Objekt(11968): abgegangene Gebäude (A 344 ehem. Gräth + Hauptwache/ Hauptwachplatz) abgegangene Gebäude (A 344 ehem. Gräth + Hauptwache/ Hauptwachplatz)

ID: 164179860614
Datum: 19.02.2018
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(11968): abgegangene Gebäude (A 344 ehem. Gräth + Hauptwache/ Hauptwachplatz) Objektdaten

Straße: Neue Straße
Hausnummer: keinekeine
Postleitzahl: 89073
Stadt: Ulm
Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Ulm (Stadtkreis)
Gemeinde: Ulm
Wohnplatz: Ulm
Wohnplatzschlüssel: 8421000028
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: Hauptwachplatz
Historische Gebäudenummer: A 344
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(11968): abgegangene Gebäude (A 344 ehem. Gräth + Hauptwache/ Hauptwachplatz) Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
keine Angabekeine Angabe

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
1. Beinhaltet Bauteil: Bauforschung und RestaurierungEhemalige Bebauung auf dem Gebiet der Neuen Straße in Ulm
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Objekt(11968): abgegangene Gebäude (A 344 ehem. Gräth + Hauptwache/ Hauptwachplatz) Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(11968): abgegangene Gebäude (A 344 ehem. Gräth + Hauptwache/ Hauptwachplatz) Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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Bauphasen(11968): abgegangene Gebäude (A 344 ehem. Gräth + Hauptwache/ Hauptwachplatz) Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Gräth oder das Waaghaus bestand aus zwei Gebäuden, die einen Hof flankierten. Eine Zufahrt zu dem Hof bestand von Osten durch eine schräg in den Straßenraum hineinragende Einfahrt neben A 343 (s. A 343 Akten über den Verkauf städtischer Gebäude und Grundstücke). Eine weitere Einfahrt bestand im Westen neben A 158 (s. Reduction des Schlumberger-Planes von 1828).
Dieterich spricht in seiner Beschreibung der Stadt Ulm, Ulm 1825, S. 85f, davon, dass man von drei Seiten in den Hof fahren konnte.
Seit den 80er Jahren des 14. Jh. gab es an der Stelle wohl schon einen Salzstadel, der an Stelle einiger abgebrochener Häuser dort eingerichtet wurde (s. hierzu Pflüger, Hellmut, tn: Ulmer Geographische Hefte, Bd. 9, S 56 f.). Im Repertorium 2, Bd. 9 wird zum Jahr 1391 ein Vertrag erwähnt, ,,daß die Statt Ulm Peter Rothen hauß, hofreithin und baumgartt und andere häuser und gesäß, wider deß von Württernb. Willen abgebrochen und Ihren Salzstadel darauff gesetzt" haben.
Im Jahr 1460 schloss man einen Vertrag mit Dieter Müller aus Giengen zur Errichtung eines Gebäudes und Ausstattung desselben u. a. mit Stuben und Kammern (s. Rep. 5, Bd.2 Akten aus dem alten Gewölb). Auch aufgrund des Baustils - sofern nach den erhaltenen Abbildungen zu beurteilen - würde eine Entstehung des Hauptgebäudes in diese Zeit zu datieren sein (vgl. z. B. Blendfries am Westgiebel des ehem. Roggenburger Hofes, Herrenkellergasse 8 (um 1460 (d).
Am 28. Dezember 1853 wurden die Gräth und die direkt westlich angrenzenden Gebäude durch Brand zerstört (s. hierzu K. Statistisches Landesamt (Hrsg.), Beschreibung des Oberamts Ulm, Bd. II, Stuttgart 1897). An Stelle der beiden zerstörten Wohnhäuser wurde bald darauf die Hauptwache errichtet, die 1857 schon in den Adressbüchern genannt wird. Der Platz der Gräth blieb zunächst unbebaut. Erst 1899 wurde hier ein Musikpavillon errichtet (s. Bauakten).


1. Bauphase:
(1460)
Entstehung des Hauptgebäudes
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Gräth/ Hallamt

2. Bauphase:
(1853)
Zerstörung der Gräth und der westlich angrenzenden Gebäude durch Brand vom 18. Dezember 1853.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

3. Bauphase:
(1853 - 1857)
Anstelle der beiden zerstörten Wohnhäuser wird nach 1853 und vor 1857 die Hauptwache errichtet.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Polizeibau

4. Bauphase:
(1899)
Erbauung des Musikpavillons auf dem Platz der ehem. Gräth.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Freiflächen- bzw. Gartenelemente
    • Gartenpavillon/Musikpavillon
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Besitzer(11968): abgegangene Gebäude (A 344 ehem. Gräth + Hauptwache/ Hauptwachplatz) Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

keinekeine
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Zugeordnete Dokumentationen

