Objekt(565): Wohnhaus Wohnhaus

ID: 261214409221
Datum: 15.08.2007
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(565): Wohnhaus Objektdaten

Straße: Pfarrgasse
Hausnummer: 1
Postleitzahl: 74523
Stadt: Schwäbisch Hall
Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Schwäbisch Hall (Landkreis)
Gemeinde: Schwäbisch Hall
Wohnplatz: Schwäbisch Hall
Wohnplatzschlüssel: 8127076049
Flurstücknummer: Primärkatasternummer: 27
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(565): Wohnhaus Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(565): Wohnhaus Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(565): Wohnhaus Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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BauforschungWohnhaus, Pfarrgasse 18 (74523 Schwäbisch Hall)
12345
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Bauphasen(565): Wohnhaus Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Bei der Pfarrerstochter Apollonia Greiss, die in diesem Haus gewohnt hat, handelte es sich offensichtlich um eine der früheren Lehrerinnen für Mädchen im 16. Jahrhundert.
In ihrer überlieferten Leichenrede heißt es: Sie war ihrem Hauswirt selig, Herrn Abraham Greißen, wohlverdienter teutscher Schulmeister allhie, eine getreu Gehilfin geweßt, indem sie die junge Töchter in Schreiben, Lesen und Beten, wie auch im Nähen fleißig unterwiesen (StadtA Schwäb. Hall, So 3078, Müller Margot: Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Schule im Territorium der Reichsstadt Schwäb. Hall bis 1803, Zulassungsarbeit 1956/1957).
Hier handelt es sich um einen ersten Hinweis auf geschlechtsspezifischen Unterricht.
Apollonia geb. Feyerabend wird im Jahr 1545 geboren. Ihr Vater ist Lienhard Feyerabend, Pfarrer an St. Katharina (StadtA Schwäb. Hall 5/1832, Häfner-Kartei). Sie heiratet am 8.10.1576 mit 31 Jahren ihren ersten Mann Johannes Krauß von Hall, Kantor aus der Keckengasse. Als er 1595 stirbt, ist sie 50 Jahre alt (StadtA Schwäb. Hall 5/1832, Häfner-Kartei).
Die Ehe ist kinderlos, das Testament des J. Krauß macht sie zur Alleinerbin. Sollte Apollonia allerdings zu diesem Zeitpunkt schwanger sein, so würde das Kind seinen Anteil am Hausrat erhalten. Weiteres Vermögen ist nicht vorhanden. (StadtA Schwäb. Hall 6/90, Testament des J. Krauß)
Spätestens jetzt ist Apollonia als Lehrerin tätig. Sie erhält im Schuljahr 1600/1601 als Johann Krausen sel. Witwe als Schulbesoldung 12 fl., desgleichen für die Jahre 1601 bis 1606. In dieser Zeit kann sie selbständig leben und arbeiten, sie erhält mit jährlich 12 fl. genauso viel Lohn wie ihre männlichen Kollegen.
1605 heiratet sie wieder. Ihr zweiter Mann Abraham Greiß wird ab jetzt als Schulmeister in den Rechnungen geführt (Maisch, Andreas: Unveröffentlichte Liste der Haller Schulmeister 1600- 1802).
Apollonia Greiss stirbt am 31.12.1607 mit 62 Jahren (StadtA Schwäb. Hall 5/1832, Häfner-Kartei).
(Aus einem unveröffentlichten Manuskript von Edith Amthor über Haller Schulfrauen)
Der Gewölbekeller dokumentiert in seinem Baubestand Vorgängerbebauungssituationen aus dem 14./15.Jahrhundert. Der aufstrebende Baukörper ist in das Jahr 1527 (d) datiert.

Besitzerliste:

1573/1574 Thomas Bibers Witwe (4/1880)

1575/1576 Thomas Bibers Witwe (4/1881)

1576 Hans Krauß heiratet Apollonia Feyerabend. Kraussens wohnen in der Schuppach.

1577/1578 Thomas Bibers Witwe (4/1882)

1579/1580 Thomas Bibers Witwe (4/1883)

1581/1582 Thomas Bibers Witwe (4/1884)

1585 Thomas Bibers Erben verkaufen ihr Haus in der Pfarrgasse an M. Johann Küberer, Pfarrer zu Schwaigern (4/653, fol. 68R): Haus samt Höflein und Badstüblein (oder Bachstüblein ?) dahinter. Hans Koch darf nichts in das Höflein schütten.

