Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Hofanlage

ID: 136879803810  /  Datum: 17.12.2015
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Riedicherstraße
Hausnummer: 4
Postleitzahl: 79669
Stadt-Teilort: Zell im Wiesental-Atzenbach

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Lörrach (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8336103002
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der untersuchte Hof wurde nach der dendrochronologischen Untersuchung im Jahr 1772 (d) erbaut und gliedert sich in einen zweigeschossigen Wohnteil und den angrenzenden Wirtschaftsteil, beides unter einem gemeinsamen Dach. Der Wohnteil ist unterkellert.
Mit seiner Osttraufe parallel zur Riedicherstraße ausgerichtet, orientiert sich der Wohn- und Hauptgiebel nach Süden, zum wohl historischen Brückenübergang über die in Ost-Westrichtung fließende Wiese. Der heutige Abschluss im Norden liegt deutlich abgesetzt von der in West-Ostrichtung verlaufenden Bundesstraße. Hier grenzt unmittelbar an den untersuchten Bau das Gebäude Riedicherstr. 2 an.
In den folgenden Jahrhunderten erfolgten mehrere Um- und Anbauten. So zum Beispiel eine Verkürzung des Hauptgebäudes im Norden, im Bereich des heutigen Nachbargebäudes Nr. 2, die Errichtung mehrerer vom Hauptdach abgeschleppter und versetzter Anbauten an der Rücktraufe, sowie neben partiellen Grundrissveränderungen im Innern, der Aufsatz eines Ladegiebels an der straßenseitigen Traufe.
Zum Zeitpunkt der Untersuchung stand das Gebäude leer. Öffnungen an Wänden oder Decken wurden nicht durchgeführt.


1. Bauphase:
(1772)
Der untersuchte Hof wurde nach der dendrochronologischen Untersuchung im Jahr 1772 (d) erbaut.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht / Hofanlage in 79669 Zell im Wiesental-Atzenbach (05.11.2014 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
1.DG / Hofanlage in 79669 Zell im Wiesental-Atzenbach (05.11.2014 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
2.DG / Hofanlage in 79669 Zell im Wiesental-Atzenbach (05.11.2014 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
EG / Hofanlage in 79669 Zell im Wiesental-Atzenbach (05.11.2014 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
EG / Hofanlage in 79669 Zell im Wiesental-Atzenbach (05.11.2014 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
OG / Hofanlage in 79669 Zell im Wiesental-Atzenbach (05.11.2014 - Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Dokumentation und Kurzuntersuchung
  • Bauhistorische Dokumentation und Kurzuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Mit seiner Osttraufe parallel zur Riedicherstraße ausgerichtet, orientiert sich der Wohn- und Hauptgiebel des Gebäudes nach Süden, zum wohl historischen Brückenübergang über die in Ost- Westrichtung fließende Wiese. Der heutige Abschluss im Norden liegt deutlich abgesetzt von der in West-Ostrichtung verlaufenden Bundesstraße. Hier grenzt unmittelbar an den untersuchten Bau das Gebäude Riedicherstr.2 an.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Wohnstallhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Der untersuchte Hof wurde nach der dendrochronologischen Untersuchung im Jahr 1772(d) erbaut und gliedert sich in einen zweigeschossigen Wohnteil- und den angrenzenden Wirtschaftsteil, beides unter einem gemeinsamen Dach. Der Wohnteil ist unterkellert.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Grundriss EG
Der von der Straßenseite betretbare Hausgang erschloss ursprünglich einen Wohnteil mit drei Raumeinheiten. Das wohnliche Zentrum bildet die Stube, an die sich die etwas schmalere Kammer und im Winkel von Stube und Kammer die Küche anschloss. Stube und Küche waren direckt vom Hausgang erreichbar, während die heutige Verbindung von Kammer und Küche, wie auch die angetroffene Badabtrennung,das Ergebnis eines jüngeren Umbaus ist.
Nicht mehr ursprünglich ist auch die Stubendecke. So wurden offenbar bei der Neukonzeption des 20.Jahrhunderts nur noch einige alte Profilleisten wiederverwendet. Unbekannt ist die Wandgestaltung. Unter den modernen Wandverkleidungen können sich durchaus noch ältere Ausstattungselemente erhalten haben.
In der weiteren Abfolge nach Norden folgte der Wirtschaftteil. In Anlehnung an die durch das Traggerüst vorgegebene Gliederung, wie auch aus den im Dach aufgenommenen Befunden bestand er ursprünglich aus der Abfolge von 1.ter Stallzone, mittiger Tenne, 2.ter Stallzone und möglicherweise abschließender Schopfzone. Im angetroffenen Zustand fehlt zumindest die zweite Stallzone. Wie wohl auch der Schopf, wurde sie mit dem Neubau des Hauses Nr. 2 aufgegeben.
Bemerkenswert sind die Befunde zu einem älteren Anbau an der Westtraufe. So lässt sich über die erhaltene Länge des Wirtschaftsteiles eine ehemals über dem Erdgeschoss verlegte Balkenlage nachweisen. Die Balkenlage verlief rechtwinklig zur Traufwand und überdeckte offensichtlich einen parallel zur Traufwand verlaufenden Anbau mit einem heute noch vorhandenen Bretterboden. Die ehemalige Anbaubreite ist im Bereich des Außenabtrittes noch nachvollziehbar und deckte sich weitgehend mit dem heutigen Ersatzanbau.

