Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Amtsgericht (Westliches Schlossgebäude)

ID: 137985794815  /  Datum: 02.04.2026
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
Als PDF herunterladen:
Alle Inhalte dieser Seite: /

Objektdaten

Straße: Schlosshof
Hausnummer: 7
Postleitzahl: 71229
Stadt-Teilort: Leonberg

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Böblingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8115028016
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Durch Ihre Cookie-Auswahl haben Sie die Kartenansicht deaktiviert, die eigentlich hier angezeigt werden würde. Wenn Sie die Kartenansicht nutzen möchten, passen Sie bitte Ihre Cookie-Einstellungen unter Impressum & Datenschutzerklärung an.

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

ehem. Gasthaus Löwen (71229 Leonberg, Graf-Eberhard-Straße 7)
Kornsches Haus (ehem. Stadtschreiberei) (71229 Leonberg, Graf-Ulrich-Straße 1)
Gasthof "Schwarzer Adler" (71229 Leonberg, Graf-Ulrich-Straße 5)
Renaissance-Scheuer (71299 Leonberg, Hintere Straße)
Fachwerkbau, Pfarrstraße 16 (71229 Leonberg)
Wohnhaus mit Scheune, Schlossstraße 25 (71229 Leonberg)
Wohnhaus, Zwerchgasse 7 (71229 Leonberg)
Wohnhaus, Zwerchstraße 11 (71229 Leonberg)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das westliche Schlossgebäude wurde 1528 (d) erbaut.


1. Bauphase:
(1249 - 1350)
Bauphase vor 1529
Vermutlich hat sich in der Osthälfte der Südwand in Resten die mittelalterliche Stadtmauer Leonbergs erhalten.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Befestigungs- und Verteidigungsanlagen
    • Stadtmauer

2. Bauphase:
(1528 - 1529)
Bauphase 1528/29
Das westliche Schlossgebäude wurde 1528/29 (d) neu erbaut. Es handelt sich also um einen Neubau während der Habsburgischen Herrschaft in Württemberg zwischen 1522 und 1534. Es kann daher angenommen werden, dass das Gebäude nicht vorrangig als Wohngebäude für den österreichischen Erzherzog, sondern wohl eher als Verwaltungsbau errichtet wurde. Spätere Erweiterungen und Umbauten des Schlosses sind archivalisch für das spätere 16. und frühe 17. Jahrhundert bekannt, konnten aber im Erdgeschoss des untersuchten Gebäudes nicht nachgewiesen werden.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude

3. Bauphase:
(1700 - 1850)
Bauphase 18. oder frühes 19. Jahrhunderts
In diesen Zeitraum dürfte der Einbau der Lehmwickeldecke und der vollflächige Verputz dieser Decke erfolgt sein.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss

4. Bauphase:
(1900 - 1999)
Bauphase 20. Jahrhundert
Hier ist zuerst der Einbau einer Betondecke im Bereich des Treppenhauses zu erwähnen. Zudem wurden die meisten Tür- und Fenstergewände an den Fassaden erneuert. Die Fensternischen erhielten teilweise Sturze aus Stahlträgern. Es ist also unklar, ob nur die Gewände getauscht wurden oder ob auch die Fensteröffnungen selbst verändert wurden.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Gerichtsgebäude