1588 Johannes Kraus wird als Collaborator der lateinischen Schule bezeichnet (17/1158)

1592 M. Johann Küberer/Köberer verkauft seine Hofstattgerechtigkeit in der Pfarrgasse an Georg Gentner. (4/653, fol. 122V) Lage stimmt mit dem 1585 erkauften Haus überein (zwischen Christoph Heßler und Hans Koch): Hofstatt samt dem Höflein dahinter. Hans Koch darf nichts in das Höflein schütten.

1591/1592 keine Angabe zu diesem Haus (4/1885)

1597/1598 Hans Kraussen Witwe (4/1886)

1599/1600 Hans Kraussen Witwe (4/1887)

1601/1602 Hans Kraussen Witwe (4/1888)

1605 Das Haus Koch in der Pfarrgasse (Nachbar zum Haus Pfarrgasse 1 ? s.o. 1592) wird an Busch verkauft. Als Anlieger werden Georg Gentner und Prediger Weidner genannt. (17/1799)

1605 Apollonia, Hans Kraussen Witwe, geb. Feyerabend, heiratet Abraham Greiß. Apollonia stirbt 1607, Abraham heiratet 1608 Sybille Blank.

Abraham Greiß und Sybille Blank wohnten in einem Haus an der lateinischen Schule: 6/168, das 1647 von den Erben verkauft wurde (17/1596).

1611 Joseph Rüdinger: Präzeptor V. Klasse, 1635 entlassen, soll Knabenschule halten, 1644 wieder Collaborator 5. Klasse. Stirbt 1652.

1652 Der Rat befiehlt der Witwe des Joseph Rüdinger die Räumung des Hauses. Ernst Sleidanus soll einziehen. Er wurde zum Präzeptor 5. Klasse ernannt. (4/259)

Zu diesem Zeitpunkt muss das Haus in städtischem Besitz gewesen sein.

Mit Kaufvertrag v. 15. April 1673 verkaufte der Rat der Reichsstadt das Haus an Ernst Sleidanus, Präzeptor, für 230 fl. Anlieger waren damals Georg Mack, auch Präzeptor, und Jacob Sebastian Cammerer, Barbierer. Mack erhielt das Recht, Waschkessel und Backofen im Hof des Sleidanus benutzen zu dürfen. (Abschrift des Kaufvertrags in StadtA Schwäb. Hall 10/310; StadtA Schwäb. Hall 4/844, fol. 64R-65V)

1693 Die Erben der Maria Euphrosina, Witwe des Georg Bühler, Wirt in Wolpertshausen und Bürger in Hall, verkaufen an H. Johann Balthasar Feyerabend, Dr. med., ihr Haus in der Pfarrgasse, zwischen Georg Mack, Präzeptor, und Herrn Feyerabends eigenem Haus um 300 fl. (4/667)

1706 Pfleger des Feyerabend verkaufen die von Herrn Dr. Feyerabend (seit 1693) von den Sleidanischen Erben besessene Behausung in der Pfarrgasse zwischen Feyerabend selbst (jetzt Apotheker Strobels Witwe) und Johann Christoph Weidners, Bürger und Apothekers, Behausung, samt dem Höflein mit Backstube und Waschkessel an Johann Christoph Dietrich, Geheimer Rat, Oberlandesheiligenpfleger und Oberlandumgelder (4/670).

1710 Maria Magdalena Dietrich, Tochter von Johann Christoph Dietrich) heiratet Christoph Andreas Bonhöfer, Aktuar.

weitere Besitzer:

1712 Christoph Andreas Bonhöfer, Aktuar

1719 Johann Georg Laccorn, Chirurg: weilen Herr Tanzmeister Lackhorn seine Profession aufgegeben und keine sonderliche Besoldung genießt, hat man die gewinnende Hand niedriger veranschlagt: statt 150 fl 100 fl.