Grundriss OG
Die ursprüngliche Grundrissgliederung im Obergeschoss des Wohnteiles folgt weitgehend der im Erdgeschoss ausgeführten Raumanordnung. So liegt über der Stube die später unterteilte Stubenkammer, daran angrenzend Kammer und Küche mit dem vorgelagertem Hausgang. Bemerkenswert ist die Lage der gemeinsamen Trennwand von Gang und Stubenkammer. Sie liegt zwischen zwei Dachbalken und ist offensichtlich das Ergebnis der im Erdgeschoss vorgegebenen Raumdimension.. Das erhaltene Türblatt ist mit hoher Sicherheit Bestandteil der Erstausstattung. Mit zum Obergeschoss gehört die am Giebel, über profilierte Längshölzer auskragende Galerie.
Im Wirtschaftsteil liegt über der 1.ten Stallzone der bis in das Dachwerk reichende Heubergeraum. Darauf folgt der Hohlraum der Tenne mit einer vom Dachgebälk abgesetzten Balkendecke.
Die ursprünglich offene, zur 2.ten Stallzone ausgerichtete Querachse ist heute durch ein jüngeres Kantholzfachwerk mit Backsteinausfachung geschlossen. Darin ist eine später vermauerte Türöffnung integriert.
In Anlehnung an den im Erdgeschoss, im Zuge der Rücktraufe nachgewiesenen Gebälknachweis, ist im Obergeschoss mit einem Gang unter der abgeschleppten Dachfläche zu rechnen.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Zur Kubatur und deren Unterteilung

Der im Jahre 1772(d) mit seiner Osttraufe parallel zur Riedicherstraße ausgerichtete Hof besitzt über dem Balkenkeller sowohl im Unterbau, wie auch im Dachwerk jeweils zwei Nutzungsebenen. Die dazu gehörenden Laufniveaus sind im Vergleich von Wohn- und Wirtschaftsteil bemerkenserterweise nicht einheitlich. Erkennbar wird die differenzierte Vertikalgliederung an der Nahtstelle beider Hausteile, wo die beiden Querriegel die jeweiligen Höhenentwicklungen anzeigen.
Längs zum Firstverlauf ist der zur Erbauungszeit massiv aufgemauerte Wohnteil durch zwei sich überlagernde Querzonen und der angrenzende, als Holzgerüstbau abgezimmerte Wirtschaftsteil gleichfalls durch zwei, in diesem Fall über die gesamte Gebäudetiefe durchlaufende Querzonen gegliedert.
Das Dachwerk überspannt einen Baukörper von ca. 9,50m Breite, wobei die Dachbalken im Vergleich der beiden Traufen unterschiedlich weit vorstehen und ursprünglich von Aufschieblingen überdeckt waren, bzw. sind. Mit einem Halbwalm am Hauptgiebel abschließend, kragte das Dachwerk auch am Hauptgiebel mit einer im Obergeschoss vorgelagerten Galerie auus. Der gegenüber liegende Dachabschluss ist das Ergebniss einer späteren Kürzung und Umnutzung. Die Dachhaut des weitgehend rauchschwarzen Daches besteht aus Falzziegel, wobei die bauzeitlichen Latten im Rahmen einer Umlattung wiederverwendet wurden.

