Objekt(7056): Haus zum Frieden Haus zum Frieden

ID: 321315059112
Datum: 09.07.2008
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(7056): Haus zum Frieden Objektdaten

Straße: Konradigasse
Hausnummer: 20
Postleitzahl: 78462
Stadt: Konstanz
Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Konstanz (Landkreis)
Gemeinde: Konstanz
Wohnplatz: Konstanz
Wohnplatzschlüssel: 8335043012
Flurstücknummer: 54
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(7056): Haus zum Frieden Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(7056): Haus zum Frieden Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(7056): Haus zum Frieden Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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Bauphasen(7056): Haus zum Frieden Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der an der Konradigasse stehende Gebäudekomplex setzt sich im Wesentlichen aus drei, zu unterschiedlichen Zeitpunkten errichteten Bauteilen zusammen.
Der älteste Bauteil datiert in das 13. Jahrhundert und konnte im südwestlichen Kellerbereich lokalisiert werden.
Um das Jahr 1620(d) in eine Kellererweiterung eingebunden, erhebt sich darüber der zweite Bauteil als dreigeschossiger Überbau mit abschließendem, zur Gasse traufständig ausgerichtetem Satteldach.
Der dritte Bauteil stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert und grenzt als hofseitiger Anbau an das straßenseitige Hauptgebäude an.
Ein weiteres, entlang der südlichen Grundstücksgrenze stehendes Hofgebäude wurde nicht untersucht.


1. Bauphase:
(1200 - 1300)
Ältester Bauteil im südwestlichen Kellerberich.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Untergeschoss(e)

2. Bauphase:
(1620)
Kellererweiterung von 1620 (d).
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Untergeschoss(e)

3. Bauphase:
(1700 - 1799)
Barocker Treppenaufgang mit gesägten Balustern, 18. Jahrhundert.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung

4. Bauphase:
(1800 - 1899)
Kurzer Laubengang an der traufseitigen Hofseite stammt aus dem 19. Jh.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Ausstattung

5. Bauphase:
(1800 - 1999)
Innenausbau der beiden Wohnungen des ersten Obergeschosses.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)

6. Bauphase:
(1900 - 1925)
Dritter Bauteil als hofseitiger Anbau am Hauptgebäude aus dem frühen 20. Jh.

Heutiger Zugang im Erdgeschoss zum massiven Gebäudeteil.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Anbau
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Besitzer(7056): Haus zum Frieden Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Haus zum Frieden in 78462 Konstanz (19.03.2013)
Haus zum Frieden in 78462 Konstanz (19.03.2013)

Haus zum Frieden in 78462 Konstanz (19.03.2013)
Haus zum Frieden in 78462 Konstanz (19.03.2013)
Haus zum Frieden in 78462 Konstanz (19.03.2013)

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Publikationen/hist. Quellen
  • Bauhistorische Dokumentation und Kurzuntersuchung
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Beschreibung(7056): Haus zum Frieden Beschreibung

Umgebung, Lage: Das Wohnhaus befindet sich im Nordwesten der Altstadt im Bereich der Niederburg, wo es an der östlichen Seite der Konradigasse in deren mittlerem Abschnitt liegt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Dreigeschossiges Wohnhaus, traufständig mit Satteldach und teilweise unterkellert.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angabenkeine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): Im Kern ist wohl noch mittelalterliche Bausubstanz erhalten.
Bestand/Ausstattung: Barocker Treppenaufgang mit gesägten Balustern aus dem 18. Jahrhundert.
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Konstruktionen(7056): Haus zum Frieden Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Kehlbalken, Kreuzbänder, Sparrenstreben etc.
  • Decken
    • Einschubdecke
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Treppen
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst, mehrstöckig
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bruchstein/Wacken
Konstruktion/Material: Kellergeschoss

