Wohnhaus, sog. Pfaff-Judas-Haus
Bauforschung
Objektdaten
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Weitere Objekte an diesem Wohnplatz
"Hotel Adler", Rückgebäude (74523 Schwäbisch Hall)
Fachwerkhaus, Nonnenhof 4 (74523 Schwäbisch Hall)
Wohnhaus, Klosterstraße 2 (74523 Schwäbisch Hall)
Bauphasen
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Kurzbeschreibung der Bau- / Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen: Dendrochronologische Untersuchungen des Dachstuhls datieren den Bau auf 1395/96 (d). Das ehemals freiliegende Fachwerk des Rückgiebels mit den verblatteten Steigbändern, die im Hohenlohnischen und Mittelfränkischen bis um 1450 auftreten, weisen ebenfalls auf diese Entstehungszeit. In regelmässigen Intervallen waren grössere Reparaturen erforderlich. Die Raumdisposition dürfte in den meisten Geschossen das Ergebnis von Umbauten im 17. und 18. Jahrhundert sein. 1684 fand eine umfangreiche Hausreparatur statt, bei der viele Fachwerkfelder mit Ziegeln neu ausgefacht und eine Feuerwand erstellt wurden. In diesem Jahr wurde vermutlich auch erst das zweite Obergeschoss zu einer beheizbaren Wohnung ausgebaut. 1689 wurde das Fachwerk vermutlich des Westgiebels vollständig erneuert und eine Dachkammer eingebaut. Bis um 1700 war das Gebäude Pfarrhaus der Johanniterkirche St. Johann. 1863 richtete die Hospitalverwaltung, die das Haus und den dahinter liegenden Garten erworben hatte, eine Kleinkinderschule, die sogenannte Paulinenschule, im Haus ein, die bis 1888 betrieben wurde. Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg wurden die alten Aborte auf der Rückseite des Hauses abgebrochen und durch moderne Etagentoiletten mit Wasserspülung ersetzt. Nach dem Abbruch des angebauten Kleinhauses im Jahre 1955 wurde der Giebel des Wohnhauses instandgesetzt. |
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1. Bauphase:
(1395 - 1396) |
(d), Datierung des Dachwerks |
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2. Bauphase:
(1600 - 1800) |
diverse Umbauten |
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3. Bauphase:
(1684) |
(a), umfangreiche Hausreparatur und vermutlich Ausbau des zweiten Obergeschosses zu beheiztem Wohnraum |
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4. Bauphase:
(1689) |
(a), vollständige Erneuerung vermutlich des Westgiebels |
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5. Bauphase:
(1863 - 1888) |
(a), Einrichtung einer Kleinkinderschule |
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6. Bauphase:
(1945 - 1950) |
(a), unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg Abbruch der alten Aborte und Ersatz durch moderne Etagen-WCs mit Wasserspülung |
| Betroffene Gebäudeteile: |
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7. Bauphase:
(1955) |
(a), Instandsetzung des Westgiebels |
| Betroffene Gebäudeteile: |
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Zugeordnete Dokumentationen
- Michael Kamp: Gebäude und ihre Geschichte - archivalische Hausforschung und ihre Geschichte, Beispiel: Das Wohnhaus Brüdergasse 27 in Schwäbisch Hall. (Artikel aus: Arbeitskreis für Hausforschung Baden-Württemberg (Hrsg.): Südwestdeutsche Beiträge zur historischen Bauforschung, Band I, Freiburg i. Br. 1992, S.103-113.)
Beschreibung
| Umgebung, Lage: | exponiert am Übergang von der Brüdergasse in die Lange Straße, der Hauptstrasse der Katharinenvorstadt gelegen |
| Lagedetail: |
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| Bauwerkstyp: |
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| Baukörper / Objektform (Kurzbeschreibung): | stattliches, dreigeschossiges Gebäude mit steilem Halbwalmdach über quadratischem Grundriss |
| Innerer Aufbau / Grundriss / Zonierung: | Das Erdgeschoss beherbergte früher eine Stallung, heute ist es in drei Räume mit Treppenhaus und Stichflur zum südlich angebauten Abtritt unterteilt. Die beiden Fachwerkgeschosse darüber sind etwa zweischiffig und zweizonig gegliedert. Die Treppenaufgänge befinden sich je in der Südostecke des Hauses. Im ersten Obergeschoss ist im Nordwesten eine Wohnstube erhalten. Eine kleinere Bohlenstube gab es wohl ursprünglich auch im zweiten Obergeschoss im Südwesten. Im Dachgeschoss sind zwei Dachkammern eingebaut. |
| Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): | Das Gebäude ist mit einiger Originalsubstanz und historischer Bausubstanz aus den Umbauphasen gut erhalten. Es wurde erst in jüngerer Vergangenheit saniert. |
| Bestand / Ausstattung: | Im ersten Obergeschoss hat sich eine Wohnstube mit segmentbogiger, geschnitzter Bohlen-Balkendecke aus dem späten 15. Jahrhundert gut erhalten. |
Konstruktionen
| Konstruktionsdetail: |
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| Konstruktion / Material: | Über einem etwas niedrigeren, gemauerten Erdgeschoss und einem gewölbten Keller erheben sich zwei Obergeschosse in Fachwerkkonstruktion, das oberste traufseitig jeweils mit kräftigen Vorstößen. Darüber befindet sich ein Halbwalmdach. |


