Objekt(11532): Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Ehem. Augustiner-Chorherrenstift

ID: 173456564821
Datum: 21.02.2017
Datenbestand: Bauforschung und RestaurierungBauforschung und Restaurierung
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Information(11532): Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Objektdaten

Straße: Klosterplatz, An der Stalden
Hausnummer: 2, 3-5
Postleitzahl: 78337
Stadt: Öhningen
Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Konstanz (Landkreis)
Gemeinde: Öhningen
Wohnplatz: Öhningen
Wohnplatzschlüssel: 8335061020
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(11532): Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(11532): Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(11532): Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauforschung und RestaurierungEhem. Burg Oberstaad, Wohnturm, In Oberstaad 1 (78337 Öhningen)
BauforschungFachwerkhaus, Zur Halde 6 (78337 Öhningen)
BauforschungWohnhaus, Stiegerstraße 9 (78337 Öhningen, Stiegerstraße 9)
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Bauphasen(11532): Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Gründung des Augustiner-Chorherrenstifts erfolgte bereits in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. In den folgenden Jahrhunderten fanden mehrere Umbauten statt. In der ersten größeren Umbauphase zwischen 1431-1519 wurde der gemeinsame ungeteilte Schlafsaal (heute Sakristei) aufgegeben. Die Chorherren erhielten stattdessen je ein großes Studierzimmer mit angrenzendem Schlafraum. Den Konventsaal verlegt man vom Erdgeschoss des nordöstlichen Flügels (Propstei) in das erste Obergeschoss des nordwestlichen Gebäudes (Stammhaus). Der spätgotische Saal (14 x 6 m) wird über drei, jeweils von tiefen Rundbogennischen überspannten Vorhangfenstern belichtet. Über dem Konventsaal entstand ein zusätzliches Geschoss mit Räumen für Propst, Dekan und einen weiteren Chorherren.
Unter dem Konstanzer Bischof Jakob Fugger von Kirchberg werden etwa ein Jahrhundert später (1604 bis 1626) weitere Baumaßnahmen durchgeführt. Er ließ die Kirche umbauen und den Kirchturm neu errichten. 1617 folgte die Einwölbung des ehemaligen Konventsaals und der darüber liegenden Sakristei sowie die Erhöhung des Gebäudes um ein zusätzliches Geschoss. In dieser sog. Bischofsetage baute man zwei Zimmer für den Fürstbischof, zwei weitere Zimmer für seinen Sekretär, ein Empfangszimmer und das Oratorium ein.
Die Aufnahme weiterer Novizen macht eine Vergrößerung des Konvents notwendig. 1686 wird aus diesem Grund der Zwischenbau des Südflügels um ein neues Geschoss erhöht. Hier werden weitere Arbeits- und Schlafzimmer für die Chorherren eingerichtet.
1732-34 führt die erneute Raumnot zur Aufstockung der westlich an den Kreuzhof angrenzenden Torkel. Eine Bibliothek und vier Krankenzimmer werden vom Propsteigebäude in das neugeschaffene Obergeschoss verlegt.
Am 1. April 1805 wurde der Augustiner- Chorherrenstift aufgelöst. Der Markgraf Karl Friedrich von Baden und Hochberg wird alleiniger Eigentümer des Stifts. Er überträgt der Pfarrei Öhningen das Nutzungsrecht für die Kirche, die Hälfte der Sakristei und drei Wohnungen für Pfarrer und zwei Kapläne. Laut Kaufvertrag von 1832 erwirbt die Gemeinde Öhningen das leerstehende Propsteigebäude, um dort zusätzlichen Schulraum und eine Lehrerwohnung zu schaffen.
Die Nutzungsänderungen von 1885 bringen weitere tiefgreifende bauliche Veränderungen, insbesondere für das Gesamtgefüge des Propsteigebäudes, mit sich. Im Erdgeschoss finden die Verwaltungsräume der Gemeinde Einzug, im nordöstlichen Kreuzgang wird eine Arrestzelle eingebaut. Alle historischen tragenden Wände des Obergeschosses (Nord-Süd und Ost-West) wurden abgebrochen, um zwei rechteckige großzügige Klassenzimmer herzustellen.


1. Bauphase:
(1100 - 1130)
Gründung des Chorherrenstifts.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Chorherrenstift
    • Kloster, allgemein

2. Bauphase:
(1431 - 1519)
Mehrere Umbauten erfolgen zwischen 1431-1519.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Probstei

3. Bauphase:
(1604 - 1626)
Weitere Umbauphase unter dem Konstanzer Bischof Jakob Fugger von Kirchberg: Kirchenumbau und Neuerrichtung Kirchturm, Einwölbung des ehemaligen Konventsaals und der darüber liegenden Sakristei sowie die Erhöhung des Gebäudes um ein zusätzliches Geschoss mit Zimmern für Fürstbischof, seinen Sekretär, Empfangszimmer und Oratorium.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Chorherrenstift
    • Klosterkirche