Ältester, erkannter Bestand ist der südwestliche Kellerbereich, der sich sowohl in seiner Ausrichtung als auch durch seine lichte Breite deutlich vom verbleibenden Keller absetzt. Zu diesem Keller gehört die südwestliche Stirnwand, die offensichtlich mit den beiden Längswänden im Verband steht. Orientiert an der verschliffenen Längswand im Nordwesten, nahm der älteste Kellerbereich wohl die halbe Grundrissfläche des heutigen Kellers ein. Dass es sich bei der Stirnwand mit hoher Sicherheit um eine alte Parzellenwand des 13.Jahrhunderts handelt, vermittelt neben dem lagig vermauerten Wackenverband auch eine seitlich der Nische vermauerte Wackenkonsole. Sie ist offensichtlich als Rest einer ehemaligen Balkendecke zu interpretieren, wobei deren parallel zum Straßenverlauf gespannten Balken auf einem von der Wackenkonsole getragenen Streichbalken lagerten. Weitere zu vermutende Wackenkonsolen werden wohl durch das angetroffene, gegen die Stirnwand gestzte Backsteingewölbe verdeckt.
Letzteres ist quer zum Straßenverlauf gespannt und bildet heute den Abschluss des gesamten, nach Nordosten erweiterten Kellers. Der nach dem Teilabbuch des alten Kellers vergrößerte und mit einem Backsteinboden ausgelegte Kellergrundriss bezieht sich auf die Grundfläche des aufgehenden Massivbaus und ist wohl zeitgleich mit dem Überbau anzusetzen. Erschlossen wird der Keller durch einen kurzen, vom Hofraum zugänglichen Kellerhals. Er liegt versetzt zur Kellermitte im überformten Abschnitt des alten Kellers. Zeitgleich mit dem Gewölbe sind die Kellerbelichtungen zu datieren, deren Stichgewölbe zum Teil über das Fußbodenniveau im Erdgeschoss anstehen.

Erdgeschoss

Der Grundriss des Erdgeschosses steht wie der des Kellers mit seiner nordwestlichen Längseite an der Konradigasse. Bezogen auf seine Baustruktur, setzt er sich aus einem längsrechteckigen, massiven Bauteil an der Gassenseite und einem laubenartigen Holzteil entlang der massiven Hofwand zusammen.
Bei dem heutigen Zugang zum massiven Gebäudeteil handelt es sich wohl um eine jüngere Erschließung des frühen 20.Jahrhunderts. Dagegen ist einer der beiden ursprünglichen Zugänge an der Gassenseite zu vermuten. Im angetroffenen Zustand wohl zum Fenster umgebaut, gibt sich die spätere, auf einem morschen Balken sitzende Vermauerung deutlich zu erkennen. Der rückwärtige Hofzugang mit seinem Holzgewände wird noch als solcher genutzt. Die beiden gegenüberliegenden Altzugänge führten in einen Nordostraum, der durch eine Fachwerkwand vom Südwestraum getrennt war. Die Trennwand mit dem Nachweis einer ehemaligen, später verkleinerten Verbindungstüre gehört zum verbliebenen Rest des bauzeitlichen Innengerüstes. Gesicherte Aussagen zur ursprünglichen Nutzung des Erdgeschosses sind nicht möglich. Die Nutzung als Wohnraum ist jedoch auszuschließen.
Der laubenartige Gang an der Rückseite ist weitgehend verbaut. Die Kellerschächte und eine in der Mitte der heutigen Fachwerkwand erhaltene Säule sprechen dafür, dass es sich ehemals um ein offenes Ständergerüst handelte. Aufgrund dessen ist wohl davon auszugehen, dass sich zur Bauzeit ein offener, vom Obergeschoss überbauter Außengang parallel zur rückwärtigen Massivwand entwickelte. Er wurde im 19./ 20.Jahrhndert geschlossen, wobei an seinem nordöstlichen Ende neben einem WC der heutige Treppenaufgang in das Obergeschoss angelegt wurde.

Erstes Obergeschoss

Da dieser Bereich zum Zeitpunkt der Untersuchung bewohnt war, konnte er nur bedingt überprüft werden. Im Gegensatz zum Erdgeschoss, besteht das erste Obergeschoss aus einer Fachwerkkonstruktion, dessen Grundfläche auch den Gang im Erdgeschoss mit einbezieht. Wie aus den aufgenommenen Wandstärken und Einzelbefunden ersichtlich, beschränkt sich der ursprüngliche Baubestand auf wenige Wandzüge. Hierbei handelt es sich um die Umfassungswände, die annähernd mittige Querwand und die daran in Richtung Nordosten ansetzende Längswand. Ein Lagevergleich mit den bauzeitlichen Tragachsen des zweiten Obergeschosses unterstützt diese Vermutung. Danach ist davon auszugehen, dass die ursprüngliche Grundrissgliederung des ersten Obergeschosses drei Längszonen aufwies.
Welche Nutzungen diesen Bereichen zukamen, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht geklärt werden. Sicher scheint jedoch, dass in der Nordwestecke die alte Stube angelegt war und im heutigen Treppenhaus die zugehörige Küche zu vermuten ist.
Im angetroffenen Zustand erschließt das Treppenhaus zwei Wohneinheiten. Eine Wohnung befindet sich im hofseitigen Anbau, die andere Wohnung im Altbau. Letztere verfügt an der verbleibenden Hoftraufe über einen kurzen Laubengang aus dem 19.Jahrhundert. Mit Ausnahme der oben beschriebenen Wände, ist der Innenausbau der beiden Wohnungen ein Ergebnis verschiedener Umbauten des 19./20.Jahrhunderts. Einzig im Bereich des verzogenen Kamines, falls es sich dabei nicht um einen Betonkranz handelt, könnten noch Deckenstuckreste einer ehemals barocken Ausstattung erhalten sein. In das 18.Jahrhundert ist die im Antritt veränderte und in das zweite Obergeschoss führende Treppe zu datieren.