Zur Grundrissgliederung
Grundriss EG

Der von der Straßenseite betretbare Hausgang erschloss ursprünglich einen Wohnteil mit drei Raumeinheiten. Das wohnliche Zentrum bildet die Stube, an die sich die etwas schmalere Kammer und im Winkel von Stube und Kammer die Küche anschloss. Stube und Küche waren direckt vom Hausgang erreichbar, während die heutige Verbindung von Kammer und Küche, wie auch die angetroffene Badabtrennung,das Ergebnis eines jüngeren Umbaus ist.
Nicht mehr ursprünglich ist auch die Stubendecke . So wurden offenbar bei der Neukonzeption des 20.Jahrhunderts nur noch einige alte Profilleisten wiederverwendet. Unbekannt ist die Wandgestaltung. Unter den modernen Wandverkleidungen können sich durchaus noch ältere Ausstattungselemente erhalten haben.
In der weiteren Abfolge nach Norden folgte der Wirtschaftteil. In Anlehnung an die durch das Traggerüst vorgegebene Gliederung, wie auch aus den im Dach aufgenommenen Befunden bestand er ursprünglich aus der Abfolge von 1.ter Stallzone, mittiger Tenne, 2.ter Stallzone und möglicherweise abschließender Schopfzone. Im angetroffenen Zustand fehlt zumindest die zweite Stallzone. Wie wohl auch der Schopf, wurde sie mit dem Neubau des Hauses Nr. 2 aufgegeben.
Bemerkenswert sind die Befunde zu einem älteren Anbau an der Westtraufe. So lässt sich über die erhaltene Länge des Wirtschaftsteiles eine ehemals über dem Erdgeschoss verlegte Balkenlage nachweisen. Die Balkenlage verlief rechtwinklig zur Traufwand und überdeckte offensichtlich einen parallel zur Traufwand verlaufenden Anbau mit einem heute noch vorhandenen Bretterboden. Die ehemalige Anbaubreite ist im Bereich des Außenabtrittes noch nachvollziehbar und deckte sich weitgehend mit dem heutigen Ersatzanbau.

Grundriss OG

Die ursprüngliche Grundrissgliederung im Obergeschoss des Wohnteiles folgt weitgehend der im Erdgeschoss ausgeführten Raumanordnung. So liegt über der Stube die später unterteilte Stubenkammer, daran angrenzend Kammer und Küche mit dem vorgelagertem Hausgang. Bemerkenswert ist die Lage der gemeinsamen Trennwand von Gang und Stubenkammer. Sie liegt zwischen zwei Dachbalken und ist offensichtlich das Ergebnis der im Erdgeschoss vorgegebenen Raumdimension.. Das erhaltene Türblatt ist mit hoher Sicherheit Bestandteil der Erstausstattung. Mit zum Obergeschoss gehört die am Giebel, über profilierte Längshölzer auskragende Galerie.
Im Wirtschaftsteil liegt über der 1.ten Stallzone der bis in das Dachwerk reichende Heubergeraum. Darauf folgt der Hohlraum der Tenne mit einer vom Dachgebälk abgesetzten Balkendecke.
Die ursprünglich offene, zur 2.ten Stallzone ausgerichtete Querachse ist heute durch ein jüngeres Kantholzfachwerk mit Backsteinausfachung geschlossen. Darin ist eine später vermauerte Türöffnung integriert.
In Anlehnung an den im Erdgeschoss, im Zuge der Rücktraufe nachgewiesenen Gebälknachweis, ist im Obergeschoss mit einem Gang unter der abgeschleppten Dachfläche zu rechnen.

Das Dach

Dach und Unterbau bilden in konstruktiver Hinsicht zwei unterschiedliche Konstruktionseinheiten.
So ist das Dachwerk als eigenständige Konstruktion über den quer zum First verlegten Dachbalken abgezimmert. Letztere überqueren im Wohnteil die gesamte Gebäudebreite, während sie über dem Wirtschaftsteil schon zur Bauzeit durch kurze, in traufenparalle Wechsel zapfende Dachfußbalken ersetzt wurden. Infolge späterer Umbauten ist diese Situation jedoch nur noch lokal erhalten. Auf den Dachbalken, wie auch auf den kurzen Dachfußbalken stehen, bzw. standen aufgezapfte Sparrenpaare ohne Leerkehlbalken. Am First miteinander verblattet, bilden sie ein Sparrendach aus.
Unterstützt werden die Sparrenpaare durch zwei Stuhrähme und einem Firsträhm. Die Stuhlrähme des 1.Dachgeschosses durchzogen ursprünglich die gesamte Dachlänge und werden im angetroffenen Zustand in annähernd gleichen Abständen durch unterschiedlich ausgebildete Querbünde unterstützt.
Beginnend im Süden sind es zwei benachbarte, in diesem Falle stehende Querbünde, von denen der äußere Querbund als offene Konstruktion eine Art Dachgalerie begrenzte. Im weiteren Verlauf nach Norden sind es abgestrebte Querbünde, die im Verbund mit den geneigten Längsbünden unter den Dachschrägen, ein liegendes, verzapftes Stuhlgerüst ausbilden.
Das Firsträhm im 2.Dachgeschoss wird gleichfalls durch abgestrebte Querbünde unterstützt. Deren Anordnung weicht partiell von den Querbundachsen im 1.Dachgeschoss ab, wobei die im Süden zurückversetzte Lage den Anfallspunkt des Krüppelwalmes fixiert.

Das gesamte Dachwerk besteht aus Nadelholz und besitzt eine ausgeprägte Raucheinschwärzung.

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