Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Dokumentation: Bauaufnahme und Bauhistorische Untersuchung

ID: 180496787019
Datum: 27.04.2026
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Dokumentationsdaten

ID:
180496787019
Titel:
Bauaufnahme und Bauhistorische Untersuchung
Beschreibung:
Die ehemalige Vorburg des Schlosses Bieringen an der Jagst umfasst aktuell zwei Wohngebäude, drei Scheunen sowie mehrere Garagen und Schuppen. Das Amtshaus, Schlossstraße 8 sowie die nördlich anschließende Scheune Schlossstraße 4, die ehemalige Zehntscheune, sollen in absehbarer Zeit renoviert werden.
Im November 2025 wurde der Unterzeichnende vom Eigentümer mit der Durchführung einer Bauaufnahme beider Gebäude mit einer Messgenauigkeit in Stufe 3 sowie einer Darstellungstiefe entsprechend Stufe 2 beauftragt. Zudem sollte eine Bauhistorische Untersuchung des Amtshauses erfolgen. Eine Bauhistorische Untersuchung der Schlossscheune war nicht vorgesehen, da die Hölzer der Scheunenkonstruktion alle erkennbar drittverwendet waren.
Die Ausführung der Bauaufnahme erfolgte vom 17. bis 19. Dezember 2025 mit einem Laserscanner Faro Focus 3d und einem Slamscanner XGrids Lixel L2 Pro. Die Auswertung der Scans und Erstellung der Pläne erfolgte vom Januar bis März 2026. Die Entnahme der Dendroproben erfolgte am 26.02.2026. Die Durchführung der bauhistorischen Untersuchung erfolgte im April 2026.
Anlass für Dokumentation:
Maßnahmenbezogene Voruntersuchung
Signatur:
keine
Ansprechpartner:in:
  • Bauforschung:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
  • Auftraggeber:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
  • Dendrochronologie (Labor):
    • Jahrringlabor Hofmann & Reichle GbR, Nürtingen
Ablageort :
  • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Abschlusstermin:
24.04.2026

Pläne

1. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
reine Bauaufnahme
Plankategorie:
EG
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
23.12.2025
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
  • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)

2. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
reine Bauaufnahme
Plankategorie:
OG 1
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
23.12.2025
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

3. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
reine Bauaufnahme
Plankategorie:
DG 1
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
23.12.2025
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

4. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
reine Bauaufnahme
Plankategorie:
DG 2
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
23.12.2025
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

5. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
reine Bauaufnahme
Plankategorie:
QS1
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
23.12.2025
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

6. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
reine Bauaufnahme
Plankategorie:
LS1
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
23.12.2025
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

7. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
reine Bauaufnahme
Plankategorie:
A_Westen
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
23.12.2025
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

8. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
reine Bauaufnahme
Plankategorie:
A_Süden
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
23.12.2025
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

9. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
reine Bauaufnahme
Plankategorie:
A_Osten
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
23.12.2025
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

10. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
Bauphasen-, Baualtersplan
Plankategorie:
EG
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
24.04.2026
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

11. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
Bauphasen-, Baualtersplan
Plankategorie:
OG 1
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
24.04.2026
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

12. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
Bauphasen-, Baualtersplan
Plankategorie:
DG 1
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
24.04.2026
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

13. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
Bauphasen-, Baualtersplan
Plankategorie:
DG 2
Plantyp:
Grundriss
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
24.04.2026
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

14. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
Bauphasen-, Baualtersplan
Plankategorie:
A_Westen
Plantyp:
Ansicht
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
24.04.2026
Bemerkung:
Die anschließende Westwand der Schlossscheune wurde ebenfalls im Rahmen dieser Untersuchung als Baualtersplan angelegt. Dieser Plan ist bei der Bauaufnahme der Schlossscheuer hinterlegt.
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

15. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
Bauphasen-, Baualtersplan
Plankategorie:
A_Süden
Plantyp:
Ansicht
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
24.04.2026
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