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Westen / Amtsgericht (Westliches Schlossgebäude) in 71229 Leonberg (24.3.2026 - Michael Hermann)
Abbildungsnachweis
Nordansicht / Amtsgericht (Westliches Schlossgebäude) in 71229 Leonberg (24.3.2026 - Michael Hermann)
Abbildungsnachweis
Halle im EG / Amtsgericht (Westliches Schlossgebäude) in 71229 Leonberg (24.3.2026 - Michael Hermann)
Abbildungsnachweis
Ehemaliges Allianzwappen an der Nordostecke / Amtsgericht (Westliches Schlossgebäude) in 71229 Leonberg (24.3.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen.)
Abbildungsnachweis
Vermauertes Türgewände in der Südwand. Die Tür führte in ein risalitförmiges Nebentreppenhaus vor der Südfassade / Amtsgericht (Westliches Schlossgebäude) in 71229 Leonberg (24.3.2026 - Michael Hermann)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Datierung
  • Schadensdokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Amtsgerichtsgebäude befindet sich am südwestlichen Rand der historischen Altstadt Leonbergs. Es wurde als Schlossgebäude errichtet und setzt in der östlichen Hälfte auf der Stadtmauer auf, während die westliche Gebäudehälfte den ursprünglichen Verlauf der Stadtmauer überschneidet. Östlich schließt unmittelbar ein weiteres, aber etwas jüngeres Schlossgebäude an, in dem sich heute das Finanzamt befindet.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Es handelt sich bei dem untersuchten Schlossgebäude um einen dreigeschossigen massiven Riegelbau mit dreigeschossigem Satteldach. Das Gebäude ist mit einem Tonnengewölbe unterkellert.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das untersuchte Erdgeschoss ist als offene Halle mit zwei Längszonen und acht Querzonen errichtet worden. Der mittige Längsbund wird von gefasten Freiständern mit Kopfstreben in alle vier Richtungen getragen, wobei im heutigen Zustand nur noch die Kopfstreben in Längsrichtung erhalten sind. In der Deckenbalkenlage lässt sich kein bauzeitliches Treppenloch ins Obergeschoss finden. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Obergeschosse von außen erschlossen wurden. Allerdings wurde im Bereich des heutigen Treppenhauses ins OG die bauzeitliche Balkenlage im 20. Jahrhundert entfernt und durch eine Betondecke ersetzt. Hier wäre also eine bauzeitliche Erschließung theoretisch denkbar. Zwischen die Deckenbalken sind nachträglich eingebaute Lehmwickel vorhanden, die auf seitlich angenagelten Latten aufliegen. An der Unterseite der Deckenbalken lassen sich keinerlei ältere Nagelspuren beobachten. Es muss also angenommen werden, dass die Decke ursprünglich balkensichtig war. Zudem konnten keinerlei Spuren einer Farbfassung beobachtet werden. Es ist daher zu vermuten, dass es sich beim Erdgeschoss des Gebäudes ursprünglich um einen Lagerraum handelte. Die Deckenbalken liegen entlang der Südwand auf einem Streichbalken auf, der von Konsolsteinen getragen wird. In der Westhälfte handelt es sich um jeweils einen Konsolstein, während in der Osthälfte jeweils zwei Konsolsteine übereinander liegen. Möglicherweise ist das ein Indiz dafür, dass hier die Konsolsteine nachträglich in die vorhandene Stadtmauer eingefügt wurden, während sie in der Westhälfte zusammen mit der neuen Südmauer eingebaut wurden. An der Nordwand liegen die Deckenbalken auf einer Mauerlatte auf, die auf der Nordwand aufliegt und bündig mit der Wandflucht abschließt.
Die bauzeitliche Befensterung des EG lässt sich nicht mehr nachvollziehen, da nur noch ein einziges Fenstergewände an der Nordwand erhalten ist, das noch ins 16. Jahrhundert datieren dürfte.
In der östlichen Südwand hat sich ein sorgfältig gearbeiteter Werksteinquadereckverband erhalten, der eine ursprüngliche Tür an dieser Stelle nahelegt. Es könnte sich dabei aber auch um eine Schießschartennische im Verband der Stadtmauer oder den Ansatz eines Schalungsturms handeln. In der Stadtansicht Andreas Kiesers von 1683 ist an dieser Stelle ein Risalit an der Südfassade zu erkennen, was die Turmtheorie stützen könnte.
Bei der Stadtansicht Matthäus Merians von 1643 sind an dem Risalit mehrere Fenster zu erkennen, die im Vergleich zu den übrigen Fenstern der Südfassade jeweils höhenversetzt sind. Dies deutet auf ein ehemaliges Nebentreppenhaus im Risalit hin.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
An historischer Ausstattung hat sich im EG nichts Nennenswertes erhalten.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Dachform
    • Satteldach
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
Konstruktion/Material:
keine Angaben

Quick-Response-Code

qrCode