Objekt(7390): Schloss Beuggen und Nebengebäude Schloss Beuggen und Nebengebäude

ID: 171320089046
Datum: 24.02.2009
Datenbestand: Bauforschung und RestaurierungBauforschung und Restaurierung
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Information(7390): Schloss Beuggen und Nebengebäude Objektdaten

Straße: Schloss Beuggen
Hausnummer: 1
Postleitzahl: 79618
Stadt: Rheinfelden-Karsau
Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Lörrach (Landkreis)
Gemeinde: Rheinfelden (Baden)
Wohnplatz: Karsau
Wohnplatzschlüssel: 8336069009
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(7390): Schloss Beuggen und Nebengebäude Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(7390): Schloss Beuggen und Nebengebäude Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(7390): Schloss Beuggen und Nebengebäude Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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Bauphasen(7390): Schloss Beuggen und Nebengebäude Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Schlossgebäude:
Nach Auskunft der älteren und der jüngsten Dendro-Datierungen dürfte der Ostbau Altes Schloss um 1267 entstanden sein, der Ostbau Neues Schloss wenig später um 1278/1279. Sie stehen sich zwar gegenüber, doch die verschwenkte Lage zeichnet sie als eigenständige Baukörper aus, sodass der Torgang aus einem einst offenen Hofraum hervorgegangen sein dürfte.
Beim Ostbau Altes Schloss wurde die östliche, rheinseitige Mauer besonders dick ausgeführt und im Westen eine ausgesprochen kleine Zugangstür vorgesehen. Beim Ostbau Neues Schloss wurde dagegen eine noch größere Mauerstärke gewählt, jedoch mit Ausnahme der östlichen, dem Alten Schloss zugewandten Mauer, an welcher ein vergleichsweise breit bemessenes Portal vorgesehen war.
Die Entstehungszeit der Abschlusswände des Torgangs konnte nicht geklärt werden. Doch aufgrund der nicht vorhandenen Buckelquadereckverbände ist anzunehmen, dass dem älteren Ostbaus Altes Schloss westlich eine Baustruktur vorgelagert gewesen war, auf welche die Abschlusswände des Torgangs aufgrund übereinstimmender Mauerstärken zurückgehen könnten. Diese Struktur wäre beim Bau des Ostbaus Neues Schloss weitgehend entfernt worden und dessen geringere Mauerstärke bzw. das breitere Portal könnten mit der Ausrichtung auf den geschützten Hofraum erklärt werden. Spätestens zu dieser Zeit müsste dann auch das mit Buckelquadern gerahmte Portal entstanden sein. Innerhalb des Hofraums müssten Treppenaufgänge als Zugang zu den höheren Geschossen beider Baukörper gelegen haben.
Das Alte Schloss war mit einem Graben umgeben. Dies müsste dann auch für die vermutete westlich vorgelagerte Struktur gegolten haben. Der Ostbau Neues Schloss wäre demnach entweder in den alten Grabenbereich gesetzt worden oder hätte insgesamt diesen Vorbereich eingenommen. Im Hinblick auf die Befunde zu einer nachträglichen Unterkellerung wäre bei ersterem zumindest verwunderlich, dass das Gebäude nicht gleich bei der Errichtung unterkellert worden ist. (Der angesprochene Fensterschacht konnte in dieser Hinsicht nicht gesichert interpretiert werden).

Kirche: vermutlich um 1497 als Konventsgebäude erbaut (Funktion bis Beginn 16.Jh.)- Holzbalken deuten auf 3-stöckige Unterteilung hin. Im 17.Jh. werden das aufgesetzte Fachwerk und die Geschossdecken entfernt und ein 3-jöchiges, spätgotisches Gewölbe wird eingezogen. Bis 1678 diente das Gebäude als Oratorium der Deutschordensbrüder der Kommende Beuggen, danach als Pfarrkirche der Gemeinde Karsau-Beuggen. 1908 geht sie in den Besitz der Pfarrgemeinde über, bis 1995 dient sie als Gotteshaus. 1996 wird die Kirche mit Pfarrhaus an die evangelische Landeskirche in Baden übereignet.