16. Plan:
angehängte Datei:
Original:
Nein
Planart:
Bauphasen-, Baualtersplan
Plankategorie:
A_Osten
Plantyp:
Ansicht
Planaufnahmeart:
Laserscanauswertung
Plangenauigkeit:
Genauigkeit 3
Plangröße:
kein Eintrag: kein Eintrag
Datum:
24.04.2026
Ansprechpartner:in:
  • Bauaufnahme:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

Fotos

keine

Zugeordnetes Baudenkmal

Objektname: Amtshaus
Straße: Schlossstraße
Hausnummer: 8
Postleitzahl: 74217
Stadt-Teilort: Schöntal - Bieringen
Wohnplatzschlüssel: 8126072004
Wohnplatz: Bieringen
Gemeinde: Schöntal
Kreis: Hohenlohekreis (Landkreis)
Regierungsbezirk: Stuttgart

Fundstück

keine

Raumbücher

keine

Texte

keine

Publikationen

keine

Untersuchungen

1. Untersuchung:
Typ:
Dendrochr. Unters. (Probenentnahme und Auswertung)
Text:
Dendrochronologische Datierung

Probe 1: 2.DG, Stuhlrähm Nord, Eiche, Winter 1613/1614
Probe 2: 2. DG, Sparren 6 Nordseite (zweitverwendet), Eiche, zwischen 1545 und 1565
Probe 3: 2. DG, Stuhlrähm Süd, Eiche, Winter 1614/1615
Probe 4: 1. DG, Stuhlstrebe 3, Nordseite, Eiche, Winter 1614/1615
Probe 5: Gerüstholz Turmmauer 1.DG, Buche, nicht datierbar

Das Fach- und Dachwerk des Amtshauses besteht vollständig aus Eichenholz.
Hinweise auf Floßholz wurden nicht beobachtet und sind bei Eichenholz auch nicht zu erwarten. Zahlreiche Hölzer zeigen Spuren von Zweitverwendung. Um eine Fehldatierung auszuschließen, wurde daher gezielt ein erkennbar zweitverwendetes Holz mit datiert. Die sichtbaren Spuren der Zweitverwendung legen die Vermutung nahe, dass diese Hölzer aus einem einzigen Gebäude stammen. Ob es sich dabei um die Reste der unter anderem in Befund 38 nachgewiesenen unmittelbaren Vorgängerbebauung handelt, konnte nicht geklärt werden.
Ansprechpartner:in:
  • Bauforschung:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
  • Dendrochronologie (Labor):
    • Jahrringlabor Hofmann & Reichle GbR
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet

2. Untersuchung:
Typ:
Bau- und kunsthistorische Untersuchung
Text:
Bauhistorische Befunddokumentation

Befunde Westfassade Scheune:
Befund 1:
Etwa mittig in der Scheunenwest­wand ist eine Baunaht zu erken­nen. Der ältere rechte Wandab­schnitt endet mit einer Abbruch­kante. Das Mauerwerk ist teilver­putzt, lässt aber die erhabenen Steinflächen sichtbar. Der ver­wendete Mörtel zeigt kleine Kalkspatzen, was ein Hinweis auf eine frühneuzeitliche Datierung dieses Wandabschnitts sein könnte. An die Baunaht schließt mittelbar links ein Wandabschnitt aus lagi­gem Bruchsteinmauerwerk mit großen Steinformaten an, das durch regelmäßige Ausgleichslagen aus sehr kleinteiligem Steinmaterial auffällt. Zwischen den beiden Wandflächen befindet sich eine unlagige Ver­mauerung aus Muschelkalksteinen und Ziegelbruchstücken. Vermutlich war die ursprüngliche Baunaht hier instabil, da der rechte Wandabschnitt deutlich nach außen geneigt ist. Die mittige Vermauerung endet oben mit einer kleinen Fensteröffnung, die mit stark verwitterten Sandsteinen eingefasst ist (vgl. Befund 3).

Befund 2:
Stallfenster. Zwei Fenster mit Gewänden aus Betonformsteinen wurden im 20. Jahrhundert eingefügt.

