Objekt(7948): Wohnhaus Wohnhaus

ID: 141310149004
Datum: 27.12.2009
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(7948): Wohnhaus Objektdaten

Straße: Stadtstraße
Hausnummer: 24
Postleitzahl: 74747
Stadt: Ravenstein
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Neckar-Odenwald-Kreis (Landkreis)
Gemeinde: Ravenstein
Wohnplatz: Ballenberg
Wohnplatzschlüssel: 8225114001
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(7948): Wohnhaus Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(7948): Wohnhaus Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(7948): Wohnhaus Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

BauforschungWohnhaus, Stadtstraße 3 (74747 Ravenstein)
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Bauphasen(7948): Wohnhaus Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Haus wurde laut dendrochronologischer Datierung im Jahr 1453, allenfalls wenig später erbaut. Über seine ursprüngliche Funktion ist nichts bekannt (Wohnhaus einer bürgerlichen oder bäuerlichen Familie?). Die Art der doppelten Aussteifung in der Kopfzone (Ostwand) verweist auf fränkische Werkstatteinflüsse.
Der Neubau des Daches dürfte im 17., spätestens 18. Jahrhundert erfolgt sein. Eine dendrochronologische Datierung war aufgrund vieler zweitverwendeter Hölzer nicht möglich. Die z.T. sehr unfachmännische Konstruktion (Sparrenauflager, Träger der Stuhlrähme im 2. DG etc.) und die Wiederverwendung der meisten Hölzer lassen an Notzeiten, vielleicht eine kriegsbedingte Zerstörung des alten Daches denken. Beim Neubau wurde die Zonengliederung im Dachbereich verändert. Ob dies auch auf gleichzeitig vorgenommene Wandverschiebungen in den Vollgeschossen deutet, läßt sich nicht sicher beurteilen. Fast die gesamte Bausubstanz des Erd- und Obergeschosses stammt nämlich aus dem 19. und 20. Jahrhundert, als in mehreren Perioden die vorhandenen, stark verformten Wände ersetzt wurden. Für weitere Aussagen zur Baugeschichte vor dem 19. Jahrhundert wäre eine tiefergreifende Untersuchung notwendig.


1. Bauphase:
(1453)
Erbaut 1453, allenfalls wenig später (d)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

2. Bauphase:
(1600 - 1750)
Der Neubau des Daches dürfte im 17., spätestens im 18. Jahrhundert erfolgt sein (s)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

3. Bauphase:
(1800 - 1950)
Fast die gesamte Bausubstanz des Erd- und des Obergeschosses stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert, als in mehreren Perioden die vorhandenen, stark verformten Wände ersetzt wurden. (gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
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Besitzer(7948): Wohnhaus Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

aufgen. 07/1991
Quelle: Dokumentation von Dr. Hans-Hermann Reck / Wohnhaus in 74747 Ravenstein, Ballenberg
aufgen. 07/1991
Quelle: Dokumentation von Dr. Hans-Hermann Reck / Wohnhaus in 74747 Ravenstein, Ballenberg

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorisches Gutachten
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Beschreibung(7948): Wohnhaus Beschreibung

Umgebung, Lage: Das Wohnhaus liegt schräg gegenüber dem Rathaus, auf der Südseite der steil von Westen nach Osten ansteigenden Stadtstraße. Die Traufseite grenzt nicht direkt an die Straße, sondern lässt eine ehemals für landwirtschaftliche Zwecke genutzte Fläche frei (Misthaufen etc.). Mit geringem Abstandt befanden sich im Westen und Osten Nachbarhäuser, von denen das westliche in jüngster Zeit durch massive Garagenbauten ersetzt wurde. Auch die Hofsituation südlich des Hauses ist durch moderne Grundstücksteilungen und den Neubau von Wirtschaftsgebäuden verunklärt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Das Haus hat zwei Vollgeschosse und ein steiles ca. 7,0 m hohes, in drei Geschosse unterteiltes Satteldach.
Das Obergeschoss springt auf allen Seiten zwischen 5 -15 cm zurück und ist entsprechend kleiner als das Erdgeschoss.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Ca. 11,8 m x 10,2 m
Die Grundrisse der beiden Vollgeschosse zeigen weder eine klare Zonengliederung noch sonst irgendeine regelmäßige Aufteilung. Im Erdgeschoss führt die Haustür in einen sehr schmalen Flur, der vom Stall im Westen und weiteren Wirtschaftsräumen im Osten flankiert wird. Das südliche Ende des Flurs nimmt die einläufige Treppe zum Obergeschoss ein. Dort umgeben fünf Räume den Treppenflur U-förmig, wobei vier Räume direkt vom Flur aus zugänglich sind. Ein Raum davon enthielt die Küche, die Funktion der übrigen Räume ist nicht bekannt.
Das 1. DG wird durch zwei Querscheidewände in drei Zonen gegliedert, von denen die beiden seitlichen breiter als die mittlere und außerdem jeweils durch eine Mittellängswand in zwei Räume geteilt sind.
Das 2. DG läuft ohne Unterteilung durch; ebenso der nicht begehbare Spitzboden.
Unter der östlichen Haushälfte befindet sich ein tonnengewölbter Keller (Scheitelrichtung Nord-Süd), der vom Nordende des Hausflures aus zugänglich ist.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): Umfangreiche spätmittelalterliche Gefügereste im Erd- und Obergeschoss der östlichen Giebelwand. Dieses einheitlich abgebundene Gefüge blieb im mittleren Abschnitt des Obergeschosses nahezu unverändert erhalten. An den beiden Ecken sowie im Erdgeschoss ist es teils schadhaft, teils beseitigt.
Das Erdgeschoss ist in Massivbauweise größtenteils erneuert.
Das Dach besteht zu weiten Teilen aus zweitverwendeten Hölzern, die wohl durchweg vom Dach des ersten Bauzustandes stammen.
Das gesamte Dach weißt statische Schäden auf, wovon die zahlreichen nachträglich eingepassten Abstützungen und die Dachbalkenlage zeugt, diegrößtenteils an jüngeren Überzügen aufgehängt wurde.
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(7948): Wohnhaus Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Steinbau Mauerwerk
    • Backstein
    • Bruchstein
  • Verwendete Materialien
    • Ziegel
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Backstein/Lehmziegel
    • Flechtwerk
Konstruktion/Material: Massivbau: das Erdgeschoss besteht fast vollständig aus nicht bzw. steinsichtig verputztem Bruchsteinmauerwerk, das Obergeschoss auf der Nord- und der Westseite aus Backsteinmauerwerk (zumeist gelbe Maschinenziegel). Die rechteckigen Öffnungen sind, den Bedürfnissen der Raumaufteilung folgend, unregelmäßig angeordnet.
Älteres Fachwerkgefüge steht auf der Ostseite offen und zwar in von unten nach oben zunehmendem Umfang.
Dachkonstruktion: schlichtes, rein konstruktives Gefüge mit einer bzw. zwei Riegelketten. Das Dach ist mit alten Biberschwänzen gedeckt, die im Bereich der beiden unteren Geschosse auf der Nordseite und am Dachfuß der Südseite bereits durch Falzziegel ersetzt wurden.