Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Ehemalige Ratsschänke

ID: 121215349461  /  Datum: 29.07.2005
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Zunfthausgasse / Altstadtstraße
Hausnummer: 2 / 5
Postleitzahl: 75031
Stadt: Eppingen
Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Heilbronn (Landkreis)
Gemeinde: Eppingen
Wohnplatz: Eppingen
Wohnplatzschlüssel: 8125026007
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Gebäude Zunfthausgasse 2 in Eppingen besitzt eine sehr differenzierte Baugeschichte. Der südliche Baukörper wird im Kern von einem spätmittelalterlichen Fachwerkhaus (1483?) gebildet, während der nördliche Baukörper bis auf den älteren Gewölbekeller im Wesentlichen aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammt.
Im ursprünglichen Zustand besaß der südliche Bau im gemauerten Sockel nur einen einzelnen straßenseitigern Untergeschossraum. Der heute direkt nördlich anschließende Gewölbekeller wurde erst später angelegt und stellte zugleich eine Verbindung zum damals schon bestehenden Keller unter dem nördlichen Gebäudeteil her. Im Erdgeschoss befand sich südseitig eine große Bohlenstube. In der mittleren Zone folgte ein großer Flur, der zugleich als Küche diente und am südlichen Ende der Ostwand den Hauseingang aufnahm. Möglicherweise befand sich in der mittleren Zone auch ein Aufgang zum Obergeschoss. In der heute stark veränderten nördlichen Zone könnte sich analog zu den genauer belegten Verhältnissen im Obergeschoß ein weiterer Einzelraum befunden haben. Im Obergeschoß wiederholte sich diese Raumgliederung in identischer Form. In beiden Geschossen wurde die mittlere Zone erst in jüngster Zeit in einen kleinen Küchenraum und ein nordseitiges Treppenhaus unterteilt. Früher schon, wohl im 18. Jahrhundert, fand das Einschieben eines Zwischengeschosses in der nördlichen Zone statt, das dort die Aufgabe der mittelalterlichen Deckenbalkenlagen mit sich brachte. Ebenso wurden im Laufe der Zeit der größte Teil der Westwand, fast die gesamte Nordwand sowie der nördliche Teil der Ostwand durch neue Wandscheiben ersetzt. Ein zu erschließendes zweites Fachwerkobergeschoß ist heute gänzlich abgängig. Der Kniestockausbildung an der westlichen Traufseite zufolge muss es schon früh abgegangen sein. Das heutige Dachwerk wurde neuzeitlich, aber unter Verwendung mittelalterlicher Bauhölzer wohl des Vorgängerdaches abgezimmert. Lediglich der Walm an der Südseite wurde vollständig in neuem Bauholz abgebunden.
Im Bereich des nördlichen Baukörpers dürfte lediglich der große Gewölbekeller auf die Zeit vor dem 19. Jahrhundert zurückgehen. Dessen ursprünglicher Zugang befand sich an der Ostseite, während an der Westseite ein oder zwei Kellerfenster angeordnet waren, die einen ursprünglich gleichbreiten Baukörper belegen. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Zugang an der Ostseite aufgegeben und eine Treppe nach Westen hin angelegt. Auch die Südwand wurde bei einer Reparaturmaßnahme erneuert. Die Umfassungsmauern des Oberbaues entstanden im Wesentlichen um 1855, wobei an der Nordseite die Südwand des nördlichen Nachbarhauses als Außenwand genutzt werden konnte. Im ursprünglichen Zustand besaß das Gebäude im Erdgeschoß südseitig eine hohe Tenne, an die sich nach Norden hin ein gleichfalls recht hoher vermutlicher Stallbereich anschloss. Später wurde die Tenne im Süden aufgegeben und durch eine Zwischendecke unterteilt. Nach einem Brandschaden, der wohl auf Kriegsschäden 1945 zurückgeht, wurden schließlich der obere Teil der Querwand, die Decken und das Dachwerk modern erneuert.
Mit dieser wechselhaften Abfolge von Veränderungen zeigt das Gebäude eine vom Spätmittelalter bis in das 20. Jahrhundert hineinreichende Baugeschichte.


1. Bauphase:
(1483)
Errichtung des Gebäudes um 1483 (d). Da die Dendrodaten aber ausschließlich an zweitverwendeten Hölzern ermittelt wurden ist die Datierung des Unterbaus in diese Zeit sehr fraglich
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1700 - 1800)
Einziehen eines Zwischengeschosses und Veränderungen der Fensteröffnungen (gk)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1800 - 1900)
Dacherneuerung über dem nördlichen Gebäudeteil
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1855)
Anbau von Stall- und Lagerräumen
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1945)
nach einem Brandschaden werden im neueren Anbau der obere Teil der Querwand, die Decken und das Dachwerk erneuert
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Zugeordnetes Objekt

keines

Fotos

Eppingen, ehem. Ratsschänke, 
Ansicht von Südosten / Ehemalige Ratsschänke in 75031 Eppingen
Vorlage RPS-LAD und LV - BW / Ehemalige Ratsschänke in 75031 Eppingen

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude steht an der Nordseite der Eppinger Altstadt bildenden Altstadtstraße. Im Osten grenzt es an die schmale Stichstraße der Zunfthausgasse, östlich derer sich einst das alte Epinger Rathaus erhob.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Gebäude besteht aus zwei Baukörpern, der südliche ist etwas schmäler mit längsrechteckiger Grundfläche, der nördliche mit leicht trapezförmiger Grundfläche.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Zweischiffig dreizoniger Grundriss mit relativ schmalen Schiffen. Die südliche breitere Zone besteht aus einer Bohlenstube im Erd- und Obergeschoss. In der mittleren Zone befindet sich die Erschließung, in der nördlichen Nebenräume. Im nördlichen Gebäudeteil gibt es südlich die Tenne und nördlich der ehemalige Stallteil. In späterer Zeit jedoch mehrfach umgebaut und es wurde eine Zwischendecke eingezogen.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Die Bohlenstube im Erdgeschoss ist im nördlichen Abschnitt der Ostwand sowie im oberen Bereich der Nordwand noch erhalten. Im Obergeschoss Reste der Bohlenstube im nördlichen Wandfeld der Ostseite erhalten.
Bestand/Ausstattung:
Flach gespannte Bretterbalkendecke über den Bohlenstuben. Reste von Farbfassungen lassen sich nachweisen.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
  • Steinbau Mauerwerk
    • Werkstein
  • Detail (Ausstattung)
    • Bohlenstube
    • Wand-, Deckenfassung, Gefachmalerei
  • Decken
    • Balken-Bretter-Decke
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Dachform
    • Mansardgiebeldach
    • Satteldach mit beidseitigem Vollwalm
Konstruktion/Material:
Das massiv unterkellerte Kerngebäude besteht aus Fachwerk, der nördliche Anbau aus Werksteinen.

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