Befund 3:
Fehlstellenvermauerung. Eine Fehlstelle im oberen Bereich der Mauer wurde mit stark verwitterten Sandsteinen ausgemau­ert. Die Verwitterung deutet auf eine Zweitverwendung der Steine hin.

Befunde Westfassade Amtshaus:
Befund 4:
Kellerfenster. Kräftiges Karniesprofil am rech­ten Gewände und am Sturz. Das Gewände scheint zu groß für die­ses kleine Fenster. Zudem endet der Sturz etwa mittig mit einer Abbruchkante. Ob das Fenster hier zuerst mit einem längeren Sturz und einem linken Gewände eingebaut wurde oder in der heute bestehenden Form eingefügt wurde, ist unklar. In beiden Fällen liegt aber eine Zweitverwendung der pro­filierten Gewändesteine vor. Rechts neben dem Fenster befand sich ein horizontaler Rauchschacht, der zwischenzeitlich mit Ziegelsteinen vermauert wurde.

Befund 5:
Ehemaliger Abort?
Im Bereich des heutigen WC im Obergeschoss ist eine türgroße verputzte Vermauerung mit einem Fenster aus Glasbausteinen zu beobachten. Unterhalb davon ist eine hochrechteckige Wandnische zu erkennen, die nachträglich mit Ziegelsteinen vermauert wurde. Möglicherweise befand sich an dieser Stellle der ursprüngliche Abort des Amtshauses. Darauf deuten auch eine nachträglich eingefügte Wandschale an der Innenseite im Keller 0.7 (Befund 26).

Befunde Südfassade

Befund 6:
Vermauerte Schlüsselscharte.
Die Schießscharte im EG des südwestlichen Eckturms belegt, dass es sich hier - trotz der Wohnhausfenster im OG von Turm und Westwand - um eine Wehranlage des 16. Jahrhunderts handelt. Vom nachträglich eingefügten Keller Raum 0.6 führte ein Lüftungsschacht zu dieser Scharte.

Befund 7:
Stallfenster.
Im EG der Südfassade befanden sich drei querrechteckige hoch sitzende Stallfenster. Die Fenstergewände haben seitlich und am Sturz einen Falz und eine Hohlkehle mit gekehltem Auslauf. Dies unterscheidet diese Fenster deutlich von den Fenstern im OG und DG der Westfassade. Die Hohlkehle mit gekehltem Auslauf kann als typisch fir das frühere 17. Jahrhundert gelten.
Am linken Fenster ist das Gewände teils durch den Mörtelabdruck eines abgegangenen jüngeren Anbaus verdeckt. Das linke und das rechte Fenster sind nachträglich mit Bruchsteinen zugemauert. Vom nachträglich eingefügten Keller Raum 0.6 führte ein Lüftungsschacht zum linken Fenster. An der Westfassade gibt es ein nachträglich eingefügtes gleichartiges Fenster (siehe Befund 22).

Befund 8:
Stallfenster.
Das mittlere Stallfenster wurde im 20. Jahrhundert vergrößert. Dabei wurden die Gewände und der Sturz wiederverwendet.

Befunde Ostfassade

Befund 9:
Stalltür. Etwa 20 cm östlich der heutigen Stalltür sind grob gearbeitete Werksteinquader zu beobachten, die die Lage der bauzeitlichen Stalltür zeigen.

Befund 10:
Türgewände. Westlich des kleinen Flurfensters ist ein Türgewände zu erkennen. Das Gewände ist zur Türöffnung hin außen gefalzt. Den äußeren Abschluss bildet eine Wulst. Das Profil stimmt nicht mit dem Sturzprofil Befund 11 überein.

Befund 11:
Türsturz. Über der Eingangstür des 20. Jahrhunderts ist ein Werksteintür­sturz zu erkennen. Sichtbar ist der äußere Abschluss mit einer Leiste mit Karniesprofil. Das Profil stimmt nicht mit dem Sturzprofil Befund 10 überein. Die große Höhe der Türöffnung könnte auf einen nachträglichen Einbau im 18. Jahrhundert hin­deuten. Möglicherweise handelt es sich auch um eine Oberlichtöffnung und der eigentliche Türsturz lag niedriger.

