Objekt(7167): ehemaliges Kloster ehemaliges Kloster

ID: 351314069123
Datum: 06.08.2008
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(7167): ehemaliges Kloster Objektdaten

Straße: Hof Seligental
Hausnummer: keinekeine
Postleitzahl: 74706
Stadt: Schlierstadt
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Neckar-Odenwald-Kreis (Landkreis)
Gemeinde: Osterburken
Wohnplatz: Schlierstadt
Wohnplatzschlüssel: 8225075005
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(7167): ehemaliges Kloster Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(7167): ehemaliges Kloster Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(7167): ehemaliges Kloster Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keinekeine
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Bauphasen(7167): ehemaliges Kloster Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Zur Geschichte des Klosters:
1236: Konrad von Düren und seine Frau Mechthild erwerben Hofgut am Schlierbach zur Errichtung eines Klosters. (Zeugen: Äbtissin Jutta von Heiligental, Mönch Berengar von Bronnbach).
1239: Bestätigung durch den Würzburger Bischof Hermann von Lobdeburg, der den ersten Stein zum Bau gelegt haben soll.
September 1239: Weihe einer Kapelle durch Bischof Hermann von Lobdeburg.
Dezember 1239: Bestätigung und in Schutznahme durch Papst Gregor IX. Weisungsabtei ist Kloster Bronnbach.
1240: Stiftung für ein ewiges Licht im Schlafhaus
1278: Weihe des Choraltars durch Bischof Berthold von Würzburg
1525: Beschädigungen (- im Bauernkrieg?)
1552: Brandschatzung des Klosters
1561: Mit dem Tod der Äbtissin Amalia Schelm von Bergen erlischt das klösterliche Leben.
1568: Aufhebung durch Kurfürst zu Mainz. Verwaltung durch bischöfliche Hofmeister.
1568: /69: Verwendung von 60-70 Gulden zur Sicherung des Klosters auf die Wiederaufrichtung der beschädigten Wehrmauern.
1581: Inschrift auf Eingang zum sog. Äbtissinnenbau. Heute nicht mehr vorhanden.
1788: Profanisierung der Klosterkirche, in der bisher noch Gottesdienste für die Hofgemeinde abgehalten wurden. Als Ersatz wird die ehem. Sakristei zur Kapelle eingerichtet. Die Klosterkirche wird zu einem Speicher mit Ställen umgebaut.
1803: kommt das Hofgut in Besitz der Fürsten von Leiningen.
um 1840: Aufhebung der Kapelle in der ehem. Sakristei.
1928: Brand und Abbruch der ehem. Klosterkirche.
1951: Teilweise Abbruch des OG im Ostflügel, Einrichtung von Wohnungen im DG unter Verwendung von Hölzern des alten Dachstuhls.

Anmerkungen zur Baugeschichte, die teilweise auch Bedeutung für den archäologischen Bestand haben:
Der Ostflügel ist wohl der einzig aufgehend noch erhaltene Teil der inneren Klausur aus der Ursprungszeit des Klosters.
Die Klosterkirche war 1928 für die Errichtung einer Maschinenhalle abgebrochen worden. Allerdings sind hier offensichtlich noch Teile der ehemaligen Westwand der Kirche mit der inneren Laibung einer Öffnung erhalten. Hier wären einmal die Maße der Öffnung mit dem frühgotischen Portal bei dem kleinen Wehrtürmchen im Süden der Anlage zu vergleichen. Dieses soll von der Kirche stammen und damals an diese Stelle versetzt worden sein. Ob im Bereich des Westflügels noch ältere Teile vorhanden sind, muss offen bleiben.
Die Außenmauer im Bereich eines anzunehmenden Südflügels zeigt viele bauliche Veränderungen, deren Abwicklung bauhistorisch bisher nicht näher untersucht wurde.

Die westliche und östliche Außenwand des Ostflügels mit Konsolsteinen für die Decke im EG und die ehemalige Kreuzgangkonstruktion sind im Kern weitgehend ursprünglich erhalten.
Wichtigstes Merkmal der Außenwände sind verschiedene, fast auf ganzer Länge horizontal durchlaufende Lagerfugen im Mauerwerk, die offensichtlich als ebener Abgleich der Mauerkrone für das Auflegen der Rüsthölzer für den nächsten Mauerabschnitt hergestellt wurden. Die Hohlformen der ehemaligen Rüsthölzer über diesen Lagerfugen sind größtenteils noch vorhanden. An der Ostwand sind solche Lagerfugen bei ca. 90cm und ca. 260cm, an der Westwand bei ca. 340cm über dem heutigen Außenniveau ablesbar.
Spätere Veränderungen (Schießscharten, Türen, Fenster) stören mit ihren zugehörigen Baufugen diese Lagerfugen, können demnach eindeutig als jüngere Aktionen identifiziert werden. In der Westwand verläuft eine dieser Lagerfugen direkt über den Werksteinen der auffallend großen Portalöffnung zu R 0.3. Bei einem späteren Einbau wäre diese sicher gestört worden. Die Öffnung ist demnach ursprünglich. Gleiches gilt auch für das sogenannte Transennenfenster in der Sakristei. Dieses bezieht sich eindeutig auf eine Lagerfuge in der östlichen Außenwand, ist also entgegen anderer Vermutungen ebenfalls ursprünglich.

