Objekt(7082): Wohnhaus Wohnhaus

ID: 311315059138
Datum: 10.07.2008
Datenbestand: Bauforschung und RestaurierungBauforschung und Restaurierung
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Information(7082): Wohnhaus Objektdaten

Straße: Münsterplatz
Hausnummer: 13
Postleitzahl: 78462
Stadt: Konstanz
Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Konstanz (Landkreis)
Gemeinde: Konstanz
Wohnplatz: Konstanz
Wohnplatzschlüssel: 8335043012
Flurstücknummer: 164
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(7082): Wohnhaus Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(7082): Wohnhaus Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(7082): Wohnhaus Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

BauforschungEhem. Domherrenhof (78462 Konstanz, Münsterplatz 11)
BauforschungEhem. Domherrenhof (78462 Konstanz, Theatergasse 1/3)
BauforschungEhemalige Domschule (78462 Konstanz, Konradigasse 7)
BauforschungEhemaliger Domherrenhof, Inselgasse 5 (78462 Konstanz)
Bauforschung und RestaurierungEhemaliges Franziskanerkloster mit Kirche (78462 Konstanz, Sankt-Stephans-Platz 17)
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BauforschungHaus zum Steinböckle (78642 Konstanz, Rosgartenstraße 24/26)
Bauforschung und Restaurierungkatholische Kirche St. Stephan (78462 Konstanz, Sankt-Stephans-Platz 20)
BauforschungMünster Unserer Lieben Frau (78462 Konstanz, Münsterplatz 2)
BauforschungStadtmauer und Wohnhaus, Neugasse 9 (78462 Konstanz)
BauforschungWohn- und Geschäftshaus (78462 Konstanz, Hussenstraße 26)
BauforschungWohnhaus, Gerichtsgasse 4 (78462 Konstanz)
BauforschungWohnhaus, Sankt-Stephans-Platz 27 (78462 Konstanz)
Bauforschung und RestaurierungWohnhaus, Zollernstraße 12 (78462 Konstanz)
BauforschungWohnhaus, Neugasse 11 (78642 Konstanz)
BauforschungWohnhaus (Hauskomplex), Sankt-Stephans-Platz 31 (78462 Konstanz)
BauforschungZum Goldnen Schaf, Haus zur Reuschen, ehem. zum Goldnen Kreuz, Rheingasse 15 (78462 Konstanz)
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Bauphasen(7082): Wohnhaus Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die dendrochronologische Untersuchung von sechs ausgewählten Dachhölzern ergab die weitgehend übereinstimmende Datierung der Fällung am Sommeranfang des Jahres 1420 bzw. in den folgenden Wintermonaten 1420/21; Proben Nr. 3 und 6 konnten nicht bestimmt werden (d). Demnach datiert die Errichtung des Dachwerkes Anfang des 15. Jh.


1. Bauphase:
(1200 - 1283)
Fundamente im Keller werden einem Bau zugeschrieben, der einem Vorbesitzer vor Rupert von Tannenfels zugewiesen werden könnte (vielleicht Werner von Rätersche) (Archäologie)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

2. Bauphase:
(1280 - 1281)
Ein Dendrodatum eines Wandschranks spricht für eine Phase kleinerer Veränderungen, die in Verbindung mit dem Verkauf an Rupert von Tannenfels stehen könnten. (gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

3. Bauphase:
(1283)
1283
Gründung und Ausstattung der Altäre Georg und Allerheiligen, darunter befand sich auch ein Haus neben dem Domherrenhof, das der Stifter (Rupert von Tannenfels) der Bruderschaft der Münsterkapläne übereignete mit der Auflage, dass es zum Nutzen der beiden Altäre Verwendung finden solle. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

4. Bauphase:
(1300 - 1350)
Veränderungen zu Beginn des 14. Jh.: ein ehemals repräsentativer Raum im EG wird geteilt durch eine Zwischenwand mit doppelläufigem Portal, gotische Fenster und Türen werden in das spätromanische Mauerwerk gebrochen (Bautätigkeit Albrecht von Kastell?) (gk/s)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

5. Bauphase:
(1302 - 1566)
1302 geht in der Nachfolge Albrecht von Kastell einen Vertrag mit der Bruderschaft ein, dessen Gegenstand das Haus war: Das Pfründhaus wurde mit dem Domherrenhof zuammengelegt. Die ältere Foschung (Beyerle) ging davon aus, dass dieses Haus in der Kurie (Münsterplatz 11/11a) aufgegangen sei, neuere Untersuchungen belegen aber ein Fortbestehen der Liegenschaft als eigenständiger Baukörper und somit nur eine rechtliche Anbindung. Im Laufe der Zeit wurde das Haus wohl unter den beiden Altären aufgeteilt, vgl. Urkunden 1474, 1488, 1525, 1566 (s. Markus Bauer, Der Münsterbezirk von Konstanz, Domherrenhöfe und Pfründhäuser der Münsterkapläne im Mittelalter (Sigmaringen 1995), 200). (a)

Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

6. Bauphase:
(1400 - 1450)
Umbauten: Südfassade wird zurückgenommen, die entstandene Freifläche im Süden verblieb in ihren wesentlichen Teilen als kleiner Innenhof, der von romanischen Mauern umfasst war, während in der SO-Ecke ein neues turmartiges Gebäude errichtet wurde. Zugleich Neuerrichtung des Dachstuhls, der nun nicht mehr die gesamte Hausbreite überspannt. (gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

7. Bauphase:
(1420 - 1421)
Abzimmerung des Dachwerkes (d)
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
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Besitzer(7082): Wohnhaus Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Objekt(7082): Wohnhaus Zugeordnetes Objekt

keineskeines
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Fotos

Konstanz, Münsterplatz 13 (Schoenenberg 2008) / Wohnhaus in 78462 Konstanz

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Zugeordnete Dokumentationen

  • baubegleitende archäologische und bauhistorische Untersuchungen: 1990 durch J. Oexle, M. Dumitrache, D. Bibby
  • restauratorische Untersuchung der Aussenfassade durch Mathias Patzelt
  • Publikationen/hist. Quellen
  • Dendrochronologische Untersuchung
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Beschreibung(7082): Wohnhaus Beschreibung

Umgebung, Lage: Im Zentrum der Altstadt nördlich des Münsters, in Ecklage zum Münsterplatz
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Pfrundhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Dreigeschossiges Wohnhaus, Hauptbau an der Nordseite mit großem Satteldach und Giebel nach Osten, nach Süden ein vortretender dreigeschossiger Flügel sowie ein zweigeschossiger Bauteil mit Toreinfahrt
Zahlreiche mittelalterlich profilierte Fenstergewände. Originalfenster wohl des 18. Jahrhunderts. Ein zugemauertes Lanzettfenster deutet auf hochmittelalterliche Bausubstanz.
Auf dem Gebäude sind zwei eigenständige Dachwerke abgezimmert, was im Hinblick auf den Unterbau auf zwei eigenständige Baukörper schließen lässt. Das vorgestellte Dachwerk ist vom eigentlichen Eckbau abgesetzt und traufständig zur einmündenden Nebengasse ausgerichtet.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Großer Dielenbereich und gut gestaltetes Treppenhaus.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): mittelalterliche und barocke Bausubstanz erhalten
Bestand/Ausstattung: Treppengeländer, bleiverglaste Fenster sowie Türen, Beschläge, Täferung und Stuckprofildecken in den beiden Hauptgeschossen stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und sind von überdurchschnittlicher Qualität und wegen der Vollständigkeit des Zusammenhangs von großer Aussagekraft für die Geschichte der Wohnarchitektur in der Bauzeit.
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Konstruktionen(7082): Wohnhaus Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Kehlbalken, Kreuzbänder, Sparrenstreben etc.
    • Unter-, Überzüge, Pfetten
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Fenster
    • bemerkenswerte Treppen
    • bemerkenswerte Türen
    • bemerkenswerte Wand-/Deckengestaltung
  • Gewölbe
    • Kreuzgratgewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Steinbau Mauerwerk
    • Wacken/Kiesel
  • Verwendete Materialien
    • Stein
Konstruktion/Material: Das Gerüst:
Einschließlich der Binderquerachsen sind fünf Sparrendreiecke abgezimmert. Die am First miteinander verblatteten Sparren sind ebenso mit den Dachbalken wie auch mit den Kehlbalken verblattet. Die Gebinde werden durch drei Pfetten unterstützt. Sie überspannen eine Weite von ca. 3,80 m und werden in zwei Binderquerachsen von stehenden, auf Schwellen gegründeten Ständern getragen. Es handelt es sich um einen Firstständer und zwei seitliche Stuhlständer. Eine der Binderquerachsen ist vor einer Massivwand aufgestellt, während die gegenüberliegende den Giebelabschluss bildet.
Quergefüge: Die mit einem Kehlbalken ausgestatteten Sparrendreiecke werden durch das Stuhlgerüst im Giebeldreieck stabilisiert. Hier sichern Kopf- und Fußbänder die Stellung der seitlichen Stuhlständer, während der Dachfirstständer durch den aufgeblatteten Kehlbalken und ein einseitiges Fußband ausgesteift wird.
Längsgefüge: Kopf- und Fußbänder steifen das dreifache Stuhlgerüst aus.
Abbundzeichen/Bundseiten: Abbundzeichen wurden nicht erkannt. Die beiden Binderquerachsen besitzen eine gemeinsame Bundseitenausrichtung.
Sonstiges: Mit Ausnahme des Gefüges aus Eichenholz ist das gesamte Dachwerk aus Nadelholz abgezimmert. Die Dachneigung beträgt ca. 41°.
Stein (Wacken/Ziegelstein) Fachwerkgiebel:
Das Gebäude lehnt an einer Brandmauer zu Haus Nr. 11a. Entlang der Nordseite ein Kellerraum: Ziegeltonnengewölbe nachträglich in Bruchsteinmantel eingezogen; Konsolsteine in der Westwand geben die Lage der ursprünglich niedrigeren Balkendecke an. In der Südostecke des EG ein kreuzgratgewölbter Raum, sonst im EG nur untergeordnete Räume.
Mittelalterlicher Dachstuhl wohl des 14. Jahrhunderts über dem westlichen Hausteil; der östlich anschließende Teil zeigt barocke Konstruktionsmerkmale