Münster Unserer Lieben Frau
Bauforschung
Objektdaten
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Bauphasen
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Kurzbeschreibung der Bau- / Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen: Die sehr umfassende Baugeschichte ist mehrfach publiziert, eine Publikation aktueller Bauforschungsergebnisse ist in Bearbeitung. Die Baugeschichte des Konstanzer Münsters wurde von vielen Veränderungsprozessen geprägt. Nach einem verheerenden Turmbrand 1511 begann man in Kürze mit dem Wiederaufbau der Westtürme unter Lorenz Reder. Am Ende dieser Baumaßnahmen erhielt das Münster zwei Maßwerkhauben als oberen Abschluss von Nord- und Südturm. Der Mittelturm blieb unvollendet, auf ihm stand ein hölzernes Wäch-terhaus. Erst im 19. Jahrhundert bekam der Mittelturm unter Heinrich Hübsch seine heutige Gestalt, dabei wurden auch die Seitenturmhauben entfernt. |
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1. Bauphase:
(950 - 1050) |
Aus der Zeit um 1000 stammen die heute ältesten oberirdischen Bauzeugnisse des Münsters. Dieser Bauabschnitt unter Bischof Lambert (995?-1018) gilt zugleich als bedeutendster romanischer Sakralbau in Südwestdeutschland, unter anderem deshalb, weil sie unmittelbares Vorbild für die monumentale Kirche St. Peter und Paul im Kloster Hirsau war. Der Ostteil des karolingischen Münsters wurde unter Lambert durch ein Querhaus und einen Hochchor (Apsis) zur Kreuzform erweitert, während das karolingische Langhaus bestehen blieb. Die Querarme des Baus waren nach dem Geschmack der Ottonik noch etwa um die Hälfte niedriger als das Langhaus. Links und rechts der quadratischen Vierung entstanden so quadratische Sakralräume (Thomaschor und Mariä-End-Chor). |
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2. Bauphase:
(1054 - 1089) |
Ab 1054 entstand unter den Bischöfen Rumold (1051-1069) und Otto I. (1071-1080) ein neues, wiederum dreischiffiges Langhaus, in das das wenig beschädigte Querhaus des Lambertbaus übernommen wurde. Die Baumaßnahmen setzten sich nur schleppend fort, da die Konstanzer Bischöfe in den Zeit und Energie raubenden Investiturstreit verwickelt waren. Im Jahr 1089 schließlich weihte Bischof Gebhard III. von Zähringen (1084-1110) die neu errichtete Kathedralkirche. |
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3. Bauphase:
(1239) |
1238/39 d Ein neuer Dachstuhl über Lang-, Querhaus und Chor wurde aufgeschlagen und die Mauerkronen erhöht. |
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4. Bauphase:
(1260) |
Um 1260 Gotischer Heiliggrab-Bau in der Mauritiusrotunde. |
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5. Bauphase:
(1290 - 1300) |
Um 1290-1300 Errichtung des Kreuzgang Südflügels |
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6. Bauphase:
(1310 - 1320) |
Um 1310-1320 wird der Kreuzgang Ostflügel errichtet. |
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7. Bauphase:
(1511 - 1526) |
Nachdem verheerenden Turmbrand wurden die Türme bis auf die Glockengeschosse abgebaut und unter Lorenz reder neu errichtet. Um 1523 sind die Seitentürme mit den durchbrochenen Maßwerkhauben versehen. Auf dem Mittelturm steht bis ins 19.Jh. ein Turmwächterhaus. |
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8. Bauphase:
(1550 - 1600) |
Errichtung der Südkapellen im späten 15.Jahrhundert unter Vincenz Ensinger |
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9. Bauphase:
(1623 - 1628) |
Errichtung der Nordkapellen |
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10. Bauphase:
(1775 - 1776) |
Pierre Michel dIxnard entwarf für die Konstanzer Kathedrale einen neuen Hochaltar (1774) und eine Gesamtgestaltung des Altarraums, der Vierung und der Querhausarme im klassizistischen Stil. |
| Betroffene Gebäudeteile: |
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11. Bauphase:
(1812 - 1815) |
Neuanfertigung der Maßwerkhauben auf den Seitentürmen |
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12. Bauphase:
(1853) |
Der Mittelturm wird unter Heinrich Hübsch vollendet |
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13. Bauphase:
(1856 - 1900) |
Umfangreiche Sanierungsarbeiten unter Heinrich Hübsch, dabei werden wesentliche spätgotische Gestaltungselemente an den Fassaden entfernt und das Münster regotisierend überformt. |
| Betroffene Gebäudeteile: |
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14. Bauphase:
(1979 - 1988) |
Rekonstruktion der Welserkapelle |
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15. Bauphase:
(1985 - 2003) |
Sanierung der Westturmgruppe mit teilweisem Ab- und anschließendem Wiederaufbau der Türme. |
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Zugeordnete Dokumentationen
- ehemalige Seitenturmhauben: Archivrecherche und Bauforschung (archäologische Rekonstrukion) anhand von Spolien
- Baugeschichtliche Untersuchung (Kartierung) und Dokumentation der Südkapellen
- Bauhistorische Kartierung und Kurzbericht zur denkmalschutzrechtlichen Genehmigung
Beschreibung
| Umgebung, Lage: | In stadtbildprägender Lage am höchsten Punkt der Altstadt auf den Ruinen einer römischen Grenzbefestigung. |
| Lagedetail: |
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| Bauwerkstyp: |
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| Baukörper / Objektform (Kurzbeschreibung): | Bischofskirche mit hohem Lang- und Querhaus mit Satteldächern. Die Seitenschiffe sind etwas niedriger und schließen mit einem Pultdach an das Langhaus an. An der Westfassade ein mächtiger Unterbau mit hohem durchbrochenem Maßwerkhelm. Im Osten und Süden Kapellenanbauten und zwei Kreuzgangflügel. |
| Innerer Aufbau / Grundriss / Zonierung: | Dreischiffige Säulenbasilika mit rechteckigem Chorschluss im Osten, Einsatzkapellen zwischen den Strebepfeilern und Dreiturmfassade im Westen. Am Chor angebaute Kapellengruppe, zwei Flügel des zweigeschossigen Kreuzganges mit darinliegenden Funktionsräumen erhalten. |
| Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): | Romanisches Langhaus mit gotischen Umbauten. Am Aussenbau besonders prägnant die in der MItte des 19. Jh. erfolgte Änderung der Turmgruppe. Das Münster ist wichtiges Zeugnis der frühen Entwicklung der Denkmalpflege. |
| Bestand / Ausstattung: | Der Innenbau repräsentiert den Gesamteindruck der frühbarocken Umbauten. Nahezu alle Bauphasen sind an Bauwerk und Innenausstattung ablesbar. |
Konstruktionen
| Konstruktionsdetail: |
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| Konstruktion / Material: | Massivbau, zu wesentlichen Teilen aus Rorschacher Sandstein. Teilweise Rekonstruktionen aus Kunststein. |


