Hexenturm
Bauforschung
Objektdaten
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Bauphasen
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Kurzbeschreibung der Bau- / Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen: Der Hexenturm ist vermutlich im Zuge verstärkter Nachbesserungen der mittelalterlichen Kernfestung während des späten 13. Jahrhunderts entstanden und wurde 1933 in den Neubau der Universität mit einbezogen. Er wurde mit kleinteiligen Bundsteinquadern in der Stärke eines Bergfrieds über quadratischem Grundriss errichtet. An der Südwestecke des Ringes platziert, bildet er den stärksten Punkt der Befestigung um die mittelalterliche Kernstadt. Es handelt sich um einen Schalenturm, bei dem die Stadtseite offene Galerien in Form von drei übereinander geordneten Doppelarkaden erhielt. Militärtechnisch bedeutet die offene Form, dass ein Feind nach Eroberung des Turms daran gehindert werden sollte, ihn zum Angriff gegen die Stadt zu benutzen. Die Südwestecke der Stadt galt als strategisch bedroht, da sie am alten Taleinschnitt des Klingenteiches mit dem Berg im Rücken lag. Der Turm wurde hier errichtet, um den Talweg zu überwachen und gegenüber dem stadtnahen Bergrücken an Höhe zu gewinnen. |
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1. Bauphase:
(1250 - 1299) |
Der Hexenturm wurde als Wehrturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung Heidelbergs mit offenen, spitzbogigen Arkaden zur Stadtseite und einem Spitzhelm errichtet. (a) |
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2. Bauphase:
(1400 - 1727) |
Der unterste, überwölbte Raum diente seit dem 15. Jahrhundert als Gefängnis und bekommt den Beinamen Diebesturm.(a) |
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3. Bauphase:
(1727 - 1933) |
In Zuge der Stadterweiterung im Jahr 1727 wurde die angrenzende Stadtmauer abgebrochen. Der Turm wurde umfunktioniert und beherbergte in den oberen Geschossen fortan das Archiv der geistlichen Administration. Zur dieser Zeit wurden die spitzbogigen Arkaden zugemauert. Der Turm erhält statt des mittelalterlichen Spitzhelmes ein Mansarddach. (a) |
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4. Bauphase:
(1933 - 2009) |
Der Turm wurde 1933 in den Neubau der Universität mit einbezogen. Die vermauerten Arkaden wurden geöffnet und in der ersten Etage wurde eine Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Universitätsangehörigen eingerichtet.(a) |
| Betroffene Gebäudeteile: |
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| Bauwerkstyp: |
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5. Bauphase:
(1989 - 1990) |
Sanierung und Behebung der Schäden, die in Folge der Bauarbeiten für das Tiefmagazin entstanden sind.(a) |
| Betroffene Gebäudeteile: |
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Zugeordnete Dokumentationen
- Dokumentation zur Instandsetzung des Hexenturmes
Beschreibung
| Umgebung, Lage: | Der Turm ist an der Südwestecke im Hof der Neuen Universität platziert. |
| Lagedetail: |
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| Baukörper / Objektform (Kurzbeschreibung): | Der Hexenturm ist als Schalenturm aus wehrtechnischen Gründen in die Diagonale gedreht und zur Stadtseite hin mit Galerien in Form von drei übereinander geordneten Doppelarkaden geöffnet. Der Eckturm wurde an den Neubau der Universität angeschlossen. Bereichsweise werden auch Lasten aus dem Universitätsgebäude (z.B. Kellerdecke) vom Turmfundament abgetragen. Die Nordostecke des Turms ragt in den Innenhof hinein. Der Turm ist ca. 34 m hoch und besitzt eine Grundfläche von ca. 9,6 m x 11,5 m. |
| Innerer Aufbau / Grundriss / Zonierung: | Der Hexenturm wurde über einem rechteckigen Grundriss errichtet. Unterhalb der heutigen Erdgeschossebenen befand sich früher noch ein weiteres Geschoss, das jedoch bereits vor einigen Jahrhunderten im Zuge einer großflächigen Geländeauffüllung verfüllt wurde. Der Turm besitzt fünf Ebenen. In der ersten Ebene befinden sich zwei Eingänge, der eine im Nordwesten von außen und ein weitere in Südosten von der angebauten Universität aus. Die zweite und drei Ebenen werden über eine Wendetreppe von außen im Nordwesten erschlossen. Die vierte und fünfte Ebene werden über eine Innentreppe erschlossen. |
| Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): | Im Jahr 1986 während der Bauarbeiten für das Tiefmagazin haben sich an dem historischen Hexenturm Rißschäden und Verformungen ergeben. In den Obergeschossen wurden zwei Stahlbetonscheiben an Stelle von vorhandenen Holzdecken eingezogen. Die vier Turmwände wurden unterhalb des Erdgeschosses durch Stahlanker im Bereich der eingebauten Stahlbetondecke verbunden. |
| Bestand / Ausstattung: | Die Formen der achteckigen Arkadenstützen und Kämpferkapitälen sind gotisch. In der zweiten Ebene ist eine Sitzbank untergebracht und die Wand mit beschrifteten Sandsteinplatten verkleinert für die Gefallenen der Universität des 1. Weltkrieges. |
Konstruktionen
| Konstruktionsdetail: |
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| Konstruktion / Material: |
Der Hexenturm steht auf einer so genannten Granitzunge. Die Außenwände des Turmes bestehen aus 2,20 m bis 2,50 m dickem Bruchsteinmauerwerk. Die Decken und Dachkonstruktion sind aus Holz. Der Turm ist mit einem Mansarddach überdeckt. Über der ersten Ebene erstreckt sich ein Kreuzgewölbe. Die Decke in der zweiten Ebene besteht aus acht Balken und ruht auf 6 Sandsteinkonsolen. Die Balkenlage ist abgesenkt und mit Betondecke verbolzt. In der dritten Ebene ruht die Decke auf 6 Balken. Sie ist ebenfalls abgesenkt und mit Betondecke verbolzt. In der fünften Ebene ist der Boden als Balkenlage mit Dielungen ausgeführt. |