Nebenbauten:
- Storchenturm: um 1260 erbaut.
- Oberes Tor: 1260 erbaut, sog. Säckinger Tor, Durchgang 1530 zugemautert und durch Rundbogenfenster ersetzt.
- Neues Tor: an oberes Tor anschließend.
- Torturm: 1534 erbaut unter Benutzung alter Ringmauerteile und mit Wappen des Georg von Andlau über Torbogen; 1663 ausgebessert und Fachwerk aufgesetzt (Wappen von Komtur Johann Hartmann von Roggenbach).
- Torhaus: südl. des Oberen Tors, anstelle einer Schenke und der Torwächterwohnung.
- Pfarrhaus: 1260 errichtet, 1534 als Firmarie umgebaut, 1666 vermutlich um 1 Stockwerk erweitert (Wappentafel über Eingang bezeichnet (i)), 1780 erneuert durch Sohn von Franz Anton Bagnato, bis 1995 als Pfarrhaus genutzt, danach als Empfang dienend.
- Bogenhalle: 1794 von Franz Anton Bagnato als Kutschenremise erbaut.
- Wassermühle: 1614 unter Komtur Hans Caspar von Stadion erbaut.
- Scheune: 1902 anstelle einer vorhergehenden, 1900 abgebrannten Zehnscheune (1530 erbaut) errichtet.
- Kuh- und Pferdestall (heute Gästehaus): 1746-47 unter der Leitung von Johann Caspar Bagnato errichtet, im 1.OG Wohnung für Kutscher und Knechte, 1987/88 als Gästehaus umgebaut.
- Schütte: ab 1600 in mehreren Bauabschnitten errichtet, 1668 + 1780 geändert und erweitert.


1. Bauphase:
(1267)
Errichtung des Ostbaues Altes Schloss (d), spätesten 1268 fertiggestellt.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss

2. Bauphase:
(1278 - 1279)
Errichtung des Ostbaues Neues Schloss (d)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss

3. Bauphase:
(1290)
Pfarrhaus wird errichtet.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Pfarrhaus

4. Bauphase:
(1420)
Um 1420 wird der Rittersaal im 1.OG des Alten Schlosses errichtet.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Ausstattung

5. Bauphase:
(1509)
Runder Treppenturm am Alten Schloss.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau

6. Bauphase:
(1534)
Umbau des Pfarrhauses als Infiirmerie.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Bauten für Wohlfahrt und Gesundheit
    • Krankenhaus
  • Wohnbauten
    • Pfarrhaus

7. Bauphase:
(1543)
Altes Schloss: Doppelstöckiger Erker und Staffelgiebel an der östlichen Giebelseite errichtet.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Konstruktionsdetail:
  • Detail (Ausstattung)
    • Fenstererker
  • Gestaltungselemente
    • Staffelgiebel

8. Bauphase:
(1585 - 1598)
Das Neue Schloss wird als westliche Erweiterung des bestehenden Schlosses im Renaissance-Stil erbaut (a).
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss

9. Bauphase:
(1600)
Ehem. Schütte wird ab 1600 in mehreren Bauabschnitten errichtet.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Speicher

10. Bauphase:
(1614)
Wassermühle unter Komtur Hans Caspar von Stadion erbaut.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Mühle

11. Bauphase:
(1666)
Erweiterung des ehem. Pfarrhauses/ Firmarie um ein Stockwerk, Jahreszahl in Wappentafel über Eingang (i).
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Bauten für Wohlfahrt und Gesundheit
    • Krankenhaus
  • Wohnbauten
    • Pfarrhaus

12. Bauphase:
(1668 - 1780)
Schütte: bauliche Änderungen und Erweiterungen.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Speicher

13. Bauphase:
(1746 - 1747)
Das heutige Gästehaus wird als Kuh- und Pferdestall unter der Leitung von Johann Caspar Bagnato errichtet.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Stallgebäude

14. Bauphase:
(1752 - 1757)
Umbau Neues Schloss im spätgotischen Stil unter dem Baumeister Johann Caspar Bagnato; dabei wurden die Treppentürme und ein Erker entfernt. Das Portal an der westlichen Traufseite stammt vermutlich vom Tessiner Stuckateur Francesco Pozzi, der auch im Inneren Stuck-Dekorationen im Stil des Rokoko schuf.
Betroffene Gebäudeteile: Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Konstruktionsdetail:
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Wand-/Deckengestaltung
    • Portikus
  • Verwendete Materialien
    • Stuck

15. Bauphase:
(1780)
Das Pfarrhaus wird durch den Sohn des Baumeisters Franz Anton Bagnato erneuert.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Pfarrhaus

16. Bauphase:
(1794)
Bogenhalle wird von Franz Anton Bagnato als Kutschenremise erbaut.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Bauten für Transport und Verkehr
    • Remise/Garage