  • Kurzbeschreibung
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Beschreibung(11968): abgegangene Gebäude (A 344 ehem. Gräth + Hauptwache/ Hauptwachplatz) Beschreibung

Umgebung, Lage: Das nördliche Gebäude lag traufseitig zur Langestraße; das südlich stand traufseitig an der Sattlergasse.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp: keine Angabenkeine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): keine Angabenkeine Angaben
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angabenkeine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(11968): abgegangene Gebäude (A 344 ehem. Gräth + Hauptwache/ Hauptwachplatz) Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
Konstruktion/Material: Die Gebäude
Das nördliche, dreigeschossige, zur Langestraße traufständige Gebäude (A 344) wies wahrscheinlich steinerne Giebel und Fachwerk-Traufseiten auf. Nachweislich gemauert war der Westgiebel, der auf einer kolorierten Bleistiftskizze (wohl 1. H. 19. Jh.) als massive Mauer mit Blendfries und Fialen dargestellt wird. Nach Norden hin befand sich, leicht über die Flucht der Traufwand vorkragend, ein Vorbau, der sich nach oben turmartig bis fast auf Höhe des Giebels erstreckte.
Auf einer farbigen Zeichnung von Kleemann gegen Ende des 18. Jh. wird - mit Blick nach Osten - der Hof flankiert von beiden Gebäuden dargestellt. Aus der Zeichnung wird ersichtlich, dass zumindest die südliche Traufwand ganz in Fachwerk ausgeführt wurde. Eine Lithographie von Johannes Hans (Einzug des ersten Erntewagens nach dem Hungerjahr 1816/17) zeigt im Hintergrund die Nordseite der Gräth ebenfalls mit einer Fachwerkwand (Abbildung in: Schefold, Max, Ulm, Das Bild der Stadt in alten Ansichten, in: Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm, Bd. 7, Weißenhorn 1967, B 64). Ein Aquarell Anf. 19. Jh. zeigt zumindest ab dem 1. Obergeschoss eine Fachwerkwand auf der Nordseite.

Dieterich beschreibt als Zeitzeuge des beginnenden 19. Jh. einen dreigeschossigen Bau:
Erdgeschoß: ,Niederlage und (...) Abwägen der Waaren; neben an sind besondere Stuben für den königl. Waagmeister und die Güterbestatter".
1. Obergeschoß: ,Zirnmer für die königl. Oberzollverwaltung.
2. Obergeschoß: ,,Wohnungen der Beamten".
Weiter beschreibt er einen Saal, in dem seit 1613 die Leinwandschau stattfand.
Aus einer Akte über die Rechnungen des Bau- und Holzamtes bezüglich öffentlicher Gebäude über den Zeitraum von 1786 bis 1796 (Sign. A [ 35931) geht hervor, dass in diesen zehn Jahren immer wieder Gelder für Arbeiten an der Leinwandstube aufgewendet wurden.
1790/ 91 kommen Arbeiten in der Wohnung des Gräthmeisters hinzu.
Das niedrigere, südliche Gebäude (A 345) bestand der Zeichnung Kleemanns zufolge aus Fachwerk. Es stand traufständig zur Sattlergasse und diente nach Aussage Dieterichs (s. o.) zum Wiegen und Aufbewahren größerer Lasten über einem Zentner.
Eine Beschreibung der städtischen Gebäude (Sign. A [32801) aus dem Jahr 1803 nennt zwei Gebäude unweit des Rathauses, die ,,zu den Wag- und Zahl- Geschäften, auch zu Umladung der Güther gebraucht" wurden.
Der Beschreibung zufolge hatte das Leinwand-Amt eine Stube auf der Gräth. Zwei Wohnungen waren für den Wagmeister und den Gräthzoller bestimmt. Ein ,,Stüblen" diente dem Gütherbestätter ,,zu seinen Geschäften" und ein ,,Stüblen" diente als Aufenthaltsraum für die Ballenbinder.
Ein Keller unter der Gräth ist aufgrund des Eintrags einer Kellerstiege in der Bauzeichnung sehr wahrscheinlich.

Die Hauptwache
Flachgedeckter, eingeschossiger Baukörper mit zwei seitlichen Risaliten. Zwischen diesen ,,eingespannt" verläuft in gleicher Fassadenebene eine Arkatur mit Stichbögen über Pfeilern. (Wohl ein Ziegelbau oder zumindest mit Ziegeln verkleidet, auch Ziegelornamente wie z. B. ein Rundbogenfries).
Im westlichen Bereich hinter der Arkade befanden sich Räumlichkeiten wie das Wachlokal und eine Arrestzelle. Zwischen A 159 und der Hauptwache befand sich ein Winkel, der so breit war, dass er Platz für eine Abortanlage bot (s. A 159 Bauakten 1900).