4. Bauphase:
(1615 - 1616)
Abzimmerung des Dachstuhles (d).
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

5. Bauphase:
(1686)
Vergrößerung des Konvents: Erhöhung des Zwischenbaus des Südflügels um ein neues Geschoss mit weiteren Arbeits- und Schlafzimmern für die Chorherren.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

6. Bauphase:
(1733 - 1734)
Abbruch des Giebels und Errichtung des Walmes nach Süden (d).
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

7. Bauphase:
(1805)
Auflösung des Chorherrenstifts 1805; Klosterkirche wird an die Pfarrei übertragen.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Pfarrkirche

8. Bauphase:
(1829 - 1832)
Nach 1829 Umbau zur Umnutzung als Schule (a); der Übergang des Propsteigebäude an die Gemeinde ist vertraglich mit 1832 belegt. Umnutzung eines Abstellraums im Erdgeschoss (im alten Konventsaal) für den Spritzenwagen der Feuerwehr, auf der südlichen Seite eine Lehrerwohnung und ein Klassenzimmer. Der Kreuzhof wurde als Pausen- und Turnhof vergrößert, dafür Abbruch des nördlichen Kreuzgangs und des darüber liegenden ehemalige spätromanische Seitenschiff. Im 1.Obergeschoss, im Bereich des ehemaligen Winterrefektoriums, entstand ein großes Klassenzimmer, in der früheren Bibliothek die Dienstwohnung des Oberlehrers. Im 2. Obergeschoss ziehen die Diensträume der Gemeinde und eine Arrestzelle, während das dritte Obergeschoss zunächst ungenutzt blieb.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Schule, Kindergarten
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude
    • Gefängnis
  • Sakralbauten
    • Probstei

9. Bauphase:
(1885)
Weitere Nutzungsänderungen führen 1885 erneut zu baulichen Veränderungen, insbesondere im Probsteigebäude. Für den Einbau weiterer Klassenzimmer werden im ersten Obergeschoss alle historischen tragenden Wände (Nord-Süd und Ost-West) abgebrochen.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Schule, Kindergarten
  • Sakralbauten
    • Probstei

10. Bauphase:
(2010)
Sanierung der gesamten Klosteranlage nach Aufgabe der Gebäudenutzung für Schule und Gemeinde.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
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Besitzer(11532): Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Objekt(11532): Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Zugeordnetes Objekt

keineskeines
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Fotos

Die ehemalige Stiftsanlage / Ehem. Augustiner-Chorherrenstift in 78337 Öhningen (1992 - www.kloester-bw.de)

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Untersuchung - Ostflügel
  • Restauratorische Voruntersuchungen
  • Bericht der Sommerakademie der Staatlichen Akademie Stuttgart, der TU München und des LDA
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Beschreibung(11532): Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Beschreibung

Umgebung, Lage: Die ehem. Klosteranlage des Augustiner-Chorherrenstifts befindet sich am südlichen Ortsrand der Gemeinde Öhningen.
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kloster, allgemein
    • Klosterkirche
    • Pfarrkirche
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Die ehem. Klosteranlage umschreibt eine vierseitige Flügelanlage.
Die Pfarrkirche St. Hippolyt bildet dabei den nördlichen Flügel. Dem hohen Langhaus mit Satteldach ist nach Osten der rechteckige Fassadenturm vorangestellt, dessen Obergeschoss oktogonal eingezogen ist und durch eine Zwiebelhaube bekrönt wird.

Nach Süden schließen die ehem. Konventgebäude als Dreiflügelanlage an, bestehend aus drei- bzw. viergeschossigen Walm- und Satteldachbauten. Die südwestiche Gebäudeflügel wird durch Staffelgiebel begrenzt.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angabenkeine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(11532): Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
    • Satteldach mit beidseitigem Vollwalm
    • Zwiebeldach/-helm
  • Decken
    • Balkendecke
Konstruktion/Material: Ostflügel:
Der nördliche Grundrissbereich, beginnend an der nördlichen Giebelwand gliedert sich in drei Querzonen und zwei Längszonen. Im Zuge der westlichen Längszone verlief ein breiter Flur, der von Süden kommend vor dem Nordgiebel in der Breite der nördlichen Querzone abknickt und bis zur Osttraufe verlief. In den beiden verbleibenden Querzonen waren seitlich des Flures Räume angelegt. Den Flur überdeckt ein gefastes Deckengebälk.
Als eigenständiger Abbund schließt der südliche Konstruktionsabschnitt ohne eigenen Wandabschluss an die südliche Wand des nördlichen Konstruktionsabschnittes an. Letztere reagiert mit ihrer Türöffnung an die vorgesehene Fortsetzung. Damit sind die beiden Einheiten nicht nur konstruktiv, sondern auch hinsichtlich ihrer Nutzung aufeinander abgestimmt. Einen weiteren Hinweis liefert der Deckenaufbau über dem 2.OG. So besitzen die Decken unter den Stuben einen Bretteinschub, während die Decke unter den Kammern nur einen Dielenbelag aufweist.