Haalstraße 5/7 (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 107333421911  /  Datum: 16.10.2019
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Im Winkel
Hausnummer: 3
Postleitzahl: 72513
Stadt-Teilort: Hettingen

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Sigmaringen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8437047001
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Gebäude diente über 4 Jahrhunderte bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ausschließlich als landwirtschaftliches Anwesen, danach bis zum Tode der letzten Bewohnerin nur noch für einige Jahre zu Wohnzwecken.
Angetroffen wurden im Erdgeschoss sowohl die Bauteile des Kernbaus von 1617 (d) wie auch die umfangreichen Veränderungen des 17. und 18. Jahrhunderts, die mithilfe der Dendrochronologie leider nicht aufs Jahr genau bestimmt werden konnten, aber aufgrund ihrer Baustrukturen gefügig und in die Zeitstellung 17. und 18. Jahrhundert datiert werden können.


1. Bauphase:
(1617)
Erbbaung des Gebäudes (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • allgemein

2. Bauphase:
(1700)
Die erste markante Baumaßnahme lässt sich nur gefügekundlich einordnen. Sie wird in die Zeit um 1700 (17. /18. Jahrhundert) datiert. Bei dieser Maßnahme ersetzte man die ursprünglichen Fachwerkaußenwände der Erdgeschosszonen durch ein massives, unregelmäßig geschichtetes Bruch- und Hausteinmauerwerk, unter Verwendung des örtlichen Kalksteins. Gleichzeitig erweiterte man die Tenne und den Stall (Zone 4 + 5) um ca. 5 m nach Süden. Über diesen Querbau setzte man ein Zwerchdach. Neu eingerichtet wurde bei dieser großen Baumaßnahme ein Gewölbekeller im südlichen Schiff der Zone 1. Dazu verkleinerte man den ehemals offenen Raum um die Hälfte.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Stallgebäude
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Verwendete Materialien
    • Metall allgemein
  • Dachform
    • Zwerchhaus/-häuser

3. Bauphase:
(1900)
Um 1900 lassen sich kleinere partielle Eingriffe in die Wände der Zone 2 + 3 nachweisen. Dazu zählen auch die Tore der Wagen-Remise und der Tenne.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1965)
Im Jahre 1965 wird ein neuer Schweinestall eingebaut und kleinere Bereiche im bestehenden Wohnteil umgebaut. Sie umfassen im Erdgeschoss nur den Raum in der Zone 3 des südlichen Schiffes. Das 1. Obergeschoss wurde renoviert und und man teilte das ehemalige Ausgeding in ein Bad mit WC und ein Zimmer auf.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Stallgebäude