Befund 12:
Wappen. Der ursprüngliche Sichtfachwerk­giebel wurde im 18. Jahrhundert flächig verputzt. Zwischen den Fenstern des 1. DG findet sich ein aufgemaltes Wappen mit blauen und weißen Flächen und mit Abtsstab. Um das Wappen herum sind drei Großbuchstaben aufge­malt. Man ist geneigt, die Buch­staben in Frakturschrift als B L S zu lesen. Das S steht dabei für Schöntal bzw. Speciosae Vallis. Allerdings gibt es in der Liste der Äbte von Schöntal keinen einzigen, auf dessen Namen das Monogramm passen würde. Die Buchstaben sind erkennbar an mittelalterliche Schrifttypen angelehnt. Das B steht in Textura, das S steht in Rotunda und der dritte Buchstabe steht in Schwabacher Schrift. Daher ist er eher als unvollständig erhaltenes K zu interpretieren. Dann passt das Monogramm nämlich auch zu Abt Benedikt Knittel, der von 1683 bis 1732 Abt des Klosters Schöntal war. Und die Reste des Wappens passen zum bekannten Wappen Knittels in der Bieringer Kirche, in dem eine Herkuleskeule aus einem bewölkten Himmel gehalten wird.

Befunde EG
Raum 0.1 Flur, Befund 13:
Fensternische. Nachträglich in die Nordwand eingefügte kleine Fensternische. Der Fensterblockrahmen ist erheblich verschoben und zwischenzeitlich vermauert.

Raum 0.2 Flur, Befund 14: Vermauerte Türöffnung.
Das Türgewände wurde ausge­brochen und mit Kalksteinen und Ziegeln vermauert. Der benutzte lehmhaltige Mörtel passt gut ins 19. Jahrhundert. Vermutlich wur­de die Tür bei der Teilung des Hauses in zwei Haushälften ge­schlossen. Links neben der Ver­mauerung sind noch Reste der Türgewändebemalung zu sehen.

Befund 15: Treppenlochwechsel.
Die Deckenbalken sind sichtbar. Die Balkenzwischenfelder sind mit Staken geschlossen. Über den Staken liegt ein Stroh-Lehm-Schlag und unter den Staken ein Stroh-Lehm-Putz. Die Staken schließen dicht aneinander, es las­sen sich keine Hinweise auf gewi­ckelte Stroh-Lehm-Wickel erken­nen. Vor der Kellertür befindet sich ein Treppenlochwechsel. Die Nut für die Stakung läuft aber hinter dem Treppenwechsel wei­ter. Eine alternative Position für ein Treppenloch ins OG ist nicht zu erkennen. Es wird daher ver­mutet, dass die Treppe bereits bauzeitlich an der heutigen Stelle war, aber nachträglich verbreitert wurde, in dem der Treppenloch­wechsel etwas seitlich verschoben wurde. Die heutige Treppe ist einläufig. Ursprünglich könnte die Treppe aber auch halbgewendelt über das Kellergewölbe weitergeführt haben.

Befund 16:
Kellertür. Die Kellertür ist mit einem rundbogigen Sturz aus drei Werksteinen überfangen. Das Türgewände ist außenseitig 4x4cm tief gefalzt. Die Bauart der Tür könnte sowohl für das 16. als auch für das 17. Jahrhundert passen.

Befund 17:
Nische. In der Südwand ist knapp über dem Boden eine kleine, mit Ziegelsteinen eingefasste Nische zu beobachten. Der Zweck dieser Nische ist nicht erkennbar.

Raum 0.4 Stall
Befund 18:
Stallboden. Der Boden ist mit Muschelkalk­steinen gepflastert. Im Bereich der ehemaligen Stalltür endet eine Rinne aus Sandsteinwerksteinen. Dies belegt die frühere Nutzung des Raums als Stall. Entlang der Südwand sind zudem ein Futter­trog aus Beton und ein Futtertrog aus Sandstein erhalten.