17. Bauphase:
(1878)
Abbruch des Aborterkers an der östlichen Giebelseite des Alten Schlosses.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss

18. Bauphase:
(1902)
Scheune wird anstelle einer Zehntscheune (1530 erbaut und 1900 abgebrannt) errichtet.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
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Besitzer(7390): Schloss Beuggen und Nebengebäude Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Objekt(7390): Schloss Beuggen und Nebengebäude Zugeordnetes Objekt

keineskeines
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Fotos

ALK 2008 (Vorlage LV-BW und LAD) / Schloss Beuggen und Nebengebäude in 79618 Rheinfelden-Karsau
Ansicht von Ost, Rhein / Schloss Beuggen und Nebengebäude in 79618 Rheinfelden-Karsau (18.06.2008 - Dieses Foto basiert auf dem Foto "Schloss Beuggen: Gesamtansicht vom schweizerischen Rheinufer aus gesehen. Gebäude von links nach rechts: Storchenturm, Alte Mühle, Ehemaliges Pfarrhaus, Altes Schloss, Schlosskirche, Friedrich-Kraft-Zimmer, Schütte" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter den Lizenzen GNU-Lizenz für freie Dokumentation (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) und Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en). 
Autor: Wladyslaw (talk)
URL:https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ASchloss_Beuggen_Gesamtansicht2.jpg)

Torhaus von Ost vor der Sanierung, 1982 / Schloss Beuggen und Nebengebäude in 79618 Rheinfelden-Karsau

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Photogrammetrische Aufnahmen und Dokumentationsaufnahmen
  • Dendrochronologische Datierung
  • Schadensuntersuchung
  • Bestandsaufnahmen und Geologischer Bericht
  • Restauratorische Untersuchungen
  • Bauhistorische Untersuchung
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Beschreibung(7390): Schloss Beuggen und Nebengebäude Beschreibung

Umgebung, Lage: Die Schlossanlage befindet sich im Rheinfelder Stadtteil Karsau-Beuggen auf einer durch die Bundestraße nach Westen getrennten Uferterrasse entlang des rechten Rheinufers. Die Schlossanlage ist nach Westen halbkreisförmig, bis zum Ufer reichend, ummauert. Ein kleine Brücke führt über den ehem. Graben durch das Obere Tor und Torhaus in den Innenhof. Entlang der noch teils vorhandenen, ehem. Mauer befinden sich zahlreiche Nebengebäude: südlich des Torhauses liegen die Bogenhalle und die ehem. Wassermühle, ein neueres Schulgebäude und der Storchenturm als südl. Abschluss. Nördlich des Torhauses reihen sich das heutige Gästehause (ehem. Pferde- und Kuhstall) und eine ehem. Scheune an, weiter nach Osten folgen die ehem. Schütte und der daran angebaute sog. Friedrich-Kraft-Bau (parallel zum Rhein). Das Zentrum des Hofes bildet das Schloss, bestehend aus Altem und Neuem Schloss, mit der Schlosskirche als nördliche Erweiterung des Hauptbaues. Das ehem. Pfarrhaus und das Gebäude der Alten Mühle südl. des Schlossgebäudes schließen die Anlage nach Osten zum Rhein ab.
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Der zentrale Gebäudekomplex der Schlossanlage setzt sich aus zwei Baukörpern zusammen: einem langgestreckten, viergeschossigen Hauptgebäude, das nach Ost-West ausgerichtet ist, senkrecht zum Verlauf des Rheins steht und von der Südseite her erschlossen wird, sowie einem auf dessen Nordseite im rechten Winkel daran angefügten Kirchenraum, dessen Höhenentwicklung heute drei Geschossen entspricht und dessen Altarraum nach Norden gerichtet ist.
Das Hauptgebäude teilt sich in seiner Außenerscheinung in zwei Teile. Östlich liegt das sog. Alte Schloss, das sein hohes Alter in Form von Buckelquadern an den rheinseitigen Ecken und an einer spitzbogigen Türöffnung zu erkennen gibt. Er ist fast vollständig weiß verputzt und besitzt außerdem einen gestaffelten Ostgiebel mit Erker.
Der größere westliche Teil des Gebäudes, das Neue Schloss, besitzt eine einheitliche, regelmäßige Fassadengestaltung mit etwa mittig gelegenem Hauptportal in Formen des 18. Jahrhunderts und wird durch rote Ecklisenen und Gesime gegliedert.
Die beiden Bauteile werden zusätzlich durch eine nach oben zunehmend verschliffene Verschwenkung der Baufluchten markiert.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Baukörper des sog. Alten Schlosses erhebt sich auf etwa quadratischer Grundfläche und besitzt heute zwei Unter- und vier Vollgeschosse. Vom übrigen Hauptgebäude ist er durch einen ausgeprägten Knick in der Flucht der Hauptfassade und der überwölbten Durchfahrt deutlich zu trennen.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): In einem Baukörper des 13. Jahrhunderts, von dem möglicherweise auch das Innengebälk teilweise noch erhalten geblieben ist, wurden im ausgehenden 15. oder frühen 16. Jahrhundert im Erdgeschoss Einzelräume eingerichtet, im 1. Obergeschoss ein großer Saal geschaffen, zum Rhein hin ein zweigeschossiger Erker angefügt und zahlreiche weite Fensteröffnungen angelegt. Die massive, erdgeschossige Zwischenwand, zumindest aber ihr östlicher Teilbereich, ist ebenfalls Bestandteil dieser Baumaßnahme. Sie trennte eine Stube und einen ihr zugeordneten Nebenraum, verband selbige mit einer aufwändig gestalteten Türöffnung und dient als Auflager für das Deckengebälk. Ältere Verputze wurden in den 1970er Jahren vollständig entfernt. Im mittleren Bereich des Wandverlaufs dürfte entweder die ältere Substanz den zahlreichen Wandöffnungen und einem Betonpfeiler zum Opfer gefallen sein oder es bestand hier ohnehin ein größerer Durchgang.
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(7390): Schloss Beuggen und Nebengebäude Konstruktionen