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude befindet sich an einer Stichstraße, die von der Hauptstraße in Richtung Lauchert führt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Zweistöckiges Fachwerkgebäude mit abschließedem Satteldach und seitlichem Anbauten (Ökonomieteil).
Der rechteckige Gebäudegrundriss des Kernbaus von 1617 gliedert sich in den Zonen 1-3 in einen Wohnteil, wobei das Erdgeschoss ausschließlich einer wirtschaftlichen Nutzung vorbehalten war. Die Zonen 4 + 5 mit Tenne und Stall stellen den Ökonomieteil dar. Beide Bauteile wurden zur Erbauungszeit als eine zusammenhängende bauliche Einheit abgezimmert.
Die Querachsen vom Erdgeschoss und im 1. Oberstock sind nicht gegeneinanderversetzt, sondern genau übereinanderliegend. So fallen die Zonenbreiten im Erdgeschoss genauso breit aus wie jene im 1. Oberstock. Dadurch entstand in der Zone 1 zur Erbauungszeit ein offener Raum über die gesamte Hausbreite, dessen gedoppelter Mittelunterzug durch einen gephasten freistehenden Eichenständer unterstützt wird. Daran schließt eine schmale offene Zone (Zone 2) mit der Treppenerschließung zum 1. Oberstock an. Ihr heutiger neuzeitlicher Treppenlauf befindet sich an der ursprünglichen Stelle.
In der Zone 3 lässt sich im nördlichen Schiff eine Wagenremise nachweisen. Die ursprüngliche Nutzung des anschließenden Raums im südlichen Schiff kann nicht mehr rekonstruiert werden, weil dieser Bereich im späten 20. Jahrhundert vollständig neu ausgebaut worden ist. Es folgt in den Zonen 4 und 5 die Tenne und die Stallzone.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die Erschließung des Wohnteiles und des Ökonomieteils erfolgte von Anfang an bis heute ausschließlich an der nördlichen Traufseite.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Ursprünglich als zweistöckiges repräsentatives Sichtfachwerkgebäude errichtet, bei dem auch die heutigen massiven Außenwände im Erdgeschoss zur Erbauungszeit als Fachwerkwände ausgebildet waren, kragte sein 1. Obergeschoss nur am östlichen Hauptgiebel und an der nördlichen Traufe stockwerkweise aus.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bruchstein/Wacken
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
  • Dachform
    • Satteldach
Konstruktion/Material:
Dachwerk, historisches Gerüst und Gefüge
Das heutige Dachwerks ist im 1. Dachstock in den Zonen 1-5, inklusive dem westlichen und östlichen Giebeldreieck, noch vollständig aus der Erbauungszeit erhalten. Der 2. Dachstock mit seinem Spitzboden und der gesamten Sparrenlage wurde dagegen im Verlaufe des Jahres 1926 erneuert.
Das ursprüngliche Dachwerk wurde im Verlauf des Jahres 1617 zweistöckig mit einem Spitzboden abgezimmert, von dem heute jedoch nur noch der 1. Dachstock erhalten ist. Im 1. Dachstockwerk steht in den beiden Giebeln und den 4 innenliegenden Querachsen je ein dreifach stehender Stuhl (ohne Schwellen), der jeweils in den beiden Giebeldreiecken und den Bundachsen 2-4 in zweifach verriegelten Fachwerkwänden eingebunden ist. Die stehenden Stühle bilden im 1. Dachstock das tragende und aussteifende Gerüst. Beim stehenden Stuhl werden die Dachlasten über die Pfetten und die Stuhlständer auf den Dachbalken abgeleitet. Nachdem alle innenliegenden Bundachsen exakt übereinanderliegen, fließt die Lastabtragung direkt in die Wandschwellen der Erdgeschosswände bzw. deren Ersatzwände.
Gefügekundlich betrachtet handelt es sich bei dem angetroffenen Dachwerk um ein sogenanntes quergebundenes Sparrenkehlbalkendach, welches durch die verstärkenden Einbauten der eingestellten stehenden Stühle vor allem in Längsrichtung ausgesteift wird. Hierbei werden die stehenden Stühle durch angeblattete Kopfbänder oder über eine Fachwerkwand (Mittelachse in den Zonen 1 + 2) mit den Pfetten ausgesteift. Die Queraussteifung erfolgt jedoch vorrangig über das Dachdreieck selbst. Der Einbau der Pfetten ermöglicht zudem die Belastbarkeit der Kehlbalkenlage.
Im Dachwerk sind die Bauhölzer miteinander sowohl verzapft als auch verblattet. So waren die erbauungszeitlichen Sparren am Firstpunkt miteinander verblattet. Kehlbalken und Riegel überblatteten ebenfalls mit den Sparren. Am Traufpunkt zapfen die Sparren in die Dachbalken (Deckenbalken über dem 1. Oberstock) ein, Aufschieblinge dienten für den Dachüberstand. Die innenliegenden Fachwerkwände der Bundachsen 2-4 weisen eine Besonderheit auf. Ihre Stuhlständer werden durch 2/3 hohe, leicht geschwungene und verzapfte Streben in Querrichtung ausgesteift.
Diese Gefügeausschweifung trifft man in der Regel in den Außenwänden an und nicht in den Innenräumen. Zudem zapfen die Köpfe dieser Streben nicht in die Stuhlständer ein, sondern werden mithilfe eines Holznagels vom Gefachfeld aus in den Stuhlständer fixiert. Die Fachwerkwände des 1. Dach Stockwerke sind zweifach verriegelt; dabei werden die Zapfverbindungen beider Riegelzüge mit Holznägeln gesichert. Zur Erbauungszeit wurden die Gefache bereits mit Bruchstein ausgemauert. Lehm-Flechtwerk-Gefache konnten im historischen Gerüst und Gefüge nicht nachgewiesen werden.
Das Dachwerk im 1. Dachstock von 1617 wie auch das darüberliegende neuzeitliche Dachwerk von 1926 ist jeweils kraftschlüssig miteinander verbunden. während im 1. Dachstock Eichen- und Pappelholz angetroffen wird, besteht das neuzeitliche Dachwerk des frühen 20. Jahrhunderts aus Fichtenholz.

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