Befund 19:
Südwestecke. Die Westwand stößt stumpf mit einer Pressfuge gegen die Südwand. Dies belegt, dass die Wand und der dahinter liegende Keller Raum 0.6 nachträglich in den vormaligen Stall eingefügt wurde.
Ob dies noch im 18. Jahrhundert oder erst bei der Teilung des Gebäudes in zwei Haushälften im 19. Jahrhundert erfolgte ist unsicher.

Raum 0.5
Befund 20: Kellertür.
Die Kellertür wird durch einen Blockrahmen aus zweitverwendeten Balken gebildet. Der Blockrahmen ist innen und außen gefalzt. Die Beschläge am rechten Türblatt passen besser ins 18. Jahrhundert, könnten aber auch zweitverwendet sein. Die Beschläge am linken Türblatt passen besser ins 19. Jahrhundert.

Befund 21:
Wandöffnung in der Westwand. Die Öffnung ermöglicht einen Einblick in den Bereich über dem Gewölbe des Kellers Raum 0.6. Es zeigt die Deckenbalken des ehemaligen Stalls mit Staken und Lehmschlag darauf. Die Decken­balken wurden im 20. Jahrhundert nach Süden hin abgesägt und durch eine Betondecke ersetzt.

Raum 0.6 Kellerfenster
Befund 22: Kellerfenster.
Der Fensterhals bindet stimmig in das Gewölbe ein und führt ohne Störung bis zur Innenseite der äl­teren Westwand. dort verspringt die Fensternische. Es folgt eine unregelmäßig aus der Wand her­ausgebrochene Nische mit einem segmentbogigen Sturz aus Ziegel­steinen. Den Abschluss bildet das Fenstergewände mit äußerer Hohlkehle und gekehltem Auslauf. Das Fenstergewände gleicht damit und in seiner Dimensionierung den drei Fenstergewänden an der Südfassade. Auch dies ist ein Hinweis darauf, dass der Keller erst nachträg­lich in den ehemaligen Stall eingefügt wurde.

Befund 23:
Vermauerter Lüftungskanal.
Am Westende der Südwand befindet sich ein ehemaliger horizontaler Kanal. Der Kanal wurde nachträglich mit Bruchsteinen zugemauert. Der Schacht führte wohl zu der ehemaligen Schlüsselscharte an der Südseite des Turms (siehe Befund 6).

Befund 24:
Lüftungsschacht im Gewölbe vor der Südwand. Der Schacht führt zum ehemali­gen linken Stallfenster an der Südfassade, das zwischenzeitlich vermauert ist (siehe Befund 7).

Raum 0.7 Keller
Befund 25: Kellergewölbe.
Die Steine und teils auch der Fu­genmörtel zeigen an der Ober­fläche eine deutliche Verrußung. Demnach wurde in dem Raum regelmäßig mit offenem Feuer hantiert. Denkbar wäre vielleicht eine Destille, die hier betrieben wurde.

Befund 26:
Kellerfenster. Das Fenster ist unregelmäßig in die Westwand eingefügt.
Der Sturz aus Ziegelsteinen ist deutlich breiter, die Fensternische scheint rechts nachträglich ver­kleinert (vgl. Befund 4). Links zeigt sich eine weitere Verkleine­rung mit HLZ-Ziegeln des 20. Jahrhunderts. Links neben dem Fenster befindet sich ein ehemali­ger Rauchkanal mit starker Verrußung, der zwischenzeitlich teilweise vermauert wurde. An der rechten Wandseite ist die innere Mauerwerksschale an mehreren Stellen durch Ziegelmauerwerk ersetzt worden. Hier werden Beschädigungen durch eine mögliche ehemalige Abortgrube vor der Westwand vermutet (vgl. Befund 5).

