Objekt(7851): Bauernhaus der ehem. Talmühle Bauernhaus der ehem. Talmühle

ID: 391311139007
Datum: 02.11.2009
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(7851): Bauernhaus der ehem. Talmühle Objektdaten

Straße: Talstraße
Hausnummer: 14
Postleitzahl: 69493
Stadt: Großsachsen
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Rhein-Neckar-Kreis (Landkreis)
Gemeinde: Hirschberg an der Bergstraße
Wohnplatz: Großsachsen
Wohnplatzschlüssel: 8226107005
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(7851): Bauernhaus der ehem. Talmühle Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(7851): Bauernhaus der ehem. Talmühle Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(7851): Bauernhaus der ehem. Talmühle Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keinekeine
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Bauphasen(7851): Bauernhaus der ehem. Talmühle Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Talmühle, auch Spitzer Mühle genannt, gehörte zum Marbacher Hof des Klosters Schönau. Vielleicht ist sie eine der beiden Mühlen, die in Lorscher Urkunden in Sachsenheim nachgewiesen sind. Der heutige Baubestand der fränkischen Hofanlage stammt größtenteils aus der Zeit zwischen 1818 und 1828. Dabei handelt es sich um eine Portalanlage, Wohngebäude und Nebengebäude mit Fachwerkgiebeln. Die Talmühle ist die einzige in der Umgebung, die als fränkische Hofanlage erbaut wurde.
Das Bauernhaus ist im Türsturz auf 1818 datiert. Das Wohnhaus wurde zusammen mit einer Scheune errichtet. Nur wenige Zeit später wurde das Wohn-Scheunen-Haus nach Süden um einen Stall erweitert. Vermutlich zu diesem Zeitpunkt wurde eine innere Verbindung zwischen dem Wohn-Scheunen-Haus und dem Stall erstellt. Im Zeitraum von 1875 bis 1925 wurde der an die Küche angebaute Backofen durch ein Fenster ersetzt und 1889 auf dem Hofplatz ein neuer Backofen errichtet. Vermutlich in dieser Zeit wurde die Küche vom Flur abgetrennt und die Wohnräume im Erdgeschoss erhielten einen flächigen Verputz über einem Putzträger, neue Fußböden und Fußleisten sowie teilweise neue Zimmertüren. In den Jahren 1986/87 erhielten die Küche und der Flur neue Wand- und Deckenverkleidungen, die additiv angebracht wurden; sie verdecken nachweisliche historische Putze und Farbgebungen. 1997 wurden ein Hauswirtschaftsraum und ein Badezimmer in einen Teil der Scheune eingebaut. 2003 folgte die Instandsetzung und Renovierung des Bauernhauses.


1. Bauphase:
(1818)
Wohnhaus und Scheune wurden errichtet und unter einem Dach zusammengefasst. (i) (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Bauernhaus
    • Scheune

2. Bauphase:
(1835)
Um 1835 wurde das Wohn-Scheunen-Haus nach Süden um einen Stall erweitert. Vermutlich zu diesem Zeitpunkt wurde eine innere Verbindung zwischen dem Wohn-Scheunen-Haus und dem Stall erstellt. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Bauernhaus
    • Scheune
    • Stallgebäude

3. Bauphase:
(1875 - 1899)
In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der an die Küche angebaute Backofen durch ein Fenster ersetzt und 1889 auf dem Hofplatz ein neuer Backofen errichtet. Vermutlich in dieser Zeit wurde auch die Küche vom Flur abgetrennt und die Wohnräume im Erdgeschoss erhielten einen flächigen Verputz über einem Putzträger, neue Fußböden und Fußleisten sowie teilweise neue Zimmertüren. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

4. Bauphase:
(1986 - 1987)
In den Jahren 1986/87 erhielten die Küche und Flur neue Wand- und Deckenverkleiungen, die additiv aufgebracht wurden; nachweisliche historischer Putze und Farbgebungen wurden auf diese Weise verdeckt. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

5. Bauphase:
(1997)
1997 wurde ein Hauswirtschaftsraum und ein Badezimmer in einen Teil der Scheune eingebaut. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

6. Bauphase:
(2003)
2003 erfolgte die Instandsetzung und Renovierung des Bauernhauses. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
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Besitzer(7851): Bauernhaus der ehem. Talmühle Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Bauernhaus der ehem. Talmühle, Ansicht von Westen, 
Urheber: Reimers, Holger & Scheer, Christine / Bauernhaus der ehem. Talmühle in 69493 Großsachsen
Bauernhaus der ehem. Talmühle, Lageplan,
Urheber: Reimers, Holger & Scheer, Christine / Bauernhaus der ehem. Talmühle in 69493 Großsachsen

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Baudokumentation des Bauernhauses
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Beschreibung(7851): Bauernhaus der ehem. Talmühle Beschreibung

