Alte Aula (Tübingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Teil des Ulmer Museums (Gewerbebank)

ID: 124986319411  /  Datum: 02.02.2017
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Neue Straße
Hausnummer: 92
Postleitzahl: 89073
Stadt-Teilort: Ulm

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Ulm (Stadtkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8421000028
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,3972° nördliche Breite, 9,9943° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: Ulmer Museum

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
keine Angabe

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Gebäude lässt sich archivalisch bis 1669 zurückverfolgen und befand sich damals wie auch in der nachfolgenden Zeit in privatem Besitz.


1. Bauphase:
(1750 - 1899)
Erste Hinweise zu Innengliederung und Nutzung liegen von archivalischer Seite erst ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert und dann vor allem ab dem 19. Jahrhundert vor.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1800 - 1899)
Zusammen mit dem Ehinger Stadel Teil der Gewerbebank, Einbauten und Malereien (im Ehinger Stadel), die in den 1950er-Jahren wieder entfernt wurden.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Münz- und Eichgebäude

3. Bauphase:
(1876 - 1924)
Ab 1876, als das Gebäude schon als Gewerbebank dient, sind Gebäudebestand und Umbauten durch die vorhandenen Bauunterlagen relativ gut dokumentiert. Änderungen jener Zeit betreffen Inneneinbauten, Befensterung und Dachausbauten, vor allem um 1876, 1890 und um 1924, als das Gebäude mit einem neuen Treppenhaus ausgestattet wurde.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung

4. Bauphase:
(1945)
Teilzerstörung im Zweiten Weltkrieg und anschließende Anbringung eines Notdachs.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1951 - 1953)
Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude dann ab 1951/53 unter Neu von großen Teilen der Obergeschosse und des gesamten Dachwerkes weitgehend in der heutigen Form instandgesetzt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
  • Ausstattung
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Museum/Ausstellungsgebäude

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

Gewerbebank (im Hintergrund: Ehinger Stadel, Zwischenbau, Kiechelhaus und Renaissancehof) / Teil des Ulmer Museums (Gewerbebank) in 89073 Ulm
Gewerbebank und Ehinger Stadel / Teil des Ulmer Museums (Gewerbebank) in 89073 Ulm

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung, Archivrecherche und Bauaufnahme