Befunde 1.OG
Raum 1.3 Stube
Befund 27: Wandnische. Die massive Nordwand endet mit einer gekehlten Wand­nische, die oben gekehlt ausläuft. Unter mehreren Tape­ten sind zahlreiche Tüncheschichten mit teils großer Far­bigkeit zu beobachten. Es könnte sich um eine Nische für eine Heiligenfigur handeln. Die ungewöhnliche Position der Nische wirft aber die Frage auf, ob der Abschluss der massiven Nordwand etwa einen Meter vor der Ostfassade noch auf das Vorgängergebäude des 16. Jahrhunderts an dieser Stelle zurückgeht.

Raum 1.10 Kammer
Befund 28: Im Eingangsbereich des Raums sind auf dem Boden zwei rechteckig zueinander liegende Balken zu sehen. Die Balken sind oberkantenbündig zum Bodenbelag abgehobelt. Es handelt sich dabei mit großer Wahrscheinlichkeit um die bauzeitlichen Schwellen der Südwand und der Westwand des Flurs Raum 1.2.

Befund 29:
Fenstergewände. Das Fenstergewände ist auch auf der Innenseite profiliert. An den anderen Fenstern der Westfassade ist die innere Profilierung dagegen nachträglich abgearbeitet worden.

Befunde 1.DG
Raum 2.1 Flur
Befund 30: Fachwerksüdwand. In der Südostecke hat sich offenbar der bauzeitliche Bundständer erhalten. Er zeigt Zapflöcher für eine Schwelle und einen Kopfriegel nach Norden. An den Bundständer schließt nach Westen eine Fachwerkwand mit wechselnden Riegelpositionen an. Die Hölzer sind teils erkennbar zweitverwendet. Der erste folgende Stän­der ist kopfzonig an das Bundrähm angeblattet und mit einem handgeschmiedeten Nagel fixiert. Die Ausfachung besteht aus Ziegelsteinen. All dies deutet darauf hin, dass es sich hier zwar um den Mittellängsbund handelt, der aber erst nachträglich mit einer geschlossenen Wand ver­sehen wurde. Dabei wurden die bauzeitlichen Bundstän­der in die Wand mit integriert. Diese Bundständer sind durch die beidseitig verkröpften kopfzonigen Zangen zu erkennen.


Raum 2.2 Abseite
Befund 31: Stuhlstrebe. Die nördliche Stuhlstrebe vom Querbund 3 hat ein mittiges Zapfloch für einen Brustriegel. Dies zeigt, dass sich in diesem Querbund eine bauzeitliche Wand befand. Die Stuhlstreben in den anderen Querbünden haben dagegen alle Zapflöcher für Kopfstreben. Dort bestand demnach ein offener Dachboden.

Befund 32:
Fachwerk des Ostgiebels. Der Brustriegel zwischen Sparren und Strebe ist beidsei­tig eingezapft und mit Holznagel gesichert. Der kurze Riegel zwischen Strebe und Bundständer ist dagegen nur in den Ständer eingezapft und nagelgesichert.

Raum 2.4 Kammer
Befund 33: Nordwand. Die Nordwand ist eine Fachwerkwand mit Bruchsteinausfachung und lehmhaltigem Verputz mit Haaren.
Es handelt sich vermutlich um eine bauzeitliche Wand der Bauphase 1614/15 (d), die im 18. Jahrhundert überputzt wurde.

Raum 2.5 Abseite
Befund 34: Stuhlstrebe. Die südliche Stuhlstrebe vom Querbund 3 hat ein mittiges Zapfloch für einen Brustriegel. Dies zeigt, dass sich in diesem Querbund eine bauzeitliche Wand befand.

Raum 2.6 Flur
Befund 35: Ostwand. Auf den bauzeitlichen Bundständer folgt im Abstand von 74 cm ein weiterer Ständer. Zwischen die Ständer ist ein Kopfriegel gezapft und mit einem Holznagel gesichert. Demnach handelt es sich um eine bauzeitliche Konstruk­tion. Für eine Tür erscheint der Abstand jedoch zu schmal. Der Wandständer hat südseitig keine weiteren Zapflocher. Vermutlich folgte hier eine massive Brand­wand. Zwischenzeitlich folgt hier eine erheblich jüngere Fachwerkwand des späten 19. oder frühen 20. Jahrhun­derts.