Das zweite Obergeschoss

Auf dieser Ebene liegt die Bausubstanz weitgehend offen, so dass gesicherte Aussagen zum Bestand, zur Grundrissstruktur und zur Nutzung möglich sind.
Danach handelt es sich um eine Fachwerkebene, bestehend aus einem zweifach verriegelten Wandaufbau und einer Ausfachung mit Bruch- und Wackensteinen. Die Wände waren als Sichtfachwerk mit einer Fabfassung angelegt.
Nach den aufgenommenen Farbdetails befindet sich die vom ersten Obergeschoss aufsteigende Treppenanlage noch an der bauzeitlichen Stelle. Sie führte in einen vom verbleibenden Grundriss abgetrennten Vorraum. Von diesem aus war ein Raum im Nordwesten und ein Raum im Süden erreichbar. Im nordwestlichen Raum lassen sich sowohl die stark abgebeilten Türständer, die daran angelegte Türöffnung als auch der angrenzende Wandaufbau durch die zimmerungstechnischen Befunde am Wandrähm nachweisen. Hinsichtlich der Raumfunktion könnte es sich um eine Küche bzw. um einen Heizraum gehandelt haben, wohingegen der Südraum als ehemaliger Saal zu vermuten ist. Aufgrund eines Versprungs der oberen Riegelfolge wird dessen Zugang innerhalb der mittigen Trennwand (vor dem Treppenantritt in den Dachraum) angenommen. In der Saalmitte stand eine zentrale Säule, die zu einem späteren Zeitpunkt in die vorhandene Trennwand eingebunden wurde. Die differenzierten Funktionen beider Räume lassen sich auch durch die unterschiedlichen Deckenaufbauten belegen. So besitzt die Saaldecke einen Bretteinschub, während die Decken der verbleibenden Räume lediglich eine aufgelegte Dielung besaßen. Die zugehörigen Fassungen im Anschluss an den Deckenbereich und auf den Wandflächen sind an verschiedenen Stellen nur partiell, an anderen Stellen großflächig erhalten.
Die alten Fensteröffnungen sind heute weitgehend durch die vorhandenen Belichtungen überlagert. Lediglich im Bereich der Hofwand scheint eine den ehemaligen Saal belichtende Großöffnung noch erhalten zu sein.

Das Dachwerk

Sehr ungewöhnlich erscheint der ursprüngliche Dachzugang. Er liegt in vertikaler Abstimmung mit dem unteren Treppenlauf und endete ohne ausreichende Kopfhöhe unter der Dachschräge. Dass es sich wirklich um den alten Treppenaufgang handelt, belegt das bauzeitliche Treppenloch. Es bedingte in diesem Bereich die Auswechslung der Dachbalken, weshalb die Sparren in eine dem Wandrähm aufgelegte Schwelle gezapft wurden.
Bei dem abgezimmerten Dachwerk handelt es sich um ein Sparrendach, wobei nahezu alle Bauhölzer aus Nadelholz bestehen und wiederverwendet wurden. Zur Unterstützung der Sparren wurden zwei Rähmhölzer verbaut. Auf ihnen liegen die Kehlbalken auf. Die Rähme sind Bestandteil zweier, unter die Dachflächen geneigter Längsbünde, welche wiederum mit fünf Querbünden kombiniert sind. Letztere wurden im Zuge der Giebelscheiben stehend und im Zuge der drei inneren Gerüstachsen abgesprengt (liegender Stuhl) ausgeführt.
Im Bereich der rückwärtigen Hoftraufe befand sich ein großes Querdach mit ehemaligem Giebel. Dafür liefen die Kehlbalken der seitlichen Querbünde einst durch. Die Kehlen für den ehemaligen Dachanschlusses sind noch erhalten.
Auch an der Gassentraufe ist ein ehemaliger Quergiebel nachweisbar. Anders als an der Rücktraufe handelte es sich hierbei um einen ehemaligen Ladegiebel.