Domturm (Rottenburg)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Scheune

ID: 171656659313  /  Datum: 09.05.2012
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Stocknachstraße
Hausnummer: 8
Postleitzahl: 72660
Stadt-Teilort: Beuren

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Esslingen (Landkreis)
Gemeinde: Beuren
Wohnplatz: Beuren
Wohnplatzschlüssel: 8116011002
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

1. Bauphase:
(1479 - 1481)
Errichtung des Gebäudes (d).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

Besitzer

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Der untersuchte Gebäudeteil ist unterkellert und reicht heute an ein weit größeres, giebelständiges Wohnhaus aus der Nachkriegszeit heran, als dessen Abstellraum und Lager er fungiert. Er verlängert dessen Firstlinie nach hinten und schließt mit einem Steilgiebel ab. Es ist augenfällig, dass für den Bau des heutigen Wohnhauses ein beträchtlicher Teil des ursprünglichen Gerüstes abgetragen werden musste.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der betreffende Gerüstabschnitt hat eine annähernd quadratische Grundfläche, die zweischiffig und zweizonig aufgegliedert ist. Die an das Wohnhaus anschließende Zone ist die schmälere; sie wird von einer Scheuer eingenommen, deren Scheunentor zur Vordertraufe reicht. Entsprechend hoch ist das eingeschossig abgezimmerte Gerüst bemessen. Unter der breiteren, hinten anschließenden Zone befinden sich ein größeres und ein kleineres Kellergewölbe, der über einen traufseitig vorgelagerten Kellerhals erschlossen wird. Dieser verfügt über ein Schleppdach.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Das ursprüngliche Gerüst ist vollständig in Eiche abgezimmert. Das auffälligste Element sind mächtige Firstständer, die die mittige Längsachse bilden und die Firstpfette tragen. Zwei innenliegende Firstständer sind erhalten; einer davon vollständig, der andere nur noch in Höhe des Dachraumes. Verbunden sind die beiden Firstständer, die die schmälere der beiden Zonen einfassen, lediglich durch die Firstpfette und durch Riegel. Sie sind in Längsrichtung einerseits, nach beiden Seiten (über die breitere Zone bzw. in den abgegangenen Teil) in Höhe der Kehlbalken andererseits angeordnet und werden von langen, steilen Kopfbändern zwischen Firstständer und -pfette überblattet. Die mittige Querachse ist weitgehend erhalten. Neben dem Firstständer tragen Traufständer die Rähme der Außenwände - von ihnen ist nur einer erhalten ist –, und Stuhlständer tragen die Dachpfetten. Sie stehen auf den Binderdachbalken. Knapp über der Schwelle ist ein Riegel angeordnet, sodass eine niedrige Brüstung entsteht. Lange Fußbänder steifen First- und Traufständer aus. Von den Traufständern steigen desweiteren Kopfbänder in den Dachraum bis zum Kehlbalken auf; sie überblatten die seitlichen Stuhlständer. Da der Binderdachbalken der gegenüberliegenden, direkt an das Wohnhaus anschließenden Querachse keine Stakungslöcher aufweist, kann hier eine vergleichbare Anordnung vermutet werden.
Aufgrund der Eckständer lässt sich der Wandaufbau des Rückgiebels mit einer zweifachen Verriegelung und einer der inneren Querachsen entsprechenden Gefügeausbildung rekonstruieren. Die Wandfläche verlief jedoch nur bis zum ehemaligen Kehlbalken, denn darüber schloss ein Halbwalm an, wovon Blattsassen für einen Hahnenbalken mit Nagellöchern zeugen. In der Giebelwand war somit ursprünglich kein Firstständer angeordnet. In der vorderen Traufwand ist das zweifach verriegelte und mit Lehmflechtwerk gefüllte originale Wandfeld erhalten geblieben, das die breitere der beiden Zonen abschließt. Zwei lange Kopfbänder, die einen bzw. beide Riegel überblatten, bilden das zugehörige Gefüge. An der Rücktraufe weisen Stakungslöcher und Blattsassen für sehr kurze Kopfbänder auf einen Wandaufbau mit langen Fußbändern hin, entsprechend den Querachsen. Mit der ungewöhnlichen Anordnung der Kopfbänder an der Vordertraufe wurde offenbar Rücksicht auf den Kellerabgang genommen, was den Keller somit als gleichaltrig oder auch älter ausweist.
Die Abbundzeichen an den Hölzern der inneren Querachse zeigen ein System aus einer aufsteigenden Anzahl von Kerben zur Zählung der einzelnen Querachsen an. Sie setzen an der Vordertraufe an, wobei das erste Zeichen - der Bezugsachsenschnittpunkt - im Schnittpunkt von Vordertraufe und dem Giebel des abgegangenen Gebäudeteiles lag. Da die inneren Querachsen zwei bzw. drei Kerben aufweisen, wäre nur eine Zone des ursprünglichen Gerüstes abgetragen worden - vorausgesetzt, die Zeichen wurden wirklich systematisch angewandt. Die am First miteinander verzapften Leerrofenpaare tragen ebenfalls Abbundzeichen, doch ohne erkennbare Gesamtsystematik, die weitere Auskünfte über die Rekonstruktion zuließe.
Die ursprüngliche Nutzungsverteilung des Gebäudes spiegelt sich noch in der heutigen wider: Die Ausrichtung der Bundseiten beider innerer Querachsen zur schmäleren Zone hin, die niedrige Brüstung, und das Fehlen von Gefügehölzern an der Vordertraufe weisen eine Tenne mit Toreinfahrt von der Vordertraufe her aus, an die wohl beiderseits ein breiter Heubergraum anschloss. Über der Tenne wurde in jüngerer Zeit ein Gebälk aus wiederverwendeten Hölzern verlegt, darunter zwei ehemalige Binderdachbalken mit Stakungslöchern, die aus dem Originalgerüst stammen, und ein ehemals längslaufendes Holz, möglicherweise der fehlende Teil der Firstpfette. Diese Hölzer haben teilweise eine leichte Rußschwärzung, was auf eine ältere Wohnnutzung im Gebäude hindeutet. Entweder ist dies als Hinweis für ein ursprünglich viel größeres Gebäude mit Wohn- und Wirtschaftsteil zu werten oder spricht für eine ursprünglich freistehende, dreizonige Scheuer mit später angefügtem Wohnteil – was im Übrigen auch die Abbundzeichen nahelegen. Die gesamte originäre Konstruktion driftet in Längsrichtung auf den Rückgiebel zu. Zum Ausgleich wurde der folglich sehr stark überhängende Teil komplett durch ein neues Fachwerk mit verzapften Wandstreben und Flechtwerkfüllung ersetzt. Die beiden Eckständer des Unterbaus wurden gerade gerückt, wobei der traufseitige Kopfriegel als Drehpunkt dient, und auf eine neue Schwelle gesetzt. In der an das Wohnhaus anschließenden inneren Querachse wurde ebenfalls eine Fachwerkwand eingebaut, wodurch eine komplexe Durchdringung älterer, schiefer und neuer gerader Teile entstand. Wohl noch früher als diese Eingriffe wurde ein kleiner Stall in der hintersten Zone eingerichtet. Er verfügt über eine Futterwand zur Tenne hin. Gleichzeitig mit dem Neubau des Wohnhauses in der Nachkriegszeit wurde auch die Rücktraufe durch Mauerwerk ersetzt.

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