Objekt(539): ehemaliges Amtshaus ehemaliges Amtshaus

ID: 311215399295
Datum: 10.07.2007
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(539): ehemaliges Amtshaus Objektdaten

Straße: Schnurgasse
Hausnummer: 10
Postleitzahl: 74653
Stadt: Künzelsau
Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Hohenlohekreis (Landkreis)
Gemeinde: Künzelsau
Wohnplatz: Künzelsau
Wohnplatzschlüssel: 8126046016
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(539): ehemaliges Amtshaus Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(539): ehemaliges Amtshaus Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(539): ehemaliges Amtshaus Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

BauforschungFachwerkhaus (74653 Künzelsau, Hauptstraße/ Hirtengasse 22/ 1)
BauforschungWohnhaus, Hauptstraße 43 (74653 Künzelsau)
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Bauphasen(539): ehemaliges Amtshaus Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Aufgrund der exponierten Ecklage an einer bedeutenden Ausfallstraße innerhalb des historischen Stadtkernes ist davon auszugehen, dass der Platz des heutigen Gebäudes schon in mittelalterlicher Zeit überbaut war. Auf eine Vorgängerbebauung dürfte auch der Kriechkeller unter dem Hauptgebäude zurückgehen, welcher leider im 20. Jahrhundert eine Stahlbetondecke erhielt und sich so nicht mehr eindeutig zeitlich einordnen lässt. Die erste archivalische Erwähnung des Hauses fällt in das Jahr 1604; also zehn Jahre vor der inschriftlichen Datierung. Ob die Datierung 1614 auf eine bauliche Änderung zurückzuführen ist, lässt sich aus momentaner Sicht nicht klären. Aufgrund der stilistischen Merkmale an den Werksteingliederungen (Rundbogen-Türgewände und Erkerkonsolen) scheint eine Erbauung des Gebäudes zwischen dem Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts als wahrscheinlich.
Das Vorhandensein von drei Erkern am Gebäude verweist auf eine bauzeitliche Sonderfunktion des Gebäudes. Da in der Regel auf Bauteilen, die auf bzw. über öffentlichem Platz errichtet wurden zusätzliche Steuerabgaben bezahlt werden mussten, kommt hier nur eine städtische oder herrschaftliche Nutzung in Frage. Bei der unter mehreren Herrschaften aufgeteilten Ganerbenstadt Künzelsau käme eine mögliche Nutzung als Amts- bzw. Verwaltungssitz in Frage. Dies untermauern auch die Berufs- bzw. Amtsbezeichnungen mehrerer Eigentümer des Gebäudes im 17. Jahrhundert.


1. Bauphase:
(1580 - 1614)
Erbauung Ende 16. Jh. - 1614 (a, i)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Konstruktionsdetail:
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Steinbau
  • Steinbau Mauerwerk
    • Werkstein

2. Bauphase:
(1700 - 1730)
Umfangreiche Umbauten in der ersten Hälfte 18. Jh.; evtl. 1702 (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude
Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Mansardwalmdach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl

3. Bauphase:
(1850 - 1899)
Umbaumaßnahmen im 19. Jahrhundert (Treppenhaus, Lambrie, etc.)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude
Konstruktionsdetail:
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Lambris/Täfer

4. Bauphase:
(1900 - 1930)
Umbauten in der erste Hälfte 20. Jh. (im Erdgeschoss befand sich damals eine Bäckerei mit großem Backofen)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Bäckerei, Backhaus

5. Bauphase:
(1960 - 1979)
Änderungen in der zweite Hälfte 20. Jh. (1960/70er Jahre)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
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Besitzer(539): ehemaliges Amtshaus Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Stadtplan von Künzelsau (Ausschnitt, 1816) / ehemaliges Amtshaus in 74653 Künzelsau
Ansicht des Gebäudes von Nordwesten (2006) / ehemaliges Amtshaus in 74653 Künzelsau

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung, Bauaufnahme, Archivalische Untersuchung und Bauphasenkartierung
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Beschreibung(539): ehemaliges Amtshaus Beschreibung