1745 verkauft Johann Gottfried Hübner, Amtsschreiber zu Vellberg, an Röhler: 13/475

1745 Johann Gottfried Röhler, Mesner bei St. Michael

1778 Johann Leonhard Gräter, Mesner bei St. Michael

Gräter, H. Johann Leonhard, Michaelismesner, erkauft 1778 pro 450 fl

Kaufvertrag 4/757, fol. 83V-R v. 6.5.1778

1781 verkaufte Johann Leonhard Gräter dieses Haus an Johann Michael Frank, Torwart zu Vellberg, um 600fl. Anlieger waren Senator Dr. Majer und Leonhard Michael Burkhard, Schneider. Bezug genommen wurde auf den 1775 erfolgten Verzicht auf die Benutzung des Waschkessels und Backofens durch den Nachbarn Burckhard (s. Pfarrgasse 3). 1781 genoss die alte Mesnerin Röhler noch den freien Sitz im Haus (untere Stube, Küche, Kammer und Stallung). Nachdem der Kaufvertrag so weit abgeschlossen war, erschien die verwitwete Johanna Elisabetha Schleich und nahm das bürgerliche Losungsrecht dem Nichtbürger Frank gegenüber in Anspruch. Sie trat in den Kaufvertrag an seiner Stelle ein. (StadtA Schwäb. Hall 4/688, S. 349-356)

1781 Johann Elisabetha Schleichin, Witwe

Perückenmacher Vester

1799 dann geteilt: Johann David Vester, Perückenmacher

1799 und Johann Peter Kübler (4/881), fol. 35V

1778 Maria Barbara, Johann Gottfried Röhlers Witwe, verkauft an Johann Leonhard Gräter ihr Haus in der Pfarrgasse, zwischen Konsulent Dr. Mejer und Leonhard Michael Burkhards, Schneider, Häusern samt dem Höflein und dem Backofen mit Waschkessel.

1829 Primärkataster: Johann David Vester, Friseur, und Johann David Küblers, Maurer, Witwe


1. Bauphase:
(1300 - 1399)
Ältester Befund ist die südliche Stirnwand b2 mit einem Mauerbestand aus dem 14. Jh. Wegen des Verputzes kann nicht mit letzter Sicherheit geklärt werden, ob die straßenseitige Widerlagerwand c des Gewölbekellers ebenfalls in seiner Entstehung dem 14. Jh. zuzuordnen ist. (gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

2. Bauphase:
(1400 - 1450)
Über die Analyse des Mauerwerksstruckturen und der bauhistorischen Befundsauswertung wird im frühen 15. Jh., unter Einbezug des fragmentarisch erhaltenen Baubestandes des 14. Jh. der heutige Gewölbekeller erstellt. (gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

3. Bauphase:
(1527)
Das Dach wurde auf 1526/27 (d) datiert
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
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Besitzer(565): Wohnhaus Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Bild von 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon) / Wohnhaus in 74523 Schwäbisch Hall
Bild von 2007 (StadtA SHA Server Häuserlexikon) / Wohnhaus in 74523 Schwäbisch Hall

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Voruntersuchung der Kelleranlage
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Beschreibung(565): Wohnhaus Beschreibung

Umgebung, Lage: in der Nähe der Klosterstraße und Nonnenhof
Lagedetail: keine Angabenkeine Angaben
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Über dem Keller erhebt sich ein zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach und Dachgaupen.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
trapezartig verzogen, parallel zur Straße verlaufender Grundriss. Der Keller befindet sich im südlichen Teil des EG- Grundrisses und ist hofseitig zu erschließen.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung: Im Obergeschoss Bohlenstube mit Spunddecke vorhanden (vermutlich aus der Bauzeit), die später erweitert wurde.
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Konstruktionen(565): Wohnhaus Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Decken
    • Einschubdecke
  • Detail (Ausstattung)
    • Bohlenstube
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
    • Werkstein
Konstruktion/Material: Gewölbekeller: Tonnengewölbe, Zwischengewölbe und Halsgewölbe, teilweise verputzt und überputzt, Flickmauerwerk, Bruchstein (Kalkstein)