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Großes, dreiseitig freistehendes Gebäude in der Nordwestecke des Museumsareales.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Museum/Ausstellungsgebäude
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Dreigeschossig und über längsrechteckigem Grundriss errichtet, parallel und traufständig zur Neuen Straße stehend. Unter der östlichen Gebäudehälfte ein kleinteilig unterteilter Gewölbekeller. Erdgeschoss und die beiden Obergeschosse durch einzelne massive und auch durch leichte Innenwände zu großen Ausstellungs- und kleinen Nebenräumen unterteilt, an der östlichen Stirnseite die über drei Geschosse führende Haupttreppe. Oberer Abschluss durch zweigeschossiges, mäßig steiles Satteldach, darin im ersten Dachgeschoss moderner Dachausbau für Verwaltungszwecke. Das Äußere geschlossenflächig verputzt und teils regelmäßig, teils unregelmäßig befenstert.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Backstein
    • Betonbau
    • Bruchstein
    • sonstige Kunststeine
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Verwendete Materialien
    • Backstein
    • Beton
    • Kunststein
    • Stein
  • Dachform
    • Satteldach
    • Schleppgaube(n)
Konstruktion/Material:
Das Kellergeschoss
Unter dem östlichen Teil der Gebäudegrundfläche befindet sich ein durch jüngere Trennwände in vier Einzelräume unterteilter Gewölbekeller. Er besitzt überwiegend in Bruchstein gemauerte Wandungen und wird von einem stichbogigen, in Backstein gemauerten Tonnengewölbe überdeckt.
An den freiliegenden Teilen der nördlichen Kellerwand wie auch in den freiliegenden Teilen der südlichen Kellerwand ist jeweils der untere Teil in Bruchstein, der obere in Backstein gemauert. An den Seitenwänden steigt das Bruchsteinmauerwerk zumindest in den einsehbaren Bereichen bis zum Ansatz der Gewölbeschale auf. In der südlichen Kellerwandung sind nahe dem westlichen Wandende drei in Backstein abgemauerte, spitz gedeckte kleine Wandnischen eingelassen. Das tief angesetzte stichbogige Tonnengewölbe des Kellers ist in Backstein gemauert und sitzt seitlich auf den Bruchsteinwandungen des Kellers auf. Da die über den Gewölbeansatz höhergehenden Teile der Kellerstirnwände im Norden und im Süden in Backstein gemauert sind, ist es denkbar, vielleicht auch gar wahrscheinlich, dass Wandungen und Einwölbungen derselben Bauphase angehören. Genauer datierende Anhaltspunkte wie auch aussagekräftige Mauerwerkseinblicke fehlen allerdings, sodass eine zuverlässige Beurteilung der bauhistorischen Situation momentan nicht möglich ist. Eine Entstehung der Kelleranlage noch im Mittelalter ist damit denkbar, aber momentan nicht zu belegen.
Im Süden endet die Gewölbeschale mit einer Abbruchkante ein ganzes Stück vor der südlichen Außenwand. Hier ist offensichtlich nachträglich ein die ganze Raumbreite umfassender Gewölbeausschnitt hergestellt worden, der wahrscheinlich eine vom Obergeschoss herabführende Erschließungsanlage aufnehmen sollte. Der östliche Teil des Ausschnittes ist dann später wieder durch eine stichbogige Gewölbekappe geschlossen worden. Auf einen nachträglichen Kellerabgang weist auch ein weiter nach Norden reichender Gewölbeausbruch hin, der der Gewölbeaussparung im südöstlichen Eckbereich vorgelegt ist. Hier steigt eine in Backstein gemauerte stichbogige Einwölbung steil nach Süden hin auf und weist damit auf einen von Süden her herabführenden vorübergehenden Kellerzugang hin. Lediglich im unmittelbaren südwestlichen Eckbereich des Gewölbes reicht die ursprüngliche Gewölbeschale noch bis an die Südwand heran. Hier ist eine flache Gewölbeaussparung sauber im Gewölbeverband angelegt worden. Möglicherweise weist diese auf einen hier einst im Eckbereich befindlichen Türaufschlag für eine momentan ansonsten nicht weiter nachweisbare ursprüngliche Türöffnung hin.
Am nördlichen Ende der westlichen Kellerwand befindet sich ein Treppenabgang vom Erdgeschoss herab, der in Backstein gemauert ist und der sich um einen abgerundeten Backsteinpfeiler nach oben hin krümmt. Die stichbogige Überwölbung des Treppenlaufes ist als Stichkappe in die Gewölbeschale eingeschnitten, doch lässt sich die Einbindesituation aufgrund des flächigen Verputzes momentan nicht beurteilen. sodass momentan nicht zu erkennen ist, ob diese Treppenanlage mit der Einwölbung gleichzeitig entstanden ist oder nicht. Geschlossen wurde dieser Kellerabgang den vorhandenen Bauakten zufolge um 1876, als bis dahin bestehende Treppenanlage in Erd- und Obergeschossen verändert wurde, wobei der betreffende Kellerabgang aufgegeben werden musste.
Der heutige Kellerabgang in der Nordostecke des Kellerraumes ist den vorhandenen Planunterlagen und dem Baubestand zufolge erst im Zusammenhang mit den Umbauten von 1924 entstanden. Der vom Erdgeschoss herablaufende Treppenlauf stützt sich auf eine starke Backsteinmauerscheibe ab. In das Umfeld des Zweiten Weltkrieges datiert hingegen ein am westlichen Ende der südlichen Kellerwand ansetzender Luftschutzstollen, der von hier aus ein ganzes Stück nach Süden führt, um dann auf einen vom Keller des Ehinger Stadels aus nach Westen ziehenden zweiten Stollen zu stoßen, der knapp westlich der Stoßstelle modern vermauert ist.
Der Innenraum des Kellers wird von mehreren in Backstein gemauerten Innenwänden unterteilt. Ältester Bestand scheint eine dünne Backsteinscheibe mit westseitiger Mauervorlage im nördlichen Teil der Mittellängsachse des Kellerraumes zu sein. Im südlichen Teil der Mittellängsachse steht eine wohl jüngere, aber stärkere Backsteinwandscheibe, die aus einem kurzen freistehenden Mauerpfeiler und einem von diesem nach Süden ziehenden Wandstück zusammengewachsen ist. Diese Bauteile dürften noch in die Zeit vor dem ausgehenden 19. Jahrhundert zurückgehen.
Wohl mit dem Umbauten des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Zusammenhang stehen dann vermutlich drei massive Backsteinpfeiler, die nachträglich westseitig an diese Mittellängsachse angefügt worden sind, und zwar jeweils ein quadratischer Pfeiler im Norden und im Süden sowie ein längerer Pfeiler in der Wandmitte. Etwas später, da schon mit Kalkzementmörtel gemauert, ist auch von diesem Mittelpfeiler aus eine Mauerzunge nach Osten geführt worden. Bei modernen Veränderungen um die Mitte des 20. Jahrhunderts sind dann in dieser nach Osten führenden Mauerzunge sowie im südlichen Teil der Mittellängswand zwei Türöffnungen angelegt und abgemauert worden.

