Objekt(7911): ehem. Synagoge ehem. Synagoge

ID: 151311139067
Datum: 26.11.2009
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(7911): ehem. Synagoge Objektdaten

Straße: Heilbronner Straße
Hausnummer: 43
Postleitzahl: 74889
Stadt: Sinsheim-Rohrbach
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Rhein-Neckar-Kreis (Landkreis)
Gemeinde: Sinsheim
Wohnplatz: Rohrbach
Wohnplatzschlüssel: 8226085027
Flurstücknummer: 4570
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(7911): ehem. Synagoge Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(7911): ehem. Synagoge Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(7911): ehem. Synagoge Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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Bauphasen(7911): ehem. Synagoge Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Begünstigt durch die Ortsherrschaft war in Rohrbach seit dem 18. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde ansässig, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts vergrößerte und im Jahr 1825 91 Mitglieder zählte.
Die Synagoge wurde laut Grundsteininschrift im Jahre 1832 an der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem 18. Jahrhundert erbaut. Die Pläne für die Synagoge lieferte Baumeister Friedrich Wundt, der bereits in den Jahren 1824/25 die evang. Kirche in Rohrbach gebaut hatte. Ihre Ausführung geht auf den Maurermeister Johannes Mittel zurück, der kleine Abänderungen an diesen vornahm. Es entstand eine Synagoge mit rituellem Bad erbaut, wobei die Arbeiten an letzterem vom Brunnenmeister Anton Pfau ausgeführt wurden.
Im Betsaal befand sich in der Ostwand eine Nische für den Thoraschrein. Vermutlich annähernd in der Mitte des Saales stand der Almemor. Im Westen befand sich die Frauenempore, wobei deren stützender Unterzug vermutlich von zwei gußeisernen Stützen getragen wurde. Die Empore war über die Treppe durch einen separaten Eingang zu erreichen. Sie durchschnitt das westliche Fenster der Südseite.
Die erste grundlegende Renovierung folgte Im Jahr 1870.
Im Jahr 1906 wurde die jüdische Gemeinde in Rohrbach aufgelöst und 1907 die Synagoge an die politische Gemeinde verkauft. 1909 nahm der Architekt A. Dick den Umbau zum Gemeindehaus und Wohnungen vor. Im Erdgeschoss wurden die Fußbodenplatten entfernt und ein Betonboden erstellt. Im Betsaal wurde eine Zwischendecke eingebaut und die Längswand im Obergeschoss um etwa 0,5 m nach Süden versetzt. Der Saal im Obergeschoss (Bereich der Frauenempore) sollte für Bürgerversammlungen und Versteigerungen eingerichtet werden. Später wurde der Raum als Schulsaal und Kindergarten genutzt. Zur Beheizung erhielt der Saal einen Schornstein mit geringem Querschnitt (sog. „Russische Röhre“). Die übrigen Räume im Erd- und Obergeschoss sowie die östliche Dachhälfte wurden im Jahr 1909 zu vier Wohnungen ausgebaut.
Wohl mit der Nutzung des Obergeschosssaales als Schulraum nach dem Ersten Weltkrieg, spätestens aber 1936 mit der Umnutzung zum Kindergarten erfolgte dort der Einbau der Fensterbrüstungen und der Täfelung. Im Treppenhaus wurde eine Holzvertäfelung an den Wänden und ein neues Treppengeländer angebracht. Die Nutzung als Kindergarten endete im Jahr 1945.
1967 ging das Gebäude in Privatbesitz über und wurde für Wohn- und Lagerzwecke genutzt. Aus dieser Zeit stammen das große Tor an der Südseite, der Umbau des südwestlichen Erdgeschossbereiches zum Stall (Abbruch der Innenwände), der Einbau einer sanitären Anlage und die Leichtbauwand im Obergeschoss.
Im Januar 2004 erwarb ein Restauratoren-Ehepaar das Gebäude, das es ein weiteres Mal zu Wohnzwecken umbaute, wobei die Einbauten späterer Bauphasen entfernt wurde. Zwischen dem zukünftigen Wohn-Essbereich und dem Hausanschlussraum wurde ein neuer Türdurchbruch hergestellt. Die baufällige Treppe wurde durch eine halbgewendete Treppe (Stahl-Holzkonstruktion) ersetzt. Im ursprünglich zweigeschossigen Versammlungsraum wurde die nachträglich eingezogene Trenndecke entfernt und in Anlehnung an die ursprünglich vorhandene Empore eine eingestellte L-förmige Galerie mit Treppenaufgang - ebenfalls eine Stahl-Holzkonstruktion - eingebaut. Ferner wurde das Dach ausgebaut.