Konstruktionsdetail: keine Angabenkeine Angaben
Konstruktion/Material: Baukörper
Der Baukörper des sog. Alten Schlosses erhebt sich auf etwa quadratischer Grundfläche und besitzt heute zwei Unter- und vier Vollgeschosse. Vom übrigen Hauptgebäude ist er durch einen ausgeprägten Knick in der Flucht der Hauptfassade und der überwölbten Durchfahrt deutlich zu trennen. An beiden exponierten, südlich gegen den Rhein gelegenen Eckbereichen reichen Eckverbände aus großformatigen Buckelquadern aus Buntsandstein mit Zangenlöchern bis ins 2. Obergeschoss. Größe und Form der Buckelquader legen eine Datierung ins 13. Jahrhundert nahe. Das spitzbogige Eingangsportal in der Nordwand, heute innerhalb des Durchgangs gelegen und an seiner Oberfläche stark mit dem Stockhammer überarbeitet, und ebenso zwei spitzbogige Fensteröffnungen ins 1. Untergeschoss an der rückwärtigen, östlichen Traufseite könnten ebenfalls dieser Zeitstellung angehören,. Das 3. Obergeschoss verläuft etwa in der Flucht der nördlich gelegenen Bauteile. Im 2. und 3. Obergeschoss besteht zwischen dem Baukörper des sog. Alten Schlosses und dem Bereich über der Durchfahrt keine Massivwand, obwohl eine solche zumindest im 2. Obergeschoss einst vorhanden gewesen sein müsste. Die liegende, durchgängig verzapfte Dachkonstruktion verläuft am Stück über diese beiden Bereiche.
Die von den Umbauplanungen betroffene, nach Ost-West verlaufende Zwischenwand im Erdgeschoss des sog. Alten Schlosses teilt die Grundfläche etwa mittig auf. Mehrere Einzelräume werden durch dünne Trennwände abgeteilt. In beiden Untergeschossen ist eine entsprechende Massivwand an derselben Stelle wiederzufinden, unterbrochen von einem schmalen Erschließungsbereich entlang der westlichen Außenwand. Das 1. Obergeschoss wird komplett von einem Saal eingenommen, dessen Decke sich aus zwei Einheiten zusammensetzt, die an einen mittig west-östlich gespannten Unterzug anschließen, welcher von einer zentral platzierten Holzstütze getragen wird.
Neben den oben beschriebenen Bauteilen, die sich dem 13. Jahrhundert zuordnen lassen, finden sich auffallend viele Elemente des ausgehenden 15. bzw. frühen 16. Jahrhunderts, die auf einen gründlichen Umbau des Baukörpers zur damaligen Zeit schließen lassen. Dazu gehören die Saaldecke, die Anlage der meisten Fensteröffnungen, ein über Erd- und 1. Obergeschoss verlaufender Erker mit Wappentafeln sowie eine wappengeschmückte Türöffnung in besagter Zwischenwand im Erdgeschoss.