Das Erdgeschoss
Das Erdgeschoss des Gebäudes hat insbesondere in seinen Massivwänden einen umfangreichen historischen Baubestand bewahrt. Zum Alter der Außenmauern liegen dabei nur wenige konkrete Anhaltspunkte vor.
Da die Dachkonstruktion des östlichen Nachbargebäudes, die dendrochronologisch in die Zeit um 1443/44 datiert ist (siehe Bericht zum Ehinger Stadel), stumpf an die östliche Außenmauer des Gebäudes anstößt und nicht auf diese abgelastet ist, muss zumindest die Ostwand des Gebäudes in die Zeit vor Errichtung des Dachwerkes des Ehinger Stadels zurückgehen. Damit gehört sie eindeutig noch einem mittelalterlichen Baubestand an. Ob und in welchem Umfang dies auch für Nord-, West- und Ostwand des Gebäudes zutrifft, muss vorerst mangels Einsicht in den Mauerwerksbestand dahingestellt bleiben. Grundsätzlich ist hier jedoch in den historischen Mauerbereichen mit dem Vorhandensein sehr alter, womöglich noch mittelalterlicher Mauerwerkssubstanz zu rechnen.
Die südliche Außenwand zeigt heute eine unregelmäßige Befensterung, deren wesentliche Elemente den vorhandenen Bauakten zufolge meist schon im ausgehenden 19. Jahrhundert vorhanden waren. Wichtig ist hier vor allem, dass sich anstelle des heutigen Fensters in der zweiten Achse von Osten einst eine kleine Toröffnung befand, die erst 1876 zu einem Fenster verkleinert wurde. In der Wandmitte befand sich einst ein Fenster, das durch eine auf der Innenseite sehr breite Nische ausgezeichnet war und das heute vermauert ist. Auch zwei weitere einstige Fenster im Wandverlauf, die über die vorhandenen Bauakten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts belegt sind, sind heute vermauert. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen.
Die westliche Stirnseite des Gebäudes zeigt heute drei große Rundbogennischen, von denen sich die mittlere als Türöffnung nach außen öffnet. Diese Öffnungen wurden den vorhandenen Bauunterlagen zufolge um 1876 neu angelegt (dabei zunächst auch in der Mitte noch nur eine Fenster- und keine Türöffnung), während zur vorhergehenden Befensterung keine Hinweise vorliegen. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen.
Die nördliche Außenwand zeigt wieder eine unregelmäßige Befensterung, die den vorhandenen Bauunterlagen zufolge ebenfalls seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert umfangreiche Veränderungen erfahren hat. Im westlichen Wandfeld befand sich im ausgehenden 19. Jahrhundert ein Fenster, das nach 1924 durch ein breites Tor ersetzt wurde, das aber nach 1983 wieder komplett vermauert wurde. Weiter östlich befand sich um 1876 nur eine sehr unregelmäßige, teils kleinteilige Befesterung, die in den folgenden Jahrzehnten sukzessive verändert wurde. Dabei sind die vielfach vorhandenen nur sehr kleinen Altöffnungen letztendlich allesamt durch die heutigen großen Fensterlöcher ersetzt oder um 1924 vermauert worden. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen.
Die östliche Stirnseite besitzt am südlichen Wandende eine große, rundbogige Durchgangsöffnung, die den vorhandenen Bauakten zufolge um 1924 angelegt worden ist. Nördlich davon, im Mittelbereich der Wandscheibe, wurden um 1890 zwei einzelne Türöffnungen angelegt, die um 1924 wieder vermauert wurden. Im nördlichen Wandabschitt war 1924 die Anlegung einer Türöffnung geplant gewesen. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen. Im Inneren des Erdgeschosses ist eine sehr starke massive Querwand etwa im westlichen Viertelspunkt schon auf den Plänen des ausgehenden 19. Jahrhunderts vorhanden. Ihre beachtliche Stärke macht es dabei wahrscheinlich, dass sie noch zum ältesten, möglicherweise noch zum mittelalterlichen Gebäudebestand gehört. Da in ihrer Achse die Stärke der südlichen Außenwand verspringt, ist es denkbar, dass es sich bei ihr nicht um eine ursprüngliche Gebäudeinnenwand, sondern um eine ursprüngliche Gebäudeaußenwand oder eine Gebäudetrennwand handelt. Die im nördlichen Wandbereich vorhandene große Bogenöffnung ist schon auf den Planunterlagen von 1890 so dargestellt und war 1876 nur durch eine dünne Wandscheibe geschlossen. Die heute durch eine dünne Wand geschlossene zweite Öffnung im südlichen Wandteil ist 1924 anstelle einer einst weiter südlich gelegenen Türöffnung angelegt und erst in jüngerer Zeit wieder geschlossen worden. Westlich dieser Querwandachse befanden sich hier bis um 1876 zwei durch eine dünne Mittelwand getrennte Räume, die den vorhandenen Planunterlagen zufolge mit Kreuzgratgewölben versehen waren.
Östlich davon befindet sich im Mittelbereich des Erdgeschosses ein großer Saal, dessen Decke in der Mittellängsachse von einem starken verputzten Unterzug und zwei starken steinernen Rundsäulen getragen wird. Diese sehen zwar aus wie Bauteile des frühen 20. Jahrhunderts, sind jedochauf Plänen den von 1876, 1890 und 1924 jeweils schon als Bestand eingezeichnet. Nach Osten hin wird der Raum von einer weiteren Querwand abgeschlossen, in deren Mitte sich ein starker Mauerpfeiler befindet, der den Bauunterlagen von 1876 zufolge damals schon vorhanden war und zwei Kaminzüge umschloß. In den seitlichen Feldern waren damals schon nur dünne Wandscheiben vorhanden, die den vorhandenen Bauunterlagen zufolge zwischen 1890 und 1924 zu zwei großen Bogenöffnungen geöffnet wurden. Der nördliche Bogen ist heute noch in ganzer Breite offen, während der südliche Bogen im ausgehenden 20. Jahrhundert wieder geschlossen wurde.
Ganz am östlichen Kopfende folgt dann ein breiter Treppenflur, in dem eine Beton- bzw. Kunststeintreppe mit mehrstufigem Antritt vor der Nordwand und mit geradem Hauptlauf vor der Ostwand ins erste Obergeschoss emporsteigt, von wo sie dann gleichartig in einem zweiten Abschnitt bis in das zweite Obergeschoss weitergeführt ist. Diese Treppenanlage ist den vorhandenen Bauunterlagen zufolge um 1924 hier neu eingezogen worden.
Unter dem Treppenlauf befindet sich der Abgang zum Gewölbekeller, gegen Süden hin mit einer schönen, hier zweitverwendeten historischen Eisenblechtür abgeschlossen ist.

