Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Kirche St. Nikolaus

ID: 203450700813  /  Datum: 24.03.2021
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Josef-Zähringer-Straße
Hausnummer: 26
Postleitzahl: 78120
Stadt-Teilort: Furtwangen-Schönenbach

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Schwarzwald-Baar-Kreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8326017122
Flurstücknummer: 61
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Kirche St. Nikolaus wurde im 16. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet. Ihr Chor und das untere Turmgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk gehen wohl auf eine bereits 1221 erwähnte kleine Chorturmkirche zurück. Im Zusammenhang mit der Selbständigkeit von Schönenbach als Pfarrei im Jahr 1639 oder kurze Zeit später wird das Langhaus der Kirche vermutlich vollständig neu errichtet. Ab dem 19. Jahrhundert und zuletzt 2018 erfolgten mehrfache Renovationen des Kircheninneren und -äußeren, 1888/ 89 u.a. die neugotische Erneuerung der Kirchenausstattung.


1. Bauphase:
(1221 - 1700)
1221 Ersterwähnung bereits als vermutl. Chorturmkirche, aus dieser Zeit erhalten sind der Chor und vermutlich das untere Turmgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kapelle, allgemein
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein

2. Bauphase:
(1500 - 1599)
Neugotische Kirchenerbauung/ -erweiterung

Quelle: https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/13068/Sch%C3%B6nenbach++Furtwangen+im+Schwarzwald+VS%3B+Gemarkungs%C3%BCbersichtsplan+1898-1901
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1639 - 1800)
1639 wird Schönenbach selbständige Pfarrei. Vermutlich wurde in diesem Zusammenhang oder etwas später das Langhaus der Kirche vollständig neu errichtet und mit einer Lättchendecke auf Holzspanten flach eingewölbt. Im östlichen Bereich der Gewölbedecke mittig vor dem Chorbogen befand sich eine kreisrunde Öffnung (liturgischer Gebrauch), die mit Leinwand verschlossen wurde. Fassungsfragmente deuten auf eine polychrome Gestaltung des Kirchenraums hin. Die Emporensäulen waren mit einer mehrfach ausgeführten Marmorierung gefasst.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kirche, allgemein
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Decken
    • Balkendecke

4. Bauphase:
(1800 - 1886)
Innenrenovation: Putzebene mit Fassungsfragmenten
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Konstruktionsdetail:
  • Verwendete Materialien
    • Putz

5. Bauphase:
(1886 - 1909)
Innenrenovation und neugotische Erneuerung der Kirchenausstattung, 1888 Brüstungstäfer im Langhaus, 1889 farbige Glasfenster. Die Art der polychromen Bemalung des Gewölbes und der Wandflächen ist nicht erkennbar. Überliefert ist eine Aussage Heinrich Hansjakobs, 1900, über die Schönenbacher Kirche: "Es ist innen so lieblich ausgestattet wie außen, ein echtes rechtes Schwarzwälder Volksheiligtum, farbig und goldig und blumig".
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung
Konstruktionsdetail:
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Lambris/Täfer
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Fenster

6. Bauphase:
(1909 - 1912)
1909-12 Innenrenovation: flächiger Neuverputz unter weitgehendem Putzaustausch, auf Gewölbe und Wandflächen vollflächige neuromanische Dekorationsmalereien (Schablonierungen), 3 figürliche Deckengemälde und Chorwandgemälde (alles Joh. Kollek, Konstanz).
In Bauphase V bestand der Sakristeianbau bereits (hist. SW-Aufnahme).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Konstruktionsdetail:
  • Verwendete Materialien
    • Putz
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Wand-/Deckengestaltung

7. Bauphase:
(1922 - 1949)
1922 Elektrifizierung und Hängung des großen Kronleuchters,
1927 Außenrenovation,
um 1927 Innenrenovation: Erneuerung der floralen Dekorationsflächen hinter den Seitenaltären,
1939/40 Umbau der Orgel auf die obere Empore,
1949 Abbruch und Erneuerung des westlichen Eingangsvorbaus
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung

8. Bauphase:
(1954)
1954 Innenrenovation durch Fa. Mezger, Überlingen:
Reduzierung der neuromanischen Ornamentik der Ausmalung und der neugotischen Ornamentik der Kirchenausstattung. Gewölbe- und Wandflächen werden weiß überstrichen, der figürliche Bereich des Chorwandgemäldes bleibt sichtig (Hintergrund weiß übermalt). Im Chor wurden die vorgeblendeten Ecklisene und Kapitelle aufgrund ihres schlechten Zustands abgebrochen und durch eine einheitliche Rückwand hinter dem Hochaltar ersetzt (diese wird 1986 ebenfalls abgebrochen).
Die Empore erhielt ihre Maserierungsfassung und mittig in den Felderungen angeordnete Ornatapplikationen.
Aufstellung eines neuen geschlossenen Beichtstuhls in eine dafür ausgebrochene Nische der Nordwand, angrenzend an den Nebeneingang.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung

9. Bauphase:
(1986 - 2018)
1986 Innenrenovation: partielle Freilegung und flächige Rekonstruktion der neuromanischen Ornamentfassung (in etwas kühleren Farbtönen), Freilegung und Restaurierung der Deckengemälde, Reapplikation der neugotischen Ornamentteile an der Kirchenausstattung, Entfernung des Beichtstuhls und Verschluss der Wandnische, Abbau der oberen Empore,
2018 Innenrenovation: Bestandskonservierung des überkommenen Zustands bezüglich Raumfassung und Kirchenausstattung
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Kirchenraum nach Abschluss der konservierenden Maßnahmen / Kirche St. Nikolaus in 78120 Furtwangen-Schönenbach (02.04.2019 - B. Wink)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Restauratorische Untersuchung während der Konservierungsmaßnahmen
  • Restauratorische Untersuchung der Kirchenausstattung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Geostetes Kirchengebäude, Hanglage: Nordseite bergseits, Südseite talseits
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kirche, allgemein
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Chorturmkirche, bestehend aus rechteckigem Langhaus (Satteldach, Firstachse West-Ost) mit westlich angefügter kleiner Eingangshalle (Satteldach) und östlich angebautem quadratischem Chor mit zweigeschossigem quadratischem Turm mit hohem Kegeldach.
Auf der Südseite des Chors befindet sich ein vom Chor aus zugänglicher quadratischer Sakristeianbau, dessen Pultdach das südliche Fenster des Chors beschneidet.

Das Langhaus ist flach eingewölbt. Auf Nord- und Südwand befinden sich je 4 große rundbogige Fenster. Im westlichen Bereich der Empore ist jeweils oberhalb und unterhalb der Empore ein querovales Okulus vorhanden. Zusätzlich befindet sich in der Südwand zwischen 1. und 2. Fensterachse von Osten ein rundes Okulus oberhalb der Kanzel. Auf der Nordseite unterhalb der 1. Fensterachse ist ein Nebeneingang mit Segmentbogen vorhanden.
Der wesentlich schmalere Chor ist vom Langhaus durch einen rundbogigen Chorbogen zugänglich und mit einem Kreuzgratgewölbe eingewölbt. Der Chor besitzt auf Nord- und Südwand je ein großes rundbogiges Fenster. Der Turm weist im 1. Turmgeschoss auf Nord-, Ost- und Südseite jeweils ein Biforium und im 2. Turmgeschoss allseitig viereckige Schallöffnungen auf.
Auf der Südseite des Chors befindet sich ein vom Chor aus zugänglicher, quadratischer Sakristeianbau, dessen Pultdach das südliche Fenster des Chors beschneidet. Die Sakristei besitzt 2 schmale Fenster auf der Südseite und 1 schmales Fenster auf der Ostseite und ist mit einem Tonnengewölbe ausgestattet.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
2018 Innenrenovation: Bestandskonservierung des überkommenen Zustands bezüglich Raumfassung und Kirchenausstattung.
Bestand/Ausstattung:
Wandfassungen und Deckengemälde 1909 - 12, Joh. Kollek, Konstanz;
Kirchenausstattung, Hochaltar, 2 Nebenaltäre, Kanzel 1886;
polychromierte Holzskulptur "Schönenbacher Madonna", um 1300;
Einzelne polychromierte Skulpturen der barocken Ausstattung, 1710-49, Jakob Rappenecker, Schönenbach;
Farbige Glasfenster 1889, Helmle & Merzweiler, Freiburg;
Orgel 1993 aufgestellt (hist. Instrument von 1867, Gebr. Link, Giengen, zuvor in Lenzkirch).

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Gewölbe
    • Kreuzgratgewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Dachform
    • Pultdach
    • Satteldach
Konstruktion/Material:
Das Langhaus ist flach eingewölbt (Lättchendecke auf Spanten). Der wesentlich schmalere Chor ist vom Langhaus durch einen rundbogigen Chorbogen zugänglich und mit einem Kreuzgratgewölbe eingewölbt. Die Sakristei ist durch eine Türe mit geradem Sturz in der Südwand des Chors zugänglich und mit einem Tonnengewölbe versehen.

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