1. Bauphase:
(1832 - 1833)
Die Synagoge wurde laut der Inschrift auf dem Grundstein im Jahre 1832 erbaut und den Archivalien zufolge im Jahr 1833 eigeweiht. (i)(a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Synagoge

2. Bauphase:
(1870)
Die erste grundlegende Renovierung erfolgte im Jahr 1870. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

3. Bauphase:
(1906 - 1907)
Im Jahr 1906 wurde die jüdische Gemeinde in Rohrbach aufgelöst und die Synagoge 1907 verkauft. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

4. Bauphase:
(1909)
1909 nahm der Architekt A. Dick den Umbau zum Gemeindehaus mit Privatwohnungen vor. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Versammlungsstätte
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

5. Bauphase:
(1914 - 1945)
Wohl mit der Nutzung des Obergeschosssaales als Schulraum nach dem Ersten Weltkrieg, spätestens aber 1936 mit der Umnutzung zum Kindergarten erfolgte der Einbau der Fensterbrüstungen und Täfelung sowie des neuen Treppengeländer. Die Nutzung als Kindergarten endete im Jahr 1945.(a)(gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Schule, Kindergarten
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

6. Bauphase:
(1967 - 2004)
1967 ging das Gebäude in Privatbesitz über und wurde für Wohn- und Lagerzwecke genutzt. Aus dieser Zeit stammen das große Tor an der Südseite, der Umbau des südwestlichen Erdgeschossbereiches zum Stall (Abbruch der Innenwände), der Einbau einer sanitären Anlage und die Leichtbauwand im Obergeschoss. (a)(gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Lagergebäude
    • Stallgebäude
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

7. Bauphase:
(2004)
Im Januar 2004 erwarb ein Restauratoren-Ehepaar das Gebäude und baute es neuerlich zu Wohnzwecken um. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
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Besitzer(7911): ehem. Synagoge Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Ehem. Synagoge, Ansicht von Nordwesten
Quelle: Crowell, Barbara und Robert (Diplomingenieure Freie Architekten) / ehem. Synagoge in 74889 Sinsheim-Rohrbach
Ehem. Synagoge , Baualtersplan, EG
Quelle: Dr. Joachim Kleinmanns / ehem. Synagoge in 74889 Sinsheim-Rohrbach

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung mit Bauschadenskartierung, Raumbuch und Fotodokumentation
  • Baugeschichtliches Gutachten
  • Restauratorische Befunduntersuchung und Konzepterstellung
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Beschreibung(7911): ehem. Synagoge Beschreibung

Umgebung, Lage: Die ehem. Synagoge steht im Ortskern von Sinsheim-Rohrbach, etwa 35 m östlich der Heilbronner Straße (B 39) und eng benachbart zur straßenseitigen Bebauung. Gen Osten ist unmittelbar an die Synagoge ein kleines Wohnhaus angebaut; gen Süden befindet sich ein kleiner Garten.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Synagoge
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Zweigeschossiges Gebäude mit den Grundrissmaßen von ca. 10x12 cm.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Gebäude ist im Erd- und Obergeschoss in jeweils zwei Zonen aufgeteilt. Das Dachgeschoss weist eine dreizonige Gliederung auf. Ungleich zu den ursprünglichen vier Räumen im Erdgeschoss (Treppenhaus zur Frauenempore, Bad und Badküche in der Nordzone und der Betsaal in der Südzone) existieren dort heute sechs: Treppenhaus, Abort, Küche, Nebenraum, Garage und Stall. Im Obergeschoss ist die alte Einteilung weitestgehend erhalten. Nun gliedert die Frauenempore den gesamten ursprünglichen Betsaal in zwei Geschosse durch das Einziehen einer Zwischendecke. Der ehemalige Schulsaal wurde durch Versetzen der Trennwand zum Betsaal etwas vergrößert und in jüngster Zeit durch eine Leichtbauwand unterteilt. Das Dachgeschoss wird im Wesentlichen als Speicher genutzt, wobei in dessen östlichen Abschnitt drei Kammern eingebaut wurden.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): Die Fenster stammen aus unterschiedlichen Epochen. Neben Fenstern aus der Entstehungszeit um 1832 existieren weitere, die auf die Umbauphase der 1920er Jahre zurückgehen, darunter insbesondere jene auf der Nord- und Südseite.
Im Erdgeschoss haben sich unter dem Estrich teilweise rote Sandsteinplatten erhalten. In der ehemaligen Mikwe wurden unter dem Estrich vereinzelt kleinformatige, einfache Tonfliesen vorgefunden.
Bestand/Ausstattung: Klassizistische Architekturformen, die der Weinbrenner Schule zuzurechnen ist.

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Konstruktionen(7911): ehem. Synagoge Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Detail (Ausstattung)
    • besondere Bodenbeläge
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Lambris/Täfer
Konstruktion/Material: Die Synagoge wurde aus Kalkbruchsteinmauerwerk errichtet. Die Stärke der Außenmauern verjüngt sich nach oben hin stark: ca. 65-30 cm. Das Gebäude schließt ein Satteldach nach oben hin ab und das Hängewerk im DG fängt die Dachlast über dem darunter liegenden Saal auf. Die Längsaussteifung erfolgte ursprünglich über Kopfsteben.
Die Mehrzahl der Innenwände sind in einer Holzständerbauweise ausgeführt, bei der die Zwischenräume mit Ziegeln ausgemauert wurden. Zwei tragende Wände im Erdgeschoss sind aus Kalkbruchstein gefertigt. Bei den Böden im Obergeschoss handelt es sich um Holzdielenböden.
Bei den originalen Fenstern handelt es sich sowohl um Kreuzsprossen- als auch Quersprossenfenster. Alle Fenster sind mit Mauerhaken in den Sandsteingewänden fixiert; die Innenfugen sind verputzt.