch einschlagendes Wasser sind insbesondere an der West- und Südfassade partieweise in den Fensterbereichen Moderschäden zu erwarten, die allerdings im Zuge des Wiederaufbaus problemlos repariert werden können.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Decken
    • Balkendecke
  • Verwendete Materialien
    • Backstein
  • Dachform
    • Satteldach
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
Konstruktion/Material:
Besonderes Merkmal:
Geschossübergreifende Fassadenständer tragen die Dachpfetten. Die Steifigkeit der Fassade wird primär über die Holzfachwerkkonstruktion hergestellt. Allerdings spielen die mit Handformbacksteinen ausgeriegelten Gefache in ihrer Wirkung als Einzelscheiben hierbei ebenfalls eine tragende Rolle.

Die Deckenbalkenlagen in allen drei Ebnen liegen parallel zur Firstrichtung. Die Dachsparren liegen also auf den Längsrähmen auf.

Die Wandabschnitte des Gesamtgebäudes sind „elementiert“. Die Wandabschnitte der einzelnen Hauszonen wurden aus aneinandergefügten Bauelementen (jeweils zwei Ständer und zwei Riegel bilden zusammen mit dem Fensterelement einen Fertigteilrahmen) vorgefertigt und in die jeweilige Schwelle und den Wandrähm eingezapft. Für die Bergung können diese Elemente nach Außen/ Inneneinschalung (z. B.) mit einer Holzfaserplatte en bloc geborgen werden, wodurch die Originalmauerwerke und die Putzflächen an der Innenseite weitgehend unbeschädigt bleiben.

Die geschossübergreifenden Ständerwerke der Fassadenkonstruktion finden sich auch im Gebäudeinnern, wo sie neben ihrer tragenden Funktion als Senkrechte auch als Zangenverband die eingehälsten Querbinder auf ebenfalls eingehälsten Konsolen tragen. Diagonalkreuze im Mittelschiff der dreischiffigen Konstruktion steifen unter den Decken das Gebäude gegen Torsionsbewegungen aus. In die Ständerpaare der Fassaden eingehälste Kopfbüge übernehmen die Queraussteifung.

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