Bausubstanz
Soweit Einsicht in die Substanz der Massivwand gewonnen werden konnte, besteht sie aus Bruchsteinmauerwerk. Beim Neuverputz in den 1970er Jahren wurde zuvor der damals bestehende Wandputz vollständig abgeschlagen und dann der neue Putz mehrere Zentimeter stark aufgetragen, um Unebenheiten, Schiefstellung o.ä. vollständig egalisieren zu können. In der Wand sitzt ein reich profiliertes, über dem Sturz mit Wappenzier versehenes Türgewände aus Buntsandstein mit einem Türblatt, Beschlägen und Schloss des 17./ frühen 18. Jahrhunderts. Die hölzernen Rahmungen und Blätter zweier einflügeliger und einer doppelflügeligen, stichbogigen Türöffnung stammen aus den 1970er Jahren. Mittig im Verlauf der Massivwand befindet sich ein ebenfalls in den 1970er Jahren eingebauter Betonpfeiler, der zwar vor die nördliche Wandflucht als ausladende Vorlage tritt, dennoch auch die gesamte Wandstärke einnimmt, wie entsprechende Planunterlagen und eine kleine Sondage auf der Südseite erwiesen. Er steht in Verbindung mit betonierten Wandvorlagen in beiden Untergeschossen, die dort jedoch lediglich beidseitig dem Mauerwerk vorgesetzt sind, sowie einer Betondecke zwischen Erd- und 1. Untergeschoss. Da die drei Türöffnungen mit Rahmungen der 1970er Jahre sowie der mittige Betonpfeiler recht dicht beieinander stehen, dürfte im gesamten mittleren Verlauf der Zwischenwand kaum mehr Bruchsteinmauerwerk vorhanden sein, wenn hier nicht ohnehin einst eine größere Öffnung vorhanden war.

Deckengebälk
Das freiliegende, in Nord-Süd-Richtung gespannte Deckengebälk im südöstlichen Eckraum setzt sich im regelmäßigen Wechsel aus auffallend grob zugerichteten Balken und auf der Unterseite beidseitig gefälzten Balken zusammen. Letztere weisen zudem eine durchlaufende Reihung von Holzdübellöchern auf und reichen um einige Zentimeter tiefer herunter als die anderen Balken, sodass untergenagelte Bretter oder Bohlen von Falz zu Falz gespannt werden konnten. Da dieser Raum mit Erker, Wappenreliefs und wappengeschmückter Türöffnung eine reiche Ausstattung erfuhr, darf auch von einer hochwertigen Deckengestaltung ausgegangen werden. Vermutet wird eine unterseitige Schalung aus gehobelten Brettern oder Bohlen mit (profilierten/ beschnitzten?) breiten Deckleisten entlang den Unterseiten der gefälzten Balken.
Im nordöstlichen Eckbereich ist das Gebälk gegenüber den oben beschriebenen Balken leicht versetzt und verschwenkt, also konstruktiv getrennt verlegt, sodass die Zwischenwand als Endauflager für beide Balkenlagen dient. Sie weisen die recht solide Abmessung von 34 cm in der Höhe und 22 cm in der Breite auf. Hier ist eine gänzlich andere Deckengestaltung zu finden, nämlich eine vollständige Verkleidung der Balken und der Unterseite der Dielung mit gehobelten Brettern. Die dabei entstehenden Innenkanten wurden mit profilierten Leisten abgedeckt. Die Verkleidung der Balkenunterseite war, zumindest im Bereich der Sondage, nicht mehr erhalten. Reste einer weißen Kalktünche waren ebenfalls zu beobachten.
Im mittleren Bereich nahe dem zentralen Betonpfeiler scheinen die Deckenbalken am Stück durchzulaufen (der Auflagerbereich war nicht einzusehen) und besitzen dieselben Abmessungen von 34 auf 22 cm. Aufgrund des starken, hochformatigen Querschnitts könnte dieses Gebälk noch auf eine frühere Bauphase oder die im 13. Jahrhundert vermutete Errichtung des Baukörpers zurückgehen. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass beim Bau der Zwischenwand ein älterer Unterzug einfach mit eingemauert wurde und im Mauerwerk eingebettet noch vorhanden ist.
Das Gebälk zwischen 1. Unter- und Erdgeschoss ist in den 1970er Jahren vollständig durch eine Betondecke ersetzt worden.