Umgebung, Lage: Das Bauernhaus der ehem. Talmühle steht am Hang des Odenwaldes zur Rheinebene in Hirschberg-Großsachsen. Es liegt auf der Südseite des Tales direkt am Mühlenbach.
Lagedetail: keine Angabenkeine Angaben
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Bauernhaus
    • Scheune
    • Stallgebäude
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Das langgestreckte eingeschossige Bauernhaus ist Teil einer geschlossenen Hofanlage und steht parallel zum Mühlengebäude. Es steht in Nord-Süd-Richtung und eine Traufe weist nach Westen, die andere nach Osten zum Hofplatz. Das Bauernhaus besteht aus zwei hintereinander angeordneten Baukörpern, die sich aus einem Wohn- und Scheunenteil mit einem Stallanbau zusammensetzen.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Unter dem Vordergiebel befindet sich quer zur Firstrichtung ein tonnengewölbter Keller mit direktem Zugang vom Hofplatz im Osten. Das Erdgeschoss des nördlichen Baukörpers ist quer in zwei Zonen aufgeteilt, die wiederum aus zwei Bereichen bestehen: im Nördlichen befindet sich der Wohnteil mit zwei Räumen zur Straße, einer größeren Stube, die als beheizter Wohnraum dient sowie einer kleineren Kammer, die als unbeheizter Schlafraum genutzt wird. Der Südliche dahinter liegende Teil besteht aus einem Flur und angrenzender Küche. Im ersten Dachgeschoss herrscht die gleiche Aufteilung in einen Wohnbereich mit mittig liegender Stube und zwei Abseiten sowie der Erschließungszone mit Treppen dahinter vor; parallel zur Trennwand zur Scheune. Das zweite Dachgeschoss und der Dachboden sind nicht ausgebaut.
Der nach Süden anschließende Scheunenteil besteht aus einer Diele und einem nördlich angrenzenden Bereich für die erdlastige Lagerung von Heu, Stroh oder Getreide.
Im südlich an den Scheunenteil angebauten Stall wurde in Längsrichtung geteilt. Vom Hof aus führt der Weg ins Gebäude zunächst in einen Vorraum im östlichen Drittel, der als Stall genutzt wurde; ebenfalls als Stall dienlich waren die westlichen zwei Drittel dieses Bereichs.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): Die Fenster wurden in verschiedenen Phasen zwischen 1987 und 1993 als einflügelige Drehkippfenster mit Sprossen erneuert.
Neben der ursprünglichen Haustür sind fast alle Innentüren aus der Bauzeit erhalten. Erhalten aus der Zeit der Errichtung sind auch die Fensterläden und Luken mit geschweiften Langbänder.

Bestand/Ausstattung: In der Küche befindet sich an der Nordwand und zum Teil auch an der Westwand eine brüstungshohe Wandvertäfelung mit senkrecht profilierten Brettern.
Die Nordostecke der Stube ist mit Wandvertäfelung aus senkrechten Brettern unterschiedlicher Breite ausgestattet, die von einer profilierten Leiste nach oben hin begrenzt wird.
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Konstruktionen(7851): Bauernhaus der ehem. Talmühle Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach mit Schopfwalm (Krüppelwalm)
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Decken
    • Balken-Bretter-Decke
    • Balkendecke
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Türen
    • besondere Bodenbeläge
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Mischbau
    • Unterbau aus Stein (gestelzt)
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Flechtwerk
    • Lambris/Täfer
Konstruktion/Material: Das Bauernhaus ist verputzt. Die Außenmauern des Erdgeschosses sowie der Sockel und das Kellergewölbe bestehen aus Bruchsandstein, die Gewände der Öffnungen aus Werksandstein. Lediglich die Öffnungen des Scheunentores wurden seitlich von gemauerten Pfeilern aus groben Quadern flankiert, während ein Balken den Torsturz bildet. Die Innenwände und das Dachwerk mit den beiden Giebeln und der vollständig ausgefachten Trennwand zwischen Scheune und Wohnhaus bestehen überwiegend aus Nadelholzfachwerk mit Lehmflechtwerk in der Ausfachung. Die Decken wurden mit Lehmwellen geschlossen.
Das Wohnhaus weist Dielenböden und Balkendecken auf. Die Decken sind mal mit Holzbrettern, mal mit Gipskartonplatten verkleidet. In der Scheune besteht der Fußboden aus einem unebenen Stampflehmbelag.
Im Erdgeschoss des Stalles ist der Boden mit Granitpflastern ausgelegt. Bei den Decken handelt es sich um eine Balkendecke mit in eine mittige Nut eingeschobene Wellen (mit Stroh und Lehm umwickelte hölzerne Staken), die unten und oben mit den Deckenbalken bündig verputzt und von unten übertüncht wurde.
Das Dachwerk von Wohnhaus und Scheune besteht aus zwei übereinander gestellten liegenden Stühlen mit 25 Gebinden im gebundenen System. Im Dachwerk gibt es fünf Bindergespärre, die der funktionalen Aufteilung des Hauses entsprechen.
Das Dachwerk des Stallanbaus ähnelt der Konstruktion des Haupthauses. Es besteht aus 13 Gebinden aus Deckenbalken und Sparren, zwei liegenden Stühlen übereinander und drei Binderspärren mit dem Haupthaus entsprechenden Aussteifungen.
Der nördliche Baukörper ist mit Satteldach überdacht, der anschließende Baukörper weist bei gleicher Breite eine geringere Firsthöhe und einen Krüppelwalm am Giebel nach Süden auf.