Objekt(540): ehemalige Scheune ehemalige Scheune

ID: 311215399296
Datum: 10.07.2007
Datenbestand: BauforschungBauforschung
Als PDF herunterladen: als PDF herunterladen
Alle Inhalte dieser Seite: anzeigen / ausblenden
ausblenden

Information(540): ehemalige Scheune Objektdaten

Straße: Marktstraße
Hausnummer: 17
Postleitzahl: 73079
Stadt: Süßen
Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Göppingen (Landkreis)
Gemeinde: Süßen
Wohnplatz: Süßen
Wohnplatzschlüssel: 8117049002
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
einblenden

Objektverknüpfungen(540): ehemalige Scheune Objektbeziehungen

keinekeine
einblenden

Objekt(540): ehemalige Scheune Umbauzuordnung

keinekeine
einblenden

Objekt(540): ehemalige Scheune Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keinekeine
ausblenden

Bauphasen(540): ehemalige Scheune Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Am 16. Juli 1707 branden bei einem Dorfbrand weite Teile rund um die Ulrichskirche ab. Aus einem Schadensbericht des selben Tages an den Geislinger Obervogt geht hervor, dass auch das Gasthaus Zum Schwarzen Adler mit seinen Nebengebäuden den Flammen zum Opfer fiel. So heißt es:
„... Jerg Millers, Wirts, Herberg, beide Scheuren, Amt-, Pfarr- und Schulhäuser, liegen in der Aschen ...”.
Jerg Miller, 1664 geboren, war bis zu seinem Tod im Jahr 1739 Adlerwirt in Süßen. Das zerstörte Gasthaus scheint nach dem Brand sehr schnell wieder aufgebaut worden zu sein, meldet doch die Inschrift eines vom Dach erhaltenen Feierabendziegels: „1707 Hans Jerg Eberlin hat daß geschriben, daß best ist in den blatten
bliben”.
Das Gebäude Marktstraße 17 wurde ebenfalls im frühen 18. Jahrhundert als Ökonomiegebäude der Gaststätte Zum Schwarzen Adler wieder errichtet. Um das Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts erfuhr die Scheune den Ausbau und die Umnutzung zu Wohnzwecken. Das Gebäude zeigt in seinem Grundriss
noch heute die typische Gliederung der ehemaligen Scheune, jedoch wurden die beiden Vollgeschosse und hier speziell das Erdgeschoss im Laufe des 20. Jahrhunderts erheblichen Modernisierungsmaßnahmen
unterzogen, so dass an historischer Bausubstanz vor allem die Primärkonstruktion übrig geblieben ist. Gegenüber diesen Vollgeschossen konnten sich aber der Gewölbekeller sowie die Dachgeschossebenen noch weitgehend original erhalten.


1. Bauphase:
(1707 - 1708)
Wiederaufbau nach Brand um 1707/08 (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

2. Bauphase:
(1870 - 1930)
Umnutzung zu Wohnzwecken um 1900
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

3. Bauphase:
(1950 - 1999)
Zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen in den Vollgeschossen in der 2. Hälfte des 20. Jh.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
einblenden

Besitzer(540): ehemalige Scheune Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
ausblenden

Fotos

Ausschnitt des
Primärkatasterplans (um 1827) / ehemalige Scheune in 73079 Süßen
Ansicht des Gebäudes von
Norden (2007) / ehemalige Scheune in 73079 Süßen

ausblenden

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung und Bauphasenkartierung auf Grundlage älterer Bestandspläne
ausblenden

Beschreibung(540): ehemalige Scheune Beschreibung

Umgebung, Lage: Das Gebäude befindet sich in nahezu zentraler Lage des historischen Ortskerns von Süßen. In unmittelbarer Nähe zum Rathaus (ehemals Gasthaus Zum Schwarzen Adler) und zum ehemaligen Ulmischen Amtshaus bildet das Gebäude Marktstraße 17 ein ehemaliges Nebengebäude (Ökonomie) des Gasthauses `Zum Schwarzen Adler`.
Wie aus dem Primärkatasterplan um 1827 ersichtlich wird, muss das Scheunengebäude ursprünglich einen über die gesamte Gebäudebreite reichenden südlichen Anbau gehabt haben, welcher auf Baugesuchsplänen von 1867 nur noch die halbe Gebäudebreite einnimmt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Bei der ehemaligen Scheune Marktstraße 17 handelt es sich um ein zweigeschossiges, giebelständiges Gebäude mit (heute) massiver Erdgeschosszone und Fachwerk-Obergeschoss. Das komplett verputzte Gebäude schließt mit drei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach ab. Jede Dachgeschossebene kragt giebelseitig leicht vor.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Des Gebäude zeigt noch heute die für Scheunengebäude jener Zeit typische Dreischiffigkeit, wobei das mittlere Schiff als Tenne diente und die beiden seitlich angeordneten Barnbereiche Lager- und Stallräume aufnahmen. Unter beiden Barnbereichen befinden sich Keller, wobei der westliche Gewölbekeller bauzeitlich sein dürfte, wohingegen der östliche Keller mit flacher Stahlbetondecke erst später eingebaut wurde.
Im Erdgeschoss befinden sich heute Wohnräume, die ehemalige Tenne wurde zur Garage umgenutzt. Das Obergeschoss nimmt heute ebenfalls Wohnräume auf. Hier befanden sich ursprünglich Fruchtböden. Die unausgebauten Dachgeschosse dienten ebenfalls zur Lagerung von Früchten, Stroh und Heu. Diese
Dachgeschossebenen zeigen heute noch den ursprünglichen Zustand der Scheune mit Heuabwurf und Scheunenleiter.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
ausblenden

Konstruktionen(540): ehemalige Scheune Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Decken
    • Balkendecke
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
  • Steinbau Mauerwerk
    • hammerrechtes Schichtenmauerwerk
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Backstein/Lehmziegel
    • Flechtwerk
Konstruktion/Material: Die Dachgeschossebenen zeigen noch in weiten Teilen den ursprünglichen Zustand der ehemaligen Scheune. Das Dachtragwerk wurde mit einer zweifach liegenden Stuhlkonstruktion im 1. und 2. Dachgeschoss errichtet. Die bauzeitlichen Knotenpunkte weisen durchweg verzapfte Verbindungen auf. An den primären Konstruktionselementen verweisen die durchgängigen Bundzählungen mit römischen Ziffern und Dreieckskerben auf die bauzeitliche Einheit des Dachtragwerks mit dem Tragwerk des Obergeschosses.