Das 1. Obergeschoss
Das erste Obergeschoss zeigt historische Bausubstanz heute fast nur noch in seinen Außenwänden, wobei auch hier damit gerechnet werden muss, dass zumindest Teile des historischen Mauerwerksbestandes noch auf frühe, womöglich gar mittelalterliche Bauphasen zurückgehen. Die südliche Außenwand hat sich als historische Massivwand erhalten, in der sich einzelne Fenster öffnen. Die vorhandenen Bauakten zeigen von den ältesten Plänen des ausgehenden 19. Jahrhunderts an eine durchgängige, aber unregelmäßige Befensterung. Ein Teil der Fensteröffnungen wurde um 1953 vermauert. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen.
Die westliche Stirnwand des Gebäudes dürfte ebenfalls noch dem historischen Bestand zuzurechnen sein. Sie wird von drei regelmäßig angeordneten Fenstern durchbrochen, wobei das mittlere Fenster erst um 1924 in die heutige Position verschoben wurde, während es zuvor weiter südlich saß und damit eine unsymmetrische Fensteranordnung gegeben war. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen.
Die nördliche Außenwand zeigt heute eine relativ regelmäßige Befensterung, die den erhaltenen Bauunterlagen zufolge um 1876 teils schon vorhanden war, teils erst später durch Veränderungen entstanden ist. Insbesondere um 1953 wurden einzelne Fenster vermauert bzw. verändert. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen.
Die östliche Stirnseite des Gebäudes gehört als starke Massivwand im Kern ebenfalls noch zum historischen Bestand. Die große Türöffnung am südlichen Ende der Wand wurde den vorhandenen Bauakten zufolge um 1924 angelegt, während eine schon zuvor bestehende zweite, im nördlichen Wandfeld gelegene Türöffnung um 1924 vermauert wurde. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen.
Die Wände im Inneren des zweiten Obergeschosses gehen den vorhandenen Bauunterlagen zufolge in den wesentlichen Teilen auf den Wiederaufbau des Gebäudes um 1953 zurück. Älterer Bestand begegnet uns hier nur in der an der östlichen Stirnseite gelegenen Treppenanlage von
1924, die homogen vom Erdgeschoss bis in das zweite Obergeschoss emporsteigt.