Umgebung, Lage: Das Gebäude Schnurgasse 10 befindet sich in Ecklage an der Kreuzung von Schnurgasse und Scharfengasse bzw. Burggasse. Die Schnurgasse bildet eine von Westen nach Osten verlaufende Ausfallstraße, welche von der Hauptstraße kommend zum Morsbacher Torturm führt. Auffallend ist die von der Scharfengasse abgegrenzte Insellage der Gebäude Schnurgasse 10-14. Bemerkenswert ist ebenso, dass es sich bei allen anderen Eckgebäuden dieser Kreuzung um ehemalige Gasthäuser handelt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Geschäftshaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Bei dem Gebäude handelt es sich um einen dreigeschossigen, verputzen Fachwerkbau mit massiv gemauerter Erdgeschosszone. Markant sind zwei giebelseitige und ein traufseitiger Erker, welche auf jeweils vier starken, profilierten Steinkonsolen auflagern. Das in einem traufseitigen Rundbogeneingang auf das Jahr 1614 inschriftlich datierte Hauptgebäude schließt über einem zweifach liegenden Dachstuhl mit einem Mansarddach ab.
Südöstlich des Hauptgebäudes schloss ursprünglich im rechten Winkel ein Scheunengebäude an, von welchem sich bis heute lediglich der Gewölbekeller erhalten konnte. Zudem besteht im südwestlichen Winkel zwischen dieser ehemaligen Scheune und dem Hauptgebäude ein jüngerer Anbau, welcher nach oben mit einer Dachterrasse endigt.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die Erschließung des Gebäudes erfolgt über den traufseitigen Rundbogeneingang. In den Obergeschossen ist der ursprüngliche Grundriss noch in weiten Teilen ablesbar. Das Gebäude ist dreischiffig und dreizonig gegliedert. Die nordwestliche Gebäudeecke nimmt die Stube auf, welche sich auch über das mittlere Schiff erstreckt. Östlich grenzt die kleinere Stubenkammer an, welche aufgrund ihrer Größe und dem vorgelagerten Erker auch als zweite Stube angesehen werden darf, zumal auch hier eine Beheizung über die nebenliegende Küche möglich war. Die mittlere Zone nimmt im Westen die Gebäudeerschließung durch das Treppenhaus auf und im Osten die Küche. Die südliche Zone gliedert sich in weitere Kammern, wobei auch hier der westlichen Kammer eine Sondernutzung zuteil wurde, wie der traufseitige Erker vermuten lässt. Ein weiteres Indiz für die ursprüngliche
Sondernutzung des Gebäudes zeigt auch die seit 1864 bezeugte stattliche Anzahl von immerhin sieben beheizbaren Zimmern.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung: An historischer Ausstattung war zum Zeitpunkt der Untersuchung nahezu nichts mehr vorhanden. Lediglich spärliche Reste einer Lambrie im 1. Obergeschoss sowie zwei Blockstufentreppen zu den Dachgeschossen zeugen noch von älteren Ausbaudetails.
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Konstruktionen(539): ehemaliges Amtshaus Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Mansardwalmdach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Decken
    • Balkendecke
  • Detail (Ausstattung)
    • Abtritt
    • bemerkenswerte Treppen
    • Fenstererker
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Steinbau
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
  • Steinbau Mauerwerk
    • hammerrechtes Schichtenmauerwerk
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Backstein/Lehmziegel
    • Flechtwerk
    • Lambris/Täfer
Konstruktion/Material: Das Dachwerk besteht aus vier Querbinderachsen mit doppelt liegendem Stuhl. Die Abbundzählung beginnt an der nordwestlichen Gebäudeecke, wobei die Binderachsen mit Dreieckskerben markiert wurden, die Sparrenzählung dagegen mit römischen Ziffern. Hier fällt auf, dass in einigen Bereichen die Sparrenzählung nicht stetig durchläuft und somit auch das Dach des 18. Jahrhunderts noch spätere Änderungen erfahren hat.
Zudem befinden sich einige, in ihren Querschnitten schwächere Sparren im Dachwerk, die durchweg auf eine Neueindeckung im 20. Jahrhundert zurückgehen.
Im zweiten Dachgeschoss finden sich auch ältere, wiederverwendete Hölzer in der Kehlbalkenlage, welche noch
mittelalterliche Holzverbindungsmerkmale aufweisen. Woher diese stammen, von einem Vorgängerbau oder von einem Nachbargebäude, lässt sich nicht nachvollziehen.
Auffallend ist, dass die in den Obergeschossen beobachtete Dreischiffigkeit (gut erkennbar an den Unterzügen) im Dachgeschoss in eine außermittige Zweischiffigkeit übergeht.