Die Sakristei (Raum 0.1) ist heute der einzig weitgehend vollständig erhaltene Innenraum des Klosters. Der Zugang erfolgt vom Kreuzgang durch eine Rundbogentür. Hier ist ein Grabstein als Schwelle zweitverwendet verbaut. Das Fußbodenniveau dürfte schon immer tiefer gelegen haben. Dass das ehemalige Niveau noch tiefer lag, scheint unwahrscheinlich. Dies wäre zur Klärung mit einer entsprechenden archäologischen Sondage zu prüfen.
Bisher offenbar nicht beobachtet wurde der Rest eines Weihwasserbeckens, welches in der Südostecke in Werkstein des Kämpfers der Gewölberippe integriert war. Dieses Weihwasserbecken ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch der Grund für die nicht exakt in die Südostecke geführte Gewölberippe. In der Nordwand befindet sich ein heute vermauerter Durchgang zur ehemaligen Kirche, daneben eine weitere nischenartige, spitzbogige Öffnung. Diese Nische ist ein bei Zisterzienserinnenklöstern üblicher Bauteil, der den Kontakt der Nonnen zu ihrem, von der Weisungsabtei bestimmten Beichtvater ermöglichte. Hierzu war ein spezielles Sprechfenster erforderlich. In Seligental könnte es sich bei dem in einer Wandnische (bei R 0.7) zweitverwendet eingebautem Werksteingewände um ein solches Sprechfenster handeln.

Der Streichbalken auf den Konsolen vor der Westwand ist dendrochronologisch nach 1233 +/- 8 datiert. (d)
Gehört dieser zur ehemaligen Deckenkonstruktion, würde das eine weitgehende Fertigstellung des Gebäudes kurz nach der Gründung 1236 bedeuten!

Außer der Sakristei sind alle weiteren Inneneinbauten des Ostflügels nachträglich, wohl weitgehend beim Umbau um 1592, entstanden.
Ebenso muss der heutige Südschluss des Ostflügels in dieser Zeit, zumindest im Zusammenhang mit dem Einbau der Schießscharten errichtet worden sein. Die Gewölbe in R 0.6 und 0.7 wurden offensichtlich erst nach 1730 eingebaut.
Der Ostflügel muss ursprünglich eine andere Raumteilung gehabt haben. Südlich der Sakristei sollten sich nach dem Schema der Zisterzienseranlagen ein vernünftig großer Kapitelsaal und daran anschließend der Durchgang zum Friedhof mit Aufgang zum Dormitorium befunden haben. Die Fundamente dieser Raumteilung können im archäologischen Bestand durchaus noch vorhanden sein.
Die ehemalige Südwand des Kapitelsaals dürfte weiter südlich, im Bereich der nördlichen Stützreihe von R 0.3 gestanden haben. Das Maßwerkfenster in der Westwand, nach dem Mauerwerksbefund hier nachträglich eingebaut, muss an dieser Stelle zur Belichtung des Kapitelsaals gedient haben. Die Tür zu R 0.2 ist ebenfalls nachträglich eingebaut. Da es in diesem Bereich keine Baufugen nachträglicher Vermauerungen gibt, könnte der Eingang aber schon immer hier gelegen haben. Diese Anordnung ist eher unüblich, da bei vergleichbaren Klosteranlagen ein mittlerer Eingang mit symmetrischer Befensterung häufig auftaucht. In der Ostwand ist im Bereich des vermuteten Kapitelsaals eine größere, bisher nicht beobachtete Vermauerung vorhanden. Hier könnte eine weitere Öffnung vorhanden gewesen sein.

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Besitzer(7167): ehemaliges Kloster Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Ostwand Ostflügel (von Osten). Oberhalb und links von der kleinen Fensteröffnung Reste der ehemaligen Rüsthölzer. / ehemaliges Kloster in 74706 Schlierstadt
Große Spitzbogenöffnung zum Ostflügel. Direkt oberhalb der Öffnung Abgleich der Lagerfuge des Mauerwerks. / ehemaliges Kloster in 74706 Schlierstadt

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bericht über eine archäologische Sondage im Ostflügel
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Beschreibung(7167): ehemaliges Kloster Beschreibung

Umgebung, Lage: Das ehemalige Kloster liegt zwischen den Ortschaften Schlierstadt und Zimmern.
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kloster, allgemein
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): keine Angabenkeine Angaben
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angabenkeine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(7167): ehemaliges Kloster Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
Konstruktion/Material: keine Angabenkeine Angaben