Das 2. Obergeschoss
Das zweite Obergeschoss des Gebäudes enthält historische Bausubstanz anscheinend fast nur noch in den Außenwänden.
Die südliche Außenwand scheint über die ganze Länge hinweg historischen Bestand zu enthalten. Ihr westliches Ende ist etwas dünner als der mittlere und östliche Bereich, wobei die vorhandenen Altpläne etwa im westlichen Viertelspunkt einen deutlichen Mauerrücksprung auf der Mauerinnenseite verzeichnen, während heute die Mauerwerksverjüngung ohne Absatz erfolgt. Die vorhandenen Altpläne belegen eine umfangreiche Durchfensterung. Im westlichsten Wandfeld waren zwei Fenster mit breiten Fensternischen vorhanden, die zusammen mit der hier geringeren Mauerstärke möglicherweise auf eine einst hier gelegene historische Stube hindeuten. Weiter östlich folgten in unregelmäßiger Reihung größere und kleine Fensteröffnungen. Bis auf die zwei heute noch offenen Fenster wurden alle diese Fenster um 1953 vermauert, und auch die offenen Fenster wurden in ihrer Nischenausbildung damals verändert. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen.
Die westliche Stirnseite sollte Bauunterlagen von 1951 zufolge möglicherweise komplett erneuert werden, wie die Vermaßung der dortigen Fensteröffnungen in den Bauplänen vermuten lässt. Ob dies auch so geschah, lässt sich momentan aufgrund fehlender Möglichkeiten des Wandeinblickes nicht feststellen. Im heutigen Bestand zeigt die Wandscheibe hier wie in den darunterliegenden Geschossen drei regelmäßig angeordnete Fensterachsen, bei der das mittlere Fenster wie im ersten Obergeschoss erst um 1924 in die Mittelachse verschoben worden ist, während vorher eine unregelmäßige Fassadengliederung vorhanden war. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen.
Die nördliche Außenwand des Gebäudes geht nach Aussage von Baubestand und vorhandenen Bauunterlagen vollständig auf den Wiederaufbau um 1953 zurück und bildet ein durchgehendes langes Fensterband aus.
Die östliche Stirnseite des Gebäudes dürfte als starke Mauerwerksscheibe ebenfalls noch zum historischen Bestand gehören. Die vorhandenen Bauakten zeigen, dass die heutige große Türöffnung am südlichen Wandende erst um 1924 angelegt wurde, während die Wandscheibe vorher öffnungslos war. Die heutige zweite Türöffnung im nördlichen Wandfeld geht hingegen anscheinend auf nochmals jüngere Veränderungen, vermutlich erst aus der Nachkriegszeit, zurück. Ein Einblick in den Mauerwerksbestand war im Zusammenhang mit der vorgenommenen Bauuntersuchung nicht möglich, sodass sich momentan keine weiterführenden Aussagen zur bauhistorischen Situation treffen lassen.
Die Decke über dem zweiten Obergeschoss wurde nach Auskunft der vorhandenen Bauunterlagen um 1953 vollständig neu erstellt.

Das Dachwerk
Den oberen Abschluss des Gebäudes bildet ein mäßig steil geneigtes Satteldach, das zusammen mit der heutigen westlichen Giebelscheibe und den in ihm befindlichen Einbauten durchweg auf moderne Veränderungen, insbesondere auf den Wiederaufbau des Gebäudes nach der Kriegszerstörung, zurückgehen. Die Altpläne und -fotos zeigen als Vorzustand gegen Westen einen steilen Dreiecksgiebel mit bogenbekrönten Staffeln in Renaissanceformen, die auf ansonsten nicht genauer abgrenzbare Veränderungen des 16. oder 17. Jahrhunderts hinweisen.

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