Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Mühlenareal, Gutenau 41

ID: 161952429611  /  Datum: 31.05.2016
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Gutenau
Hausnummer: 41
Postleitzahl: 79588
Stadt: Efringen-Kirchen
Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Lörrach (Landkreis)
Gemeinde: Efringen-Kirchen
Wohnplatz: Efringen-Kirchen
Wohnplatzschlüssel: 8336014003
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Dachwerk des Gebäudes Gutenau 41 wurde auf einem massiven Unterbau um das Jahr 1583 (d) abgezimmert.


1. Bauphase:
(1583)
Das auf einem massiven Unterbau abgezimmerte Dachwerk ist bauzeitlich mit dem Massivteil und datiert nach der dendrochronologischen Untersuchung in die Jahre um 1583(d).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt

Besitzer

keine Angaben

Zugeordnetes Objekt

keines

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Untersuchung des Dachwerkes

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude steht im Südwesten von Efringen-Kirchen, an der Straße Gutenau, nahe des Mühlenbaches.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Randlage
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
keine Angaben
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Das Schadensbild:
Das angetroffene Dachwerk ist bis auf die Sparren in Eiche abgezimmert. Es ist tragfähig und weist nur lokale Schwachstellen auf. Dazu gehört in erster Linie die Überbelastung durch den von der Stuckdecke beanspruchten Unterzug. Im Aufhängungsbereich zeigt das Gebälk eine deutliche Durchbiegung von ca. 15 cm.
In diesem Zusammenhang ist auch das giebelseitige Auflager des Unterzuges und der verfaulte, darüber verlegte Dachbalken zu sehen.
Alle übrigen Schäden sind ohne besondere Probleme handwerklich zu meistern.
Der Massivbau ist an vielen Stellen mit Rissen durchzogen. Hinsichtlich ihrer Entstehung sind wohl die Einfassung des benachbarten Mühlenkanales und der damit veränderte Grundwasserspiegel verantwortlich.
Die Gebäudesetzungen sind möglicherweise zum Stillstand gekommen.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Decken
    • Balken-Bretter-Decke
    • Lehmwickeldecke
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
  • Verwendete Materialien
    • Stuck
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Unter-, Überzüge, Pfetten
Konstruktion/Material:
Im Unterbau dominiert ein gewaltiger, den gesamten Hausgrundriss einnehmender Gewölbekeller. Er ist halberdig angelegt und bildet so einen über das Außenniveau stehenden Sockel aus. Darauf ist versatzfrei die Wohnebene aufgemauert. Sie ist mehrfach verändert und zeigt in der Wohnzone eine aufwendige Stuckdecke. Diese Art des Deckenabschlusses bezieht sich quer zum Flur auf die Gebäudebreite. In Firstrichtung ist die Stuckausführung auf zwei Dachzonen beschränkt.
Die Stuckdecke ist nicht einheitlich und wird in zwei Abschnitte untergliedert. Dies geschieht sowohl durch den versetzt zur Firstachse verlaufenden Unterzug als auch durch die unterschiedliche Gestaltung der Stuckdecke seitlich des Unterzuges.
Der Unterzug ist über ein Eisenband am Dachwerk aufgehängt. Beachtenswert ist der giebelseitige Auflager des Unterzuges. Das Holz ist abgefault und hat sich außerhalb des Auflagers abgesenkt. Eine Stahlstütze stützt den Unterzug notdürftig ab.
Die genauere Untersuchung ergab, dass die Stuckdecken einer jüngeren Bauphase angehören.
Zum Zeitpunkt der Erbauung waren innerhalb der Wohnzone eine Stube und eine Kammer angelegt. Die Stube lag in dem etwas breiteren Schiff und besaß ein gefastes Deckengebälk.
Diese schmuckhafte Hervorhebung besaß der Gebälkabschnitt über der Kammer nicht. Sowohl über der Stube als auch über der Kammer ist ein in die Balken eingenuteter Bretteinschub ausgeführt. Auf den Brettern ist bis knapp unter die Balkenoberkante ein Mörtelbett aufgebracht. Darin waren ursprünglich Tonfliesen verlegt. Deren Abdrücke sind noch gut sichtbar.
Der beschriebene Deckenaufbau beschränkt sich allein auf die Wohnzone, deren beide Räume, orientiert an der Gebälkgestaltung und an vergleichbaren Beispielen der gleichen Zeitstellung, durch eine firstparallele Wand voneinander abgetrennt waren.
Ein vergleichbarer Deckenaufbau ist ansonsten nicht mehr vorhanden. Bis zum späteren Einbau der heute vorhandenen Lehmwickel bestand der außerhalb der Wohnzone liegende Deckenabschluss lediglich aus einer aufgelegten Dielung.
Die aus der Erbauungszeit vorgegebene Gliederung in Stube und Kammer war auch noch nach dem Einbau der Stubendecke im 17./ 18.Jh. eingehalten. Dies deuten nicht zuletzt die unterschiedlichen Motive an.
Die Abtrennung in zwei Räume war bis in die jüngste Zeit eingehalten und wurde erst vor kurzem entfernt. Die Unterteilung übernahm wie so oft eine dünne Bretterwand, deren Abdruck am Giebel im Grenzbereich der beiden unterschiedlichen Tapeten gut erkennbar ist.

Das tragende Gerüst des Dachwerkes bildet eine liegende Stuhlkonstruktion in drei inneren Querachsen. Binder- und Zwischengespärre sind mit römischen Zahlen von I bis XIII gezeichnet.
Trotz der Auswechslung von 18 Altsparren weist das Dachwerk einen hohen Umfang ursprünglicher Bauteile auf.

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