Befunde 2.DG
Raum 3.1 Dachboden
Befund 36: Räucherkammer.
Die Räucherkammer schloss ursprünglich an einen anderen Kamin an Stelle des heutigen Kamins an.

Raum 3.2 Dachboden
Befund 37: Fenster in der Westwand.
Die Fensternische wurde nach­träglich aus der Westwand ausge­brochen und mit Ziegelsteinen beigemauert. Das Fenstergewän­de gleicht den anderen Fensterge­wänden an der Westwand und am Turm. Es wurde hier in Zweitver­wendung eingebaut.


Befund 38:
Vertikaler Putzstreifen. Links des Fensters in der Westwand ist ein vertikaler Putzstreifen zu beobachten der etwa 40 cm breite Streifen endet links und ursprünglich auch rechts mit einer leichten Anböschung. Die rechte Seite ist durch den Ausbruch der Fensternische partiell beschädigt. Die naheliegendste Interpretation wäre, dass es sich hierbei um den Rest eines Schlotes des Vorgängergebäudes handelt. Allerdings finden sich auf dem Putzstreifen keine Rußspuren.

Befund 39:
Balkenlöcher. Zwei Balkenlöcher knapp ober­halb und etwas innerhalb der Stuhlrähme in der Westwand be­legen einen Dachstuhl eines Vor­gängergebäudes. Das Dach dieses Vorgängerbaus war etwas niedri­ger als das heutige Dach. Dem­nach stand die massive Westgie­belwand über die Dachfläche hin­aus, wie dies heute noch bei der Scheune Schlossstraße 2 (ehemalige Schlosskelter?) zu beobachten ist. Es könnte sich dabei aber auch um einen Staffelgiebel gehandelt haben.

Befund 40: Okulus. An der Westwand der 3.DG-Ebene lässt sich ein ehemaliges Okulus-Fenster beobachten. Der Giebel ist ab der Okulushöhe mit Ziegelsteinen gemauert. Es han­delt sich offenbar um eine Ergän­zung der Bauphase 1614/15(d) für das nun höhere Dach. Die Okulusöffnung wurde nachträg­lich zu einem hochrechteckigen Schlitzfenster verkleinert und mit einem schmalen Rundholz als Sturz versehen. Später wurde auch dieses kleinere Fenster noch vermauert.

6. Archivalien
Im Staatsarchiv Ludwigsburg befinden sich umfangreiche Archivalien zum Besitz des Klosters Schöntal in Bieringen sowie zu den ritterschaftlichen Vorbesitzern von Wernau (1605 - 1631), von Aschhausen (1592 - 1605) und von Berlichingen (1522 - 1592). Die Archivalien wurden im Onlinefindmittelsystem auf Verbindungen zum Schloss Bieringen untersucht. Dabei wurden jedoch keine relevanten Archivalien zum Amtshaus gefunden. Es gab lediglich eine Archivalie zum Kauf des Schlosses durch das Kloster Schöntal 1631 sowie zum Verkauf der Schlosskelter und der Zehntscheuer vom württembergischen Kameralamt Schöntal im 19. Jahrhundert, die zwar die angrenzende Schlossscheune, aber nicht das Amtshaus betrifft. Daher wurde in Rücksprache mit den Architekten auf eine weitere Archivrecherche verzichtet.

Staatsarchiv Ludwigsburg B 503 II Bü 418
Titel
Erwerb von Schloss und Gut Bieringen, einem Teil des Dorfes und des Burgstalls von Urhausen durch das Kloster Schöntal
Laufzeit 1591-1662



Staatsarchiv Ludwigsburg F 81 Bü 67
Titel Bieringen: Verkauf der Schloßkelter und Zehntscheuer
Laufzeit 1824-1845
Ansprechpartner:in:
  • Bauforschung:
    • Hermann, Michael (Büro für Bauvermessung und Bauforschung)
Ablageort :
kein Ablageort zugeordnet